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Angst vor Inflation - Money | Doku HD | ARTE
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 125 Zeilen
- [musik] trlation is made in one place one place only here
- was this is place
- What happ all would happ tol Inflation ist sowohl etwas, das den Menschen heute im alltäglichen Leben
- vertraut ist, als auch etwas, worüber Ökonomen viel Aufhebens machen und dass sie als Fachbegriff verwenden.
- Doch jeder weiß, dass man in den USA für eine Tasse Kaffee, die früher 25 Cent kostete, heute 4$ bezahlt oder dass ein Auto, das früher 00$
- kostete, heute $0.000$ kostet. Jeder ist sich bewusst, dass im Laufe der Zeit die Preise im Allgemeinen steigen, zumindest heutzutage.
- Nicht alle Preise steigen gleich schnell und nicht zur gleichen Zeit. Doch generell sind die Lebenshaltungskosten höher geworden.
- Dessen sind sich die Menschen so bewusst, dass es sich beispielsweise auch auf die Politik auswirkt.
- Inflation beschreibt den Wertverlust von Geld. Solange sie positiv ist, spricht man von Inflation, andernfalls von Deflation.
- Das heißt, mit dem gleichen Geldbetrag kann man weniger kaufen. Die Währung verliert an Wert. Die Schwierigkeit bei der Inflation ist,
- dass sie alle betrifft, besonders aber die schwächsten, die am wenigsten Abstand zum Geld haben. Wenn Inflation außer Kontrolle gerät,
- geht das Vertrauen in die Währung verloren. Historische Beispiele sind die Weimarer Hyperinflation oder die Asiniatenkrise
- während der französischen Revolution. Inflation ist gefährlich, Hyperinflation potentiell verheerend. Gerät sie außer Kontrolle, kann das dazu führen, dass
- man zum Tauschhandel zurückkehrt. Nach dem ersten Weltkrieg nach der Unterzeichnung des Versaill Vertrags
- stand Deutschland vor enormen Reparationsforderungen. Da es nicht gelang genügend Überschüsse zu erwirtschaften, begann die
- unabhängige deutsche Zentralbank, die Reichsbank, Geld in großem Umfang zu drucken. Folge war eine massive Ausweitung der
- Geldmenge und schließlich Hyperinflation. Eine monatliche Preissteigerung von 50% gilt als Hyperinflation.
- In Deutschland lag sie deutlich darüber. 1918 endete der Krieg. Aus französischer Sicht ein Sieg, doch unter schwierigen
- Bedingungen. Große Teile der Industrie, vor allem der Bergbau und die Stahlproduktion in
- Nordfrankreich waren zerstört, ebenso wie in Belgien. Folglich hatten Frankreich und Belgien Anspruch auf Reparationen.
- Zurecht. Wer zerstört hat, soll wieder aufbauen. Man hätte auch deutsche Arbeiter schicken können, um die Minen wieder
- aufzubauen. Doch statt Arbeitsleistungen wurden Geldzahlungen verlangt. Gleichzeitig war Frankreich hoch
- verschuldet, insbesondere gegenüber den USA. Das ist ein oft unterschätzter Aspekt des Versaill Vertrags. Die Vereinigten
- Staaten verlangten die Rückzahlung in Gold, denn der Dollar war an Gold gebunden, während europäische Währungen abgewertet wurden.
- Doch Frankreich und Großbritannien verfügten kaum noch über Goldreserven. So entstand ein massiver Druck auf Frankreich, die deutschen Reparationen
- einzutreiben. Diese wurden jedoch nie vollständig gezahlt. Deutschland beglich nur einen Teil.
- Die Spannungen der 1920er Jahre waren auch das Ergebnis dieses transatlantischen Drucks.
- Im Januar 1923 besetzte Frankreich das Rheinland unter Missachtung des Versaill Vertrags.
- Die deutsche Regierung der Weimarer Republik entschied daraufhin, weiter Geld zu drucken, Hunderttausende von Reichsmark, um ein vollständiges
- monetäres Chaos in Deutschland zu erzeugen. Ziel war es, die Vereinigten Staaten, die an Stabilität interessiert waren,
- dazu zu bringen, Druck auf Frankreich auszuüben, seine Truppen aus dem Rheinland abzuziehen.
- Auf drängen der Regierung legten die deutschen Arbeiter und Bergleute die Arbeit nieder. Nicht aus Faulheit, sondern aus Protest und patriotischer
- Haltung. Infolgedessen kollabierte die Währung und das staatliche Gleichgewicht geriet
- aus den Fugen. Wesentlicher Teil der Einnahmen kam aus der Industrie und diese war vor allem im Ruhrgebiet konzentriert.
- Frankreich gab jedoch nicht nach und behielt seine Truppen dort, sodass die Weimarer Republik ihre Strategie überdenken musste.
- Diese Hyperinflation war also vollständig gesteuert. Hyperinflation entsteht nicht aus dem Nichts. Sie ist ein politisch
- organisierter Prozess, der von einer Regierung umgesetzt wird, die in der Regel ein klares Ziel damit verfolgt.
- Die Hyperinflation erreichte absurde Ausmaße. Das ginge weit, dass ein und dieselbe Mahlzeit zwischen Vorspeise und Dessert
- bereits unterschiedliche Preise hatte, weshalb man besser sofort bezahlte. Die täglichen Preisschwankungen waren extrem und machten ein normales Leben
- unmöglich. In ländlichen Regionen wurde die Mark schließlich nicht mehr akzeptiert. Es kam sogar zur ersten
- Hungersituationen, weil die Städte keine Waren mehr aus dem Umland erhielten. [räuspern] Unruhen entstanden und Stadtbewohner
- zogen aufs Land, um sich selbst zu versorgen. das Geld seine Funktion verliert, bricht die soziale Ordnung auseinander und
- Gewalt tritt an ihre Stelle, denn man braucht Güter zum Leben und hat keine Mittel mehr sie zu erwerben.
- Lange Zeit, insbesondere in den Inflationsjahren der 1970er Jahre, ging man davon aus, dass Inflation ein langsamer, schrittweiser Prozess ist.
- und dass man sie ebenso langsam und schrittweise wieder überwinden kann durch deflationäre Maßnahmen, die sich über einen längeren Zeitraum erstrecken.
- Die deutsche Hyperinflation liefert jedoch ein völlig anderes Modell und veranschaulicht diese mimetische Theorie von Vertrauen und Geld.
- Die Preissteigerungen und die Entwertung der Währung hörten von einem Tag auf den anderen auf.
- Der deutsche Staat gab gegenüber Frankreich ein Stück weit nach. Die Arbeit wurde wieder aufgenommen und man versprach, die Reparationszahlungen
- fortzusetzen. Gleichzeitig wurde eine Währungsreform durchgeführt, die gewissermaßen auf den Ideen von John Law basierte.
- Hier habe ich einen Schein von damals, eine Rentenmark. Rente, ein Begriff, der dem Französischen sehr nahe ist, entspricht im Englischen dem Mortgage,
- also einem Hypothekendarlehen. Es wurden etwa 3,3 Milliarden Rentenmark emitiert.
- Diese Summe wurde auf Grundlage der Vermögenssteuer von 1913 berechnet, die damals den gesamten Grundbesitz in Deutschland erfasste, um Beiträge zur
- Kriegsvorbereitung zu erheben. [räuspern] Der damals ermittelte Wert in Goldmark diente als Grundlage für die neue
- Währung. Die Botschaft war klar, die Rentenmark ist durch deutschen Boden gedeckt und man versprach nicht mehr als diese etwa 3,2 bis 3,3 Milliarden
- auszugeben. Das war glaubwürdig, weil sich der Betrag auf eine festgelegte Größe stützte. Es handelte sich also nicht um
- Metallgeld, sollte aber denselben Wert haben, weil es durch Grund und Boden gedeckt war.
- Man spricht vom Wunder der Rentenmark, weil es eigentlich keinen Grund für ihren Erfolg gab. Ein Wunder in dem Sinne, dass sich aus ökonomischer Sicht
- zunächst nichts verändert hatte. Man musste vorsichtig sein. Hätte man die Rentenmark weiter nach demselben Prinzipien ausgegeben wie zuvor die
- Mark, hätte sie nicht lange Bestand gehabt. Hinter der Rentenmark stand eine neue Wirtschaftspolitik, ein Kurswechsel nach
- rechts. Diese neue Politik kam später. Zunächst war es die Einführung der Rentenmark selbst, die Vertrauenschaffte und
- Zustimmung erzeugte. Wenn man davon ausgeht, dass das Wesen des Geldes darin besteht, eine Sprache
- der Werte zu sein, dann ist Geld zugleich ein Instrument. Es speichert vergangene Transaktionen, ist eine Art, Gedächtnis und eben auch
- eine Sprache. Hyperinflation zerstört diese Funktion vollständig,
- weil sie die Vergleichbarkeit von Werten unmöglich macht. Besonders in Systemen von Fiatgeld, in denen es keinen festen Anker mehr gibt,
- ist die Hyperinflation das eigentliche Wesen der Währungskrise. In Krisen erkennt man das Wesen der Systeme, in denen wir uns befinden.
- Bei Hyperinflation handelt es sich im Kern um soziale Krisen, um Formen gesellschaftlicher Auflösung.
- Diese Situationen wirken wie Experimente, die die Natur des Geldes sichtbar machen und sie zeigen, dass Geld ein soziales Bindeglied ist. Es
- sorgt für Zusammenhalt und ermöglicht es uns als Gemeinschaft zu funktionieren. Unter den großen Wirtschaftskrisen löst Hyperinflation besonders starke und
- berechtigte Ängste aus. In Phasen, in denen die Inflation auf 100, 200 oder sogar eine Million% ansteigt, können sich Preise wöchentlich
- verdoppeln. Das bedeutet, dass Menschen im Alltag bei ihrem Gehalt und beim Einkauf
- erleben, wie der Wert des Geldes kontinuierlich sinkt. So etwas gab es in Europa nach dem ersten und zweiten Weltkrieg,
- insbesondere in Deutschland. im Kontext der Weimarer Republik. Heute sind vor allem Länder wie Zimbabwe, Venezuela oder Burundi
- betroffen. Hyperinflation ist für die privaten Haushalte traumatisch.
- Sie tritt oft dann auf, wenn der Staat nicht mehr in der Lage ist, sich zu finanzieren, etwa nach Kriegen, wenn er keine Steuern
- mehr einziehen kann. Um weiter zu funktionieren, schafft er Geld, um Güter zu kaufen, Beamte zu bezahlen, Schulen zu betreiben oder
- Infrastruktur wieder aufzubauen. So wird Geld zu einem Ersatz für Steuern. Wenn wir von Papierinflation sprechen, gibt es auch aktuelle Beispiele. Ich
- habe zwei mitgebracht. Dieser Schein stammt aus Zimbabwe, aus dem Jahr 2008. Auf ihm finden wir die größte Anzahl von
- Nullen, die jemals auf eine Banknote gedruckt wurde. 100.000 Milliarden. [räuspern] Insgesamt 14 Nullen.
- Das bedeutet allerdings nicht, dass es sich um den Schein mit dem höchsten Nennwert handelt, den je ein Staat ausgegeben hat.
- Bei den ungarischen Banknoten von 194647 hat man die Nullen gar nicht ausgeschrieben. Ich glaube, im ungarischen wird ähnlich
- wie im Deutschen mit zusammengesetzten Begriffen gearbeitet und so ähnlich hat das bei dieser Währung funktioniert.
- Diese Scheine entsprachen implizit 23 oder 24 Null. Außerdem habe ich hier venezolanische Bolivares.
- Venezuela befindet sich seit Jahren in einer Phase sehr hoher Inflation. Die Beträge sind nicht spektakulär. 20.000
- 00 oder 100. Interessant ist aber, der materielle Wert des Papiers war vermutlich höher
- als der aufgedruckte Geldwert. Das zeigt, dass selbst Papier noch einen Wert haben kann. Deshalb wurden diese Scheine schließlich
- abgeschafft. Venezuela ist weitgehend auf digitale Zahlungen umgestiegen über das
- Mobiltelefon in Bolivares oder direkt in Dollar. Bei der Hyperinflation zeigt sich ein paradoxes Phänomen. Die Geldmenge steigt
- stark und gleichzeitig verliert das Geld an Wert, weil die Preise noch schneller steigen. Daraus folgt: Inflation entsteht, wenn
- zu viel Geld in Umlauf ist. Wer schafft dieses Geld? die Zentralbanken, also letztlich die Staaten.
- Theorie des Monetarismus besagt, dass Inflation die Folge einer zu starken Ausweitung der Geldmenge durch den Staat ist und dass es ausreicht, Staaten und
- Zentralbanken zu disziplinieren, indem man die Geldmenge kontrolliert, um die Inflation zu stabilisieren.
- Der Monetarismus ist eine bestimmte Sichtweise auf Inflation, auf Geld und auf die Rolle der Zentralbanken. [räuspern]
- eine bestimmte Sichtweise auf Inflation, weil für Monetaristen und insbesondere für ihren wichtigsten Vertreter Milton Fried Inflation ein rein monetäres
- Phänomen ist, das sich jederzeit und überall durch ein Übermaß an Geld in der Wirtschaft erklären lässt.
- Der Monetarismus ist auch eine bestimmte Sichtweise auf Geld, das als langfristig neutral betrachtet wird. Das heißt, ob es mehr oder weniger Geld in der
- Wirtschaft gibt, beeinflusst langfristig nur das Preisniveau. Daraus folgt, dass Monetaristen den Zentralbanken im Grunde nur eine Aufgabe
- zuschreiben, die Stabilisierung der Preise. Ende der 1970er Jahre, als die Vereinigten Staaten infolge der
- Ölkrisen, z.B. von 1973 eine starke Inflation erlebten, hielt Milton Friedman eine viel beachtete Rede.
- Er erklärte: "Inflation werde weder durch Gewerkschaften noch durch Ölpreisschocks oder Unternehmen verursacht.
- Inflation komme aus Washington. Sie werde immer vom Staat verursacht, wenn dieser die Kontrolle über die Geldschöpfung übernimmt,
- wenn er die Zentralbank dazu zwinge, Geld zu drucken und populistische Versprechen zu finanzieren.
- Seit den 1980er Jahren verfolgten daher zunächst die Länder des globalen Nordens und später auch jene des globalen Südens eine bewusste Politik,
- die Trennung von Geldpolitik und Fiskalpolitik, um sicherzustellen, dass Regierungen keinen direkten Einfluss auf
- Zentralbanken ausüben können. Die Theorie des Monetarismus war in den 1970er und 1980er Jahren sehr populär
- und wird heute in allen entwickelten Ländern diskutiert. Zwar zeigt sich in extremen Krisensituationen wie der Hyperinflation
- ein Zusammenhang zur Geldmenge, doch in Volkswirtschaften, in denen die Inflation zwischen 0 und 10% schwankt, sieht man, dass die Bestimmungsfaktoren
- der Inflation wenig mit der Geldmenge zu tun haben. Entscheidend sind die Dynamik der Löhne, Wechselkursbewegungen, Wachstum. Letztlich existiert der
- Zusammenhang zwischen Geldmenge und Inflation hier nicht mehr wirklich. Oder zumindest muss man das Konzept von Geld neu überdenken.
- Der Fehler der Monetaristen besteht letztlich darin, Inflation auf ein rein monetäres Phänomen zu reduzieren, [räuspern] Geld als neutral zu
- betrachten und die Rolle der Zentralbanken stark zu verkürzen. Fehler anderer Denkschulen besteht hingegen darin, die monetäre Ursache der
- Inflation vollständig auszublenden. Der Monetarismus war letztendlich ein Fehlschlag.
- Das kann man festhalten. In gewisser Hinsicht ist Ökonomie wie Mode. Trends kommen und gehen, genauso wie Ideologien.
- In den 1980er Jahren war Monetarismus sehr angesagt. Und genau wie in der Mode gibt es kein richtig oder falsch.
- Es ist eine Frage des Geschmacks. Das Ganze war eng verbunden mit einem Antikensanismus und der Ablehnung eines starken Staates.
- Der ideologische Impuls kam vor allem aus dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten. Frankreich galt damals als Bollwerk
- gegen den Monetarismus. Ich denke, der Monetarismus beruht auf der merkwürdigen Vorstellung, dass
- irgendjemand die Kontrolle hat. In Wirklichkeit ist es aber so. menschliche Energie, Dynamik, Animal Spirits, also emotionale und
- psychologische Faktoren, all das, was Menschen zu wirtschaftlich aktiven Akteuren macht, bestimmt die Nachfrage nach diesem wunderbaren Konzept, dass
- wir Geld nennen. Mein Angebot liegt in den Händen der Geschäftsbanken, während darüber die Zentralbanken stehen und Berichte
- schreiben. Wenn man verstehen will, woher die Dynamik der Geldnachfrage kommt, muss
- man auf sich selbst schauen. Sie kommt von uns. Es gibt sparsame Menschen und es gibt solche, die viel ausgeben.
- Es gibt risikofreudige und Risikoscheuer. Es gibt diejenigen, die Unternehmen gründen und andere, die ein festes
- Einkommen und eine Rente bevorzugen. All diese Menschen zusammen bilden die Wirtschaft. Das ist das eigentliche Elixier der
- monetären Ökonomie. Alles andere ist nur der Versuch, das Verhalten dieses seltsamen Wesens zu
- erklären, des Menschen. Dieses klugen Affen mit seiner faszinierenden Erfindung namens Geld.
Zum Nachlesen
HyperinflationNovember 1923). maximale monatliche Inflationsrate von 29.525 % im Oktober 1923; 11 Monate über 50 %. siehe: Deutsche Inflation 1914 bis 1923. 1919–1924 …
Deutsche Inflation 1914 bis 1923Die deutsche Inflation von 1914 bis November 1923 war eine der radikalsten Geldentwertungen in großen Industrienationen.
Inflationdie Geldmenge zunimmt (Geldschöpfung), · die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes zunimmt, oder · die reale Produktion (das Handelsvolumen) sinkt.
Deutsche WährungsgeschichteDie Inflation 1914 bis 1923 nahm bis zur Hyperinflation 1923 unaufhaltsam so stark infolge der Reparationsforderungen zu, dass auf Mark lautende Banknoten …