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Angst vor Inflation - Money | Doku HD | ARTE

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Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 125 Zeilen
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  1. [musik] trlation is made in one place one place only here
  2. was this is place
  3. What happ all would happ tol Inflation ist sowohl etwas, das den Menschen heute im alltäglichen Leben
  4. vertraut ist, als auch etwas, worüber Ökonomen viel Aufhebens machen und dass sie als Fachbegriff verwenden.
  5. Doch jeder weiß, dass man in den USA für eine Tasse Kaffee, die früher 25 Cent kostete, heute 4$ bezahlt oder dass ein Auto, das früher 00$
  6. kostete, heute $0.000$ kostet. Jeder ist sich bewusst, dass im Laufe der Zeit die Preise im Allgemeinen steigen, zumindest heutzutage.
  7. Nicht alle Preise steigen gleich schnell und nicht zur gleichen Zeit. Doch generell sind die Lebenshaltungskosten höher geworden.
  8. Dessen sind sich die Menschen so bewusst, dass es sich beispielsweise auch auf die Politik auswirkt.
  9. Inflation beschreibt den Wertverlust von Geld. Solange sie positiv ist, spricht man von Inflation, andernfalls von Deflation.
  10. Das heißt, mit dem gleichen Geldbetrag kann man weniger kaufen. Die Währung verliert an Wert. Die Schwierigkeit bei der Inflation ist,
  11. dass sie alle betrifft, besonders aber die schwächsten, die am wenigsten Abstand zum Geld haben. Wenn Inflation außer Kontrolle gerät,
  12. geht das Vertrauen in die Währung verloren. Historische Beispiele sind die Weimarer Hyperinflation oder die Asiniatenkrise
  13. während der französischen Revolution. Inflation ist gefährlich, Hyperinflation potentiell verheerend. Gerät sie außer Kontrolle, kann das dazu führen, dass
  14. man zum Tauschhandel zurückkehrt. Nach dem ersten Weltkrieg nach der Unterzeichnung des Versaill Vertrags
  15. stand Deutschland vor enormen Reparationsforderungen. Da es nicht gelang genügend Überschüsse zu erwirtschaften, begann die
  16. unabhängige deutsche Zentralbank, die Reichsbank, Geld in großem Umfang zu drucken. Folge war eine massive Ausweitung der
  17. Geldmenge und schließlich Hyperinflation. Eine monatliche Preissteigerung von 50% gilt als Hyperinflation.
  18. In Deutschland lag sie deutlich darüber. 1918 endete der Krieg. Aus französischer Sicht ein Sieg, doch unter schwierigen
  19. Bedingungen. Große Teile der Industrie, vor allem der Bergbau und die Stahlproduktion in
  20. Nordfrankreich waren zerstört, ebenso wie in Belgien. Folglich hatten Frankreich und Belgien Anspruch auf Reparationen.
  21. Zurecht. Wer zerstört hat, soll wieder aufbauen. Man hätte auch deutsche Arbeiter schicken können, um die Minen wieder
  22. aufzubauen. Doch statt Arbeitsleistungen wurden Geldzahlungen verlangt. Gleichzeitig war Frankreich hoch
  23. verschuldet, insbesondere gegenüber den USA. Das ist ein oft unterschätzter Aspekt des Versaill Vertrags. Die Vereinigten
  24. Staaten verlangten die Rückzahlung in Gold, denn der Dollar war an Gold gebunden, während europäische Währungen abgewertet wurden.
  25. Doch Frankreich und Großbritannien verfügten kaum noch über Goldreserven. So entstand ein massiver Druck auf Frankreich, die deutschen Reparationen
  26. einzutreiben. Diese wurden jedoch nie vollständig gezahlt. Deutschland beglich nur einen Teil.
  27. Die Spannungen der 1920er Jahre waren auch das Ergebnis dieses transatlantischen Drucks.
  28. Im Januar 1923 besetzte Frankreich das Rheinland unter Missachtung des Versaill Vertrags.
  29. Die deutsche Regierung der Weimarer Republik entschied daraufhin, weiter Geld zu drucken, Hunderttausende von Reichsmark, um ein vollständiges
  30. monetäres Chaos in Deutschland zu erzeugen. Ziel war es, die Vereinigten Staaten, die an Stabilität interessiert waren,
  31. dazu zu bringen, Druck auf Frankreich auszuüben, seine Truppen aus dem Rheinland abzuziehen.
  32. Auf drängen der Regierung legten die deutschen Arbeiter und Bergleute die Arbeit nieder. Nicht aus Faulheit, sondern aus Protest und patriotischer
  33. Haltung. Infolgedessen kollabierte die Währung und das staatliche Gleichgewicht geriet
  34. aus den Fugen. Wesentlicher Teil der Einnahmen kam aus der Industrie und diese war vor allem im Ruhrgebiet konzentriert.
  35. Frankreich gab jedoch nicht nach und behielt seine Truppen dort, sodass die Weimarer Republik ihre Strategie überdenken musste.
  36. Diese Hyperinflation war also vollständig gesteuert. Hyperinflation entsteht nicht aus dem Nichts. Sie ist ein politisch
  37. organisierter Prozess, der von einer Regierung umgesetzt wird, die in der Regel ein klares Ziel damit verfolgt.
  38. Die Hyperinflation erreichte absurde Ausmaße. Das ginge weit, dass ein und dieselbe Mahlzeit zwischen Vorspeise und Dessert
  39. bereits unterschiedliche Preise hatte, weshalb man besser sofort bezahlte. Die täglichen Preisschwankungen waren extrem und machten ein normales Leben
  40. unmöglich. In ländlichen Regionen wurde die Mark schließlich nicht mehr akzeptiert. Es kam sogar zur ersten
  41. Hungersituationen, weil die Städte keine Waren mehr aus dem Umland erhielten. [räuspern] Unruhen entstanden und Stadtbewohner
  42. zogen aufs Land, um sich selbst zu versorgen. das Geld seine Funktion verliert, bricht die soziale Ordnung auseinander und
  43. Gewalt tritt an ihre Stelle, denn man braucht Güter zum Leben und hat keine Mittel mehr sie zu erwerben.
  44. Lange Zeit, insbesondere in den Inflationsjahren der 1970er Jahre, ging man davon aus, dass Inflation ein langsamer, schrittweiser Prozess ist.
  45. und dass man sie ebenso langsam und schrittweise wieder überwinden kann durch deflationäre Maßnahmen, die sich über einen längeren Zeitraum erstrecken.
  46. Die deutsche Hyperinflation liefert jedoch ein völlig anderes Modell und veranschaulicht diese mimetische Theorie von Vertrauen und Geld.
  47. Die Preissteigerungen und die Entwertung der Währung hörten von einem Tag auf den anderen auf.
  48. Der deutsche Staat gab gegenüber Frankreich ein Stück weit nach. Die Arbeit wurde wieder aufgenommen und man versprach, die Reparationszahlungen
  49. fortzusetzen. Gleichzeitig wurde eine Währungsreform durchgeführt, die gewissermaßen auf den Ideen von John Law basierte.
  50. Hier habe ich einen Schein von damals, eine Rentenmark. Rente, ein Begriff, der dem Französischen sehr nahe ist, entspricht im Englischen dem Mortgage,
  51. also einem Hypothekendarlehen. Es wurden etwa 3,3 Milliarden Rentenmark emitiert.
  52. Diese Summe wurde auf Grundlage der Vermögenssteuer von 1913 berechnet, die damals den gesamten Grundbesitz in Deutschland erfasste, um Beiträge zur
  53. Kriegsvorbereitung zu erheben. [räuspern] Der damals ermittelte Wert in Goldmark diente als Grundlage für die neue
  54. Währung. Die Botschaft war klar, die Rentenmark ist durch deutschen Boden gedeckt und man versprach nicht mehr als diese etwa 3,2 bis 3,3 Milliarden
  55. auszugeben. Das war glaubwürdig, weil sich der Betrag auf eine festgelegte Größe stützte. Es handelte sich also nicht um
  56. Metallgeld, sollte aber denselben Wert haben, weil es durch Grund und Boden gedeckt war.
  57. Man spricht vom Wunder der Rentenmark, weil es eigentlich keinen Grund für ihren Erfolg gab. Ein Wunder in dem Sinne, dass sich aus ökonomischer Sicht
  58. zunächst nichts verändert hatte. Man musste vorsichtig sein. Hätte man die Rentenmark weiter nach demselben Prinzipien ausgegeben wie zuvor die
  59. Mark, hätte sie nicht lange Bestand gehabt. Hinter der Rentenmark stand eine neue Wirtschaftspolitik, ein Kurswechsel nach
  60. rechts. Diese neue Politik kam später. Zunächst war es die Einführung der Rentenmark selbst, die Vertrauenschaffte und
  61. Zustimmung erzeugte. Wenn man davon ausgeht, dass das Wesen des Geldes darin besteht, eine Sprache
  62. der Werte zu sein, dann ist Geld zugleich ein Instrument. Es speichert vergangene Transaktionen, ist eine Art, Gedächtnis und eben auch
  63. eine Sprache. Hyperinflation zerstört diese Funktion vollständig,
  64. weil sie die Vergleichbarkeit von Werten unmöglich macht. Besonders in Systemen von Fiatgeld, in denen es keinen festen Anker mehr gibt,
  65. ist die Hyperinflation das eigentliche Wesen der Währungskrise. In Krisen erkennt man das Wesen der Systeme, in denen wir uns befinden.
  66. Bei Hyperinflation handelt es sich im Kern um soziale Krisen, um Formen gesellschaftlicher Auflösung.
  67. Diese Situationen wirken wie Experimente, die die Natur des Geldes sichtbar machen und sie zeigen, dass Geld ein soziales Bindeglied ist. Es
  68. sorgt für Zusammenhalt und ermöglicht es uns als Gemeinschaft zu funktionieren. Unter den großen Wirtschaftskrisen löst Hyperinflation besonders starke und
  69. berechtigte Ängste aus. In Phasen, in denen die Inflation auf 100, 200 oder sogar eine Million% ansteigt, können sich Preise wöchentlich
  70. verdoppeln. Das bedeutet, dass Menschen im Alltag bei ihrem Gehalt und beim Einkauf
  71. erleben, wie der Wert des Geldes kontinuierlich sinkt. So etwas gab es in Europa nach dem ersten und zweiten Weltkrieg,
  72. insbesondere in Deutschland. im Kontext der Weimarer Republik. Heute sind vor allem Länder wie Zimbabwe, Venezuela oder Burundi
  73. betroffen. Hyperinflation ist für die privaten Haushalte traumatisch.
  74. Sie tritt oft dann auf, wenn der Staat nicht mehr in der Lage ist, sich zu finanzieren, etwa nach Kriegen, wenn er keine Steuern
  75. mehr einziehen kann. Um weiter zu funktionieren, schafft er Geld, um Güter zu kaufen, Beamte zu bezahlen, Schulen zu betreiben oder
  76. Infrastruktur wieder aufzubauen. So wird Geld zu einem Ersatz für Steuern. Wenn wir von Papierinflation sprechen, gibt es auch aktuelle Beispiele. Ich
  77. habe zwei mitgebracht. Dieser Schein stammt aus Zimbabwe, aus dem Jahr 2008. Auf ihm finden wir die größte Anzahl von
  78. Nullen, die jemals auf eine Banknote gedruckt wurde. 100.000 Milliarden. [räuspern] Insgesamt 14 Nullen.
  79. Das bedeutet allerdings nicht, dass es sich um den Schein mit dem höchsten Nennwert handelt, den je ein Staat ausgegeben hat.
  80. Bei den ungarischen Banknoten von 194647 hat man die Nullen gar nicht ausgeschrieben. Ich glaube, im ungarischen wird ähnlich
  81. wie im Deutschen mit zusammengesetzten Begriffen gearbeitet und so ähnlich hat das bei dieser Währung funktioniert.
  82. Diese Scheine entsprachen implizit 23 oder 24 Null. Außerdem habe ich hier venezolanische Bolivares.
  83. Venezuela befindet sich seit Jahren in einer Phase sehr hoher Inflation. Die Beträge sind nicht spektakulär. 20.000
  84. 00 oder 100. Interessant ist aber, der materielle Wert des Papiers war vermutlich höher
  85. als der aufgedruckte Geldwert. Das zeigt, dass selbst Papier noch einen Wert haben kann. Deshalb wurden diese Scheine schließlich
  86. abgeschafft. Venezuela ist weitgehend auf digitale Zahlungen umgestiegen über das
  87. Mobiltelefon in Bolivares oder direkt in Dollar. Bei der Hyperinflation zeigt sich ein paradoxes Phänomen. Die Geldmenge steigt
  88. stark und gleichzeitig verliert das Geld an Wert, weil die Preise noch schneller steigen. Daraus folgt: Inflation entsteht, wenn
  89. zu viel Geld in Umlauf ist. Wer schafft dieses Geld? die Zentralbanken, also letztlich die Staaten.
  90. Theorie des Monetarismus besagt, dass Inflation die Folge einer zu starken Ausweitung der Geldmenge durch den Staat ist und dass es ausreicht, Staaten und
  91. Zentralbanken zu disziplinieren, indem man die Geldmenge kontrolliert, um die Inflation zu stabilisieren.
  92. Der Monetarismus ist eine bestimmte Sichtweise auf Inflation, auf Geld und auf die Rolle der Zentralbanken. [räuspern]
  93. eine bestimmte Sichtweise auf Inflation, weil für Monetaristen und insbesondere für ihren wichtigsten Vertreter Milton Fried Inflation ein rein monetäres
  94. Phänomen ist, das sich jederzeit und überall durch ein Übermaß an Geld in der Wirtschaft erklären lässt.
  95. Der Monetarismus ist auch eine bestimmte Sichtweise auf Geld, das als langfristig neutral betrachtet wird. Das heißt, ob es mehr oder weniger Geld in der
  96. Wirtschaft gibt, beeinflusst langfristig nur das Preisniveau. Daraus folgt, dass Monetaristen den Zentralbanken im Grunde nur eine Aufgabe
  97. zuschreiben, die Stabilisierung der Preise. Ende der 1970er Jahre, als die Vereinigten Staaten infolge der
  98. Ölkrisen, z.B. von 1973 eine starke Inflation erlebten, hielt Milton Friedman eine viel beachtete Rede.
  99. Er erklärte: "Inflation werde weder durch Gewerkschaften noch durch Ölpreisschocks oder Unternehmen verursacht.
  100. Inflation komme aus Washington. Sie werde immer vom Staat verursacht, wenn dieser die Kontrolle über die Geldschöpfung übernimmt,
  101. wenn er die Zentralbank dazu zwinge, Geld zu drucken und populistische Versprechen zu finanzieren.
  102. Seit den 1980er Jahren verfolgten daher zunächst die Länder des globalen Nordens und später auch jene des globalen Südens eine bewusste Politik,
  103. die Trennung von Geldpolitik und Fiskalpolitik, um sicherzustellen, dass Regierungen keinen direkten Einfluss auf
  104. Zentralbanken ausüben können. Die Theorie des Monetarismus war in den 1970er und 1980er Jahren sehr populär
  105. und wird heute in allen entwickelten Ländern diskutiert. Zwar zeigt sich in extremen Krisensituationen wie der Hyperinflation
  106. ein Zusammenhang zur Geldmenge, doch in Volkswirtschaften, in denen die Inflation zwischen 0 und 10% schwankt, sieht man, dass die Bestimmungsfaktoren
  107. der Inflation wenig mit der Geldmenge zu tun haben. Entscheidend sind die Dynamik der Löhne, Wechselkursbewegungen, Wachstum. Letztlich existiert der
  108. Zusammenhang zwischen Geldmenge und Inflation hier nicht mehr wirklich. Oder zumindest muss man das Konzept von Geld neu überdenken.
  109. Der Fehler der Monetaristen besteht letztlich darin, Inflation auf ein rein monetäres Phänomen zu reduzieren, [räuspern] Geld als neutral zu
  110. betrachten und die Rolle der Zentralbanken stark zu verkürzen. Fehler anderer Denkschulen besteht hingegen darin, die monetäre Ursache der
  111. Inflation vollständig auszublenden. Der Monetarismus war letztendlich ein Fehlschlag.
  112. Das kann man festhalten. In gewisser Hinsicht ist Ökonomie wie Mode. Trends kommen und gehen, genauso wie Ideologien.
  113. In den 1980er Jahren war Monetarismus sehr angesagt. Und genau wie in der Mode gibt es kein richtig oder falsch.
  114. Es ist eine Frage des Geschmacks. Das Ganze war eng verbunden mit einem Antikensanismus und der Ablehnung eines starken Staates.
  115. Der ideologische Impuls kam vor allem aus dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten. Frankreich galt damals als Bollwerk
  116. gegen den Monetarismus. Ich denke, der Monetarismus beruht auf der merkwürdigen Vorstellung, dass
  117. irgendjemand die Kontrolle hat. In Wirklichkeit ist es aber so. menschliche Energie, Dynamik, Animal Spirits, also emotionale und
  118. psychologische Faktoren, all das, was Menschen zu wirtschaftlich aktiven Akteuren macht, bestimmt die Nachfrage nach diesem wunderbaren Konzept, dass
  119. wir Geld nennen. Mein Angebot liegt in den Händen der Geschäftsbanken, während darüber die Zentralbanken stehen und Berichte
  120. schreiben. Wenn man verstehen will, woher die Dynamik der Geldnachfrage kommt, muss
  121. man auf sich selbst schauen. Sie kommt von uns. Es gibt sparsame Menschen und es gibt solche, die viel ausgeben.
  122. Es gibt risikofreudige und Risikoscheuer. Es gibt diejenigen, die Unternehmen gründen und andere, die ein festes
  123. Einkommen und eine Rente bevorzugen. All diese Menschen zusammen bilden die Wirtschaft. Das ist das eigentliche Elixier der
  124. monetären Ökonomie. Alles andere ist nur der Versuch, das Verhalten dieses seltsamen Wesens zu
  125. erklären, des Menschen. Dieses klugen Affen mit seiner faszinierenden Erfindung namens Geld.

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