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Außenhandelstheorie

Eine Außenhandelstheorie ist eine wirtschaftswissenschaftliche Theorie, die internationalen Handel und dessen Auswirkungen auf die beteiligten Akteure …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Was ist Außenhandelstheorie?
  2. 2. Merkantilismus
  3. 3. Absolute Kostenvorteile (Adam Smith)
  4. 4. Aussage und Grenzen von Smiths Theorie
  5. 5. Komparative Kostenvorteile (Ricardo-Modell)
  6. 6. Faktorenproportionstheorie (Heckscher-Ohlin)

Was ist Außenhandelstheorie?

Eine Außenhandelstheorie ist eine wirtschaftswissenschaftliche Theorie, die internationalen Handel und dessen Auswirkungen auf die beteiligten Akteure erklärt. Es gibt verschiedene einzelne Außenhandelstheorien, die man in klassische und neuere Theorien einteilen kann. Als wissenschaftliches Arbeitsgebiet ist die Außenhandelstheorie ein Teilgebiet der Außenwirtschaftstheorie.

Merkantilismus

Der Merkantilismus (von lat. Mercator = Kaufmann) bezeichnet die staatliche Wirtschaftspolitik zur Zeit des Absolutismus (17.–18. Jh.). Eingeführt wurde sie erstmals von Jean-Baptiste Colbert, dem Finanzminister Ludwigs XIV., weshalb sie auch Colbertismus genannt wird. Ziel war eine aktive Handelsbilanz: Der Wert der Exporte sollte den der Importe übersteigen, um über höheres Steuereinkommen die verschuldete Staatskasse zu füllen. Kernidee war, alle benötigten Güter im eigenen Land herzustellen, sodass höchstens Rohstoffe im Ausland gekauft werden mussten. Dazu wurden Maßnahmen ergriffen: (Aus-)Bau von Straßen, Kanälen, Häfen und Schiffen; Zuschüsse und Steuererleichterungen für produzierendes Gewerbe und inländische Unternehmer; Beseitigung der Binnenzölle; Vereinheitlichung der Maße sowie hohe Einfuhrzölle auf ausländische Fertigwaren. Hinzu kamen der Erwerb von Kolonien (teure Zwischenhändler bei der Rohstoffeinfuhr vermeiden, neue Absatzmärkte erschließen) und die Gründung von Manufakturen, in denen spezialisierte Handwerker durch Arbeitsteilung schneller und qualitativ hochwertiger produzierten. Da diese Maßnahmen die Wirtschaft gegen das Ausland abschirmten, führten sie zum Protektionismus.

Absolute Kostenvorteile (Adam Smith)

Die Theorie der absoluten Kostenvorteile wurde von Adam Smith 1776 in „An Inquiry into the Nature And Cause of the Wealth of Nations“ (deutscher Kurztitle: „Wohlstand der Nationen“) entwickelt. Sie ist der Grundbaustein der klassischen Außenhandelstheorie und steht im Gegensatz zum Merkantilismus, bei dem ein Land nur auf Kosten eines anderen Vorteile erreichen kann.

Aussage und Grenzen von Smiths Theorie

Nach Smith sollte sich jeder Staat auf die Produktion der Waren spezialisieren, die er billiger als andere Staaten herstellen kann, und diese gegen benötigte Waren im Ausland eintauschen. Diese Form der internationalen Arbeitsteilung bringt allen Ländern Vorteile: Sie erhalten mehr Güter als bei Selbstversorgung und werden wohlhabender. Voraussetzung ist u. a., dass auf Zölle und andere Handelshindernisse verzichtet wird. Schwäche: Die Theorie erklärt nur Handel zwischen Ländern mit absolutem Produktionsvorteil; Länder ohne solchen Vorteil wären vom Außenhandel ausgeschlossen. Warum auch diese Länder handeln sollten, erklärt David Ricardo mit den komparativen Kostenvorteilen, die Smiths Idee weiterentwickeln.

Komparative Kostenvorteile (Ricardo-Modell)

Die Theorie der komparativen Kostenvorteile besteht aus dem Ricardo-Modell und dem Heckscher-Ohlin-Theorem (auch Faktorproportionentheorem genannt). Grundgedanke des Ricardo-Modells: Relative Kostenunterschiede zwischen Ländern steuern den Handel.

Faktorenproportionstheorie (Heckscher-Ohlin)

Die Faktorenproportionstheorie (Heckscher-Ohlin-Modell) basiert auf der unterschiedlichen Ausstattung der Volkswirtschaften mit Kapital und Arbeitskräftepotenzial. Grundannahmen: Kapital und Arbeit sind nicht über Landesgrenzen hinweg verlagerbar, und Produktionstechnologien sind international frei verfügbar. Danach exportiert ein Land die Produkte, deren Herstellung den im Überschuss vorhandenen Faktor benötigt, und importiert die Produkte, für deren Herstellung der defizitäre Faktor nötig ist. Beispiel: Ein Land mit hohen Kapitalreserven exportiert technologisch hochentwickelte, kapitalintensive Produkte und importiert arbeitsintensive, technologisch einfachere Produkte. Der im Überschuss vorhandene Faktor gewinnt an Wert (hohe Nachfrage), der defizitäre verliert an Wert. Im Idealfall ergibt sich ein internationaler Ausgleich der Wertigkeit von Kapital und Arbeit – daher auch „Faktorenpreisausgleichstheorem“ genannt. Vorteil des Modells: Es erklärt die internationale Arbeitsteilung und zeigt deren Auswirkung auf den Welthandel. Nachteil: starre Grundannahmen – insbesondere sind Technologien, die Infrastruktur, Investitionssicherheit und qualifizierte Arbeitskräfte brauchen, nicht überall zu gleichen Kosten frei verfügbar.

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