Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Zeittafel der Menschheitsgeschichte
Ausbreitung des Menschen seit der Steinzeit ; Jahr, Ereignis ; −2.600.000, Beginn der Altsteinzeit (Early Stone Age), erste Vertreter der Gattung Homo ; −1.000.
Inhalt5 Abschnitte
Zweck und Ordnung der Zeittafel
Die Zeittafel der Menschheitsgeschichte ist eine Übersicht zur Ausbreitung des Menschen und zur Menschheitsgeschichte von den Anfängen des modernen Menschen, Homo sapiens, bis heute. Sie verbindet zeitliche Orientierung mit räumlicher Zuordnung: Ereignisse der frühen Menschheitsgeschichte werden datiert, während die spätere Geschichte nach Kontinenten, Regionen und einzelnen Ländern gegliedert wird.
Für die Geschichtswissenschaft nennt die Übersicht verschiedene Zugänge zur Darstellung von Geschichte, darunter Geschichtsschreibung, Geschichte der Geschichtsschreibung und Weltgeschichte einschließlich Globalgeschichte. Eine wichtige Ordnung ist die Periodisierung, also die Einteilung der Geschichte in Zeitabschnitte. Genannt werden Ur- und Frühgeschichte, Steinzeit, Neolithische Revolution, erste Hochkulturen, Bronzezeit, Eisenzeit, griechisch-römische Antike, „Achsenzeit“, Mittelalter, Neuzeit mit Früher Neuzeit, „Sattelzeit“, Moderne und Zeitgeschichte. Als große Spezialgebiete erscheinen Kultur-, Sozial-, Politik-, Geistes-, Wirtschafts-, Rechts- und Militärgeschichte.
Ausbreitung und frühe Entwicklungen
Die Übersicht setzt bei der Altsteinzeit ein: Um −2.600.000 beginnen die Altsteinzeit (Early Stone Age) und die ersten Vertreter der Gattung Homo. Um −1.000.000 sind die ältesten Feuerstellen belegt, die zweifelsfrei von Homo erectus angelegt wurden. Um −300.000 entsteht der Homo sapiens in Afrika; dies wird als Übergang der Hominisation zum anatomisch modernen Menschen bezeichnet.
Es folgen mehrere Besiedelungsbewegungen: Die erste Siedlungswelle beginnt um −160.000, Menschen erreichen um −110.000 den Nahen Osten und um −60.000 Australien. Europa wird ab etwa −45.000 besiedelt; eine zweite Siedlungswelle nach Asien beginnt um −40.000. Amerika wird ab etwa −15.000 besiedelt. Um −1.500 beginnt eine zweite Besiedelungswelle Ozeaniens.
Wichtige Neuerungen der Sesshaftwerdung und Nahrungsproduktion fallen in die Zeit nach der letzten Ausbreitung: Erste Spuren der Neolithischen Revolution erscheinen um −18.000. Um −11.000 beginnt der Ackerbau im Fruchtbaren Halbmond, um −8.000 ist dort Getreideanbau nachweisbar. Ackerbau beginnt um −7.000 auch in Mittel- und Südamerika; gleichzeitig ist domestizierter Reis in China genannt. Die Domestizierung des Schweins beginnt um −8.500 und ist um −7.000 in Anatolien nachweisbar. Hunde sind im Doppelgrab von Oberkassel um −14.000 nachweislich domestiziert.
Weitere Beispiele sind die ältesten Spuren von Töpferei in Xianrendong und Diaotonghuan in China um −17.000, Keramikgefäße der Jōmon-Zeit in Japan um −13.000 und die Natufien-Kultur in der Levante um −12.000. Um −10.500 entstehen allmählich erste Hochkulturen in Mesopotamien. Die ältesten Zeugnisse einer von Ornamenten unterscheidbaren Schrift stammen von etwa −5.500. Um −4.000 beginnen klassische Hochkulturen und das Altertum; die Bronzezeit in Mesopotamien beginnt um −2.200, die Eisenzeit in Kleinasien um −1.700.
Geographische Einteilung
Die räumliche Übersicht verwendet die 6-Kontinente-Einteilung mit Asien, Afrika, Amerika, Antarktika, Europa und Australien/Ozeanien. Sie ordnet Geschichte sowohl großen Weltregionen als auch einzelnen Staaten und Teilräumen zu. Für Asien unterscheidet sie Nordasien, Zentralasien, Vorderasien beziehungsweise Westasien, Südasien, Ostasien und Südostasien; daneben verweist sie auf die Verteilung der Hochkulturen und den Alten Orient.
Für Afrika gliedert sie in Nordafrika und Subsahara-Afrika mit West-, Zentral-, Ost- und Südlichem Afrika. Für Amerika umfasst die Ordnung Nord-, Mittel- und Südamerika sowie die Westindischen Inseln beziehungsweise die Karibik. Antarktika wird vor allem über die Geschichte Südgeorgiens und der Südlichen Sandwichinseln, die Entdeckung und Besiedlung der Südlichen Shetlandinseln sowie Antarktisexpeditionen erfasst.
Asien, Afrika und Amerika
Die Asienübersicht reicht von Sibirien und Russland über Zentralasien und den Alten Orient bis zu Iran, Afghanistan, Pakistan, Indien, Tibet, Nepal, Bhutan, Bangladesch, Sri Lanka und den Malediven. Für Ostasien werden Mongolei, China, Japan, Korea und Taiwan, für Südostasien unter anderem Myanmar, Thailand, Kambodscha, Vietnam, Philippinen, Malaysia, Indonesien, Osttimor und Brunei genannt. Wichtige Themenfelder sind unter anderem die historische Entwicklung des Alten Orients, die Indus-Kultur, das Mogulreich, Britisch-Indien und die Entwicklung Indiens seit der Unabhängigkeit.
Die Afrikaübersicht verbindet die Geschichte des Mittelmeerraums mit Nordafrika, etwa dem Karthagischen Reich, der römischen Provinz Africa, dem Alten Ägypten und dem Reich von Kusch, sowie mit zahlreichen Teilen Subsahara-Afrikas. Sie ordnet Westafrika, Zentralafrika, Ostafrika und das südliche Afrika einzelnen Ländern und Gebieten zu.
Für Amerika nennt die Übersicht als übergreifende Themen die Besiedlung Amerikas, die Entdeckung Amerikas 1492 und die Dekolonisierung Amerikas. Nordamerika umfasst unter anderem die Geschichte der First Nations, Alaskas, Kanadas, der Vereinigten Staaten und Mexikos. Mittelamerika wird mit Mesoamerika und präkolumbischer Chronologie verbunden, die Karibik mit der Geschichte und Entdeckung der Westindischen Inseln. Südamerika wird über Länder wie Kolumbien, Peru, Brasilien, Chile, Argentinien und weitere Staaten erschlossen.
Europa sowie Australien und Ozeanien
Europa wird in Nord-, West-, Mittel-, Ost- und Südeuropa sowie Südosteuropa/Balkan gegliedert. Die Übersicht verweist unter anderem auf die europäische Expansion, die Geschichte der Britischen Inseln, Frankreichs, Deutschlands, Polens, Österreichs, Russlands, Italiens und Spaniens. Für Südosteuropa verbindet sie Vorgeschichte und Antike, etwa die helladischen Perioden, das antike Griechenland und die minoische Kultur, mit der Geschichte heutiger Balkanländer.
Australien und besonders die Inseln des Pazifischen Ozeans wurden laut Übersicht im Verlauf der Menschheitsgeschichte zuletzt besiedelt. Deshalb hätten sie keine umfangreiche Vorgeschichte; die Geschichtsschreibung setze meist erst mit ihrer Entdeckung im Verlauf der Europäischen Expansion ein. Die Gliederung umfasst Geschichte Australiens und Ozeaniens sowie Mikronesien, Melanesien und Polynesien, darunter Neuguinea, die Salomonen-Inseln, Vanuatu und Neuseeland.