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1525
1525 ist das zentrale Jahr des Deutschen Bauernkrieges. Nachdem es bereits 1524 erste Aufstände gegeben hat, kommt es unter Anführern wie Matern Feuerbacher, …
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Zentrales Jahr des Deutschen Bauernkriegs
1525 ist das zentrale Jahr des Deutschen Bauernkriegs, nachdem bereits 1524 erste Aufstände begonnen hatten. Bauern erhoben sich organisiert in zahlreichen Regionen gegen ihre Herrschaften. Zu ihren Führern gehörten Matern Feuerbacher, Wendel Hipler und Florian Geyer. Die Bauern forderten unter anderem religiöse Veränderungen, die Wahl eigener Pfarrer, die Nutzung von Holz und die Befreiung aus der Leibeigenschaft.
In Memmingen formulierte der Oberschwäbische Haufen am 20. März die Zwölf Artikel, die zusammen mit der Bundesordnung weit verbreitet wurden und im Artikel als erste Menschenrechte der Welt bezeichnet werden. Schon am 7. März hatten sich Baltringer Haufen, Seehaufen und Allgäuer Haufen zur Christlichen Vereinigung beziehungsweise Oberschwäbischen Eidgenossenschaft zusammengeschlossen. In Mühlhausen entstand am 17. März der Ewige Rat der Führer des Bauernheeres.
Der Aufstand scheiterte vor allem an der schlechteren Bewaffnung und militärischen Organisation der Bauern. Truppen des Schwäbischen Bundes unter Georg Truchsess von Waldburg-Zeil, genannt Bauernjörg, schlugen sie grausam nieder. Entscheidende Niederlagen waren Leipheim am 4. April, Böblingen am 12. Mai, Frankenhausen am 15. Mai, Königshofen am 2. Juni, Sulzdorf am 4. Juni und Pfeddersheim am 23./24. Juni. Bei Frankenhausen wurde Thomas Müntzer gefangen genommen, gefoltert und am 27. Mai mit Heinrich Pfeiffer hingerichtet. Jäcklein Rohrbach, der bei der Weinsberger Bluttat am 16. April beteiligt war, wurde am 21. Mai lebendig verbrannt.
Martin Luther stand den Bauern zunächst wohlwollend gegenüber, wandte sich nach den gewalttätigen Ausschreitungen jedoch ab. Am 5. Mai distanzierte er sich in Wider die Mordischen und Reubischen Rotten der Bawren von den Aufständischen. Florian Geyers straff organisierter Schwarzer Haufen konnte sich im Gegensatz zu vielen anderen Bauernheeren der vollständigen Vernichtung entziehen. Einen größeren Schlachterfolg erzielten die Salzburger Aufständischen am 3. Juli bei Schladming; am 31. August kam dort ein Kompromiss mit Fürsterzbischof Matthäus Lang von Wellenburg zustande.
Machtkämpfe in Europa und Übersee
In den Italienischen Kriegen kämpften Frankreich und Habsburg um die Vorherrschaft auf der Italienischen Halbinsel. Franz I. von Frankreich verbündete sich mit dem Kirchenstaat und belagerte Pavia mit einer Armee von 26.000 Söldnern. Ein habsburgisches Heer von 23.000 Mann unter Fernando Francesco d’Avalos di Pescara griff in der Nacht zum 23. Februar an. In der bis zum nächsten Tag dauernden Schlacht bei Pavia wurden die Franzosen entscheidend besiegt; Franz I. geriet in die Gefangenschaft Kaiser Karls V.
Luise von Savoyen übernahm während der Gefangenschaft ihres Sohnes die Regentschaft in Frankreich. Franz I. wurde am 19. Juni nach Barcelona und ab 20. Juli nach Madrid gebracht. Im Waffenstillstand von Toledo vom 11. August akzeptierte er den Großteil der habsburgischen Forderungen, verweigerte jedoch die Rückgabe Burgunds. Im Frieden von Moore vom 30. August verzichtete Heinrich VIII. auf einige Gebietsansprüche gegenüber Frankreich und erhielt dafür jährlich 20.000 Pfund; England sollte sich für die Freilassung Franz’ I. einsetzen.
Der Vertrag von Krakau vom 8. April beendete den jahrhundertelangen Konflikt zwischen Polen und dem Deutschordensstaat. Das Ordensgebiet wurde unter Albrecht von Brandenburg-Ansbach säkularisiert: Es entstand das Herzogtum Preußen als polnisches Lehen, und Albrecht wurde dessen erster Herzog. Kaiser und Papst erkannten den Vertrag nicht an; der Kaiser verhängte gegen Albrecht die Reichsacht.
Weitere wichtige Ereignisse waren die Hinrichtung des letzten Aztekenherrschers Cuauhtémoc durch Hernán Cortés am 28. Februar, die Gründung Trujillos als erster Hauptstadt Honduras am 18. Mai und der Beginn der Loaísa-Expedition am 24. Juli. Die Flotte aus sieben Schiffen sollte über die Südspitze Südamerikas einen Seeweg zu den Gewürzinseln finden. In China ließ Ming-Kaiser Jiajing zur Bekämpfung des Schmuggels nach Japan alle hochseetüchtigen Schiffe zerstören.
Reformation und Täuferbewegung
Die Reformation prägte 1525 viele Städte und Territorien. In Memmingen endete die Disputation vom 2. Januar mit einer Einigung. Nürnberg verbot am 21. April katholische Messen. Herzog Albrecht von Brandenburg-Ansbach führte am 6. Juli im Herzogtum Preußen offiziell die evangelisch-lutherische Konfession ein, und Reval wurde am 9. September durch eine lutherische Kirchenordnung formell protestantisch. Am 29. Oktober wurde in Wittenberg erstmals Martin Luthers Deutsche Messe gefeiert.
Die erste evangelische Ordination war am 14. Mai die Weihe Georg Rörers zum Diakon an der Stadtkirche Wittenberg. In Zürich nahm am 19. Juni die von Huldrych Zwingli gegründete Prophezei ihre Arbeit auf, eine Bibelschule mit Unterricht unter anderem in Griechisch und Hebräisch. Luther schrieb im Dezember De servo arbitrio gegen Erasmus von Rotterdam und dessen These De libero arbitrio. Zwingli verfasste Commentarius de vera et falsa religione, eine Darstellung seiner Theologie in Abgrenzung zur katholischen Tradition.
Die Täuferbewegung entstand im Konflikt über die Säuglingstaufe. Nach einer Disputation am 17. Januar erließ der Zürcher Rat am 18. und 21. Januar Mandate gegen Kindertaufverweigerer: Neugeborene sollten unverzüglich getauft werden, andernfalls drohte Landesverweisung; Konrad Grebel und Felix Manz durften nicht mehr gegen die Kindertaufe auftreten oder unterrichten. Sie ignorierten das Verbot. Am 21. Januar gründeten Grebel, Manz und Jörg Blaurock durch Gläubigentaufe die Täufergemeinde der Schweizer Brüder. Die Bewegung breitete sich von Zollikon aus weiter aus, wurde aber verfolgt: Eberli Bolt wurde am 29. Mai in Schwyz und Hans Krüsi am 27. Juli in Luzern auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Weitere Entwicklungen im Reich
Neben dem Bauernkrieg gab es weitere Unruhen und politische Gegenmaßnahmen. In Merseburg floh der katholische Bischof Adolf von Anhalt-Zerbst am 3. Mai wegen protestantischer Unruhen nach Leipzig. Nach einem Angriff auf die Domfreiheit wurden am 10. Juni vier Bürger und vier Bauern auf dem Merseburger Markt geköpft.
Am 19. Juli gründeten katholische norddeutsche Landesherren den Dessauer Bund. Er sollte Aufständen und der Ausbreitung von Martin Luthers Lehre entgegentreten, blieb jedoch auf das Fürstentum Anhalt-Dessau beschränkt. In Danzig erzwangen überwiegend einfache Bürger im Januar einen neuen Rat; evangelische Prediger wurden eingesetzt und Klöster verändert. König Johann III. von Portugal heiratete im Februar Katharina von Kastilien, die danach maßgeblichen Einfluss auf die portugiesische Politik ausübte.
Wirtschaft, Kultur und Folgen für Menschen
In Schwarzburg wurde der erste Bettlertaler geprägt. Die Heiligland-Karte in der Zürcher Bibel von 1525 gilt als erste in Zürich gedruckte Landkarte. Barthel Beham schuf nach seiner Verbannung aus Nürnberg den Kupferstich Der Welt Lauf / Schlafende Gerechtigkeit, ein frühes Beispiel moralkritischer Druckgrafik der Reformationszeit. Giovanni Antonio Bazzi, genannt Sodoma, begann Fresken aus dem Leben der Heiligen Katharina in San Domenico in Siena.
Am 13. Juni heiratete Martin Luther die ehemalige Zisterzienserin Katharina von Bora. Katastrophen waren der Große Stadtbrand von Görlitz am 12./13. Juni, bei dem 180 Häuser und damit etwa ein Drittel der Stadtbebauung verbrannten, sowie eine Sturmflut in Le Havre, bei der etwa 100 der rund 600 Einwohner starben.
Die Geburts- und Todeslisten nennen zahlreiche spätere Geistliche, Gelehrte, Herrscher, Künstler und Politiker. Zu den besonders mit den Ereignissen von 1525 verbundenen Verstorbenen gehören Bauernführer wie Thomas Müntzer, Heinrich Pfeiffer, Jäcklein Rohrbach, Hans Müller und Florian Geyer; außerdem starb am 30. Dezember der Kaufmann Jakob Fugger, „der Reiche“.