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Holi

Holi (Hindi, f., होली, holī) ist ein aus der hinduistischen Überlieferung stammendes indisches Frühlingsfest am ersten Vollmondtag des Monats Phalgun …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Verbreitung
  2. 2. Ablauf und gesellschaftliche Bedeutung
  3. 3. Mythen und religiöse Deutungen
  4. 4. Termine
  5. 5. Kommerzielle Veranstaltungen
  6. 6. Umwelt- und Gesundheitsgefahren

Grundidee und Verbreitung

Holi ist ein aus der hinduistischen Überlieferung stammendes indisches Frühlingsfest. Es beginnt am ersten Vollmondtag des Monats Phalgun, also im Februar oder März, und dauert mindestens zwei Tage, in einigen Gegenden Indiens bis zu zehn Tage. Wegen des gegenseitigen Bewerfens und Besprengens mit Farben wird es auch „Fest der Farben“ genannt.

Die Bezeichnung Holi ist vor allem in Nordindien und Nepal üblich. In Maharashtra heißt das Fest beispielsweise Shimga, in Goa Shigmo, in Madhya Pradesh Phaga, in Westbengalen und Oriya Dol Yatra. In Südindien ist es als Kamadahana bekannt.

Ablauf und gesellschaftliche Bedeutung

Holi gehört zu den ältesten Festen Indiens und beginnt ungefähr vierzig Tage nach Vasant Panchami, dem Fest für die Göttin Sarasvati und die Ankunft des Frühlings. Am ersten Tag wird nachts ein Feuer entzündet. Darin verbrennt man als Symbol für die Dämonin Holika eine Figur aus Stroh.

Fünf Tage nach Vollmond ist Rangapanchami: „ranga“ bedeutet Farbe, „panchami“ bezeichnet den fünften lunaren Tag. Der Artikel bezeichnet Rangapanchami als zweiten Tag von Holi. Die Feiernden bespritzen sich mit gefärbtem Wasser oder bestreuen sich mit dem Farbpulver Gulal. Wer nicht ausgelassen mitfeiern möchte, trägt anderen zumindest etwas Pulverfarbe auf. Dabei erscheinen Unterschiede nach Kaste, Geschlecht, Alter und gesellschaftlichem Status vorübergehend aufgehoben.

Die Feier besitzt weiterhin eine sakrale, also religiöse Bedeutung: Farben werden häufig zuvor auf einem Altar geweiht, und die Menschen überbringen einander Segenswünsche. Holi gilt als Fest der Versöhnung, an dem alte Streitigkeiten beendet werden sollen. Es zählt außerdem zu den Umkehrritualen, bei denen gesellschaftliche Normen und Rangordnungen zeitweise gelockert werden. Darin ähnelt es Karneval und Mardi Gras.

Teilweise wird zu Holi das Rauschmittel Bhang konsumiert. Auch der traditionell verpönte Alkohol wird getrunken; besonders in Städten kann die daraus entstehende Gewalt zum Problem werden. Nach traditioneller hinduistischer Vorstellung sollten Witwen auf irdische Freuden verzichten und deshalb Holi nicht feiern. Seit 2013 organisiert jedoch die von Bindeshwar Pathak gegründete Menschenrechtsorganisation Sulabh International Holi-Feste für Witwen in Ashrams in Varanasi und Vrindavan.

Mythen und religiöse Deutungen

Das Feuer zu Beginn des Festes erinnert an die Vernichtung Holikas und steht für den Triumph des Guten über das Böse. Einer bekannten Erzählung zufolge weigerte sich Prinz Prahlada, seinem Vater göttliche Ehre zu erweisen, und verehrte weiterhin Vishnu. Der Vater versuchte wiederholt, ihn zu töten, doch Vishnu rettete das Kind. Schließlich sollte Holika, die vor Feuer geschützt war, mit Prahlada ins Feuer springen. Die Flammen verschonten jedoch Prahlada, während Holika zu Asche verbrannte.

Mit Holi sind auch Erzählungen über Krishna verbunden. Er soll mit seiner Gefährtin Radha und anderen Hirtinnen das Farbenspiel gefeiert haben. Hindus deuten dieses zärtliche Spiel als „Lila“ Krishnas, also als Ausdruck des „Göttlichen Spiels“.

Im südindischen Kamadahana zeigt sich die Verbindung des Festes mit Liebe und Frühling. Der Liebesgott Kama störte der Legende nach Shiva bei seiner Meditation. Shiva verbrannte ihn daraufhin mit seinem dritten Auge zu Asche, gab ihm aber nach dem Flehen von Kamas Gattin Ratri das Leben zurück. Der Tag ist deshalb dem Gott der Liebe geweiht. Insgesamt symbolisiert Holi neben dem Sieg des Guten auch den Sieg des Frühlings über den Winter und das Aufblühen der Natur.

Termine

Da Holi an den hinduistischen Mondkalender gebunden ist, fällt der Beginn im gregorianischen Kalender jedes Jahr auf ein anderes Datum. Die im Artikel aufgeführten ersten Festtage sind: 27. März 2013, 17. März 2014, 6. März 2015, 23. März 2016, 13. März 2017, 2. März 2018, 21. März 2019, 10. März 2020, 28. März 2021, 18. März 2022, 8. März 2023 und 25. März 2024.

Kommerzielle Veranstaltungen

Seit dem frühen 21. Jahrhundert greifen kommerzielle Veranstaltungen in verschiedenen Teilen der Welt das Farbenspiel Holis auf. Im Unterschied zum religiösen Fest sind sie nicht an den kalendarischen Frühlingsvollmond gebunden, sondern finden zu unterschiedlichen Terminen im Jahresverlauf statt.

2012 begann die Holi Concept GmbH die Musikfestival-Reihe „Festivals of Colours“. Mehrere DJs treten einen Tag lang auf und kündigen Farbcountdowns an. Bei diesen werfen die Teilnehmenden jeweils eine Handvoll Farbpulver in die Luft. Die Veranstaltungen entwickelten sich zu international bekannten Festivals mit mehreren tausend Besuchern pro Termin. Ein Schwerpunkt liegt in Deutschland mit mehr als 30 Veranstaltungsstädten; in München nahmen 2013 etwa 10.000 Menschen teil.

Seit 2013 veranstaltet außerdem die Justa Event GmbH aus Hannover in Deutschland Musikfestivals unter dem Namen „Holi Farbrausch Festival“.

Umwelt- und Gesundheitsgefahren

Traditionell wurde das Farbpulver aus bestimmten Blüten, Wurzeln und Kräutern hergestellt, denen eine heilende Wirkung zugeschrieben wird. Heute werden häufig synthetische Farben verwendet, die teilweise gesundheitsschädlich sein können. Das Pulver verursacht Feinstaubbelastungen und kann bei den Beteiligten Husten, Augenreizungen und Hautprobleme auslösen.

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