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Gospel
Im Originalverständnis der englischen Sprache bezeichnet „Gospel Music“ im weitesten Sinne die Entwicklung der christlichen Musik auf dem nordamerikanischen …
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Begriff und Bedeutung
Im deutschen Sprachgebrauch ist Gospel eine christliche afroamerikanische Stilrichtung der Musik. Sie entwickelte sich Anfang des 20. Jahrhunderts aus dem Spiritual sowie aus Elementen des Blues und Jazz. Als „der“ oder „das Gospel“ kann ein einzelnes Werk dieser Stilrichtung bezeichnet werden.
Im weiteren deutschen Sinn umfasst Gospel auch christliche, englisch gesungene Musik im europäischen Raum bis hin zu christlicher Popmusik. Im englischen Sprachgebrauch bedeutet „Gospel Music“ im weitesten Sinn die Entwicklung der christlichen Musik Nordamerikas vom Evangeliumslied des 19. Jahrhunderts bis zur christlichen Popmusik; im engeren Sinn bezeichnet der Begriff ebenfalls die Kirchenmusik afroamerikanischer Gemeinden.
Gospel im deutschen Sprachgebrauch
Im Deutschen dient Gospel als Oberbegriff für verschiedene Ausprägungen und Weiterentwicklungen afroamerikanischer christlicher Musik. Entscheidend sind die stilistischen Wurzeln in der Modernisierung beziehungsweise Kommerzialisierung des Spirituals Anfang des 20. Jahrhunderts. Deshalb gelten nach deutscher Definition nur Werke mit solchen stilistischen Wurzeln als Gospels.
Gospel wurde zunächst meist als Gemeindegesang praktiziert, außerdem von Gesangsgruppen, Chören oder solistisch vorgetragen. Häufig begleitete eine Band den Gesang. Typische Instrumente waren Schlagzeug, Bass, Klavier und/oder Orgel, oft eine Hammondorgel.
Das chronologisch erste untergeordnete Genre wird im Deutschen als Black Gospel bezeichnet, auf Englisch Traditional Black Gospel. Weiterentwicklungen bis zum aktuellen Gospel, auf Englisch Contemporary Black Gospel, werden unter anderem mit Bezeichnungen wie Modern Gospel oder durch Projekte und Reihen wie Songs for Gospel verbunden. Ein Gospelchor ist ein religiös orientierter Chor mit einem Schwerpunkt auf Gospel im engeren Sinn oder auf Spirituals. Teilweise nennen sich auch Kirchenchöre Gospelchöre, obwohl sie zusätzlich andere populäre Stilrichtungen pflegen.
Gospel im englischen Sprachgebrauch
Im Englischen kann Gospel neben der afroamerikanischen Kirchenmusik die gesamte Entwicklung der christlichen Musik Nordamerikas seit der baptistischen und methodistischen Erweckungsbewegung im 19. Jahrhundert bezeichnen. Der Ausdruck „Gospel Song“ wurde vermutlich erstmals 1874 in gedruckter Form von Philip P. Bliss verwendet. Ursprünglich hatte er, entsprechend der Bedeutung „Evangelium“, einen evangelistischen und missionarischen Charakter. Im Deutschen wurde „Gospel Song“ in diesem Verständnis als „Evangeliumslied“ wiedergegeben.
Die englische Bedeutung kann daher weiter sein als die deutsche. Edwin Hawkins fasste den wesentlichen Gedanken so zusammen: „Gospel ist nicht der Sound, der Klang – es ist die Botschaft. Wenn es von Jesus Christus handelt, ist es Gospel.“
Bekannte Lieder
Zu den nach deutscher Definition bekannten Gospelsongs gehören:
- Joshua Fought the Battle of Jericho
- Precious Lord, Take my Hand von Thomas A. Dorsey (1932)
- Oh Happy Day von Edwin Hawkins (1969)
- Rock of Ages von Augustus Toplady
- Soon and Very Soon von Andraé Crouch
- This Little Light of Mine
Lieder wie Go down Moses oder When the Saints Go Marching In werden mit Gospel in Verbindung gebracht, im Artikel jedoch dem Spiritual zugeordnet.
Gospel-Award
Von 2004 bis 2006 vergaben die Fernseharbeit der evangelischen und der katholischen Kirche sowie die Hilfsorganisation World Vision Deutschland den Gospel-Award. Er war Teil des größten deutschen Gospelwettbewerbs.