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Konnotation
Richtig erscheint zudem die Unterscheidung zwischen konventionalisierter und rein individueller Konnotation. Gegenbegriff zu Konnotation ist die Denotation.
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Grundbedeutungen
Konnotation ist ein mehrdeutiger Fachausdruck aus Logik und Sprachwissenschaft. In der Logik bezeichnet er den Begriffsinhalt beziehungsweise zusätzliche Begriffsinhalte; in der Sprachwissenschaft bezeichnet er die Nebenbedeutung eines sprachlichen Ausdrucks. Der Gegenbegriff ist jeweils die Denotation, also die grundlegende beziehungsweise hauptsächlich bezeichnete Bedeutung.
Begriffsinhalt in der Logik
In der Logik wird Konnotation von der Denotation unterschieden: Die Konnotation umfasst zusätzliche Begriffsinhalte, die Denotation grundlegende Begriffsinhalte.
Nach Gottlob Frege bedeutet Konnotation die intensionale Bezugnahme, also den Inhalt oder die Intension eines Terminus, im Gegensatz zu seiner Extension. Die Intension beschreibt dabei den Begriffsinhalt, während die Extension den Umfang des Begriffs betrifft.
Nach John Stuart Mill ist ein Wort „konnotativ“, wenn es neben einem Gegenstand auch eine seiner Eigenschaften bezeichnet. Es ist dagegen nicht-konnotativ, wenn es nur einen Gegenstand oder nur eine Eigenschaft bezeichnet.
Nebenbedeutung in der Sprachwissenschaft
In der Sprachwissenschaft, genauer in der Semantik, ist die Konnotation die Nebenbedeutung eines sprachlichen Ausdrucks. Meist werden die Konnotationen einzelner Wörter betrachtet; möglich sind aber auch Wort-, Satz- oder Textkonnotationen.
In der Wortsemantik bezeichnet Konnotation die zusätzliche gedankliche Struktur, welche die Hauptbedeutung eines Wortes begleitet. Zu ihr gehören stilistische, emotionale und affektive Bedeutungskomponenten, also alles, was bei der Verwendung eines Ausdrucks bewusst oder unbewusst mitschwingt. Die Hauptbedeutung heißt Denotation oder Denotat. In der Merkmalstheorie unterscheidet man entsprechend konnotative von denotativen semantischen Merkmalen.
Eine Konnotation kann von einer bloßen Assoziation unterschieden werden. Die Konnotation gehört demnach zur eigentlichen Bedeutung, die Assoziation dagegen nicht. Beispielsweise besitzt „Köter“ gegenüber „Hund“ eine negative Konnotation. Der Gedanke an Flöhe beim Wort „Hund“ gilt hingegen nur als Assoziation. Außerdem wird zwischen konventionalisierten, also innerhalb einer Gemeinschaft üblichen, und rein individuellen Konnotationen unterschieden.
Kulturelle und persönliche Abhängigkeit
Konnotationen können sich je nach Sprecher, Sprechergruppe und Kultur unterscheiden. Beibedeutungen, die einem ursprünglich neutralen Ausdruck über längere Zeit und in verschiedenen Kulturen allmählich zugeschrieben werden, können einen Bedeutungswandel oder sogar eine Bedeutungsumkehr bewirken. Als Beispiele nennt der Artikel die Wörter „Regime“ und „Weib“.
Auch persönliche Lebenserfahrungen beeinflussen Konnotationen. Wer unter der Obhut einer liebevollen Mutter aufgewachsen ist, verbindet mit „Mutter“ wahrscheinlich andere Nebenbedeutungen als jemand, dessen Mutter ihr Kind misshandelt hat.
Zur Erforschung der Konnotationen einer Personengruppe dient das semantische Differential. Dabei ordnen Versuchspersonen ein Wort oder einen anderen Stimulus auf Skalen mit Gegenbegriffen ein. Das Wort „Mutter“ kann beispielsweise auf Skalen wie „groß … klein“ oder „stark … schwach“ bewertet werden. Die durchschnittlichen Einstufungen einer Gruppe ermöglichen anschließend Vergleiche zwischen verschiedenen Personengruppen.
Typische Beispiele
Unterschiedliche Konnotationen helfen dabei, scheinbare Synonyme auseinanderzuhalten und erklären, warum es häufig keine vollständig bedeutungsgleichen Wörter gibt. „Quacksalber“, „Onkel Doktor“ und „Halbgott in Weiß“ haben alle die Denotation „Arzt“, tragen aber unterschiedliche Nebenbedeutungen: „taugt nichts“, „familiäre Beziehung“ und „kann alles, oder glaubt das zumindest“.
Der Ausspruch „Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose“ von Gertrude Stein spielt auf verschiedene Konnotationen des Wortes „Rose“ an. Denotativ ist die Rose eine Zierpflanze; zugleich können Liebe, Wohlgeruch, Vergänglichkeit, verschiedene politische Bedeutungen und wegen der mitgedachten Stacheln auch Schmerz mitschwingen.
Eigennamen sind üblicherweise nicht konnotativ, weil sie Individuen, aber nicht deren Eigenschaften bezeichnen. Namen wichtiger Orte, Personen oder anderer Sachverhalte können jedoch Konnotationen erhalten. Als Beispiele werden „Mallorca“, „Hitler“, „Kevin“ und „Hiroshima“ genannt.
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