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Zwei
Die Zwei (2) ist die natürliche Zahl zwischen eins und drei. Sie ist sowohl die einzige gerade als auch die erste Primzahl. Im Sprechfunk ist es üblich, …
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Grundbegriff und mathematische Bedeutung
Die Zwei (2) ist die natürliche Zahl zwischen eins und drei. Sie ist positiv, gerade und zugleich die erste sowie einzige gerade Primzahl. Ihre Teiler sind 1 und 2. Als Primzahl ist sie nur durch 1 und sich selbst ohne Rest teilbar.
Multipliziert man eine Zahl mit 2, erhält man ihr Doppeltes; teilt man sie durch 2, erhält man ihre Hälfte. Eine ganze Zahl heißt gerade, wenn sie ohne Rest durch 2 teilbar ist, sonst ungerade. In Zahlensystemen mit gerader Basis, etwa im Dezimal- oder Hexadezimalsystem, erkennt man die Teilbarkeit durch 2 an der letzten Ziffer: Ist sie gerade, ist die ganze Zahl gerade.
Das Dualsystem, auch Binär- oder Zweiersystem, benutzt nur zwei Ziffern zur Zahlendarstellung. Gottfried Wilhelm Leibniz entdeckte es; mit der Digitaltechnik wurde es besonders verbreitet und ist neben dem Dezimalsystem ein wichtiges Zahlensystem. Zwei ist außerdem die dritte Zahl der Fibonacci-Folge und eine Størmer-Zahl. Geometrische Beispiele sind: Ein Kegel hat zwei Flächen, ein Zylinder zwei Kanten.
Zahlwort, Dual und Zahlzeichen
Die Zahl zwei besitzt offenbar in allen gesprochenen Sprachen ein eigenes Wort. Einige Gemeinschaften verwenden jedoch nur eigene Wortstämme für 1 und 2, aus denen sie 3 bis 6 zusammensetzen; größere Zahlen heißen dort „viel“. Für Pirahã werden Sprachen ohne Zahlen genannt.
Im heutigen Deutschen lautet die Kardinalzahl meist „zwei“. Im Sprechfunk wird häufig „zwo“ verwendet, damit die Zahl bei schlechter Übertragung nicht mit „drei“ verwechselt wird; dies gilt etwa bei Feuerwehren, im Alltag der Bundeswehr, des Bundesheers und der Schweizer Armee sowie teils bei Bahndurchsagen. Die Ordnungszahl ist „der zweite“, die Multiplikativformen sind „zweifach“, „zwiefach“ und „doppelt“. Das Präfix „zwie-“ drückt Zweiheit aus, etwa in Zwieback oder Zwiespalt.
Früher unterschied das Hochdeutsche bei zwei grammatische Geschlechter, etwa „zween“, „zwo“ und „zwei“. Diese Beugung ist heute fast vollständig veraltet; erhalten sind vor allem Formen wie der Genitiv „zweier“. „Beide“ bezeichnet zwei Dinge, die eine Einheit oder ein Paar bilden, und wird wie ein Adjektiv dekliniert. Viele Sprachen besitzen oder besaßen außerdem den Dual, einen eigenen Numerus für genau zwei. Beispiele indogermanischer Sprachen, die ihn noch ausdrücken, sind Slowenisch und Sorbisch.
Bei Gegenständen aus zwei gleichen Hälften verwenden Englisch und Französisch oft nur Pluralformen, zum Beispiel eyeglasses oder lunettes. Deutsch behandelt „Brille“ dagegen als Einheit und kann sagen: „eine Brille, zwei Brillen“. Regional kommt auch „(ein Paar) Hosen“ neben „Hose“ vor.
Die arabische Ziffer 2 geht auf die indische Brahmi-Schrift zurück, in der zwei horizontale Linien standen. Über Gupta-, Nagari- und arabische Ghubar-Schrift entwickelte sich daraus die heutige Form. Die römische Schreibweise ist II; chinesische Varianten sind 二, 弍, 贰 und 貳.
Zwei in den Naturwissenschaften
In der Astronomie werden Zeiträume und Himmelsbereiche häufig paarweise unterschieden: Tag und Nacht, zunehmender und abnehmender Mond, Ost- und Westhimmel sowie Nord- und Südhimmel. Die Erde besitzt Nordpol und Südpol. Venus ist der zweite Planet des Sonnensystems, Mars hat die zwei Monde Phobos und Deimos, Pallas trägt die Nummer 2, und Messier 2 (M 2) ist ein Kugelsternhaufen im Wassermann. Die meisten Sterne bilden Doppelsternsysteme, also Binärsysteme.
Biologisch gehören alle Wirbeltiere einschließlich des Menschen zu den Bilateria. Ihre Körper sind spiegelsymmetrisch aufgebaut; deshalb kommen viele Organe paarweise vor und Begriffe wie links und rechts sind von dieser Symmetrie geprägt. Fast alle Lebewesen höherer Organisationsstufen pflanzen sich zweigeschlechtlich fort. Der Artikel nennt die Einteilung in Mann und Frau als prägend für Selbstwahrnehmung und Selbstbewusstsein des Menschen.
In der Chemie hat Helium die Ordnungszahl 2. Sein Kern enthält zwei Protonen; ein neutrales Heliumatom hat ebenso zwei Elektronen, welche die Elektronenschale vollständig besetzen. Atomkerne aller Isotope außer Protium bestehen aus Protonen und Neutronen. Beryllium, Magnesium, Calcium, Strontium, Barium und Radium gehören zur zweiten Hauptgruppe, den Erdalkalimetallen. Die römische Zahl II bezeichnet bei Verbindungen eine Oxidationszahl, etwa in Kupfer(II)-oxid (CuO). Zweiwertige Alkohole heißen Diole; Ethylenglycol und Propylenglycol sind Beispiele. Das Präfix „Di“ zeigt in systematischen Namen an, dass eine Einheit zweimal vorkommt.
In der Physik ist 2 eine magische Zahl von Atomkernen: Solche Neutronen- oder Protonenzahlen führen im Grundzustand zu höherer Stabilität. Die positive Protonenladung im Kern und die negative Elektronenladung der Hülle gleichen sich aus. Mesonen bestehen aus zwei Quarks.
Paare, Gegensätze und Religion
Zwei Elemente, die zusammen eine Einheit bilden, heißen Paar. Entgegengesetzte oder sich ausschließende Elemente bilden ein Gegensatzpaar beziehungsweise eine Polarität. Um etwas zu unterscheiden oder zu klassifizieren, müssen mindestens zwei unterscheidbare Eigenschaften vorhanden sein. Die Logik kennt das Prinzip der Zweiwertigkeit: Ein Sachverhalt erhält den Wahrheitswert wahr oder falsch. In der Ethik ist Gut und Böse ein Gegensatzpaar. Die Hegelsche Dialektik stellt These und Antithese gegenüber und vereint sie anschließend in einer Synthese. Im Daoismus steht das Taiji mit Yin und Yang für eine Polarität, die den Kosmos bestimmt.
In Mythologie und Literatur erscheinen häufig Brüder-, Schwestern- oder gemischte Geschwisterpaare. Genannt werden Kain und Abel, Romulus und Remus, die Dioskuren, Gold- und Pechmarie, Artemis und Apollon sowie Hänsel und Gretel. Wiederkehrende Motive sind Streit, Ähnlichkeit von Zwillingen und teils Inzest.
Im Christentum ist die Bibel in Altes und Neues Testament geteilt. Am zweiten Schöpfungstag trennt Gott nach dem Artikel das Wasser des Himmels von dem Wasser der Erde. Mose erhält zwei Tafeln mit den Zehn Geboten; Adam und Eva gelten im Christentum, Islam und Judentum als die ersten beiden Menschen. Die Zweinaturenlehre beschreibt Jesus Christus als zugleich göttlich und menschlich.
Zeit und Alltagsbezüge
Das Jahr 2 ist das zweite Jahr der Zeitrechnung nach Jesus Christus. Februar ist der zweite Monat, Dienstag der zweite Wochentag. „2 Uhr“ kann 2:00 oder 14:00 bedeuten.
Die Schulnote 2 bedeutet in Deutschland und Österreich „gut“. Ein Fußballspiel hat zwei Halbzeiten; Fahrräder und Motorräder zwei Reifen. Der Artikel nennt zwei Weltkriege, den Ersten Weltkrieg (1914–1918) und den Zweiten Weltkrieg (1939–1945), sowie im Kalten Krieg zwei Konfliktparteien: die westliche Welt unter den Vereinigten Staaten und die östliche Welt unter der Sowjetunion.