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Indien
Indien ; Amtssprache · Hindi und Englisch (Amtssprachen der Union) 21 weitere, offiziell anerkannte Sprachen dienen auf regionaler Ebene teils als Amtssprachen.
Inhalt6 Abschnitte
Staat, Raum und Natur
Indien, amtlich Republik Indien, ist ein Staat in Südasien und umfasst den größten Teil des indischen Subkontinents. Es ist eine parlamentarische Bundesrepublik mit Neu-Delhi als Hauptstadt, Hindi und Englisch als Amtssprachen der Union sowie 21 weiteren verfassungsrechtlich anerkannten Sprachen. Das Land besteht aus 28 Bundesstaaten und acht Unionsterritorien. Die Fläche beträgt je nach Angabe 3.287.263 beziehungsweise 3.287.490 km². Mit geschätzten etwa 1,46 Milliarden Einwohnern im Jahr 2025 ist Indien der bevölkerungsreichste Staat und die bevölkerungsreichste Demokratie der Welt. Indien grenzt an Pakistan, China beziehungsweise Tibet, Nepal, Bhutan, Myanmar und Bangladesch; im Indischen Ozean liegen Sri Lanka und die Malediven.
Naturräumlich wird Indien im Norden durch den Himalaya und im Süden durch den Indischen Ozean geprägt. Wichtige Landschaften sind die Ganges- und Brahmaputraebene, die Wüste Thar, das Hochland von Dekkan sowie die West- und Ostghats. Höchster Punkt ist der Kangchendzönga mit 8586 m; der höchste vollständig auf indischem Gebiet liegende Berg ist die Nanda Devi mit 7822 m. Der Ganges ist der wichtigste und längste Fluss. Zusammen mit dem Brahmaputra bildet er ein großes Delta; fast ein Drittel Indiens gehört zu ihrem Einzugsgebiet. Weitere große Flüsse sind Indus, Narmada, Tapti, Godavari, Krishna, Mahanadi und Kaveri.
Das Klima reicht von subtropischem Kontinentalklima im Norden bis zu tropischem, maritim geprägtem Klima im Süden und an den Küsten. Der Südwestmonsun bringt in den meisten Regionen zwischen Juni und September oder Oktober 80 bis über 90 % des Jahresniederschlags. Überschwemmungen, Dürren, Zyklone, Flutwellen und Erdbeben gehören zu den wichtigsten Naturgefahren. Das Seebeben vom 26. Dezember 2004 verursachte einen Tsunami, bei dem an der Ostküste sowie auf den Andamanen und Nikobaren 7793 Menschen starben.
Indien zählt wegen seiner Artenvielfalt und vieler endemischer Arten zu den Megadiversitätsländern. Dazu gehören etwa 350 Säugetier-, 1200 Vogel-, 400 Reptilien- und 200 Amphibienarten. Nationaltiere beziehungsweise Nationalsymbole sind unter anderem der Königstiger und der Blaue Pfau. Die ursprüngliche Vegetation wurde jedoch stark zurückgedrängt; für 2015 werden 701.700 km² Waldfläche beziehungsweise 21,3 % der Landesfläche angegeben. Zu den Umweltproblemen gehören Wasserknappheit, sinkende Grundwasserspiegel, Bodenerosion, Versalzung, Abholzung und sehr hohe Luftverschmutzung. 2019 umfassten 868 Schutzgebiete 5,02 % der geografischen Gesamtfläche.
Geschichte und politisches System
Die Indus- oder Harappa-Kultur gehört neben Ägypten und Mesopotamien zu den frühen Hochkulturen. Um etwa 2500 v. Chr. gab es geplante Städte mit Kanalisation, Häfen und Bädern; ab 1700 v. Chr. zerfiel die Kultur aus unbekannten Gründen. In der vedischen Zeit von etwa 1500 bis 500 v. Chr. entstanden wichtige religiöse und philosophische Grundlagen. Im 4. Jahrhundert v. Chr. schuf das Maurya-Reich erstmals ein Großreich; unter Ashoka umfasste es fast den gesamten Subkontinent. Im 4. Jahrhundert n. Chr. einigten die Gupta Nordindien erneut, bevor ihr Reich im frühen 6. Jahrhundert unterging.
Ab dem 12. Jahrhundert entstanden im Norden zunehmend muslimische Herrschaften. Das Mogulreich wurde im 16. Jahrhundert für etwa 200 Jahre zur bestimmenden Macht Nordindiens und bestand bis 1857. Herrscher wie Akbar I., Jahangir, Shah Jahan und Aurangzeb bauten Verwaltung und Staatswesen aus und förderten die Künste. Im 18. Jahrhundert übernahmen die Marathen große Teile Nordindiens; zugleich konkurrierten regionale Herrscher, europäische Handelsmächte und der geschwächte Mogul um die Vorherrschaft.
Nach portugiesischen Stützpunkten ab 1505 setzte sich im 18. Jahrhundert die britische Ostindien-Kompanie durch. Nach dem Sepoy-Aufstand von 1857/58 übernahm Großbritannien die direkte Herrschaft. 1885 wurde der Indian National Congress gegründet, 1906 die Muslimliga. Der gewaltfreie Widerstand unter Mahatma Gandhi und Jawaharlal Nehru führte am 15. August 1947 zur Unabhängigkeit. Zugleich wurde Britisch-Indien in die säkulare Indische Union und Pakistan geteilt. Dabei wurden etwa 10 Millionen Hindus und Sikhs aus Pakistan sowie etwa 7 Millionen Muslime aus Indien vertrieben; 750.000 bis eine Million Menschen starben.
Am 26. Januar 1950 trat die Verfassung in Kraft und machte Indien zur demokratischen, säkularen Republik. Das Parlament besteht aus Lok Sabha und Rajya Sabha. Die Lok Sabha wird für fünf Jahre nach dem Mehrheitswahlrecht gewählt; wahlberechtigt sind Staatsbürger ab 18 Jahren. Der Präsident wird für fünf Jahre von einem Gremium aus Abgeordneten des Bundes und der Länder gewählt und hat überwiegend repräsentative Aufgaben. Die politische Macht liegt beim Premierminister; seit 2014 ist Narendra Modi Regierungschef, seit 2022 Draupadi Murmu Staatspräsidentin. Die Rechtsprechung ist von Legislative und Exekutive getrennt. Oberstes Gericht ist der Supreme Court in Neu-Delhi.
Wichtige Konflikte sind der Kaschmir-Konflikt mit Pakistan, der Indisch-Chinesische Grenzkrieg von 1962, der Krieg gegen Pakistan 1971 und der Kargil-Krieg von 1999. Indien führte 1974 und im Mai 1998 Atomwaffentests durch. Außenpolitisch prägten zunächst Blockfreiheit und enge Beziehungen zur Sowjetunion die Politik; später verbesserten sich die Beziehungen zu den USA. Indien ist unter anderem Mitglied der Vereinten Nationen, des Commonwealth, der G20, der BRICS und der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit. Politische Indizes des Artikels bewerten Indien 2024 als „unvollständige Demokratie“ und als „teilweise frei“; zugleich werden autoritäre Tendenzen und Einschränkungen von Minderheiten- und Pressefreiheit kritisiert.
Bevölkerung, Sprachen und Gesellschaft
Indien löste China im April 2023 als bevölkerungsreichsten Staat ab. Der Artikel nennt unterschiedliche Schätzungen: 1.425.775.850 Einwohner im April 2023 und etwa 1,46 Milliarden für 2025. Die Bevölkerung ist räumlich sehr ungleich verteilt. Besonders dicht besiedelt sind fruchtbare Gebiete wie die Gangesebene, Westbengalen und Kerala; in Bihar leben durchschnittlich 1106 Menschen je km², in Arunachal Pradesh 17. Durch Modernisierung, Bildung, Wohlstand und Verstädterung sinkt die Geburtenrate. Die Fruchtbarkeitsrate ging von 5,2 Kindern je Frau 1971 auf 2,3 im Jahr 2013 zurück. 2015 lag das Durchschnittsalter bei 26,7 Jahren.
Indien ist ein Vielvölkerstaat. Etwa 72 % der Bevölkerung sind Indoarier, 25 % Draviden und 3 % Angehörige weiterer Gruppen. 8,6 % gehören zu den Adivasi beziehungsweise den verfassungsrechtlich anerkannten Scheduled Tribes. Diese Gruppen stehen meist außerhalb des Kastensystems und sind sozial benachteiligt. Mehr als 100 Sprachen werden gesprochen. Neben Hindi und Englisch erkennt die Verfassung 21 weitere Sprachen an, darunter Bengalisch, Gujarati, Kannada, Malayalam, Marathi, Tamil, Telugu und Urdu. Englisch ist besonders in Verwaltung, Unterricht und Wirtschaft wichtig. Für mehrere Sprachen werden unterschiedliche Schriften verwendet, etwa Devanagari für Hindi, Marathi, Nepali, Konkani und Sanskrit sowie arabische Schrift für Urdu.
Nach dem Zensus 2011 sind 79,8 % Hindus, 14,2 % Muslime, 2,3 % Christen, 1,7 % Sikhs, 0,7 % Buddhisten, 0,4 % Jainas und 0,9 % Angehörige anderer Religionen. Hinduismus, Buddhismus, Jainismus und Sikhismus entstanden auf dem Subkontinent. Der Hinduismus kennt keinen einzelnen Religionsstifter und keine zentrale religiöse Behörde; zentrale Vorstellungen sind Karma, Samsara und das Streben nach Erlösung. Verfassungsrechtlich gilt Laizismus, dennoch kommt es zu religiösen Konflikten, besonders zwischen Hindus und Muslimen sowie in Kaschmir. Auch sikhistische Separatisten und Konflikte gegen Christen führten zu Gewalt.
Trotz wirtschaftlichen Wachstums bestehen große Armut, Arbeitslosigkeit, Unterernährung und Einkommensungleichheit. 16,6 % der Bevölkerung zählen zu den Scheduled Castes, 8,6 % zu den Scheduled Tribes; Quoten in Bildung, Berufsausbildung und Parlamenten sollen Benachteiligungen ausgleichen. Die Verstädterung lässt Slums wachsen: Rund 30 % der städtischen Bevölkerung leben in ungeplanten Behausungen und Slums. Frauen sind trotz rechtlicher Gleichstellung vielfach benachteiligt. Das allgemeine aktive und passive Frauenwahlrecht gilt seit 1950. Dennoch bestehen Mitgiftforderungen, geschlechtsspezifische Gewalt, eine ungleiche Geschlechterverteilung und geringe Erwerbsbeteiligung von Frauen.
Die allgemeine Bildungspflicht gilt für sechs- bis 14-Jährige. Die Alphabetisierungsrate stieg von 18,33 % 1951 auf 74,04 % 2011; 2011 betrug sie bei Männern 82,14 %, bei Frauen 65,46 %. Das Bildungswesen weist große regionale Unterschiede auf. Auch das Gesundheitswesen hat sich verbessert: Die Lebenserwartung stieg von 36,6 Jahren im Zeitraum 1950–1955 auf 67,6 Jahre 2010–2015. Dennoch bestehen ein starkes Stadt-Land-Gefälle, Mangel an medizinischen Einrichtungen, Unterernährung, schlechte Sanitärversorgung und regionale Probleme mit Malaria, Tuberkulose und Cholera.
Wirtschaft, Energie und Verkehr
Indien gilt als Schwellenland und ist Mitglied der O5, BRICS und G20. Seit 1991 wird die zuvor stärker gelenkte Volkswirtschaft zunehmend dereguliert und privatisiert. 2024 betrug das nominale Bruttoinlandsprodukt laut Infobox 3,9 Billionen US-Dollar, kaufkraftbereinigt 16,2 Billionen US-Dollar. Das BIP pro Kopf lag nominal bei 2695 US-Dollar. Der Artikel weist jedoch auf eine Unzuverlässigkeit offizieller Statistiken hin: Indische Ökonomen schätzen das reale BIP 2025 auf 2,5 Billionen US-Dollar, während die Regierung 3,8 Billionen US-Dollar angibt.
Von 2005 bis 2015 wuchs das inflationsbereinigte BIP meist um etwa 6 bis 7 % jährlich. 2020 schrumpfte es um 5,8 %, 2021 wuchs es um 9,1 %, 2022 um 7,0 % und 2023 um 7,6 %. Dienstleistungen erbrachten 2016 rund 53,8 % des BIP, die Industrie 28,8 %, die Landwirtschaft 17,4 %. Besonders bedeutend sind Informationstechnologie, Software, Business Process Outsourcing, Pharmazie, Textilien, Maschinenbau, Kraftfahrzeuge und Chemie. Indien war 2005 weltweit führender Exporteur von Software und IT-Dienstleistungen.
Die Landwirtschaft beschäftigt 59,4 % der Bevölkerung, ist aber vergleichsweise wenig produktiv. Die Grüne Revolution seit Mitte der 1960er Jahre steigerte durch Hochertragssorten, Bewässerung, Dünger, Schädlingsbekämpfung und Mechanisierung die Erträge. Indien ist nach China der zweitgrößte Reisproduzent und liegt auch bei Weizen weltweit an zweiter Stelle. Weitere wichtige Produkte sind Baumwolle, Zuckerrohr, Tee, Kaffee, Jute, Gewürze, Obst und Hülsenfrüchte. Bedeutende Rohstoffe sind Eisenerz, Mangan, Steinkohle, Bauxit und Chrom. Öl und Erdgas reichen nicht für den Bedarf; die eigene Ölproduktion deckt nur etwa ein Drittel des Verbrauchs.
Indien hat den drittgrößten Energieverbrauch der Welt. 2014 verfügten 79,2 % der Haushalte über einen Stromanschluss, auf dem Land 70,0 %, in Städten 98,3 %. Kohle liefert etwa die Hälfte der Energie. Wind- und Solarenergie werden stark ausgebaut; im Februar 2021 waren 38,789 GW Windkraft und 39,54 GW Solarleistung installiert. 2030 sind 500 GW erneuerbare Energien geplant. Häufige Stromausfälle und veraltete Infrastruktur bremsen die Entwicklung.
Die Straße ist der wichtigste Verkehrsweg: Rund 70 % des Güter- und 85 % des Personenverkehrs erfolgen auf der Straße. Das Straßennetz umfasst etwa 3,3 Millionen km, aber nur rund die Hälfte ist asphaltiert. Indien herrscht Linksverkehr. Die Eisenbahn befördert knapp 30 % der Güter und 15 % der Personen; Indian Railways beschäftigt 1,6 Millionen Menschen. Das Netz umfasst 69.181 km Breitspurstrecken und war 2025 zu 99,1 % elektrifiziert. Rund 90 % des Übersee-Warenumschlags entfallen auf zwölf große Häfen. 2021 nutzten 624 Millionen Menschen beziehungsweise 45 % der Bevölkerung das Internet.
Kultur und Alltag
Indiens Kultur ist durch die Verbindung vieler Sprachen, Völker, Religionen und regionaler Traditionen geprägt. Architektur, Literatur, Musik, Tanz, Film, Küche und Feste zeigen sowohl einheimische Entwicklungen als auch Einflüsse des Islam und der europäischen Kolonialzeit.
Die Architektur umfasst buddhistische Stupas, jainistische Tempel, hinduistische Tempel, indo-islamische Bauten und koloniale sowie moderne Architektur. Der Große Stupa von Sanchi gilt als herausragendes buddhistisches Bauwerk. Hinduistische Tempel folgen vor allem dem nordindischen Nagara-Stil mit dem Turm Shikhara oder dem südindischen Dravida-Stil mit dem Turm Vimana. Das Taj Mahal in Agra entstand 1632–1648 als Mausoleum für Mumtaz Mahal. Moderne Beispiele sind die Planstadt Chandigarh, der Campus des Indian Institute of Management in Ahmedabad und der Lotustempel in Neu-Delhi.
Die indische Literatur besteht aus vielen Sprachtraditionen. Bedeutende ältere Werke sind die Veden, die Upanishaden sowie die Epen Mahabharata und Ramayana. Die Sangam-Literatur entwickelte sich im frühen Tamil. Im Mittelalter entstanden Regionalsprachen und religiöse Bhakti-Dichtungen; Urdu verband persisch-islamische und indische Elemente. Rabindranath Tagore erhielt 1913 als bisher einziger Inder den Literaturnobelpreis.
Die klassische Musik gliedert sich in hindustanische Musik im Norden und karnatische Musik im Süden. Zentrale Begriffe sind Raga, die melodische Grundstruktur, und Tala, das rhythmische Taktsystem. Typische Instrumente sind Sitar, Vina, Sarod, Sarangi, Bansuri, Tabla und Mridangam. Klassische Tänze verbinden Bewegung, Schauspiel und symbolische Gesichtsausdrücke; Beispiele sind Bharatanatyam, Kuchipudi, Kathakali, Mohiniyattam, Odissi, Kathak und Manipuri. Der Film ist mit mehr als 1000 Produktionen jährlich die größte Filmindustrie der Welt. Der Hindi-Film aus Mumbai wird kommerziell als Bollywood bezeichnet und enthält häufig Musik- und Tanzszenen.
Cricket ist die mit Abstand beliebteste Sportart; Indien gewann den Cricket World Cup 1983 und 2011. Hockey ist die zweitbeliebteste Sportart und Indiens erfolgreichste olympische Sportart. Traditionelle Sportarten sind unter anderem Kabaddi und Mallakhamba. Yoga verwendet unter anderem Asanas, also Körperstellungen, und bereitet auf Meditation vor, ist aber selbst keine Religion.
Die Küche ist regional sehr verschieden. Reis ist besonders im Süden und Osten Grundnahrungsmittel; im Norden und Westen sind Roti, Chapati und Naan verbreitet. Masala bezeichnet Gewürzmischungen, während Curry in Indien eine Zubereitungsart in einer oft stark gewürzten Soße meint. Diwali, Holi, Dashahara, Pongal, Onam, das muslimische Opferfest und Weihnachten gehören zu den wichtigen Festen. Nationale Feiertage sind der Tag der Republik am 26. Januar, der Unabhängigkeitstag am 15. August und Gandhi Jayanti am 2. Oktober.
Medien und öffentliche Kommunikation
Die Verfassung garantiert Meinungs- und Pressefreiheit, die in Krisengebieten wie Kaschmir und Teilen Nordostindiens jedoch eingeschränkt sein kann. Wegen der sprachlichen und gesellschaftlichen Vielfalt besitzt Indien eine besonders breit gefächerte Medienlandschaft.
Indien hat etwa 55.000 Zeitungen und Zeitschriften mit einer Gesamtauflage von über 140 Millionen, darunter mehr als 5000 Tageszeitungen. Hindi macht etwa 45 % des Pressemarktes aus, englischsprachige Zeitungen 17 %; der übrige Markt verteilt sich auf mehr als 100 Sprachen und Dialekte. Die ersten Zeitungen erschienen während der Kolonialzeit; die Bengal Gazette wurde 1780 in Kolkata gegründet. Bedeutende Nachrichtenagenturen sind Press Trust of India und United News of India.
Der staatliche Hörfunk Akashvani sendet in 23 Sprachen und 179 Dialekten. Mit knapp 200 Millionen Zuhörern erreicht das Radio jedoch nur etwa halb so viele Menschen wie das Fernsehen. Das Fernsehen wurde am 15. September 1959 im Raum Delhi eingeführt; seit 1965 gibt es ein regelmäßiges Programm, 1982 begann das Farbfernsehen. Nach dem Ende des staatlichen Monopols von Doordarshan 1991 entstanden zahlreiche private Satelliten- und Kabelsender.
2016 nutzten 34,8 % der Bevölkerung das Internet, 2021 waren es 624 Millionen beziehungsweise 45 %. Zeitungen, soziale Netzwerke und Internetcafés tragen zur schnellen Ausbreitung digitaler Kommunikation bei, wobei das Stadt-Land-Gefälle fortbesteht. In rund 12.000 Verlagen erscheinen jährlich etwa 90.000 Titel in über 18 Sprachen. Indien ist der drittgrößte Markt für englischsprachige Publikationen; wichtige Buchmessen finden in Kolkata und Neu-Delhi statt.
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