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Wahlkreis Bramfeld – Farmsen-Berne – Steilshoop
Der Wahlkreis 12 Bramfeld – Farmsen-Berne – Steilshoop ist ein Wahlkreis zur Wahl der Hamburgischen Bürgerschaft und der Bezirksversammlung im Bezirk …
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Wahlkreis und Wahlverfahren
Der Wahlkreis 12 Bramfeld – Farmsen-Berne – Steilshoop ist ein Wahlkreis für die Wahl der Hamburgischen Bürgerschaft und der Bezirksversammlung im Bezirk Wandsbek. Er umfasst die Stadtteile Farmsen-Berne, Bramfeld und Steilshoop im Nordosten Hamburgs. Benachbart sind die Wahlkreise Alstertal – Walddörfer, Rahlstedt, Wandsbek, Barmbek – Uhlenhorst – Dulsberg sowie Fuhlsbüttel – Alsterdorf – Langenhorn.
Es handelt sich um einen Mehrmandatswahlkreis: Vier Abgeordnete der Hamburgischen Bürgerschaft werden dort direkt oder über Wahlkreislisten gewählt. Bei den Bürgerschaftswahlen ab 2011 hatte jede wahlberechtigte Person jeweils fünf Stimmen für die Landesliste und fünf für die Wahlkreislisten. Diese konnten frei auf Kandidaten und Gesamtlisten der Parteien verteilt werden. Bei der Bürgerschaftswahl 2008 gab es dagegen eine Stimme für die Landesliste und fünf für die Wahlkreislisten.
Für Bezirksversammlungswahlen durften auch Staatsangehörige anderer Mitgliedstaaten der Europäischen Union wählen. Deshalb war die Zahl der Wahlberechtigten dort höher als bei der Bürgerschaftswahl.
Bevölkerung und soziale Struktur
Im Wahlkreis leben etwa 103.000 Menschen; für die Bürgerschaftswahl 2025 waren 75.872 Personen wahlberechtigt. Die Bevölkerungsdichte beträgt 4.950 Einwohner/km² und liegt damit über dem Hamburger Durchschnitt von 2.294 Einwohner/km².
16,5 Prozent der Bevölkerung sind unter 18 Jahre alt, in Hamburg insgesamt 15,7 Prozent. Der Anteil der über 65-Jährigen beträgt 20,5 Prozent gegenüber 18,8 Prozent in Hamburg. Der Ausländeranteil liegt bei 10,6 Prozent und damit unter dem Hamburger Durchschnitt von 14,8 Prozent; bei den Schülern beträgt der Anteil 11,4 Prozent gegenüber 15,6 Prozent hamburgweit.
Der Wahlkreis hat im Vergleich zu Hamburg einen höheren Anteil an Arbeitslosen, Empfängern von Leistungen nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch und Sozialwohnungen. 20,7 Prozent aller Wohnungen sind Sozialwohnungen, in Hamburg 13,2 Prozent. Pro Einwohner stehen 35,1 m² Wohnfläche zur Verfügung; hamburgweit sind es 36,5 m². Wohnungen sind durchschnittlich 70,2 m² groß, gegenüber 71,8 m² in Hamburg.
2006 waren 50,3 Prozent der Einwohner sozialversicherungspflichtig beschäftigt, gegenüber 47,3 Prozent in Hamburg. Die Arbeitslosenquote betrug im September 2006 8,8 Prozent, hamburgweit 7,8 Prozent. Im Juni 2006 bezogen 6,6 Prozent der Bevölkerung Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II, in Hamburg 5,7 Prozent; im September 2006 erhielten 13,3 Prozent Hartz-IV-Leistungen, gegenüber 11,9 Prozent hamburgweit.
Die Kriminalitätsrate liegt unter dem Hamburger Durchschnitt: Es gab 98 Straftaten je 1.000 Einwohner gegenüber 137 in Hamburg, vier Gewaltdelikte gegenüber fünf sowie 48 Diebstähle gegenüber 63 je 1.000 Einwohner.
Bürgerschaftswahl 2025
Am 2. März 2025 lag die Wahlbeteiligung bei 61,7 Prozent. Von 75.872 Wahlberechtigten gaben die Wähler für Landeslisten 230.063 und für Wahlkreislisten 223.257 gültige Stimmen ab. Ungültig waren 0,9 Prozent der Landeslisten-Stimmzettel und 3,1 Prozent der Wahlkreislisten-Stimmzettel. Acht Parteien oder Wählergruppen hatten Wahlkreisbewerber: SPD, CDU, FDP, Grüne, Die Linke, Volt, FREIE WÄHLER und DAVA-Hamburg.
Bei den Landeslisten erhielt die SPD 38,8 Prozent, die CDU 22,3 Prozent, die Grünen 11,0 Prozent und Die Linke 8,1 Prozent. Es folgten Volt mit 2,1 Prozent, FDP mit 1,4 Prozent, DAVA-Hamburg mit 0,8 Prozent und FREIE WÄHLER mit 0,5 Prozent. Auf Landeslisten von Parteien ohne eigene Wahlkreisliste entfielen 4,0 Prozent der gültigen Stimmen.
Bei den Wahlkreislisten erreichten CDU 31,8 Prozent, SPD 37,0 Prozent, Die Linke 10,6 Prozent und Grüne 10,1 Prozent. Gewählt wurden Regina-Elisabeth Jäck und Tom Hinzmann (SPD), Sandro Kappe (CDU) sowie Nadine Tjarks (Linke). Die einleitende Übersicht nennt dagegen Thomas Meyer (Die Linke) als Abgeordneten; die Angaben weichen somit voneinander ab.
Bürgerschaftswahlen 2008 bis 2020
Bei der Bürgerschaftswahl 2020 waren 77.080 Personen wahlberechtigt, die Wahlbeteiligung betrug 56,3 Prozent. Die SPD erhielt bei den Landeslisten 48,0 Prozent, die Grünen 16,5 Prozent, die CDU 11,0 Prozent, die AfD 7,7 Prozent und Die Linke 7,3 Prozent. Gewählt wurden Regina-Elisabeth Jäck und Lars Pochnicht (SPD), Sandro Kappe (CDU) sowie Dennis Paustian-Döscher (Grüne).
2015 lag die Wahlbeteiligung bei 51,8 Prozent. Die SPD erreichte 53,3 Prozent der Landeslistenstimmen, CDU 15,2 Prozent, AfD 7,9 Prozent, Grüne 7,4 Prozent und Die Linke 6,9 Prozent. Alle vier Wahlkreisabgeordneten kamen von SPD oder CDU: Jens-Peter Schwieger, Regina-Elisabeth Jäck und Lars Pochnicht (SPD) sowie Thomas Kreuzmann (CDU).
2011 betrug die Wahlbeteiligung ebenfalls 51,8 Prozent. Die SPD erhielt 54,2 Prozent, CDU 21,6 Prozent, GRÜNE/GAL 7,6 Prozent und Die Linke 5,9 Prozent der Landeslistenstimmen. Gewählt wurden Thomas Kreuzmann (CDU), Ingo Egloff, Carola Thimm und Jens-Peter Schwieger (alle SPD). Egloff legte sein Bürgerschaftsmandat nach seinem Nachrücken in den Deutschen Bundestag für den neuen Ersten Bürgermeister Olaf Scholz nieder; Lars Pochnicht rückte in die Bürgerschaft nach.
2008 lag die Wahlbeteiligung bei 60,4 Prozent für die Landesliste und 60,3 Prozent für die Wahlkreislisten. Die CDU erzielte 43,0 Prozent der Landeslistenstimmen, die SPD 36,4 Prozent, Die Linke 7,1 Prozent und GAL 6,2 Prozent. Gewählt wurden Thomas Kreuzmann und Olaf Böttger (CDU) sowie Ingo Egloff und Carola Thimm (SPD).
Bezirkswahlen und langfristige Entwicklung
Bei der Bezirksversammlungswahl 2011 lag die Wahlbeteiligung bei 52,0 Prozent. Die SPD erhielt bei den Bezirkslisten 52,7 Prozent, CDU 21,7 Prozent, GRÜNE/GAL 9,8 Prozent, Die Linke 6,9 Prozent und FDP 5,1 Prozent. Bei der Bezirksversammlungswahl 2008 betrug die Wahlbeteiligung der Wahlkreislisten 59 Prozent. Die CDU gewann drei Sitze mit 39,2 Prozent, die SPD ebenfalls drei Sitze mit 36,3 Prozent; GAL erhielt einen Sitz mit 9,8 Prozent und Die Linke einen Sitz mit 8,3 Prozent.
Bis einschließlich 2004 waren Bürgerschaftswahlen reine Listenwahlen ohne Wahlkreise. Für 1966 bis 2004 fasst die Tabelle deshalb die Ergebnisse der Stadtteile des heutigen Wahlkreises zusammen. Ab 2008 wird das Ergebnis der Landesliste angegeben, weil es für die Mehrheitsverhältnisse in der Bürgerschaft entscheidend ist. Die Summe kann unter 100 Prozent liegen, da nur Parteien aufgeführt sind, die in mindestens einem Stadtteil mindestens einmal mehr als fünf Prozent der gültigen Stimmen erreichten.
Die SPD war von 1966 bis 2020 meist stärkste Partei; ihr Anteil reichte von 65,7 Prozent 1966 bis 34,8 Prozent 2004 und lag 2020 bei 48,0 Prozent. Die CDU erreichte 46,5 Prozent 2004 und 43,0 Prozent 2008, sank aber bis 2020 auf 11,0 Prozent. Die Grünen kamen 2020 auf 16,5 Prozent. Die Linke erzielte seit 2008 zwischen 5,9 und 7,3 Prozent, die AfD 2015 7,9 Prozent und 2020 7,7 Prozent.