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Polen

Das Abitur wird nach dem Abschluss eines Lyzeums oder einer Berufsoberschule abgelegt werden. Die Abiturprüfung soll wieder bedeutend schwieriger werden …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Staat und Raum
  2. 2. Bevölkerung, Sprache und Bildung
  3. 3. Geschichtliche Entwicklung
  4. 4. Politisches System und Verwaltung
  5. 5. Wirtschaft, Energie und Verkehr
  6. 6. Kultur und Architektur

Staat und Raum

Polen, amtlich Republik Polen (polnisch: Rzeczpospolita Polska), ist eine parlamentarische Republik in Mitteleuropa. Hauptstadt ist Warschau; der größte Ballungsraum ist die Metropolregion GZM um Kattowitz. Amtssprache ist Polnisch, Währung der Złoty (PLN). Der Einheitsstaat ist in 16 Woiwodschaften gegliedert. Staatspräsident ist Karol Nawrocki, Regierungschef Donald Tusk. Polen gehört seit 2004 zur Europäischen Union sowie unter anderem zu UNO, NATO, OSZE und Europarat.

Die Fläche beträgt 312.696 km². Die Angaben zur Einwohnerzahl unterscheiden sich innerhalb des Artikels: Die Infobox nennt 36.753.736 Einwohner zum 1. Januar 2023, im Überblick werden 38,18 Millionen genannt; die Demografie nennt rund 36,8 Millionen für 2023. Polen grenzt an Deutschland, Tschechien, die Slowakei, Ukraine, Belarus, Litauen und Russland sowie an die Ostsee. Die Hauptstadt Warschau hatte bei der Volkszählung 2021 1.860.281 Einwohner; weitere große Städte sind Krakau, Breslau, Łódź, Posen, Danzig, Stettin, Bydgoszcz, Lublin und Kattowitz.

Von Norden nach Süden gliedert sich das Land in Küstengebiete, Rückenlandschaften, Tiefländer, Hochländer, Vorgebirge und Gebirge. Die Weichsel ist mit 1022 km der längste Fluss; weitere wichtige Flüsse sind Oder, Warthe und Bug. Polen besitzt 9300 geschlossene Gewässer von jeweils mehr als einem Hektar. Die größten Seen sind Śniardwy und Mamry, der tiefste ist der Hańcza-See mit 113 m. Die Ostseeküste ist 528 km lang und überwiegend sandig; wichtige Häfen sind Gdynia, Danzig, Stettin und Świnoujście. Der höchste Berg des Landes ist ein Nebengipfel des Rysy in der Hohen Tatra mit 2499 m.

Das Klima ist ein gemäßigtes Übergangsklima: Im Norden und Westen überwiegt Seeklima, im Osten und Südosten Kontinentalklima. Die Jahresmitteltemperatur liegt je nach Gebiet bei 0 bis 10 °C. Rund 30 % der Landesfläche sind Wald, mehr als die Hälfte wird landwirtschaftlich genutzt. 23 Nationalparks schützen über 1 % der Fläche. Bedeutende Naturräume sind etwa der Białowieża-Urwald und die Sümpfe der Biebrza. Zu den genannten Tierarten gehören Wisent, Braunbär, Wolf, Luchs, Elch und Biber.

Bevölkerung, Sprache und Bildung

Die Bevölkerungszahl erreichte 2011 mit rund 38,5 Millionen ihren Höchststand und sinkt seither. Als Ursachen nennt der Artikel einen Sterbeüberschuss: 2022 betrugen Geburtenziffer und Sterbeziffer 8,3 beziehungsweise 12,2 pro 1000 Einwohner. Die durchschnittliche Kinderzahl lag 2022 bei 1,3 je Frau; die Lebenserwartung bei 77,3 Jahren (Frauen 81,3, Männer 73,5). 2023 waren 14,9 % der Bevölkerung jünger als 15 Jahre und 18,5 % älter als 64 Jahre. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine erhielten bis 1. Juni 2022 über eine Million Geflüchtete einen vorübergehenden Aufenthaltsstatus in Polen.

Seit dem Zweiten Weltkrieg ist Polen ethnisch vergleichsweise homogen. Nach der Volkszählung 2011 waren 99,7 % polnische Staatsbürger; 95,53 % bezeichneten sich ethnisch als Polen. Anerkannte Minderheiten sind unter anderem Deutsche, Belarussen, Ukrainer, Russen, Litauer und Roma; Kaschubisch ist die einzige anerkannte Regionalsprache. In Gemeinden, in denen mehr als 20 % einer Minderheit angehören, kann deren Sprache als Hilfssprache genutzt werden. Polnisch gehört zu den westslawischen indogermanischen Sprachen und verwendet ein erweitertes lateinisches Alphabet, unter anderem mit Ą, Ć, Ę, Ł, Ń, Ó, Ś, Ź und Ż.

Religion ist für 54 % der Befragten in einer Eurobarometer-Umfrage von 2020 wichtig. 87 % der Gesamtbevölkerung waren 2011 römisch-katholisch getauft; 54 % gaben an, ihren Glauben zu praktizieren. Daneben bestehen orthodoxe, griechisch-katholische, evangelisch-lutherische, jüdische und muslimische Gemeinschaften.

Das Schulsystem umfasst Kindergärten, achtjährige Grundschulen sowie weiterführende Schulen, etwa vierjährige Lyzeen und fünfjährige Berufsoberschulen. Das Abitur ist Voraussetzung für ein Hochschulstudium. Staatliche Schulen sind kostenlos, Lernmittel müssen privat bezahlt werden. Im PISA-Ranking 2015 lag Polen unter 72 Ländern auf Platz 17 in Mathematik, 22 in Naturwissenschaften und 13 im Leseverständnis. Die Jagiellonen-Universität in Krakau wurde 1364 gegründet. Staatliche Vollzeitstudiengänge sind grundsätzlich kostenlos; Hochschulabschlüsse sind unter anderem Licencjat, Ingenieur, Magister, Doktor und Doktor hab.

Geschichtliche Entwicklung

Das Gebiet des heutigen Polens war seit dem Paläolithikum besiedelt. In der Bronzezeit gehörte es unter anderem zur Lausitzer Kultur; Biskupin ist eine bedeutende Pfahlbausiedlung. Im frühen Mittelalter gründete der Piastenherzog Mieszko I. um 960 das Herzogtum Polen von Großpolen aus. Seine Taufe nach römisch-katholischem Ritus im Jahr 966 gilt als entscheidend für die Christianisierung. Sein Sohn Boleslaus I. der Tapfere wurde erster polnischer König. Nach einer Phase der Zersplitterung ab 1138 wurde das Königreich im 13. und 14. Jahrhundert wieder geeint. Kasimir III. der Große gründete 1364 die Krakauer Akademie.

1386 heiratete Hedwig I. den litauischen Großfürsten Ladislaus II. Jagiełło. Daraus entstand Polen-Litauen, das nach der Union von Lublin 1569 eine Realunion und Adelsrepublik bildete. Der Sejm begrenzte seit der Verfassung Nihil Novi von 1505 die Gesetzgebungsmacht des Königs. Die Verfassung vom 3. Mai 1791 war die erste moderne Verfassung Europas. Dennoch wurde Polen in den drei Teilungen von 1772, 1793 und 1795 durch Preußen, Österreich und Russland aufgeteilt und verlor seine Souveränität.

Am 11. November 1918 entstand nach dem Ersten Weltkrieg die Zweite Polnische Republik. Der Vertrag von Versailles bestätigte 1919 ihre Unabhängigkeit. Im Polnisch-Sowjetischen Krieg wurde die Rote Armee 1920 in der Schlacht bei Warschau zurückgeworfen; der Friedensvertrag von Riga legte 1921 die Ostgrenze fest. Nach dem Staatsstreich von 1926 prägte Józef Piłsudski die Politik.

Am 1. September 1939 begann mit dem deutschen Angriff auf Polen der Zweite Weltkrieg. Ab 17. September besetzte auch die Sowjetunion Ostpolen, entsprechend dem geheimen Zusatzprotokoll des Hitler-Stalin-Pakts. 5,62 bis 5,82 Millionen polnische Staatsbürger starben, darunter fast die Hälfte jüdischer Abstammung. Die deutsche Besatzung errichtete Konzentrations- und Vernichtungslager wie Auschwitz, Majdanek und Treblinka. Der Warschauer Aufstand von 1944 wurde niedergeschlagen; die Zahl der Toten wird auf 180.000 bis 250.000 geschätzt.

1945 wurde Polen nach Westen verschoben und geriet als Volksrepublik Polen in den sowjetischen Einflussbereich. Die Gewerkschaft Solidarność und die Runden-Tisch-Gespräche führten 1989 zum Systemwechsel. Die Dritte Republik wandelte die Planwirtschaft in eine Marktwirtschaft um, trat 1999 der NATO und 2004 der EU bei. Seit den Wahlen 2023 regiert eine Koalition um Donald Tusk; Karol Nawrocki wurde am 6. August 2025 als Präsident vereidigt.

Politisches System und Verwaltung

Die Verfassung von 1997 bildet die Grundlage der parlamentarischen Demokratie und enthält auch Elemente direkter Demokratie. Staatspräsident und Ministerrat gehören zur Exekutive; ihre Kompetenzen überschneiden sich besonders in der Außen- und Verteidigungspolitik. Der Präsident wird direkt für fünf Jahre gewählt und darf einmal wiedergewählt werden. Der Ministerpräsident und die Minister werden vom Präsidenten ernannt, benötigen aber das Vertrauen des Sejm.

Das Parlament besteht aus Sejm und Senat. Der Sejm hat 460 Abgeordnete, die für vier Jahre nach Verhältniswahlrecht gewählt werden; es gelten eine 5-%-Hürde für Parteien und eine 8-%-Hürde für Wahlbündnisse. Der Senat hat 100 Mitglieder, die in 100 Wahlkreisen nach Mehrheitswahlrecht gewählt werden. Gesetze können unter anderem Präsident, Regierung, Senat, mindestens 15 Sejm-Abgeordnete oder 100.000 Bürger vorschlagen. Ein Präsidentenveto kann der Sejm mit Dreifünftelmehrheit zurückweisen. Nationale Referenden sind grundsätzlich bindend, wenn mindestens die Hälfte der Stimmberechtigten teilnimmt.

Die ordentliche Gerichtsbarkeit reicht von Rejon- und Kreisgerichten über Appellationsgerichte bis zum Obersten Gericht. Daneben bestehen Verwaltungsgerichte mit dem Obersten Verwaltungsgericht sowie Verfassungs- und Staatsgerichtshof. Justizreformen ab 2018 wurden kritisch bewertet: Der Europäische Gerichtshof stellte im Juli 2021 fest, dass die Disziplinarkammer gegen EU-Recht verstoße, weil ihre Unabhängigkeit und Unparteilichkeit unklar sei; im Oktober 2021 verhängte er ein Zwangsgeld von einer Million Euro pro Tag.

Polen ist ein Zentralstaat mit 16 Woiwodschaften. Diese gliedern sich in 380 Landkreise und fast 2500 Gemeinden. Die Woiwodschaften besitzen Selbstverwaltungsorgane, zugleich vertritt ein Woiwode die Zentralregierung. Außenpolitisch ist Polen Mitglied von EU, NATO und Schengen-Raum sowie Anwärter auf die Eurozone. Die Beziehungen zu den USA gelten besonders im Sicherheitsbereich als eng. Die Streitkräfte werden modernisiert; für 2023 wird ein Wehretat von 4 % des BIP genannt.

Wirtschaft, Energie und Verkehr

Polen entwickelte sich nach dem Ende des Sozialismus wirtschaftlich vergleichsweise erfolgreich und war nach dem Artikel das einzige europäische Land ohne Rezession infolge der globalen Krise 2008. Investitionen, Konsum, Exporte, ausländische Direktinvestitionen und EU-Fördermittel trugen zum Wachstum bei. Für 2024 nennt die Infobox ein nominales BIP von 915 Milliarden USD, ein BIP nach Kaufkraftparität von 1,9 Billionen USD sowie 52.153 USD pro Kopf nach Kaufkraftparität. Das reale BIP-Wachstum betrug 2024 2,9 %, die Inflation 3,7 % und die Staatsverschuldung 55 % des BIP.

Die wirtschaftliche Stärke unterscheidet sich regional deutlich: Masowien lag 2017 bei 160,5 % des Landesdurchschnitts, Lublin bei 69 %. Die Wirtschaft ist offen und profitiert vom EU-Binnenhandel. 2021 betrugen die Exporte 317,8 Milliarden USD und die Importe 335,5 Milliarden USD. Wichtigster Handelspartner war Deutschland: 28,6 % der Ausfuhren gingen dorthin, 21,1 % der Einfuhren kamen von dort. Nahrungsmittel und Elektrotechnik waren wichtige Exportgüter, chemische Erzeugnisse und Maschinen wichtige Importgüter.

Die Landwirtschaft nutzt etwa 14,5 Millionen Hektar; rund 1,4 Millionen Betriebe sind meist klein und werden überwiegend von Einzellandwirten geführt. Die Hälfte bewirtschaftet weniger als fünf Hektar. Strom wurde 2024 zu 57 % aus Stein- und Braunkohle erzeugt, zu rund 11 % aus Gas und zu 29 % aus erneuerbaren Energien, vor allem Wind und Solar. Bis 2043 sind sechs Atomreaktoren geplant; der erste soll nahe Choczewo an der Ostsee ab 2033 in Betrieb gehen.

Polen ist ein wichtiges Transitland. Das Straßennetz umfasst etwa 382.000 km, darunter ungefähr 1374 km Autobahnen und 1050 km Schnellstraßen. Das Schienennetz hat über 23.420 km. Häfen an der Ostsee und Fährverbindungen nach Skandinavien sind für die Schifffahrt wichtig. Der Tourismus ist ein bedeutender Dienstleistungsbereich: 2015 kamen über 16,7 Millionen ausländische Touristen. Häufig besuchte Ziele sind Krakau, Warschau, die Ostseeküste, die Seenplatten, die Tatra, das Salzbergwerk Wieliczka und die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau.

Kultur und Architektur

Die polnische Kultur entstand aus einer wechselvollen Geschichte und der multikulturellen Tradition von Polen-Litauen. Wissenschaftlich prägend sind die 1364 gegründete Krakauer Universität, Nikolaus Kopernikus mit dem heliozentrischen Weltbild sowie Marie Skłodowska-Curie, die Polonium und Radium entdeckte und Nobelpreise für Physik und Chemie erhielt. Der Zweite Weltkrieg zerstörte Universitäten, Bibliotheken und viele wissenschaftliche Einrichtungen schwer; nach 1989 nahm der internationale Austausch wieder zu.

In Literatur und Kunst spielten nationale Selbstbehauptung und Unabhängigkeit während der Teilungszeit eine wichtige Rolle. Genannt werden Adam Mickiewicz, Henryk Sienkiewicz und Jan Matejko. In der Musik gelten Frédéric Chopin und Stanisław Moniuszko als besonders bedeutend. Chopin führte im 19. Jahrhundert die polnische Musik laut Artikel zur Vollendung; Moniuszkos bekannteste Oper ist Halka. Polnische Musik umfasst daneben mittelalterliche Hymnen, die Polonaise, Volksmusik, Jazz und zeitgenössische Kompositionen.

Die Architektur reicht von vorromanischen Piastenbauten über Romanik und Gotik bis zu Renaissance, Barock, Klassizismus, Historismus, Jugendstil, Moderne und sozialistischem Klassizismus. Bedeutende Beispiele sind das Wawel-Schloss und die Sigismundkapelle in Krakau, die als wichtigstes Bauwerk der florentinischen Hochrenaissance außerhalb Italiens bezeichnet wird, die Danziger Marienkirche als größte Backsteinkirche weltweit und die Marienburg als größter gotischer Backsteinbau der Welt. Der Zweite Weltkrieg zerstörte besonders Warschau. Seine Altstadt, Neustadt und das Königsschloss wurden wiederaufgebaut; die UNESCO nahm die rekonstruierte Warschauer Altstadt 1980 in das Weltkulturerbe auf.

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