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Plural
Der englische Plural auf -(e)s ist eine Weiterentwicklung dieses skandinavischen Plurals. Vergleiche hierzu das Wort für den „Arm“: Niederländisch: arm …
Inhalt6 Abschnitte
Grundbegriff und deutsche Kongruenz
Der Plural ist der grammatische Fachausdruck für die Mehrzahl. Er steht dem Singular, der Einzahl, gegenüber. Der Plural eines Substantivs bezeichnet normalerweise eine Menge von Gegenständen oder Individuen, die größer als eins ist. Bei nicht-zählbaren Dingen fehlt häufig ein Plural, oder die Pluralform hat eine besondere Funktion, zum Beispiel einen poetischen Plural.
Im Deutschen betrifft der Plural nicht nur die Bedeutung eines Substantivs, sondern auch die grammatische Übereinstimmung, die Kongruenz. Kongruenz bedeutet, dass zusammengehörige Wörter in Merkmalen wie Singular oder Plural zusammenpassen. Beispiele sind Subjekt und Prädikat: „Sie fahren.“ Auch Artikel und Adjektive richten sich nach dem Substantiv: „die großen Seen“. Wenn mehrere im Singular stehende Nomen mit „und“ verbunden sind, steht das Verb im Plural: „Mutti und Vati fahren.“ Bei gemischten Numeri eines Subjekts kann ebenfalls der Plural am Verb stehen: „Die Schüler oder der Lehrer betreten das Klassenzimmer.“
Artikel, Substantive und Genus
Der bestimmte Artikel hat im Singular verschiedene Formen für die drei Genera: „der“, „die“, „das“. Im Plural gibt es die Einheitsform „die“. Dadurch ist bei maskulinen und neutralen Substantiven in bestimmter Verwendung schon am Artikel erkennbar, ob Singular oder Plural gemeint ist: „der Wagen“ – „die Wagen“, „das Messer“ – „die Messer“.
Der unbestimmte Artikel „ein-“ hat normalerweise keine Pluralform: „ein Stuhl“ – „Stühle“. Zur Hervorhebung der Unbestimmtheit kann „einige“ verwendet werden: „ein Stuhl“ – „einige Stühle“. Bei „kein“ sind Singular und Plural möglich: „kein Stuhl“ / „keine Stühle“. Der unbestimmte Artikel hängt außerdem mit dem Zahlwort „eins“ zusammen; entsprechend stehen andere Kardinalzahlen mit Pluralformen: „zwei Stühle“.
Bei Substantiven ist die deutsche Pluralbildung vielfältig und oft nicht sicher aus Genus oder Lautform vorhersagbar. Es gibt additive Pluralsuffixe wie „-e“, „-er“, „-(e)n“ und „-s“, modifikatorische Mittel wie den Umlaut („der Magen“ – „die Mägen“) und morphosyntaktische Mittel wie die Artikelunterscheidung beim Nullplural („der Wagen“ – „die Wagen“). Jacob Grimm stellte als allgemeine Tendenz fest: Maskulina erhalten oft „-e“, Neutra oft „-er“, Feminina oft „-(e)n“. Diese Verteilung ist aber nicht als sichere Regel verwendbar; nur die Wahl zwischen „-n“ und „-en“ ist phonetisch bedingt.
Wichtige Pluralmuster im Deutschen
Der e-Plural ist typisch für das Deutsche, aber ungleich verteilt. Über 200 maskuline Erbwörter bilden ihn, dazu etwa 60 Neutra und 40 Feminina. Feminina zeigen dabei, wo möglich, immer Umlaut, zum Beispiel „die Kuh“ – „die Kühe“. Bei Maskulina und Neutra ist der Umlaut unregelmäßig: „der Hund“ – „die Hunde“, aber „der Ball“ – „die Bälle“. Maskuline Deverbativa bilden, wo möglich, regelmäßig Umlaut: „der Fall“ – „die Fälle“, „der Flug“ – „die Flüge“.
Der n-Plural kommt besonders häufig bei Feminina vor, etwa bei Wörtern auf „-e“, „-el“ oder „-er“: „die Erbse“ – „die Erbsen“, „die Leiter“ – „die Leitern“. Wörter ohne solche Endungen bilden oft „-en“: „die Frau“ – „die Frauen“, „die Tat“ – „die Taten“. Personenbezeichnungen auf „-in“ bilden „-innen“ mit Auslautverdoppelung: „Fahrerinnen“, „Professorinnen“. Auch viele Abstrakta auf „-ung“, „-heit“, „-keit“ und „-igkeit“ sowie Fremdwörter auf „-ion“ und „-tät“ bilden „-en“: „Erklärungen“, „Freiheiten“, „Universitäten“. Einige belebte Maskulina bilden ebenfalls n-Plural, zum Beispiel „der Mensch“ – „die Menschen“.
Der r-Plural betrifft heute etwa ein Dutzend Maskulina und mehrere Dutzend Neutra; wo möglich, tritt immer Umlaut ein. Beispiele sind „der Mann“ – „die Männer“, „das Kind“ – „die Kinder“, „das Haus“ – „die Häuser“. Feminine r-Plurale sind im Standarddeutschen nicht belegt.
Der s-Plural gehört heute zum Standard. Er steht oft bei Akronymen, vielen Fremdwörtern, Wörtern englischer oder französischer Herkunft, Satzkomposita und Substantiven auf andere Vokale als abgeschwächtes „e“: „CDs“, „Pkws“, „Akkus“, „Jobs“, „Handys“, „Omas“, „Kinos“, „Cafés“. Außerdem kennzeichnet er Gruppen gleichen Familiennamens: „die Müllers“ für mehrere Mitglieder der Familie Müller.
Beim Nullplural ist der Plural endungslos und formgleich mit dem Singular, besonders bei vielen Maskulina und Neutra auf „-el“, „-en“ oder „-er“: „der Gürtel“ – „die Gürtel“, „der Kuchen“ – „die Kuchen“, „das Messer“ – „die Messer“. Viele Personenbezeichnungen auf „-er“ gehören dazu: „der Fahrer“ – „die Fahrer“. Reine Umlautplurale unterscheiden Singular und Plural nur durch Umlaut: „der Apfel“ – „die Äpfel“, „der Vater“ – „die Väter“, „die Mutter“ – „die Mütter“. Beim kombinierten Umlautplural kommt Umlaut zusammen mit einer Endung vor, besonders bei Maskulina mit e-Plural und Neutra mit r-Plural; beim n-Plural und beim s-Plural tritt er grundsätzlich nicht auf.
Sonderfälle, Fremdwörter und Komposita
Manche Wörter haben mehrere Pluralformen mit unterschiedlicher Bedeutung oder regionaler Verteilung. „das Wort“ hat die Formen „die Wörter“ und „die Worte“: „Wörter“ bezieht sich eher auf einzelne sprachliche Einheiten, „Worte“ auf Äußerungen oder Aussagen. Weitere Doppelformen sind „der Park“ – „die Parks“ oder schweizerisch „die Pärke“, „der Tunnel“ – „die Tunnel“ oder „die Tunnels“, „der Luftballon“ – „die Luftballone“ oder „die Luftballons“.
Fremdwörter können besondere Pluralformen haben, die aus ihrer Herkunftssprache stammen oder fachsprachlich geprägt sind. Beispiele sind „das Visum“ – „die Visa“, „das Praktikum“ – „die Praktika“, „das Universum“ – „die Universen“, „der Kodex“ – „die Kodizes“ oder „der Index“ – „die Indizes“ beziehungsweise „die Indices“. Wörter auf „-ma“ können verschiedene Plurale haben: „das Komma“ – „die Kommas“ oder „die Kommata“, „das Schema“ – „die Schemas“, „die Schemata“ oder selten „die Schemen“, „das Trauma“ – „die Traumen“ oder „die Traumata“.
Manche Fremdwörter behalten Plurale, die sich an der Herkunftssprache orientieren: „der Espresso“ – „die Espressi“ neben „die Espressos“, „die Pizza“ – „die Pizzen“ oder „die Pizzas“, selten „die Pizze“. „Spaghetti“ und „Rigatoni“ sind im Italienischen bereits Pluralformen; im Deutschen sind daher „die Spaghetti“ und „die Spaghettis“ möglich.
Bei Komposita, also zusammengesetzten Substantiven, bildet im Standarddeutschen nur das Hinterglied den Plural: „der Apfelbaum“ – „die Apfelbäume“, nicht „die Äpfelbäume“; „die Wurstsemmel“ – „die Wurstsemmeln“. Im Dativ Plural erhalten Plurale auf „-e“ und „-er“ sowie Null- und Umlautplurale mit „-er“ oder „-el“ ein zusätzliches „-n“: „mit den Krügen“, „den Gläsern“, „den Tellern“, „den Äpfeln“.
Beschränkungen und Bedeutungsänderungen
Bei Maßeinheiten, Mengenbezeichnungen, Währungen und ähnlichen maskulinen oder neutralen Wörtern wird bei Zahlenangaben oft kein Plural verwendet: „100 Gramm“, „30 Grad Wärme“, „5 Prozent“, „100 Euro“. Feminina verhalten sich anders: „5 Meilen“, „10 Rupien“. Auch manche Substantive, die sonst Pluralformen haben, bleiben in solchen Mengenangaben unverändert: „zwei Glas Wein“, „drei Fass Bier“, „fünf Blatt Papier“. Bei Zeitangaben steht dagegen in allen Genera der Plural: „zehn Minuten Pause“, „fünf Stunden Zeit“, „drei Tage Urlaub“, „viele Jahre Arbeit“. Die Einordnung von Fällen wie „vier Teller Suppe“ bleibt ungeklärt.
Ein Singularetantum ist ein Wort ohne Plural, zum Beispiel „Weltall“, „Chaos“, „Schlaf“, „Liebe“, „Klugheit“ oder „Brom“. Bei Stoffbezeichnungen wie „Saft“ oder „Holz“ ist der Plural auf Sorten oder Varianten beschränkt: „Obstsäfte“, „edle Hölzer“. Ein Pluraletantum ist ein Substantiv, das nur im Plural gebräuchlich ist, zum Beispiel „Ferien“, „Kosten“, „Eltern“. Manche Formen sind nur noch in Redewendungen üblich, etwa „Flausen im Kopf“, „Prügel bekommen“ oder „und Konsorten“.
Pluralformen können auch eine Bedeutungsverschiebung ausdrücken. „das Wasser“ bezeichnet eine unbestimmte Menge Wasser; „die Wasser“ kann verschiedene Sorten Wasser, Flüsse oder Seen meinen; „die Wässer“ bezeichnet verschiedene Sorten Trinkwasser. Ein Kollektivum steht formal im Singular, bezeichnet aber eine Mehrzahl oder Menge, zum Beispiel „das Geäst“, „das Gesträuch“, „das Gewürm“, „das Laub“, „das Gras“ oder „das Getreide“. Andere Kollektiva wie „das Team“, „die Versammlung“, „das Parlament“ oder „die Regierung“ können selbst wieder einen Plural bilden.
Adjektive, Pronomen und andere Sprachen
Attributive Adjektive, also Adjektive vor einem Substantiv, stehen im Plural in Übereinstimmung mit dem Substantiv: „die roten Stühle“. Prädikative Adjektive verändern sich dagegen nicht: „Die Stühle sind rot.“ Wenn das Substantiv aus dem Kontext klar ist, kann es ausgelassen werden: „Die gelben stehen vor der Tür.“ Auch substantivierte Adjektive folgen solchen Deklinationsmustern, etwa „die Grünen“ oder „die Angestellten“.
Personalpronomen haben im Singular und Plural unterschiedliche Stammformen: „ich“ – „wir“, „du“ – „ihr“, „er, sie, es“ – „sie“. Die Formen sind unregelmäßig; in der 3. Person folgen sie weitgehend Mustern von Adjektiven und Artikeln.
Viele Sprachen der Welt haben eine grammatische Numerusunterscheidung und bilden Plurale. Manche Sprachen, etwa Chinesisch, kennen Numerus nur bei Personenbezeichnungen, zum Beispiel „xuéshēng“ – „xuéshēngmen“ für „Schüler“ im Singular und Plural; Mehrzahl wird sonst durch Zählwörter ausgedrückt. Von der Sprache der Pirahã wird gesagt, dass sie keine Möglichkeit zur Unterscheidung des Plurals habe.
In indogermanischen Sprachen entstehen Plurale häufig durch Suffixe. Westromanische Sprachen zeigen zum Beispiel Formen wie Französisch „langue“ – „langues“, Spanisch „lengua“ – „lenguas“ oder Portugiesisch „língua“ – „línguas“. Ostromanische Sprachen und Latein zeigen Suffixwechsel: Latein „lingua“ – „linguae“, Italienisch „lingua“ – „lingue“, Rumänisch „limbă“ – „limbi“. Germanische Sprachen haben verschiedene Pluralmarker: Niederländisch „arm“ – „armen“, Schwedisch „arm“ – „armar“, Englisch „arm“ – „arms“. In anderen Sprachfamilien gibt es ebenfalls Suffigierung, etwa Türkisch „diş“ – „dişler“ und Ungarisch „fog“ – „fogak“, jeweils mit Suffixverteilung nach Vokalharmonie. Arabisch unterscheidet externe Plurale durch Suffixe und interne, sogenannte gebrochene Plurale durch Umstrukturierung der Wortbasis. In Plansprachen ist die Pluralbildung oft regelmäßig, etwa im Esperanto durch Anhängen von „-j“: „domo“ – „domoj“.
Der Plural kann besondere Funktionen haben, obwohl nur eine einzelne Person gemeint ist. Dazu gehören der Autorenplural „wir“, der eine Leserschaft einbezieht, der Pluralis benevolentiae in fürsorglicher Ansprache wie „Wie geht es uns denn heute?“, der Pluralis majestatis bei Personen mit Hoheitsrechten, der Pluralis modestiae zur Zurücknahme eigener Leistung oder fremden Verschuldens sowie Pluralformen der Höflichkeit. Im Englischen hat die frühere Plural-Anrede „you“ den Singular „thou“ vollständig verdrängt.
Lernvideos zu Plural
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Singular & Plural Nouns – English Grammar Lessons
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