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Kalifornien
Der 1848 einsetzende Goldrausch in Kalifornien führte zu sozialen sowie demografischen Veränderungen, einschließlich der Entvölkerung der indigenen Stämme, und …
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Überblick und Bedeutung
Kalifornien ist ein Bundesstaat im Westen der Vereinigten Staaten von Amerika und umfasst die südwestliche Küstenregion des Landes. Er grenzt im Westen an den Pazifik, im Norden an Oregon, im Osten an Nevada und Arizona und im Süden an den mexikanischen Bundesstaat Baja California. Hauptstadt ist Sacramento, Amtssprache ist Englisch, und das Staatsmotto lautet „Eureka!“. Kalifornien wurde am 9. September 1850 als 31. Staat in die USA aufgenommen.
Mit 423.970 km² ist Kalifornien nach Alaska und Texas der drittgrößte US-Bundesstaat. Mit 39.538.223 Einwohnern nach dem Zensus 2020 ist es der bevölkerungsreichste Bundesstaat der USA und die bevölkerungsreichste subnationale Einheit Nordamerikas. Die Bevölkerungsdichte beträgt 91,3 Einwohner pro km². Kalifornien ist wegen seiner großen Wirtschaft, seiner Landwirtschaft, seiner Technologiebranche, Hollywoods und seiner politischen Bedeutung ein besonders wichtiger Bundesstaat. Im 3. Quartal 2024 lag das Bruttosozialprodukt bei 4,132 Billionen Dollar; als eigener Staat würde Kalifornien nach den meisten Schätzungen beim nominalen BIP weltweit auf Platz vier liegen.
Der Staat trägt seit 1968 offiziell den Beinamen „Golden State“, der sich vom Goldrausch zwischen 1848 und 1854 ableitet. Die Herkunft des Namens „California“ ist umstritten; eine bekannte Hypothese verbindet ihn mit einem spanischen Roman von Garci Rodríguez de Montalvo aus dem Jahr 1510, in dem eine goldreiche Insel Kalifornien vorkommt.
Landschaft, Regionen und Klima
Kalifornien liegt an der San-Andreas-Verwerfung, einer Grenze tektonischer Platten, weshalb es häufig Erdbeben gibt. Zwei Drittel der nationalen Erdbebenrisikogebiete der USA liegen in Kalifornien. Der Staat erstreckt sich über mehr als 1231 km von Nord nach Süd und etwa 400 km von West nach Ost. Der höchste Punkt ist der Mount Whitney mit etwa 4419 m beziehungsweise im Artikel auch 4421 m; der tiefste Punkt ist Badwater im Death Valley mit etwa 85,5 m beziehungsweise −86 m unter dem Meeresspiegel.
Die Geographie ist sehr vielfältig: Es gibt Pazifikküsten, Nebelküsten, fruchtbare Täler, hohe Gebirge, Wälder mit Küstenmammutbäumen und Riesenmammutbäumen sowie heiße Wüsten. Erdwissenschaftler teilen Kalifornien in elf geomorphologische Gebiete ein: Klamath Mountains, Kaskadenkette, Modoc-Plateau, Basin and Range beziehungsweise Großes Becken, kalifornische Küstengebirge, Kalifornisches Längstal, Sierra Nevada, Transverse Ranges, Mojave-Wüste, Peninsular Ranges und Colorado-Wüste.
Das Kalifornische Längstal, auch Central Valley genannt, liegt zwischen Sierra Nevada und Küstengebirge und ist ein sehr fruchtbares Gebiet. Es umfasst 77.700 km² und wird unter anderem vom Sacramento River, San Joaquin River und Kings River entwässert. Die Sierra Nevada erstreckt sich rund 600 km von Nord nach Süd; dort liegen das Yosemite Valley, der Lake Tahoe und bedeutende Nationalparks wie Yosemite, Kings Canyon und Sequoia.
Das Klima wird im Artikel in drei Zonen eingeteilt: An der Küste sorgt der kühle Pazifik für niedrigere Temperaturen, im Norden oft für regnerische Winter und im Sommer für Nebel. In Gebirgen wie der Sierra Nevada können die Sommer warm sein, die Nächte kühlen aber stark ab, und im Winter fällt viel Schnee. In der Wüste ist es tagsüber meist sonnig und warm, nachts aber deutlich kühler. Dürren und Waldbrände sind ein dauerhaftes Problem; zugleich treten atmosphärische Flüsse häufiger auf und können besonders im Winter starke Überschwemmungen verursachen. Wegen des Klimas gilt Kalifornien als „Fruchtgarten Amerikas“, besonders für Weintrauben, Orangen, Zitronen und Avocados.
Bevölkerung, Sprache und Städte
Kalifornien ist seit 1962 der bevölkerungsreichste Bundesstaat der USA und löste damals New York ab. 2020 hatte Kalifornien 39.538.223 Einwohner, 6,1 % mehr als 2010. Zwischen 2000 und 2010 wuchs die Bevölkerung um 3.382.308 Menschen, also um 10 %. Jeder achte Amerikaner lebt in Kalifornien.
Kalifornien gehört zu den sogenannten Majority-Minority-States. Das bedeutet, dass nicht-spanischsprachige Weiße weniger als 50 % der Bevölkerung stellen. Nach dem U.S. Census 2010 hatte Kalifornien 37.253.956 Einwohner: 61,6 % Weiße, 14,9 % Asiaten, 7,2 % Schwarze und Afroamerikaner, 1,9 % Indianer und 0,8 % Hawaiianer; Mehrfachnennungen waren möglich. Unabhängig von der Kategorie „Rasse“ identifizierten sich 37,6 % als Hispanics. Mexiko ist das wichtigste Herkunftsland; 25 % der Bevölkerung sind mexikanischer Abstammung. Knapp 10,0 % der Einwohner sind deutscher Abstammung.
Die Altersstruktur im Artikel lautet: bis 18 Jahre 9.531.046 Menschen (26,1 %), 18 bis 64 Jahre 22.998.673 (63,1 %) und ab 65 Jahre 3.927.830 (10,8 %). Das Medianalter beträgt 34,4 Jahre. Ein Medianalter bedeutet: Die eine Hälfte der Bevölkerung ist jünger, die andere älter als dieser Wert.
In Kalifornien werden mehr als 200 Sprachen gesprochen. Nach dem United States Census 2000 sprechen 60,5 % Englisch und 25,8 % Spanisch als Muttersprache. Danach folgen Hochchinesisch mit 2,6 %, Tagalog mit 2,0 % und Vietnamesisch mit 1,3 %. Mehr als 100 Indianersprachen werden gesprochen, viele davon sind gefährdet, es gibt aber Bemühungen zu ihrer Wiederbelebung. Seit 1986 ist Englisch gemäß der Verfassung Amtssprache.
Die größten Städte sind Los Angeles, San Diego, San José, San Francisco, Fresno, Sacramento, Long Beach und Oakland. Los Angeles ist mit 3.898.747 Einwohnern im Census 2020 die größte Stadt Kaliforniens und die zweitgrößte Stadt der USA. Der Großraum Los Angeles zählt zu den größten Ballungsräumen der Erde. San Francisco und San José gehören zur San Francisco Bay Area, einem Ballungsraum mit etwa 7,5 Millionen Menschen. Sacramento ist seit 1854 Hauptstadt.
Geschichte vom frühen Kalifornien bis zum Bundesstaat
Vor der europäischen Kolonisierung war Kalifornien eines der kulturell und sprachlich vielfältigsten Gebiete des präkolumbianischen Nordamerikas. Vor der Ankunft der Europäer lassen sich mehr als 70 verschiedene Indianer-Stämme unterscheiden; die Gesamtzahl der Bewohner wird auf über 300.000 geschätzt. Archäologische Spuren zeigen menschliche Anwesenheit auf den Channel Islands bis vor 13.000 Jahren. In der Daisy Cave werden Aufenthalte um etwa 10.300 bis 9100 v. Chr. nachgewiesen. Bereits vor 8000 v. Chr. jagten kleine Gruppen Wild, Bergschafe und Vögel, betrieben Fischerei und sammelten Eicheln und Wildgräser.
Europäische Entdecker erreichten die Region im 16. Jahrhundert. Juan Rodríguez Cabrillo landete 1542 und beanspruchte das Gebiet für Spanien; Sir Francis Drake beanspruchte es 1579 für England. Später erkundeten Pedro de Unamuno, Sebastian Rodriguez Cermeno und Sebastián Vizcaíno die Küste. Für die indigene Bevölkerung bedeuteten europäische Expeditionen möglicherweise starke Bevölkerungsverluste, etwa durch Pocken.
Die spanische Kolonialherrschaft in Alta California begann ab 1769 unter dem Franziskaner Junípero Serra. Er gründete die erste von insgesamt 21 Missionen. Daneben entstanden militärische Befestigungen, sogenannte Presidios, und zivile Siedlungen. Nach der mexikanischen Unabhängigkeit 1821 wurde Kalifornien mexikanische Provinz. Das Missionswesen wurde am 17. März 1833 per Dekret beendet und die Stationen wurden aufgelöst. In dieser Zeit kam es zu Konflikten zwischen lokalen Kaliforniern und der mexikanischen Regierung.
1846 erklärten US-amerikanische Siedler die Unabhängigkeit Kaliforniens als Bear Flag Republic. Im Mexikanisch-Amerikanischen Krieg eroberten die USA Alta California gegen geringen mexikanischen Widerstand. Im Vertrag von Guadalupe Hidalgo musste Mexiko Kalifornien sowie weitere nördliche Gebiete abtreten. Im Januar 1848 begannen Goldfunde den Kalifornischen Goldrausch. Präsident James K. Polk machte die Funde am 5. Dezember 1848 vor dem Kongress bekannt, was die Zuwanderung stark verstärkte. Der Goldrausch führte zu sozialen und demografischen Veränderungen, zum Zusammenbruch öffentlicher Ordnung in manchen Gebieten und zur Verfolgung und Vertreibung indigener Menschen. Von rund 150.000 Indianern um 1850 lebten um 1870 nur noch etwa 30.000.
Am 9. September 1850 wurde Kalifornien als 31. Staat in die USA aufgenommen. Während des Bürgerkriegs hielt Kalifornien zur Union, spielte wegen der Entfernung aber kaum eine militärische Rolle. Die transkontinentale Eisenbahn von 1869 und der Panamakanal von 1914 stärkten die Verbindung zum Rest der USA. In den 1920er Jahren entstand Hollywood als Zentrum der Filmindustrie. Während des Zweiten Weltkriegs beschleunigten Werften und militärische Einrichtungen die Industrialisierung; später wurde Kalifornien ein wichtiger Standort für Luft- und Raumfahrt, Elektronik und Informationstechnologie.
Politik und Verwaltung
Kalifornien ist ein US-Bundesstaat mit eigener Staatsregierung. Gouverneur ist seit dem 7. Januar 2019 Gavin Newsom von der Demokratischen Partei. Der Gouverneur übt die Exekutivgewalt auf bundesstaatlicher Ebene aus: Er führt die Staatsregierung, bestimmt politische Richtlinien, hat ein Begnadigungsrecht, ernennt hohe Beamte und Richter am bundesstaatlichen Verfassungsgericht, unterzeichnet Gesetze oder legt sein Veto ein. Außerdem ist er Oberbefehlshaber der California National Guard und der Staatsgarde Kaliforniens. Er wird alle vier Jahre direkt vom Volk gewählt.
Die Legislative, also die gesetzgebende Gewalt, heißt California State Legislature. Sie besteht aus dem Staatssenat mit 40 direkt gewählten Senatoren und der State Assembly mit 80 direkt gewählten Abgeordneten. Senatoren haben eine Amtszeit von vier Jahren, Abgeordnete der Assembly von zwei Jahren. Alle 80 Sitze der Assembly werden im November jedes geraden Jahres neu vergeben. Die State Legislature sitzt im Kapitol in Sacramento und ist ein Vollzeitparlament.
Auf Bundesebene ist Kalifornien seit dem 9. September 1850 im US-Kongress vertreten. Wegen seiner großen Bevölkerung hat es bei Präsidentschaftswahlen großes Gewicht; bei der Wahl 2024 hatte Kalifornien 54 Wahlmänner. Seit 1992 gewinnen die Demokraten bei Präsidentschaftswahlen in Kalifornien. Zuvor war der Staat lange stärker republikanisch geprägt; zuletzt gewann 1988 ein republikanischer Kandidat. Politisch gelten die Bay Area, Los Angeles und Teile des Nordwestens als demokratisch stark, während republikanische Hochburgen eher im bevölkerungsarmen Nordosten, im San Joaquin Valley und im Umfeld von Orange County liegen.
Der Artikel nennt auch einen Konflikt seit Ende Mai 2025 zwischen Kalifornien und der US-Regierung. Nach ICE-Razzien und Protesten in Los Angeles verhängte Bürgermeisterin Karen Bass in betroffenen Bezirken eine nächtliche Ausgangssperre. Präsident Donald Trump entsandte Nationalgardisten und mobilisierte 700 Marineinfanteristen. Gouverneur Gavin Newsom kritisierte das als verfassungswidrig und klagte. Ein Gericht gab zunächst einem Eilantrag statt, ein Berufungsgericht revidierte diese Entscheidung aber vorläufig; eine Anhörung wurde für den 17. Juni 2025 angesetzt.
Wirtschaft, Kultur und Verkehr
Kalifornien ist die größte Volkswirtschaft der USA. Mit 2,6 Billionen US-Dollar im Jahr 2016 trug es 14 % zum jährlichen Bruttoinlandsprodukt der USA bei; nach Angaben im Artikel wäre es 2024 als eigener Staat weltweit die viertgrößte Wirtschaftsmacht. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf lag 2016 bei 66.310 US-Dollar, der nationale Durchschnitt der 50 Bundesstaaten bei 57.118 US-Dollar. Gleichzeitig lebten 2016 knapp 15 % der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze, was mit hohen Lebenshaltungskosten und Ungleichheit zusammenhängt.
Wichtige Wirtschaftsbereiche sind Hightech, Filmindustrie, Landwirtschaft, Energie, Verkehr und Industrie. Kalifornien ist bekannt für das Silicon Valley und Unternehmen wie Apple, Intel, AMD, Hewlett Packard, Alphabet, Meta, eBay, Adobe und Yahoo. Hollywood ist Sitz der amerikanischen Filmindustrie. Weitere wichtige Branchen sind Luftfahrt, Raumfahrt, Elektronik, Computerindustrie, Fahrzeugbau, Nahrungsmittelindustrie und Hüttenwerke. Kalifornien besitzt Bodenschätze wie Erdöl, Erdgas, Borsalze, Quecksilber, Magnesit und Gold.
Die Landwirtschaft ist trotz Wassermangel sehr bedeutend. Angebaut werden unter anderem Baumwolle, Gerste, Weizen, Mais, Reis, Hafer, Bohnen und Zuckerrüben. Wichtig sind auch Südfrüchte, Gemüsebau, Vieh- und Geflügelzucht, Fischerei und Weinbau. Etwa 90 % der gesamten Weinproduktion der USA stammen aus Kalifornien. Die Wasserversorgung erfordert Stauseen, Kanäle und Aquädukte; Konkurrenz um Wasser und Naturschutzauflagen setzen die Landwirtschaft unter Druck.
2018 beschloss Kalifornien, seine Elektrizitätsversorgung bis 2045 vollständig auf kohlendioxidfreie, erneuerbare Energiequellen wie Wind- und Sonnenenergie umzustellen. Bis 2030 sollen mindestens 60 % des Strommixes aus erneuerbaren Energien stammen. 2019 deckten Photovoltaikanlagen 19 % des Strombedarfs. Batterie-Speicherkraftwerke hatten Ende 2024 eine Leistung von 13 GW.
Kulturell ist Kalifornien stark durch Hollywood, Popmusik, Architektur, Nationalparks und Sport geprägt. Bekannte Natur- und Schutzgebiete sind unter anderem Yosemite, Death Valley, Joshua Tree, Redwood, Sequoia und Kings Canyon. In Kalifornien liegen zahlreiche historische Missionen aus der spanischen Zeit, die Golden Gate Bridge sowie viele Bauwerke moderner Architektur. In den großen Sportligen gibt es mehrere Teams, etwa in NFL, MLB, NHL, NBA und MLS.
Der Verkehr ist stark auf das Auto ausgerichtet. Öffentlicher Schienenpersonenverkehr ist traditionell schwach entwickelt, mit Ausnahmen wie der San Francisco Bay Area mit BART, Sacramento und der seit 1990 ausgebauten Los Angeles Metro Rail. Amtrak California betreibt unter anderem Capitol Corridor, Pacific Surfliner und Gold Runner. Weitere Systeme sind Caltrain, San Diego Coaster, Metrolink, Altamont Corridor Express sowie Stadtbahnen in Los Angeles, San Diego, San Francisco, San José und Sacramento. Seit 2015 ist California High-Speed Rail im Bau; nach Stand 2025 ist eine teilweise Inbetriebnahme frühestens 2031 bis 2033 denkbar.