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Bauernkrieg 1525 - Als 100.000 Bauern gefallen sind (KI-Rekonstruktion)
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 55 Zeilen
- Süddeutschland, Frühjahr 1525. In Hunderten von Dörfern zwischen Schwaben, Franken und Thüringen geschieht dasselbe. Männer versammeln
- sich, Bauern, Handwerker, Bergleute. Sie tragen Sensen, Dreschflegel, erbeutete Schwerter. Sie wählen Anführer. Sie schreiben Forderungen auf und dann
- marschieren sie. In wenigen Wochen sind es zehntausende. Der größte Volksaufstand, den [musik] das heilige römische Reich je erlebt hatte. Warum
- eskaliert ein sozialer Protest zum blutigsten Aufstand der deutschen [musik] Geschichte? Und warum endet er nicht mit Reformen, sondern mit 100000
- Toten? Um das zu verstehen, muss man verstehen, was sich seit Jahrzehnten [musik] aufgestaut hatte. Der deutsche Bauer des
- späten Mittelalters lebte in einem System, das ihn von allen Seiten [musik] gleichzeitig auspresste. Der Grundherr verlangte Abgaben vom Boden. Die Kirche
- verlangte [musik] den Zehnten, ein Zehntel des Ertrags. Jedes Jahr unabhängig von der Ernte. Dazu kamen Fronddienste, Tage, an denen der Bauer
- nicht sein eigenes Feld bestellte, sondern das des Herrn. Jagdrechte lagen beim Adel, also frß das Wild der Herren die Felder der Bauern leer und kein
- Bauer durfte es töten. Gemeinschaftliche Wälder und Gewässer, auf die Dorfgemeinschaften seit Generationen angewiesen waren, wurden eingezäunt und
- privatisiert. Und wer sich beschwerte, wurde vor ein Gericht gestellt, das vom selben Adel besetzt war, gegen den er klagte. Kein plötzlicher Verfall, ein
- langsamer jahrzehntelanger Prozess der Entrechtung und er beschleunigte sich genau [musik] in dem Moment, als etwas anderes die Welt erschütterte. Martin
- Luther. 1517 schlug Luther seine Thesen an die Kirchentür von Wittenberg. Er sprach von der Freiheit eines Christenmenschen, von der Würde des
- einfachen Gläubigen, von einer Ordnung, die Gott selbst gesetzt hatte und die die Menschen verdorben hatten. Die Bauern hörten das und zogen ihre eigenen
- Schlüssel. Luther wollte die Kirche reformieren, nicht die Gesellschaft, nicht die Ordnung. Die Bauern machten daraus beides. Wenn die Kirche korrupt
- war, [musik] warum dann der zehnte? Wenn alle Menschen vor Gott gleich waren, warum dann die Leibeigenschaft? Wenn die Schrift die höchste Autorität war, warum
- dann die Willkür der Herren? Die Worte waren dieselben. Die Schlussfolgerungen waren es nicht. Im Sommer 1524 begannen die ersten Unruhen. Im Hegau,
- im Schwarzwald am Bodensee weigerten sich Bauern Fronddienste zu leisten. Lokale Aufstände schnell niedergedrückt, aber das Feuer war gelegt. Im Februar
- [musik] 1525 formulierten Vertreter aufständischer Gruppen in Memmingen die 12 Artikel. Ein Dokument, [musik]
- das in seiner Nüchternheit erschreckt. Keine Revolutionsretorik, keine Abschaffung der Obrigkeit. konkrete [musik] begründete Forderungen. Die
- Gemeinden sollen ihre Pfarrer selbst wählen. Die Leibeigenschaft soll enden, [musik] denn Christus hat alle Menschen mit seinem Blut erlöst. Wälder und
- Gewässer sollen der Gemeinschaft zurückgegeben werden. Die Fronddienste sollen auf ein erträgliches Maß beschränkt werden. Jede Forderung
- [musik] wurde mit Bibelstellen belegt. Kein Aufstand, ein Argument. Die zwölf Artikel [musik] verbreiteten sich in Wochen in ztausenden Druckemplaren. Die
- Druckerpresse als Waffe. Es war eines der meist gelesenen Dokumente des Jahrhunderts. [musik] In Städten, in Klöstern, an
- Fürstenhöfen. Jeder [musik] wusste, was die Bauern wollten und jeder musste sich entscheiden, was er damit tat. Luther las sie und er entschied sich. Er
- verurteilte [musik] beide Seiten, den Hochmut der Fürsten, ja, aber auch den Aufstand. Er schrieb: "Aufruh sei niemals [musik] gerecht, egal wie
- gerecht die Sache sei." Als das Blut floss, legte er nach einer Schrift, die aufrief, [musik] die mörderischen und räuberischen Rotten
- der Bauern zu töten, zu stechen, zu [räuspern] würgen. Die Bauern hatten auf Luther als moralische Stimme gehofft. Er wandte sich gegen sie. Es war einer der
- folgenreichsten Verrate der deutschen Geschichte. Nicht aus Bosheit, aus Überzeugung. Luther glaubte wirklich, dass Aufruh gegen die weltliche Ordnung
- Sünde war, unabhängig vom Anlaass, aber die Bauern, die in seinem Namen auf die Felder gezogen waren, sahen das anders und sie vergaßen es nicht. Aber im
- Frühjahr 1525 war das noch nicht entschieden. Im schwäbischen Bauern sammelten sich über 20.000 Mann. Klöster wurden besetzt,
- Schlösser niedergebrannt. [musik] In Franken rückte der Aufstand auf Würzburg vor. In Thüringen entstand ein drittes Zentrum. Mit einer anderen
- Stimme an seiner Spitze. Thomas Münzer. Wo Luther reformieren wollte, wollte Münzer umstürzen. Er predigte nicht die Verbesserung der Verhältnisse. Er
- predigte deren Ende, eine neue Ordnung, Gottgewollt und radikal, in der die Mächtigen gestürzt und die Armen erhöht werden. Er sammelte seine Leute in
- Mühlhausen, Bergleute, Handwerker, Bauern, das Reich Gottes auf Erden von Menschenhand errichtet. Ihm gegenüber standen die Fürsten. Der schwäbische
- Bund hatte Georg von Truchses zu Waldburg als Feldhauptmann. Ein erfahrener Militär, ausgebildete Söldner, Artillerie, Logistik. Er hatte
- keine Eile. Er wartete, ließ die Bauern sich erschöpfen, verhandelte dort, wo es nützte und griff dann zu. Am 12. April 1525
- vernichtete er das Baltringer Heer südlich von Ulm. Die Bauern hatten keine einheitliche Führung, keine Artillerie, keine Taktik. Was sie hatten, war Zahl
- und Entschlossenheit. Gegen ausgebildete Söldner und Kanonen reichte das nicht. [musik] Böblingen, Mai 1525.
- Das fränkische Bauernher wurde aufgerieben. Tausende Tote auf dem Schlachtfeld, hunderte hingerichtet danach und dann Frankenhausen. Am 15.
- Mai 1525 standen Münzers Thüringer Bauern auf einem Hügel vor der Stadt. [musik] Ihnen gegenüber das kombinierte Heer von
- Philip von Hessen und Herzog Georg von Sachsen. Gut ausgerüstet, zahlenmäßig überlegen, schwere Artillerie. Münzer soll seinen Männern versprochen haben,
- die Kanonenkugeln mit seinen Händen [musik] aufzufangen. Gott würde eingreifen. Am Himmel erschien ein Regenbogen. Die Bauern sahen darin ein
- Zeichen. Dann eröffneten die Kanonen das Feuer. Rund 5000 Bauern starben in wenigen Stunden. Die Überlebenden wurden in die Stadt verfolgt, niedergemacht.
- [musik] Münzer versteckte sich, wurde gefunden, gefoltert und enthauptet. Sein Kopf wurde auf einer Stange aufgestellt
- [musik] als Warnung, als Antwort auf alle, die nach ihm noch fragen würden. In den folgenden Wochen erloschen die letzten Herde des Aufstands. Im Elsas,
- in Tirol, in Salzburg, überall dasselbe Muster. Fürsten, die zunächst verhandelt hatten, griffen nun ohne Gnade zu. Die Zahlen sind schwer zu fassen. Historiker
- schätzen, dass zwischen [musik] 70.000 und 100.000 Menschen im deutschen Bauernkrieg ums Leben kamen. Die meisten nicht im Kampf, sondern danach.
- Hinrichtungen, Strafexpeditionen, niedergebrannte [musik] Dörfer. Die Zölf Artikel wurden für illegal erklärt. Die Leibeigenschaft in vielen Gebieten
- verschärft, die Rechte der Gemeinden beschnitten, die Herren hatten gewonnen und sie sorgten [musik] dafür, dass niemand vergaß, was es kostete, sich zu
- erheben. Münzer blieb in der Geschichte lange als Ketzer, als Fanatiker, als warnendes Beispiel. Jahrhunderte später druckte die DDR sein Gesicht auf die
- Banknote. Luther behielt sein Gewissen. [musik] Er schrieb: "Er bereue nichts." Und die Forderungen der zöf Artikel. [musik] Viele von ihnen setzten sich
- durch. Nicht durch Aufstand, sondern über Jahrhunderte, durch geduldigen [musik] Druck derer, die noch da waren. Das Ende der Leibeigenschaft, das Recht
- der [musik] Gemeinden auf Selbstbestimmung, die Begrenzung der Abgaben. Sie bekamen, was sie wollten, nur nicht sie selbst. Ein Frühjahr
- voller Hoffnung, ein Sommer voller Blut [musik] und danach nur eine Lektion, die die Sieger in jedes Dorf einmeißelten. Ordnung wird nicht verhandelt, [musik]
- sie wird durchgesetzt.
Zum Nachlesen
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