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Zahlen in unterschiedlichen Sprachen

In manchen Sprachen werden die Zahlen als „Einer“-„Zehner“ gesprochen: nineteen (englisch). Ab 21 wird dies teilweise zu „Zehner“-„Einer“: twenty-one (englisch) …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Kernidee
  2. 2. Grundzahlen bis zehn
  3. 3. Zahlen von elf bis neunzehn
  4. 4. Zehner und Zahlen ab einundzwanzig
  5. 5. Große Zahlen

Kernidee

Der Artikel zeigt, dass alle menschlichen Sprachen sprachliche Repräsentationen für Zahlen besitzen. Diese Zahlwörter oder Zahlnamen sind nicht nur Übersetzungen einzelner Zahlen, sondern geben Hinweise auf die Entwicklung des Zählens, des Zahlenbegriffs und auf sprachhistorische Zusammenhänge.

Ein wichtiger Grundgedanke ist: Zählen ist dem Menschen nicht einfach angeboren. Der Artikel nennt als Beleg, dass einige Sprachen nur Zahlwörter bis zu einer Menge kennen, die unserer Zwei entspricht, und alle größeren Zahlen mit „mehr“ bezeichnen. Zahlwörter können also zeigen, wie eine Sprache Mengen unterscheidet und wie weit ein ausgebautes Zahlensystem entwickelt ist.

Außerdem unterscheidet der Artikel zwischen der Zahlschrift, also der geschriebenen Darstellung mit Ziffern, und den Bildungsregeln der gesprochenen Zahlwörter. Diese Regeln stimmen nicht immer mit der Reihenfolge der geschriebenen Ziffern überein.

Grundzahlen bis zehn

Die erste große Tabelle vergleicht die Zahlwörter für 0 bis 10 in sehr vielen Sprachen und Sprachfamilien. Dazu gehören unter anderem germanische Sprachen wie Deutsch, Englisch, Niederländisch, Schwedisch und Isländisch; keltische, romanische, griechische, slawische, baltische, uralische, indoiranische, semitische und Turksprachen; außerdem Hochchinesisch, Thailändisch, Vietnamesisch, Indonesisch, Baskisch, Japanisch, Koreanisch, Mapudungun sowie mehrere Plansprachen.

Die Tabelle macht sichtbar, dass manche Sprachen bei bestimmten kleinen Zahlen grammatische Formen unterscheiden. Im Deutschen erscheint 1 als ein, eine oder eins; auch ältere oder regionale Formen wie zwo, zween oder zwey werden genannt. In mehreren Sprachen hängen Zahlwörter von grammatischem Geschlecht ab, zum Beispiel in Latein, Griechisch, slawischen Sprachen, Lettisch, Litauisch, Färöisch und Isländisch.

Für Schülerinnen und Schüler ist besonders wichtig: Die Zahlen 0 bis 10 bilden in vielen Sprachen die Grundlage für spätere zusammengesetzte Zahlwörter. Aus ihnen werden häufig die Wörter für 11 bis 19, die Zehner und größere Zahlen gebildet. Die Tabellen zeigen auch, dass verwandte Sprachen oft ähnliche Zahlwörter haben, etwa Deutsch zehn, Englisch ten, Niederländisch tien und Schwedisch tio.

Zahlen von elf bis neunzehn

Die Tabelle zu 11 bis 19 zeigt, dass viele Sprachen in diesem Bereich besondere Formen oder eigene Bildungsweisen haben. Im Deutschen heißen die ersten beiden Zahlen elf und zwölf; ab 13 folgen dann Formen wie dreizehn, vierzehn, fünfzehn bis neunzehn. Auch im Englischen gibt es mit eleven und twelve besondere Formen, danach thirteen bis nineteen.

Der Artikel weist allgemein darauf hin, dass Zahlen in manchen Sprachen als „Einer“-„Zehner“ gesprochen werden. Das englische nineteen ist ein Beispiel, weil es sinngemäß die Einerzahl mit der Zehnerkomponente verbindet. In manchen Sprachen kommt es zwischen 13 und 19 zu einem Bruch in der Bildungsregel, also zu einem Wechsel zwischen besonderen Formen und regelmäßiger zusammengesetzter Bildung.

Viele Sprachen zeigen in diesem Bereich eine klare Zusammensetzung aus 10 plus Einerzahl. Beispiele aus der Tabelle sind Türkisch on bir, on iki bis on dokuz, Hochchinesisch 十一 bis 十九 mit den Umschriften shíyī bis shíjiǔ, Japanisch jūichi bis jūkyū sowie Esperanto dek unu bis dek naŭ. Andere Sprachen besitzen stärker veränderte oder historisch gewachsene Formen, etwa die romanischen Sprachen mit Französisch onze, douze, treize, quatorze, quinze, seize und danach dix-sept, dix-huit, dix-neuf.

Zehner und Zahlen ab einundzwanzig

Die Abschnitte zu 20 bis 100 und zu 21 bis 29 zeigen besonders deutlich, dass gesprochene Zahlen unterschiedlich zusammengesetzt werden. Im Deutschen steht bei Zahlen wie einundzwanzig, zweiundzwanzig oder neunundzwanzig zuerst der Einer und dann der Zehner. Die geschriebene Zahl 21 wird also in der gesprochenen Form nicht in derselben Reihenfolge wiedergegeben.

Im Englischen ist es umgekehrt: twenty-one, twenty-two und twenty-nine nennen zuerst den Zehner und dann den Einer. Der Artikel nennt diesen Unterschied ausdrücklich als Beispiel dafür, dass ab 21 in manchen Sprachen von „Einer“-„Zehner“ zu „Zehner“-„Einer“ gewechselt wird. Auch viele andere Sprachen der Tabellen folgen der Zehner-vor-Einer-Reihenfolge, zum Beispiel Französisch vingt et un, vingt-deux, Russisch dvadcat’ odin, Hochchinesisch èrshíyī, Japanisch nijūichi, Türkisch yirmi bir und Indonesisch dua puluh satu.

Bei den Zehnern von 20 bis 100 zeigt die Tabelle ebenfalls verschiedene Systeme. Deutsch hat zwanzig, dreißig, vierzig, fünfzig, sechzig, siebzig, achtzig, neunzig und hundert. Englisch hat twenty, thirty, forty, fifty, sixty, seventy, eighty, ninety und hundred. In einigen Sprachen sind die höheren Zehner nicht einfach nach dem Muster „Einerzahl mal zehn“ aufgebaut. Im Französischen stehen zum Beispiel soixante-dix für 70, quatre-vingts für 80 und quatre-vingt-dix für 90; daneben werden regionale Formen angegeben: in der Schweiz und Belgien septante für 70, in der Schweiz huitante für 80 und in der Schweiz und Belgien nonante für 90. Auch walisische und bretonische Formen zeigen Zählweisen mit Zwanziger-Einheiten, etwa pedwar ugain beziehungsweise pevar-ugent für 80.

Große Zahlen

Der Abschnitt zu Zahlen ab 1000 vergleicht die Wörter für 1000, 10.000, 100.000, 1.000.000, 1.000.000.000 und 1.000.000.000.000. Im Deutschen lauten sie tausend, zehntausend, hunderttausend, eine Million, eine Milliarde und eine Billion.

Die Tabelle zeigt, dass die Benennung großer Zahlen zwischen Sprachen und Sprachräumen stark variieren kann. Im Englischen werden für 1.000.000.000 die Formen one billion und one milliard genannt, für 1.000.000.000.000 one trillion und one billion. Damit macht der Artikel sichtbar, dass Wörter wie billion oder trillion je nach Sprache oder System nicht immer dieselbe Zahl bezeichnen müssen.

Auch innerhalb einzelner Sprachräume gibt es Varianten. Im Portugiesischen steht bei 1.000.000.000 in Portugal PT: mil milhões, in Brasilien BR: um bilhão; bei 1.000.000.000.000 steht PT: um bilhão und BR: um trilhão. Im Spanischen und Galicischen wird 1.000.000.000 als mil millones beziehungsweise mil millóns angegeben, 1.000.000.000.000 als un billón beziehungsweise un billón.

Einige ostasiatische Sprachen verwenden für große Zahlen andere Gruppierungen als die im Deutschen üblichen Tausendergruppen. Hochchinesisch nennt für 10.000 一萬 / 一万, yīwàn, und für 100.000 十萬 / 十万, shíwàn; Japanisch nennt 万, man, für 10.000 und 十万, jūman, für 100.000. Thailändisch hat eigene Wörter wie หมื่น, mǜːn, für 10.000, แสน, sä̌ːn, für 100.000 und ล้าน, láːn, für 1.000.000.

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