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Weihnachten weltweit

Weihnachten weltweit beschreibt Weihnachtsfeierlichkeiten und -bräuche in verschiedenen Ländern der Welt. Am Weihnachtsabend (Carl Larsson 1904) …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und gemeinsame Muster
  2. 2. Europa
  3. 3. Nord-, Mittel- und Südamerika
  4. 4. Asien und Afrika
  5. 5. Australien und Ozeanien

Grundidee und gemeinsame Muster

Weihnachten weltweit beschreibt Weihnachtsfeierlichkeiten und -bräuche in verschiedenen Ländern. Gemeinsam ist vielen Traditionen, dass sie die Geburt Jesu, Familienzusammenkünfte, besondere Mahlzeiten, Gottesdienste, Geschenke und festliche Dekorationen verbinden. Der Artikel weist am Anfang darauf hin, dass einige Angaben nicht ausreichend belegt sind.

Häufig beginnt die Vorbereitung in der Adventszeit oder in einer Fastenzeit. Dazu gehören Weihnachtsmärkte, Kerzen, Krippen, Weihnachtsbäume, Lichter, Backwaren und Hausdekorationen. In vielen Ländern ist Heiligabend der wichtigste Abend, in anderen steht der 25. Dezember, der 6. Januar oder der 7. Januar im Mittelpunkt. Orthodoxe Kirchen feiern oft nach dem julianischen Kalender, daher fällt Weihnachten dort meist auf den 7. Januar. Wiederkehrende Figuren sind das Christkind, der Weihnachtsmann, Santa Claus, Father Christmas, Père Noël, Ded Moros, Joulupukki oder regionale Gestalten wie der Olentzero im Baskenland.

Europa

In Mitteleuropa ist Weihnachten stark mit Advent, Weihnachtsbaum, Krippe, Bescherung und Gottesdiensten verbunden. In Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein variieren die Bräuche regional, konfessionell und familiär. In Polen endet die Fastenzeit an Heiligabend, der „Wigilia“. Das Essen beginnt, wenn der erste Stern sichtbar ist; ein zusätzliches Gedeck steht für unerwartete Gäste. Oblaten werden geteilt, danach folgt ein traditionell vegetarisches Mahl mit zwölf Gerichten, meist mit Fisch, und anschließend die Mitternachtsmesse. Ähnliche Motive erscheinen in Litauen und Russland, wo Zwölf-Gänge- oder Zwölf-Gerichte-Mahlzeiten auf die zwölf Apostel bezogen werden.

In Tschechien bringt „Ježíšek“, das Christkind, Geschenke. Vor dem Essen soll gefastet werden; wer den ganzen Tag nichts gegessen hat, könne ein goldenes Schweinchen sehen. Es gibt Zukunftsdeutungen mit Äpfeln, Schuhen, Misteln und Bleigießen. In Ungarn sind der Luca-Tag, Salonzuckerl am Baum, Fischsuppe und das Christkind „Jézuska“ wichtig. In Slowenien steht die selbstgebastelte Krippe „Jaslice“ im Mittelpunkt; die Weihnachtszeit endet dort mit Darstellung des Herrn am 2. Februar.

In Westeuropa zeigen sich unterschiedliche Schwerpunkte. In den Niederlanden bleibt der Nikolausabend „Sinterklaasavond“ wichtiger als Weihnachten. In Frankreich heißt der Weihnachtsmann „Père Noël“; das lange Weihnachtsessen „réveillon“ umfasst oft Austern, Hummer, Schnecken, Gänseleber, Truthahn, Bûche de Noël und in der Provence etwa 13 Desserts. Im Vereinigten Königreich und in Irland bringt „Father Christmas“ die Geschenke; am 25. Dezember gibt es Familienmahlzeiten, die Weihnachtsansprache des Monarchen und den Gottesdienst „Nine Lessons and Carols“. Der 26. Dezember ist Boxing Day.

In Nordeuropa prägen Kerzen, Julbräuche und gemeinsames Essen das Fest. In Dänemark sind Kalenderkerze, Adventskranz, Julefrokost, Gans, Ente oder Schweinebraten, Mandelmilchreis mit versteckter Mandel und das Tanzen um den Weihnachtsbaum verbreitet. In Finnland wohnt „Joulupukki“ auf oder in Korvatunturi und fragt: „Onkos täällä kilttejä lapsia?“ Zum Essen gehören Weihnachtsschinken, Aufläufe, Rosolli-Salat, Pfefferkuchen und Joulutortut. In Schweden beginnt Heiligabend um 15 Uhr oft mit einer Donald-Duck-Sendung, danach folgen Julbord und Geschenke; der Julbock ist heute vor allem Weihnachtsschmuck aus Stroh.

In Südost- und Osteuropa sind orthodoxe Kalender, Fasten und Hausrituale wichtig. Russland feiert meist am 7. Januar; Ded Moros und Snegurotschka wurden auf Neujahr verlagert, weshalb Kinder oft zu Silvester Geschenke bekommen. In Bulgarien endet am 25. Dezember eine seit 15. November dauernde Fastenzeit; am Heiligabend gibt es sieben, neun oder dreizehn fleischlose Gerichte und ein Brot mit Münze. In Serbien beginnt die Fastenzeit 40 Tage vor Weihnachten. Am 6. Januar wird der Eichenzweig „badnjak“ geschlagen, Heiligabend streng nach Fastenregeln gegessen und am Weihnachtstag die „česnica“ mit Münze gebrochen. In Italien beginnt die Dekoration am 8. Dezember; Heiligabend wird ohne Fleisch gegessen, am 25. Dezember gibt es ein Familienessen, und Geschenke kommen je nach Region durch Christkind, Befana oder Babbo Natale. Spanien verbindet Familienessen, Mitternachtsmesse und traditionell Geschenke durch die Heiligen Drei Könige am 6. Januar; in Katalonien gibt es den Tió de Nadal und den Caganer, im Baskenland den Olentzero.

Nord-, Mittel- und Südamerika

In Nordamerika sind europäische Traditionen mit eigenen Formen verbunden. In Grönland ähneln die Bräuche wegen der politischen Zugehörigkeit Dänemark: importierte Christbäume, Christmesse, Kinder mit Weihnachtsliedern und ein Weihnachtsmann mit Hundeschlitten. Gegessen werden unter anderem Robben-, Wal- oder Rentierfleisch, mattak, kiviak, Heilbutt oder geräucherter Lachs.

In Mexiko beginnen die Feiern am 15. Dezember mit den neuntägigen „Posadas“, die die Herbergssuche von Maria und Joseph darstellen. Dazu gehören piñata, Ponche, Buñuelos und oft Truthahn oder Kabeljau an Heiligabend. Um Mitternacht wird das Jesuskind in die Krippe gelegt, erst danach werden Geschenke geöffnet. Pastorelas stellen die Wanderung der Hirten zum Jesuskind dar, oft komisch und mit dem Teufel sowie dem Erzengel Michael.

In den Vereinigten Staaten ist Weihnachten ein wichtiger Teil der Kultur. Wegen der Multikulturalität werden häufig allgemeine Grüße wie „Season’s Greetings“ oder „Happy Holidays“ verwendet. Eine FOX-Umfrage von 2004 nennt 96 % der Bevölkerung, die Weihnachten feiern. Religiöse und säkulare Symbole verbinden sich: Santa Claus vom Nordpol, Weihnachtsbäume, Karten, Lieder, Krippen, elektrische Lichterketten, Geschenke und Küsse unter dem Mistelzweig.

In Südamerika sind Krippen, Prozessionen, Sommerfeiern und europäische Einflüsse wichtig. In Brasilien ist der 25. Dezember ein geschützter Feiertag; Heiligabend ist besonders wichtig, und um Mitternacht wird die „Missa do Galo“ gefeiert. In Peru werden Krippenfiguren in Gegenden mit hohem indigenem Bevölkerungsanteil nach altem Muster handgeschnitzt. In Uruguay heißt der 25. Dezember offiziell seit der Trennung von Kirche und Staat 1919 „Día de la Familia“, wird aber im Alltag als Weihnachten bezeichnet. Die Festzeit beginnt am 8. Dezember; am 24. Dezember gibt es Familienfeiern mit Asado, Vitello tonnato, Turrón und Panettone, um Mitternacht Feuerwerk und Geschenke durch „Papá Noél“.

Asien und Afrika

In Asien unterscheiden sich die Feiern stark danach, ob Weihnachten religiös, staatlich oder vor allem kulturell geprägt ist. Armenien feiert Weihnachten am 6. Januar. Am 5. Januar findet der Dschrakaluytz statt: ein Abendgottesdienst mit Lampen oder Kerzen, die an den Stern der Geburt Jesu erinnern. In Bangladesch ist Weihnachten gesetzlicher Feiertag; bengalische Christen nennen den Tag „Borodin“, den großen Tag.

In der Volksrepublik China ist der 25. Dezember kein gesetzlicher Feiertag; Christen feiern privat. In Hongkong und Macau ist er dagegen Feiertag. In Taiwan fällt der 25. Dezember mit dem Verfassungstag zusammen, der nicht mehr arbeitsfrei ist, aber häufig für inoffizielle Weihnachtsfeiern genutzt wird. In Japan ist Weihnachten kein offizieller Feiertag und meist nicht religiös; verbreitet sind Weihnachtsbeleuchtungen, Geschenke, Dates am Christmas Eve und eine weiße Weihnachtstorte mit Erdbeeren. Südkorea ist laut Artikel das einzige ostasiatische Land, in dem Weihnachten gesetzlicher Feiertag ist; 2015 waren 27,6 Prozent Christen.

In Indien ist Weihnachten offizieller Feiertag, mit Gottesdiensten, Santa Claus, Krippenspielen und Weihnachtsferien an vielen Bildungseinrichtungen. Indonesien hat Weihnachten als gesetzlichen Feiertag, obwohl Christen nur 8 % der Bevölkerung ausmachen. Im Libanon ist der erste Weihnachtsfeiertag gesetzlicher Feiertag; auch viele Muslime feiern mit, und eine Umfrage nennt etwa zwei Drittel der Libanesen, obwohl weniger als die Hälfte Christen sind. Auf den Philippinen gibt es laut Artikel die weltweit längste Weihnachtszeit; traditionell beginnt sie mit einer Novene und endet am 24. Dezember mit „noche buena“ nach der Mitternachtsmesse.

In Afrika feiern die koptische Gemeinde Ägyptens und die äthiopisch-orthodoxen Christen Weihnachten am 7. Januar. In Ägypten fällt dies auf den 29. Tag des koptischen Monats Khiakh; nach der Mitternachtsmesse endet eine mehrwöchige Fastenzeit mit einem großen Bankett und „Kahk“, gezuckerten Keksen mit Kreuzen. In Äthiopien entspricht der Tag dem 29. Tag des Monats Taḫśaś; nach der Mitternachtsmesse werden Injera und verschiedene Fleischgerichte gegessen. Das orthodoxe Weihnachtsfest ist dort ein Feiertag und wird von mehr als der Hälfte der Bevölkerung begangen.

Australien und Ozeanien

In Australien und Neuseeland fällt Weihnachten mitten in den Sommer. Trotzdem verwendet man oft winterliche Bilder aus Großbritannien und Nordamerika: Weihnachtsmänner mit weißem Pelz, Schlitten, Schneeszenen auf Karten und Dekorationen. In großen Städten stehen große Weihnachtsbäume, zum Beispiel in Sydney am Martin Square oder in Melbourne am Federation Square.

Eine wichtige Tradition ist „Carols by Candlelight“. Sie begann in Melbourne am Heiligabend 1938 und verbreitete sich in Australien und Neuseeland. Familien verbringen solche Abende oft im Freien mit Picknicks, Decken und Mückenspray; die Erlöse gehen meist an Wohltätigkeitsorganisationen.

Am Morgen des 25. Dezember findet die Bescherung mit Geschenken unter dem Weihnachtsbaum statt. Das Mittagessen ist teils europäisch geprägt, etwa mit Truthahn oder Christmas ham, aber auch Meeresfrüchte wie Garnelen und Austern sind beliebt. Typische Früchte sind Mangos und Kirschen, Desserts Pavlova, Christmas Pudding, Mince Pies, Trifle oder White Christmas. Seit den 1990er-Jahren werden stärker saisonale regionale Zutaten verwendet, oft beim „Aussie Summer Barbecue“. Am Boxing Day, dem 26. Dezember, verfolgen viele in Australien den Boxing Day Test im Cricket, die Regatta Sydney to Hobart oder nutzen den Boxing Day Sale.

In Neuseeland wünschen viele „Meri Kirihimete“ statt „Merry Christmas“. „Hangi“ bezeichnet dort ein traditionelles Christmas roast dinner, besonders bei Māori, bei dem zum Beispiel Kürbis, Schweinefleisch, Huhn, Gemüse und Kartoffeln in einer Bodengrube gegart werden. Auch Barbecues mit Meeresfrüchten, Fleisch und Gemüse an Stränden, in Parks oder in Gärten sind verbreitet.

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Weihnachten Als kirchlicher Feiertag ist der 25. Dezember seit 336 in Rom belegt. Wie es zu diesem Datum kam, ist ungeklärt. Diskutiert werden in der Literatur verschiedene … Advent Zugleich erinnert der Advent daran, dass Christen das zweite Kommen Jesu Christi erwarten sollen. Der Advent und damit das neue Kirchenjahr beginnt am Vorabend … Weihnachtskrippe Eine Weihnachtskrippe ist eine Darstellung der biblischen Weihnachtsgeschichte mit Menschen-, Engel- und Tierfiguren, teilweise nur mit offenem Krippenstall … Weihnachtsbaum Als Baumschmuck dienen meist Lichterketten, Kerzen, Christbaumkugeln, Lametta, Engels- oder andere Figuren. Auch die Christbaumständer und drumherum sind … Konfession Als Konfession (lateinisch confessio ‚Geständnis', ‚Bekenntnis', ‚Beichte') wird im heutigen Sprachgebrauch eine Untergruppe innerhalb einer Religion … Polen Das Abitur wird nach dem Abschluss eines Lyzeums oder einer Berufsoberschule abgelegt werden. Die Abiturprüfung soll wieder bedeutend schwieriger werden … Niederlande Die Niederlande (niederländisch und friesisch Nederlân, Singular, auf Deutsch informell auch Holland) sind eines der vier autonomen Länder des Königreiches … Frankreich Die Französische Republik wird in ihrer Verfassung als unteilbar, laizistisch, demokratisch und sozial erklärt. Ihr Grundsatz lautet: „Regierung des Volkes … Elsass Das Elsass (elsässisch 's Elsàss, 's Elses, französisch [alˈzas]) ist eine Gebietskörperschaft in der Region Grand Est im Nordosten Frankreichs. Lothringen Lothringen liegt im Nordosten Frankreichs an den Oberläufen von Maas (französisch Meuse), Mosel (Moselle), Saar (Sarre) und Saône. Es bildet den östlichen … Québec Québec (französisch [keˈbɛk], englisch Quebec [ kwɨˈbɛk] oder [ kəˈbɛk], ursprünglich Algonkin Kebec für „wo der Fluss enger wird“; deutsche Schreibweise … Provence Das Adjektiv zu Provence ist provenzalisch (französisch provençal, okzitanisch provençal -ala / prouvençau -ala [pruvensau]). Inhaltsverzeichnis. 1 Herkunft …