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Diwali

Diwali (auch Divali) oder Dipavali (auch Deepavali), das Lichterfest, ist ein bedeutendes mehrtägiges hinduistisches Fest in Indien, Sri Lanka und Nepal und …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Bedeutung
  2. 2. Name und Zeitpunkt
  3. 3. Lichter und allgemeine Bräuche
  4. 4. Die fünf Festtage
  5. 5. Wirtschaft, Kritik und Kulturerbe

Überblick und Bedeutung

Diwali, auch Divali oder Dipavali/Deepavali genannt, ist das Lichterfest und ein bedeutendes mehrtägiges hinduistisches Fest. Es wird vor allem in Indien, Sri Lanka und Nepal gefeiert, außerdem in weiteren vom Hinduismus geprägten Ländern und in der indischen Diaspora, zum Beispiel in Malaysia, Mauritius, Suriname, Fidschi, Trinidad und Tobago, Singapur sowie in Südafrika. Wegen seiner religiösen und sozialen Bedeutung und seines fröhlichen Charakters wird es im Artikel mit Weihnachten verglichen; die Festnacht wird mit Silvester verglichen.

Die zentrale Symbolik der Lichter ist der Sieg des Lichts über die Dunkelheit, des Guten über das Böse, der Wahrheit über die Lüge und des Lebens über den Tod. Je nach Region dauert Diwali zwischen einem und fünf Tagen. Die Bräuche und mythologischen Bezüge unterscheiden sich stark zwischen den Teilen des indischen Subkontinents.

Für viele Hindus, besonders in Nordindien, erinnert Diwali an die Rückkehr des Gottes Rama mit seiner Frau Sita und seinem Bruder Lakshmana nach 14 Jahren Exil im Dschungel in seine Hauptstadt Ayodhya, wie es im Ramayana beschrieben wird. Weil es dunkel war, sollen die Menschen Öllampen entlang seines Weges entzündet haben. In Südindien wird Diwali dagegen oft mit Krishna verbunden, der den Dämonen Naraka besiegte und sechzehntausend gefangene Frauen befreite.

Diwali wird auch von anderen indischen Religionen gefeiert. Im Jainismus erinnert das Fest an den Eintritt Mahaviras ins Nirwana und Moksha. Im Sikhismus wird an Har Gobinds Sieg über Jahangir und seine Rückkehr nach Amritsar gedacht.

Name und Zeitpunkt

Der Name Dipavali kommt aus dem Sanskrit: दीपावलि dīpāvali bedeutet „Lichterkette“. Er setzt sich zusammen aus दीप dīpa, „Licht“, und आवलि āvali, „Reihe“. In nordindischen Sprachen wurde daraus die Form Diwali, zum Beispiel Hindi दीवाली dīvālī und Marathi दिवाळी divāḷī. In südindischen Sprachen ist eher die Form Dipavali üblich, zum Beispiel Tamil தீபாவளி tīpāvaḷi und Kannada ದೀಪಾವಳಿ dīpāvaḷi.

Diwali beginnt immer am 15. Tag des Hindumonats Kartik, also Ende Oktober oder Anfang November. Es findet 20 Tage nach Dashahara und zu Neumond statt. Weil der genaue Neumondzeitpunkt von geografischer Länge, Zeitzone und lokaler Uhrzeit abhängt, kann Diwali in Westindien, Europa oder Amerika einen Tag später gefeiert werden als in Ostindien. Das war laut Artikel 2003 und 2015 der Fall.

Die angegebenen Termine für die Jahre 2025 bis 2030 sind: 2025 Montag, 20. Oktober; 2026 Sonntag, 8. November; 2027 Freitag, 29. Oktober; 2028 Dienstag, 17. Oktober; 2029 Montag, 5. November; 2030 Samstag, 26. Oktober.

Lichter und allgemeine Bräuche

Das wichtigste sichtbare Element von Diwali sind die Lichter. Traditionell stellt man kleine Öllampen, sogenannte Diyas, an Fenster oder Eingänge. Sie sollen böse Geister abwehren. Manchmal werden Lampen in Bäume gehängt oder elektrische Kerzen auf Dächern platziert. Heute gehören auch elektrische Lichterketten dazu, die Wohnhäuser, Geschäfte und Straßen im ganzen Land erleuchten.

Eine Deutung dieses Brauchs lautet, dass die Lichter den Pitris, also den Geistern der Toten, den Weg in das Land der Seligkeit zeigen. In Bengalen in Ostindien gibt es Bräuche, die an das christliche Allerseelen erinnern: Dort wird zu Diwali die schwarze Göttin Kali verehrt, die den Tod und die Überwindung des Todes symbolisiert.

Schon Tage vor dem Fest werden auf Straßen Knallkörper und anderes Feuerwerk entzündet. Am Feiertag selbst gibt es überall Knallen und Krachen, ähnlich wie in Deutschland zu Silvester. Besonders beliebt sind Wunderkerzen.

Die fünf Festtage

Der erste Tag heißt Dhanwantari Triodasi, auch Dhantrayodashi. „Dhan“ bedeutet Reichtum. An diesem Tag räumt man das Haus auf und schmückt es. Viele Menschen kaufen neue Kleidung und Kochutensilien, außerdem Wertgegenstände und Schmuck, vor allem aus Gold oder Silber.

Der zweite Tag heißt Narak Chaturdasi, auch Kali Chaudas. Er gilt als der Tag, an dem Krishna den Dämon Narakasur besiegte. Zu den Ritualen gehört, dass Menschen vor Sonnenaufgang aufstehen und ein Bad nehmen, möglichst mit wohlriechendem Öl. Man zündet Öllämpchen an, schmückt das Haus mit besonderen Kolams, trägt meist neue Kleidung, besucht einander und schenkt Süßigkeiten. Am Abend werden Feuerwerk und Knallfrösche entzündet.

Der dritte Tag ist der Göttin Lakshmi geweiht und heißt Lakshmi Puja. In Nordindien gilt er als wichtigster Festtag. Die Lichter werden dort als Begrüßung für Lakshmi verstanden. Es heißt, sie kehre nicht in Wohnungen ein, vor denen keine Lichter stehen und die nicht aufgeräumt und gesäubert wurden. Auch für Ladenbesitzer ist dieser Tag wichtig: Sie reinigen und streichen ihre Geschäfte und legen neue Geschäftsbücher an. Für das kommende Jahr bitten sie Lakshmi um Erfolg. Lakshmi Puja gilt außerdem als günstiger Tag für Glücksspiele, weil Lakshmi das Glück selbst verkörpert. Viele Menschen nehmen zum Beispiel an einer Tombola teil oder gehen ins Kasino, um ein Omen für das kommende Jahr zu erhalten.

Der vierte Tag heißt Govardhan Puja, auch Balipratipada oder Padawa. An diesem Tag werden Krishna und Vishnu verehrt. Er gilt außerdem als erster Tag des neuen Jahres. Ehefrauen schwenken ein Tablett mit Lichtern segnend um den Kopf ihrer Ehemänner und tupfen ihnen danach einen Segenspunkt auf die Stirn.

Der fünfte und letzte Tag heißt Bhau Beej, auch Bhaiduj oder Bhayitika. Er ist ein Bruder-Schwester-Tag. Schwestern segnen ihre Brüder mit dem Licht, und beide versprechen, einander zu beschützen.

Wirtschaft, Kritik und Kulturerbe

Diwali hat auch eine starke wirtschaftliche Bedeutung. Ähnlich wie Weihnachten in westlichen Ländern christlicher Tradition ist Diwali teilweise zu einer Konsumveranstaltung geworden. Die Zeit um Diwali ist in indischen Großstädten eine Haupt-Einkaufssaison. Besonders viele Gold- und Juweliersarbeiten werden in dieser Zeit gekauft.

Diese Entwicklung wird kritisiert. Kritiker sagen, das Fest sei dadurch von einer stillen und spirituellen Feier zu einer lauten und bedeutungslosen kommerziellen Veranstaltung geworden. Ebenfalls kritisiert wird die starke Luftverschmutzung durch zahlreiche Feuerwerkskörper und brennende Öllampen. Sie führt regelmäßig dazu, dass in indischen Metropolen während der Diwali-Zeit die Feinstaub-Grenzwerte weit überschritten werden.

Im Jahr 2025 wurde Diwali von der UNESCO in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.

Lernvideos zu Diwali

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