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Zahlwort

adjektivisches Zahlwort, quantifiziertes Adjektiv ~ Zahladjektiv, Numeraladjektiv, sechs, (der) zweite, dreimalig, viererlei das meiste, die vielen, die …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Einteilung
  2. 2. Grundzahlwörter
  3. 3. Schreibung und Bildung von Kardinalzahlen
  4. 4. Ordnungszahlen
  5. 5. Weitere bestimmte Zahlwortarten
  6. 6. Bruchzahlen, unbestimmte Zahlwörter und Substantivierung

Begriff und Einteilung

Ein Zahlwort oder Numerale ist in der Sprachwissenschaft ein Wort mit Zahlenbezug. Im engeren Sinne bedeutet Zahlwort dasselbe wie Zahlenwort und bezeichnet bestimmte Nomen, zum Beispiel Ordnungszahlwörter und adjektivische Grundzahlwörter. Im weitesten Sinne gehören alle Wörter dazu, die einen Bezug zu Zahlen haben. Die Dudengrammatik zählt allerdings auch die Kardinalzahlen zu den Adjektiven.

Nach ihrer Bedeutung unterscheidet man mehrere semantische Kategorien: Grundzahlwörter oder Kardinalia nennen eine Anzahl, etwa eins, zwei, drei oder hundertdreiundfünfzig. Ordnungszahlwörter oder Ordinalia ordnen etwas in einer Reihenfolge, etwa der erste, zweite, dritte. Wiederholungszahlwörter oder Iterativzahlen geben an, wie oft etwas geschieht, etwa einmal oder zweimal. Vervielfältigungszahlwörter oder Multiplikativa bezeichnen eine Vervielfachung, etwa einfach oder zweifach. Weitere Gruppen sind Verteilungszahlwörter wie je ein, je zwei, Gattungszahlen wie einerlei, Sammelzahlen wie Dutzend oder Gros, Bruchzahlen wie ein Drittel oder Viertel, Gesellschaftszahlen wie zu zweit oder zu dritt sowie Folgezahlen wie erstens, zweitens, drittens.

Nach ihrer syntaktischen Verwendung können Zahlwörter zum Beispiel adjektivisch, adverbial oder substantivisch auftreten. Adjektivische Zahlwörter stehen wie Eigenschaftswörter bei einem Substantiv, etwa sechs, der zweite oder viererlei. Adverbialische Zahlwörter bestimmen eine Handlung näher, etwa fünfmal oder drittens. Zahlsubstantive sind Wörter wie Million, Hundert oder Dutzend. Der Artikel weist darauf hin, dass der Abschnitt zu den syntaktischen Kategorien überarbeitungsbedürftig ist.

Grundzahlwörter

Grundzahlwörter, auch Grundzahlen, Kardinalzahlen oder Kardinalia genannt, sind die grundlegenden Zahlwörter. Sie nennen eine Anzahl, zum Beispiel eins, zwei, zwölf, siebzehn oder hundertdreiundfünfzig.

Das Zahlwort eins wird nach Kasus, also Fall, und Genus, also grammatischem Geschlecht, dekliniert: ein Mann, eine Frau, ein Kind stehen im Nominativ; das Kleid einer Frau im Genitiv; gib einem Gedanken Raum im Dativ; Ich gebe dir einen Apfel im Akkusativ.

Zwei und drei werden, wenn sie sich auf ein Substantiv beziehen, nur im Genitiv dekliniert, und auch nur dann, wenn der Fall nicht schon am vorangehenden Wort erkennbar ist: der Hut zweier Männer, das Kleid dreier Schwestern, aber das Kleid meiner drei Schwestern. Der Artikel markiert diese Aussage als nicht ausreichend belegt. Nicht-Zahlwörter, die als Zählwörter oder Numeralklassifikatoren dienen, werden dagegen nicht dekliniert: ein Mann, zwei Mann; ein Stück, zwei Stück.

In der militärischen Kommandosprache und bei deutschsprachigen Zahlensendern wird wegen möglicher Verwechslung zwei durch zwo ersetzt: eins, zwo, drei. Zahlensender verwenden zur besseren Verständlichkeit außerdem fünef und neugen statt fünf und neun.

Schreibung und Bildung von Kardinalzahlen

Wenn Zahlen in Buchstaben geschrieben werden, schreibt man sie unter einer Million zusammen und klein. Beispiel: 1972 wird eintausendneunhundertzweiundsiebzig oder neunzehnhundertzweiundsiebzig geschrieben.

Zahlen über einer Million schreibt man getrennt, und das Zahlwort Million, Milliarde usw. wird großgeschrieben. Beispiel: 2.130.419 heißt zwei Millionen einhundertdreißigtausendvierhundertneunzehn.

Bei Beträgen oder Zahlen mit Dezimalstellen wird der Teil nach dem Komma durch ein Komma abgetrennt; die Ziffern nach dem Komma werden einzeln gesprochen. Die ausdrückliche Nennung des Kommas ist freigestellt: 752,89 kann siebenhundertzweiundfünfzig (Komma) achtneun lauten. Bei Währungen wird das Komma nicht genannt, wenn die Währungseinheit genannt wird; das Wort Cent kann genannt werden: 752,89 € heißt siebenhundertzweiundfünfzig Euro neunundachtzig (Cent).

Bei Zusammensetzungen aus Zehnern und Einern steht im Deutschen zuerst der Einer, dann und, dann der Zehner: einundzwanzig für 21, neunundneunzig für 99.

Ordnungszahlen

Ordnungszahlwörter, auch Ordnungszahlen, Ordinalzahlen oder Ordinalia genannt, bilden Reihenfolgen. Im Deutschen werden Ordinalzahlen unter zwanzig meist aus der Kardinalzahl und der Endung -te gebildet. Bei eins, drei, sieben und acht gibt es Sonderformen: der erste Ritter, der zweite Platz, mein drittes Huhn, das vierte Auto, die fünfte Prüfung, der sechste Treffer, der siebte Sinn, das achte Lebensjahr. Ab zwanzig bis hundert erhalten sie die Endung -ste, zum Beispiel der zwanzigste Teilnehmer, der einunddreißigste Dezember, mein achtundfünfzigster Geburtstag. Danach tritt wieder -te auf, zum Beispiel der hundertneunte Vorfall, zuweilen auch einhundertneunte.

Ordnungszahlen können auch adverbial verwendet werden: erstens, zweitens, drittens. Diese Formen können auch Bedeutungen wie zuerst oder zuallererst haben.

In der Schrift können Ordinalzahlen als Wort oder als Zahlform erscheinen. Im Deutschen setzt man heute zur Unterscheidung von Kardinalzahlen einen Punkt hinter die Zahl: der 3. Oktober bedeutet der dritte Oktober. In anderen Sprachen gibt es andere Ordinalzeichen, etwa im Englischen 1st, 2nd, 3rd, 4th für first, second, third, fourth.

Ordnungszahlen werden ähnlich wie normale Adjektive dekliniert: am ersten Mai, ein erster Anfang, die ersten Blüten.

Weitere bestimmte Zahlwortarten

Wiederholungszahlwörter entstehen, wenn an eine Kardinalzahl das Suffix -mal angehängt wird. Sie sind Adverbien und antworten auf die Frage wie viel Mal?: einmal, viermal, zwölfmal. Es gibt bestimmte Wiederholungszahlwörter wie einmal und viermal sowie unbestimmte wie manchmal, mehrmals und vielmals. Getrenntschreibung ist erlaubt, wenn das Numerale mehrgliedrig ist, etwa drei Millionen Mal, wenn eine Beugung vorliegt, etwa hunderte Male, oder zur Betonung, etwa drei Mal. Mit zusätzlichem -ig entsteht ein Adjektiv: einmalig.

Vervielfältigungszahlwörter oder Multiplikativa sind zum Beispiel zweifach und vierfach sowie unbestimmte Formen wie mehrfach und vielfach. Für zweifach gibt es auch doppelt und die veraltete Form zwiefach. Die alte Form auf -falt lebt nur noch in Wörtern wie Dreifaltigkeit, Vielfalt und mannigfaltig weiter; bei einfältig ist der Zahlenaspekt verloren gegangen.

Verteilungszahlwörter, also Distributiva, werden im Deutschen nicht durch eigene Einzelwörter gebildet, sondern mit je umschrieben: je eines, je zwei, je drei. Ähnlich funktionieren einzeln und einzig sowie paarweise und paarig. Formen wie zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten verbinden ordnenden und verteilenden Sinn; zum einen, zum anderen sind unbestimmte Formen.

Gattungszahlen bezeichnen eine Anzahl verschiedener Arten und werden im Deutschen mit -(er)lei gebildet: einerlei, zweierlei, dreierlei. Einerlei hat heute stark die nicht-numerale Bedeutung gleichgültig; der Zahlenaspekt ist veraltend. Unbestimmte Formen sind mehrerlei, mancherlei, vielerlei, allerlei sowie hunderterlei und tausenderlei in unbestimmtem Sinn.

Gesellschaftszahlen drücken Zusammengehörigkeit aus. Beide ist ein Rest eines westgermanischen Duals und wird meist wie ein Adjektiv dekliniert: seine beiden Eltern, in beider Namen. Sonst bildet man solche Ausdrücke mit zu und -t: zu zweit, zu dritt, zu viert. Altertümlich sind zu zweien, selbander und selbdritt.

Bruchzahlen, unbestimmte Zahlwörter und Substantivierung

Bruchzahlen oder Partitiva bestehen aus Zähler und Nenner. Der Zähler ist eine Kardinalzahl. Der Nenner wird vom Stamm der zugehörigen Ordinalzahl abgeleitet, wobei faktisch das Suffix -el angehängt wird: dritt- + -el = Drittel, viert- + -el = Viertel. Ausnahmen sind 1 und 2 als Nenner: Eintel und selten Zweitel kommen vor allem in mathematischen Ausdrücken vor. Im Alltag verwendet man ganz und halb; 1/2 heißt auch ein halb. Der Zähler 1 wird als ein wiedergegeben.

Der Nenner wird kleingeschrieben, wenn er vor einer Maßeinheit attributiv gebraucht wird: drei achtel Liter, drei viertel Stunden. Möglich sind Zusammensetzungen wie drei Achtelliter, drei Viertelstunden und eine Dreiviertelstunde. In Uhrzeitangaben wird der Nenner ebenfalls klein geschrieben, wenn er direkt vor einer Kardinalzahl steht: viertel acht. Sonst wird der Nenner substantiviert und großgeschrieben: zwei Drittel der Anwesenden stimmten für den Vorschlag. Die Gleichung 2/3 · 2 = 4/3 lautet in Worten: zwei Drittel mal zwei gleich vier Drittel. Gemischte Zahlen aus einer natürlichen Zahl und einer Bruchzahl werden zusammengeschrieben, zum Beispiel 2 1/4 als zwei(und)einviertel. Neben anderthalb für eineinhalb nennt der Artikel alte, nicht mehr gebräuchliche Formen: dritthalb = 2 1/2 und vierthalb = 3 1/2.

Unbestimmte Zahlwörter oder Indefinite Numeralia nennen keine genaue Anzahl, sondern beschreiben Art und Größe einer Menge. Sie heißen auch Quantoren oder Mengenwörter. Dazu gehören Indefinitpronomen wie alle, viele, mehrere, manche, einige und wenige: einige Ritter, manche Hühner, mehrere Täter, alle Menschen, eine ganze Stadt, etliche Besucher. Ein paar Sachen ist unbestimmt und steht im Gegensatz zum bestimmten Zahlwort Paar. Umgangssprachlich wird statt alle auch ganz verwendet: die ganzen Menschen statt standardsprachlich alle Menschen.

Bei der Substantivierung bleiben Grundzahlwörter unter einer Million wie eins, zwei, drei meist kleingeschrieben, auch wenn sie formale Merkmale eines Substantivs haben: auf allen vieren, Division durch null, Die einzige gerade Primzahl ist zwei. Großschreibung gilt bei substantivischer Verwendung mit abweichender Bedeutung: die römische Fünf, die Ziffer Acht, die Note Zwei plus. Das deutschländische Standarddeutsch behandelt substantivierte Zahlwörter als feminin, etwa die Zwei; das österreichische Standarddeutsch behandelt sie ausschließlich maskulin, etwa der Zweier. Unbestimmte Zahlwörter wie viele, wenige, eine und andere können großgeschrieben werden, wenn der substantivische Gebrauch betont werden soll: Er sprach mit vielen/Vielen; Die einen/Einen sagen dies, die anderen/Anderen sagen das.

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