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We Shall Overcome
We Shall Overcome ist ein Protestlied, das eine wichtige Rolle in der US-Bürgerrechtsbewegung spielte. Die Refrainzeile, die auch als Titel dient, …
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Bedeutung und Ursprung
„We Shall Overcome“ ist ein Protestlied und ein Schlüsselsong der US-Bürgerrechtsbewegung. Die Titel- und Refrainzeile bedeutet „Wir werden (es) überwinden!“; das Lied wird weltweit als musikalischer Protest gegen Missstände verwendet.
Es geht auf den Gospel „We Will Overcome Some Day“ („eines Tages werden wir [es] überwinden“) von Pfarrer Charles Albert Tindley aus dem Jahr 1901 zurück. 1945 wurde es erstmals als Streiklied verwendet: Mitglieder der Food and Tobacco Workers Union, meist schwarze Frauen, streikten in Charleston (South Carolina) fünf Monate gegen die American Tobacco Company. Streikposten wie Lucille Simmons sangen das Lied, um sich in der Kälte Mut zu machen.
Weg zur Hymne der Bürgerrechtsbewegung
Die Gewerkschafterin, Musikerin und Volkskundlerin Zilphia Horton übernahm das Lied für ihre Arbeit an der Highlander Folk School in Tennessee, einer Fortbildungsstätte für Aktivisten. 1948 veröffentlichte sie es als „We Will Overcome“ in „People’s Songs“.
1949 brachte Horton Pete Seeger das Lied bei. Seeger änderte den Text aus gesangstechnischen Gründen zu „We Shall Overcome“ und ergänzte Strophen wie „We’ll walk hand in hand“ und „The whole wide world around“. Über Frank Hamilton gelangte das Lied zu Guy Carawan, der es an der Highlander Folk School weiter verbreitete. Kursteilnehmer trugen es in ihre Heimatorte; durch mündliche Überlieferung wurde es zur Hymne der Gewerkschafts- und afro-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung.
1965 verwendete US-Präsident Lyndon B. Johnson die Worte „we shall overcome“ in einer Kongressrede, wenige Tage nach den Selma-nach-Montgomery-Märschen.
Aufnahmen und Urheberrecht
Die erste Schallplattenaufnahme stammt von Joe Glazer & The Elm City Four aus dem Juni 1950: auf der LP „Eight New Songs for Labor“ hieß das Lied noch „We Will Overcome“. Als „We Shall Overcome“ erschien es 1952 erstmals, gesungen von Laura Duncan & The Jewish Young Singers, als Negro Spiritual. Am 14. Dezember 1959 wurde der Song erstmals als noch nicht verlegte Komposition urheberrechtlich geschützt.
Der Song gilt urheberrechtlich als gemeinfrei, weil Tindley ihn bereits 1903 komponiert habe. Die heutige Version wird als Adaption von Zilphia Horton, Guy Carawan, Frank Hamilton und Pete Seeger bezeichnet. Tantiemen dieses Personenkreises sowie der Musikverlage Ludlow Music, Essex, Folkways Music und Hollis Music fließen an eine Stiftung. Zwischen 1950 und 2009 entstanden 84 Coverversionen.
Verbreitung und spätere Verwendung
Pete Seeger sang das Stück am 8. Juni 1963 in der Carnegie Hall. Besonders bekannt wurde es im August 1963, als Joan Baez es vor 300.000 Zuhörern beim Marsch auf Washington für Arbeit und Freiheit sang. Die bekannteste Fassung stammt von Baez; sie nahm das Lied auf und sang es bei Bürgerrechtsdemonstrationen sowie 1969 beim Woodstock-Festival.
Das Lied wurde später auch in der südafrikanischen Anti-Apartheidsbewegung gesungen. In Indien wurde die Hindi-Übersetzung „Hum Honge Kaamyab / Ek Din“ in den 1980er Jahren zu einem patriotisch-geistlichen Lied und wird teilweise in Schulen gesungen. Im bengalischsprachigen Indien und in Bangladesch wurden „Amra Karbo Joy“ von Hemanga Biswas sowie „Ek Din Surjyer Bhor“ von Shibdas Bandyopadhyay verbreitet. Letzteres zeichnete der Calcutta Youth Choir 1971 während des Unabhängigkeitskrieges in Bangladesch auf; es wurde dort eine der meistverkauften bengalischen Schallplatten aller Zeiten und nach der Unabhängigkeit häufig öffentlich gesungen.
In der linksgerichteten westdeutschen Jugendbewegung der 1970er und der Friedensbewegung der 1980er Jahre war das Lied populär. 1996 wurde es unter Nummer 652 in das Gesangbuch der Evangelischen Landeskirche in Württemberg aufgenommen. Bruce Springsteen veröffentlichte eine neue Interpretation auf „Where Have All the Flowers Gone: A Tribute to Pete Seeger“ und auf seinem Album „We Shall Overcome: The Seeger Sessions“ von 2006. Am 22. Juli 2012 sang er es beim Utøya Memorial Concert in Oslo für die Angehörigen der Opfer der Anschläge in Norwegen 2011.
Nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten 2016 erschien auf Demonstrationen der parodierte Slogan „We Shall Overcomb“. Er spielt auf Trumps überkämmte Haare an; „Comb-Over“ bedeutet auf Englisch überkämmte Frisur.