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Inflation

die Geldmenge zunimmt (Geldschöpfung), · die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes zunimmt, oder · die reale Produktion (das Handelsvolumen) sinkt.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Begriffe
  2. 2. Messung der Inflation
  3. 3. Gefühlte Inflation und Erwartungen
  4. 4. Ursachen und Arten
  5. 5. Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft
  6. 6. Theorien und Steuerung

Grundidee und Begriffe

Inflation bedeutet in der Volkswirtschaftslehre den Anstieg einzelner Preise oder des allgemeinen Preisniveaus in einem Staat innerhalb eines bestimmten Zeitraums, ohne dass dies durch Mengen- oder Qualitätsveränderungen der Güter und Dienstleistungen erklärt wird. Meist ist damit der Anstieg des allgemeinen Preisniveaus einer Volkswirtschaft gemeint. Das Gegenteil ist Deflation, also ein fallendes Preisniveau; bleiben die Preise konstant, spricht man von Preisniveaustabilität.

Die Inflationsrate, auch Preissteigerungsrate oder Teuerungsrate, misst das Ausmaß der Inflation. Inflation wird auch als Geldentwertung bezeichnet: Wenn das allgemeine Preisniveau steigt, kann man mit einer Geldeinheit weniger Güter und Dienstleistungen kaufen. Der Geldwert ist daher die reziproke Größe zum Preisniveau: Gw = 1/P. Das Preisniveau ist ein gewogener Durchschnitt aller Preise für Güter und Dienstleistungen und zeigt im Zeitverlauf, wie sich die Kaufkraft des Geldes verändert.

Inflation bezieht sich auf die allgemeine Preisentwicklung, nicht auf jede einzelne Preisänderung. Wenn zum Beispiel Gurken teurer und Tomaten billiger werden, weil Konsumenten ihre Vorlieben ändern, ist das noch keine Inflation. Steigen aber ganze Produktgruppen wie Energiekosten und beeinflussen damit das Preisniveau, kann Inflation vorliegen.

Wichtige verwandte Begriffe sind Disinflation, also ein Rückgang der Inflationsrate; Hyperinflation, eine außer Kontrolle geratene Inflationsspirale; Stagflation, eine Kombination aus Inflation, langsamem Wirtschaftswachstum und hoher Arbeitslosigkeit; Reflation, ein Versuch, das allgemeine Preisniveau gegen Deflationsdruck anzuheben; und Vermögenspreisinflation, also steigende Preise von Vermögenswerten wie Aktien, Immobilien oder Gold ohne entsprechenden Anstieg der Güter- und Dienstleistungspreise.

Messung der Inflation

Inflation wird mit breiten Preisindizes gemessen, die das allgemeine Preisniveau für Güter und Dienstleistungen abbilden sollen. Beispiele sind der Verbraucherpreisindex (VPI), der Preisindex der privaten Konsumausgaben (PCEPI) und der BIP-Deflator. Für die Eurozone nutzt die Europäische Zentralbank den harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI). Er basiert auf einem Warenkorb, der in einem Basisjahr repräsentativ für einen durchschnittlichen Haushalt festgelegt wird.

Ein Warenkorb enthält typische Güter und Dienstleistungen. In Deutschland ermittelt das Statistische Bundesamt die Daten; der deutsche Warenkorb umfasst 650 Güter und Dienstleistungen. Jeden Monat werden mehr als 300.000 Einzelpreise in Geschäften in ganz Deutschland und im Onlinehandel erfasst. Aus den Kosten des Warenkorbs wird die prozentuale Preissteigerung gegenüber einem Vergleichsmonat oder Vorjahr berechnet. Die Zusammensetzung und Gewichtung des Warenkorbs werden regelmäßig überprüft und angepasst.

Die Messung ist schwierig, weil sich Konsumverhalten und Produktqualität verändern. In der COVID-19-Pandemie konnten viele Waren und Dienstleistungen wegen staatlicher Maßnahmen zeitweise nicht konsumiert werden, sodass der Warenkorb nicht mehr gut zum tatsächlichen Konsum passte. Auch Qualitätsänderungen müssen berücksichtigt werden: IT-Produkte werden zum Beispiel technisch besser, während Hersteller bei gleichem Preis auch Verpackungsgrößen verringern können. Statistikbehörden nutzen dafür Methoden der Qualitätsbereinigung, etwa direkten Preisvergleich, Mengenbereinigung, Expertenurteil, hedonische Techniken oder die Interpretation einer Preisänderung als reine Qualitätsänderung.

Internationale Studien zeigen, dass mit Warenkörben gemessene Inflation systematisch zu hoch liegen kann; als Hauptgründe werden verändertes Kaufverhalten und ein verändertes Warenangebot genannt. Die Abweichung zur realen Inflation wird insgesamt auf etwa ein Prozent geschätzt. Umgekehrt kann Inflation auch unterschätzt werden, wenn wichtige Kosten nicht vollständig erfasst werden. Wohnen macht etwa 20–30 Prozent der Konsumausgaben aus. Im deutschen VPI werden Nettokaltmieten mit Nebenkosten berücksichtigt, neue Mietverträge und stark steigende Stadtmieten aber nur bedingt. Selbstgenutztes Wohneigentum fehlt im HVPI bisher komplett. Würden neue Mietverträge und selbstgenutztes Wohneigentum stärker oder überhaupt einfließen, läge die Inflation laut Artikel signifikant höher.

Die Kernrate der Inflation schließt Lebensmittel und Energie aus, weil deren Preise besonders stark schwanken und die Ursachen oft außerhalb der betrachteten Volkswirtschaft liegen. Zusätzlich werden Inflationserwartungen gemessen, weil sie für Prognosen und geldpolitische Entscheidungen wichtig sind.

Gefühlte Inflation und Erwartungen

Gefühlte Inflation ist die subjektiv wahrgenommene Inflationsrate der Konsumenten. Sie kann von der amtlich gemessenen Inflation abweichen, weil jeder Haushalt anders konsumiert und weil häufig gekaufte Waren des täglichen Bedarfs stärker wahrgenommen werden als langlebige Konsumgüter wie Autos. Wenn Lebensmittel oder andere Alltagsgüter stark teurer werden, kann die gefühlte Inflation höher liegen als die gemessene.

Eine Studie aus dem Herbst 2022 zeigte eine große Abweichung: Der Median der gefühlten Inflation lag bei etwa 25 %, während die real gemessene Inflation circa 10 % betrug. Die moderne Verhaltensökonomik erklärt dieses Phänomen als kognitive Verzerrung, genauer als Bestätigungsfehler.

Nach der Euro-Bargeldeinführung wurde in Deutschland und Österreich häufig über den „Teuro“ gesprochen. Hans Wolfgang Brachinger berechnete in einem Projekt mit dem Statistischen Bundesamt den Index der wahrgenommenen Inflation für Deutschland. Dabei zeigte sich, dass die wahrgenommene Inflation bei der Euro-Bargeldeinführung deutlich höher lag als die gemessene Inflationsrate. Ein Grund war, dass bestimmte Produktgruppen wie Lebensmittel, Benzin oder Verkehr stärker im Preis stiegen als etwa Computer, Autos oder Pauschalreisen. Außerdem wird als Erklärung eine schwache Lohnentwicklung genannt: In Deutschland waren die Nettolöhne in den 10 Jahren nach der Euro-Einführung leicht rückläufig; auch in Österreich sank die Kaufkraft.

Inflationserwartungen sind Erwartungen von Konsumenten, Unternehmen, Finanzmarktexperten und anderen Marktteilnehmern über die künftige Preisentwicklung. Sie beeinflussen, ob Menschen heute Geld ausgeben, investieren oder Kredite aufnehmen. Unternehmen berücksichtigen sie bei Investitionen und Preisen; Gewerkschaften und Unternehmen berücksichtigen sie bei Lohnverhandlungen. Sind Erwartungen zu hoch, können sie selbst zusätzliche Inflation erzeugen, etwa durch höhere Tarifabschlüsse und Preiserhöhungen. Das kann eine Lohn-Preis-Spirale auslösen.

Inflationserwartungen werden vor allem umfragebasiert oder marktbasiert gemessen. Umfragen befragen zum Beispiel Privathaushalte oder Finanzmarktexperten. In Deutschland führt die Bundesbank monatlich Umfragen durch; das ZEW in Mannheim befragt seit Dezember 1991 monatlich Finanzexperten zu Deutschland, der Eurozone und den USA. Marktbasierte Verfahren nutzen Kapitalmarktdaten, zum Beispiel die Breakeven-Inflation, also die Differenz zwischen der Nominalrendite einer festverzinslichen Anleihe und der Realrendite einer inflationsindexierten Anleihe gleicher Laufzeit und Anlageklasse.

Ursachen und Arten

Die moderne Wirtschaftswissenschaft erklärt Inflation vor allem durch das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage. Zusätzlich wirken Inflationserwartungen und Fiskalpolitik auf die längerfristige Entwicklung. In realen Volkswirtschaften lässt sich Inflation meist nicht auf eine einzige Ursache zurückführen, sondern entsteht aus der dynamischen Interaktion mehrerer Faktoren.

Eine geldmengenbedingte Inflation liegt vor, wenn die Geldmenge M stärker zunimmt als die Gütermenge G, also M > G. Um wieder ein Marktgleichgewicht zu erreichen, steigen die Marktpreise. Die historische Quantitätstheorie betonte diesen Zusammenhang. Neuere empirische Forschung zeigt aber, dass ein enger Zusammenhang zwischen Geldmengenwachstum und Inflation in modernen Volkswirtschaften seit den 1980er- beziehungsweise 1990er-Jahren deutlich schwächer geworden ist oder teilweise nicht mehr besteht. Für hohe Inflation und Hyperinflation bleibt extremes Geldmengenwachstum jedoch wichtig.

Nachfragebedingte Inflation, auch Nachfragesoginflation, entsteht, wenn die Gesamtnachfrage das Gesamtangebot übersteigt. Das passiert typischerweise, wenn die Wirtschaft nahe an der Vollbeschäftigung ist und Unternehmen wegen hoher Nachfrage ihre Preise erhöhen. Ursachen können höhere Ausgaben der Privathaushalte, mehr Unternehmensinvestitionen, steigende Staatsausgaben bei voller Auslastung oder zusätzliche Auslandsnachfrage sein. Zentralbanken können in einem solchen Fall die Leitzinsen erhöhen, um die Gesamtnachfrage zu senken.

Angebotsbedingte Inflation, auch Kostendruckinflation, entsteht, wenn Unternehmen wegen steigender Produktions- oder Rohstoffkosten ihre Preise erhöhen. Ursachen sind zum Beispiel höhere Energiepreise, höhere Steuern, höhere Löhne oder importierte Inflation durch Handelspartner. Sie wird oft als Folge eines negativen Angebotsschocks beschrieben und ist laut Artikel meist eher transitorisch, also vorübergehend. Geldpolitik kann die Ursachen einer angebotsbedingten Inflation nicht direkt beseitigen, aber bei länger anhaltender Kostendruckinflation über höhere Zinsen die Gesamtnachfrage senken.

Weitere Ursachen sind gewinnbedingte Inflation, bei der Unternehmen durch Marktmacht oder Monopolisierung Preise und Gewinnmargen erhöhen, sowie importierte Inflation, bei der Preissteigerungen aus dem Ausland über Importe ins Inland übertragen werden.

Inflation kann nach Wahrnehmbarkeit und Höhe unterschieden werden. Offene Inflation ist für alle erkennbar. Verdeckte oder zurückgestaute Inflation liegt vor, wenn Preissteigerungen durch staatliche Höchstpreise, Festpreise, Preisdeckel oder Preisstopps verdeckt werden oder bei konstantem Preis Menge oder Qualität sinken. Skimpflation bezeichnet eine versteckte Inflation durch abnehmende Produktqualität bei gleichem Preis. Schleichende Inflation ist niedrig und über längere Zeit wenig auffällig. Galoppierende Inflation liegt bei mehr als 10 % jährlich; das Vertrauen in Geldwert und Währung sinkt. Hyperinflation gilt nach einer Faustregel von Phillip D. Cagan aus dem Jahr 1956 als besonders extremer Fall mit mindestens 13.000 % jährlich.

Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft

Inflation bedeutet Kaufkraftverlust: Mit derselben Geldeinheit können insgesamt weniger Waren und Dienstleistungen gekauft werden. Die Folgen hängen davon ab, ob Inflation erwartet oder unerwartet ist. Erwartete Inflation kann in Lohnverhandlungen, Preisgestaltung, Kreditverträge und wirtschaftliche Planungen einbezogen werden. Unerwartete Inflation ist schwieriger, weil sie bestehende Verträge und Erwartungen durcheinanderbringt.

Schuldner mit festem Nominalzins profitieren bei steigender Inflation, weil ihr realer Zinssatz sinkt. Der Realzins ist der Nominalzins abzüglich der Inflationsrate. Kreditgeber reagieren auf Inflationsrisiken, indem sie eine Inflationsrisikoprämie verlangen oder variable Zinssätze vereinbaren. Nur ein unerwarteter Inflationsanstieg über die eingepreiste Risikoprämie hinaus bringt Schuldnern einen realen Vorteil.

Hohe oder unerwartete Inflation gilt als schädlich. Sie erschwert Planung, führt zu Ineffizienzen und kann Unternehmen zwingen, Ressourcen für Inflationssteuerung statt für Produkte und Dienstleistungen einzusetzen. Nominale Vermögenswerte wie Spareinlagen und Anleihen werden unattraktiver, weil sie real an Wert verlieren können. Investoren verlangen höhere Risikoprämien, was zu höheren Zinsen und geringerer Investitionstätigkeit führen kann. Personen mit festem Nominaleinkommen verlieren Kaufkraft gegenüber Personen mit variablerem Einkommen.

Weitere negative Folgen sind Horten, soziale Unruhen, Hyperinflation, allokative Ineffizienz und Preisanpassungskosten. Beim Horten kaufen Menschen langlebige oder nicht verderbliche Güter als Wertaufbewahrung, wodurch diese Güter knapper und oft teurer werden. Hohe Inflation, besonders bei Nahrungsmitteln, wird im Artikel als einer der Hauptgründe für die Revolution in Tunesien 2010/2011 und die Revolution in Ägypten 2011 genannt. Hyperinflation kann dazu führen, dass Menschen die Landeswährung kaum noch verwenden und auf eine Außenwährung ausweichen, etwa bei Dollarisierung. Allokative Ineffizienz bedeutet, dass echte relative Preisänderungen schwer von allgemeinen Preissteigerungen zu unterscheiden sind, wodurch Ressourcen schlechter verteilt werden. Preisanpassungskosten entstehen, wenn Unternehmen häufig Preisschilder, Verträge oder Kalkulationen ändern müssen.

Moderate Inflation kann auch positive Wirkungen haben. Da Nominallöhne sich nur langsam nach unten anpassen, kann Inflation Reallöhne senken, ohne dass Nominallöhne fallen müssen, und so Anpassungen am Arbeitsmarkt erleichtern. Eine niedrige und konstante Inflation kann außerdem helfen, eine Liquiditätsfalle zu vermeiden: In einer Rezession mit sehr niedrigen oder null Nominalzinsen kann die Zentralbank die Zinsen kaum weiter senken. Die meisten Ökonomen befürworten deshalb im 21. Jahrhundert eine niedrige und stetige positive Inflation statt Null- oder negativer Inflation. Der Mundell-Tobin-Effekt beschreibt zudem, dass moderate Inflation Sparer und Unternehmen dazu bewegen kann, weniger Geld zu halten und mehr zu investieren; Robert Mundell und James Tobin verbanden dies mit niedrigeren Realzinsen und zusätzlichen Investitionen.

Theorien und Steuerung

Historisch gab es verschiedene Inflationstheorien. Die heute dominante makroökonomische Theorie ist der Neukeynesianismus. Er erklärt Inflation kurz- und mittelfristig vor allem durch die Kostenstruktur von Waren und Dienstleistungen, die Gesamtnachfrage und die Erwartungen der ökonomischen Akteure. Dieser Zusammenhang wird in der neukeynesianischen Phillips-Kurve beschrieben. Aus dem Neukeynesianismus entstanden dynamische stochastische allgemeine Gleichgewichtsmodelle (DSGE), die viele Zentralbanken nutzen; die Europäische Zentralbank verwendet zum Beispiel das Smets-Wouters-Modell.

Der ältere Keynesianismus betonte eine negative Beziehung zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit: Sinkende Arbeitslosigkeit kann das Volkseinkommen und die Nachfrage erhöhen, sodass Preise steigen, besonders wenn Produktionskapazitäten ausgelastet sind. Der Monetarismus, verbunden mit Milton Friedman, sah Inflation dagegen als monetäres Phänomen und betonte das Wachstum der Geldmenge. Friedman prägte den Satz: „Money matters“; außerdem heißt es im Artikel: Inflation sei immer und überall ein monetäres Phänomen. Friedman und Edmund Phelps bestritten einen stabilen langfristigen Kompromiss zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit. Die neue klassische Makroökonomik führte rationale Erwartungen in die Modelle ein und zeigte unter Annahme perfekter Preiselastizität und rationaler Erwartungen, dass Geldpolitik nur Inflation erzeuge und keine konjunkturellen Effekte habe.

Heterodoxe Theorien werden vom ökonomischen Mainstream nicht geteilt. Die Österreichische Schule, vertreten etwa durch Ludwig von Mises, versteht Inflation als Ausweitung ungedeckter Geldmenge und sieht Verzerrungen des Preissystems durch Kreditexpansion. Isabella M. Weber beschreibt für die Inflation ab 2021 eine „Verkäuferinflation“, bei der ein Kostenschock in systemisch wichtigen Bereichen, besonders Energie und Schifffahrt, als Koordinationsmechanismus für Preiserhöhungen von Unternehmen dient. Die Produktionskostentheorie klassischer Ökonomen wie Adam Smith, David Ricardo und Karl Marx erklärte Geldwert und Preise über Arbeitswert und Produktionskosten, besonders bei Gold und Silber.

Zur Steuerung der Inflation nutzen Staaten und Zentralbanken vor allem Wirtschaftspolitik, insbesondere Geld- und Währungspolitik. Seit den 1980er Jahren verlassen sich die meisten Länder hauptsächlich auf Geldpolitik. Zentralbanken können bei zu hoher Inflation den Zinssatz erhöhen. Viele folgen dabei grundsätzlich der Taylor-Regel. Die EZB beschreibt die Wirkung über den Transmissionsmechanismus: Änderungen der Leitzinsen beeinflussen unter anderem Inflationserwartungen, Angebot und Nachfrage, Arbeitsmarkt, Löhne und Importpreise. Diese Wirkungen treten aber mit variablen und unsicheren Zeitverzögerungen auf.

Seit den 2010er Jahren nutzen Zentralbanken zusätzlich unkonventionelle geldpolitische Maßnahmen, wenn die Inflation trotz niedriger Leitzinsen unter dem Ziel liegt. Ein Beispiel ist Quantitative Lockerung. Die Europäische Zentralbank hat ein symmetrisches Inflationsziel von mittelfristig 2 % pro Jahr; Abweichungen nach oben und unten gelten gleichermaßen als nachteilig.

Historische Steuerungsmethoden wie Goldstandard und Preiskontrollen werden von heutigen Ökonomen überwiegend als nicht effektiv oder ineffizient abgelehnt. Beim Goldstandard ist Papiergeld in feste Goldmengen umwandelbar; Kritiker sehen darin willkürliche Inflationsschwankungen, weil die Geldpolitik vom Goldabbau abhängt. Lohn- und Preiskontrollen können in Kriegszeiten mit Rationierung wirken, gelten sonst aber häufig als problematisch, weil künstlich niedrige Preise Knappheit, Engpässe und zu geringe Investitionen verursachen können.

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