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Bevölkerungsdichte
Die Bevölkerungsdichte oder Einwohnerdichte ist eine sozialwissenschaftliche Kennzahl, die die mittlere Anzahl der Einwohner pro Fläche für ein bestimmtes …
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Grundbegriff und Berechnung
Die Bevölkerungsdichte oder Einwohnerdichte ist eine sozialwissenschaftliche Kennzahl. Sie gibt an, wie viele Einwohnerinnen und Einwohner im Durchschnitt auf eine bestimmte Fläche kommen, zum Beispiel in einem Staat, einer Region oder einem Bezirk. Üblicherweise wird sie in Einwohnern pro Quadratkilometer angegeben. Berechnet wird sie, indem man die Einwohnerzahl eines Gebietes durch die Fläche dieses Gebietes teilt.
Ein verwandter Begriff ist die Siedlungsdichte. Sie beschreibt die Einwohnerzahl je Quadratkilometer Siedlungs- und Verkehrsfläche, bezieht sich also stärker auf tatsächlich genutzte Flächen. Der Kehrwert der Bevölkerungsdichte heißt Arealitätsziffer. Sie gibt an, wie viel Fläche jedem Einwohner durchschnittlich zur Verfügung steht. In der Tierwelt entspricht der Bevölkerungsdichte die Populationsdichte.
Globale Unterschiede
Die mittlere Bevölkerungsdichte der gesamten Landfläche der Erde betrug 2023 rund 61 Einwohner je Quadratkilometer. Bis Ende des Jahrhunderts könnte sie auf durchschnittlich 78,1 EW/km² steigen.
Zwischen den Kontinenten gibt es große Unterschiede. Asien ist mit gut 152 EW/km² der am dichtesten besiedelte Kontinent. Australien und Ozeanien sind mit 5,4 EW/km² im weltweiten Vergleich am dünnsten besiedelt. Für Afrika wird prognostiziert, dass die Bevölkerungsdichte von gut 50 auf knapp 130 EW/km² steigt. Für Nordamerika wird eine leichte Erhöhung von durchschnittlich 20,3 auf 25,5 EW/km² erwartet. Für Lateinamerika und die Karibik wird ein leichter Rückgang von 32,5 auf 30,3 EW/km² angenommen. In Europa würde die vorausgesagte Bevölkerungsentwicklung von 33,8 EW/km² im Jahr 2023 auf 26,8 EW/km² im Jahr 2100 sinken; das entspräche einem Bevölkerungsrückgang von 7 %.
Staaten und Regionen im Vergleich
Die höchsten und niedrigsten Werte unterscheiden sich stark danach, ob Stadtstaaten, Flächenstaaten oder Regionen betrachtet werden. Die höchste Bevölkerungsdichte unter den Stadtstaaten hatte Monaco mit 18.282 Einwohnern je Quadratkilometer am 31. Dezember 2020. Unter den Flächenstaaten hatte Bangladesch mit 1.240 Einwohnern je Quadratkilometer im Jahr 2020 die höchste Bevölkerungsdichte.
Besonders geringe Werte finden sich in sehr dünn besiedelten Regionen und Staaten. Nunavut in Nordkanada hatte 2016 als Region 0,02 Einwohner je Quadratkilometer. Die Mongolei hatte 2019 unter den Flächenstaaten mit 2 Einwohnern je Quadratkilometer eine der niedrigsten Bevölkerungsdichten. Der mit Abstand am dünnsten besiedelte Kontinent ist Antarktika mit 0,0001 bis 0,0003 Einwohnern je Quadratkilometer.
Zum Vergleich nennt der Artikel für Deutschland 234 Einwohner je Quadratkilometer am 31. Dezember 2024, für Österreich 110 am 1. Januar 2025, für die Schweiz 217 am 31. Dezember 2023, für Belgien 376 am 1. Januar 2020 und für die Niederlande 413 am 1. Januar 2021.
Städte, Stadtteile und lokale Extreme
Innerhalb eines Landes ist die Bevölkerungsdichte oft sehr ungleich verteilt. Die höchsten Werte findet man meist in Städten, und einzelne Stadtteile können noch viel dichter besiedelt sein als die Stadt insgesamt. Macau hatte am 31. Dezember 2015 geschätzt 20.997 Einwohner pro Quadratkilometer. Der Stadtteil Santo António in Macau erreichte fast 124.727 Einwohner pro Quadratkilometer.
Als vermutlich höchste jemals erreichte Bevölkerungsdichte nennt der Artikel die Kowloon Walled City in Hongkong, die 1993 abgerissen wurde. Dort lebten etwa 33.000 Menschen auf nur 0,026 Quadratkilometern. Das entspricht etwa 1.300.000 Einwohnern pro Quadratkilometer, also rechnerisch nur 0,8 Quadratmetern pro Einwohner.
In Europa hatten Levallois-Perret mit 27.908 und Paris mit 20.360 Einwohnern pro Quadratkilometer am 1. Januar 2020 sehr hohe Werte. Das 11. Arrondissement von Paris, Popincourt, hatte 39.317 Einwohner pro Quadratkilometer. Als dichtestbesiedelter Stadtteil Europas wird Florida in L’Hospitalet de Llobregat genannt, wo etwa 77.000 Menschen auf einem Quadratkilometer leben. In Nordamerika ist Guttenberg im US-Bundesstaat New Jersey mit 24.034 Einwohnern pro Quadratkilometer im Jahr 2020 die am dichtesten bevölkerte Stadt.
Solche Zahlen sind jedoch nur begrenzt aussagekräftig. Die Bevölkerungsdichte einer Stadt hängt stark davon ab, wie ihre Grenzen gezogen sind und wie viel unbewohnte Fläche wie Wald, Ackerland, Wasser-, Gewerbe- oder Hafenfläche sie enthält. Auch die Wohnungsbelegung beeinflusst die Werte: Städte mit vielen Singlehaushalten haben tendenziell eine geringere Einwohnerdichte. Dicht bebaute Wohngebiete ohne größere unbewohnte Flächen erreichen leicht Werte von über 10.000 Einwohnern pro Quadratkilometer.
Beispiele im deutschsprachigen Raum
In Deutschland ist München mit 4844 Einwohnern je Quadratkilometer die statistisch am dichtesten besiedelte Großstadt, vor Berlin mit 4153, Herne mit 3039 und Stuttgart mit 2939 Einwohnern pro Quadratkilometer. Hamburg hat als zweitgrößte Stadt Deutschlands 2455 Einwohner je Quadratkilometer, aber große Wasser-, Gewerbe-, Hafen- und landwirtschaftlich geprägte Flächen senken den Durchschnitt. München liegt unter anderem wegen seiner eng gezogenen Stadtgrenze vorne.
Auf Stadtteilebene sind die Werte deutlich höher: Schwabing-West in München hat 15.776 Einwohner pro Quadratkilometer, Friedenau in Berlin 17.891, Friedrichstadt in Düsseldorf 19.607 und Eimsbüttel in Hamburg 17.870. Das Westend in Wiesbaden erreicht rechnerisch 27.004 Einwohner pro Quadratkilometer; dort leben 18.093 Einwohner auf 0,67 Quadratkilometern. Der am dichtesten besiedelte Landkreis Deutschlands ist der Kreis Mettmann mit 1201 Einwohnern je Quadratkilometer, gefolgt vom Main-Taunus-Kreis mit 1073 und dem Landkreis Offenbach mit 1008. Besonders dünn besiedelt sind die Landkreise Prignitz und Altmarkkreis Salzwedel mit jeweils 35 Einwohnern pro Quadratkilometer sowie die Uckermark mit 38. Die am dünnsten besiedelte Gemeinde ist Wiedenborstel in Schleswig-Holstein mit 9 Einwohnern auf 4,52 Quadratkilometern, also 2 Einwohnern pro Quadratkilometer. Unter den Flächenländern ist Nordrhein-Westfalen mit 527 Einwohnern pro Quadratkilometer am dichtesten besiedelt, Mecklenburg-Vorpommern mit 68 am dünnsten.
Für Österreich nennt der Artikel die Großstädte Wien mit 4919 Einwohnern pro Quadratkilometer, Graz mit 2406, Salzburg mit 2404, Linz mit 2232 und Innsbruck mit 1266; Nebenwohnsitze wurden dabei nicht miteinbezogen. Der dichteste Wiener Gemeindebezirk ist Margareten mit 54.060 Personen auf 2,03 Quadratkilometern, also 26.631 pro Quadratkilometer. Danach folgt die Josefstadt mit 22.231 Einwohnern pro Quadratkilometer.
In der Schweiz hat der Kanton Basel-Stadt mit 5326 Einwohnern pro Quadratkilometer die höchste Bevölkerungsdichte, Graubünden mit 29 die niedrigste. Städte sind auch dort nur eingeschränkt vergleichbar: Genf hat 12'828 Einwohner pro Quadratkilometer, während Winterthur wegen 40 % Waldfläche nur 1717 erreicht. In Basel hat das Quartier Matthäus mit 26'068 Einwohnern pro Quadratkilometer am 30. September 2021 die größte Bevölkerungsdichte der Stadt. In Zürich ist Aussersihl, Kreis 4, mit 10'012 Einwohnern pro Quadratkilometer am 31. Dezember 2020 der dichteste Stadtkreis. In Liechtenstein hat Mauren mit 618 Einwohnern je Quadratkilometer die höchste und Triesenberg mit 92 die niedrigste Einwohnerdichte der elf Gemeinden.
Aussagekraft und Grenzen der Kennzahl
Die Bevölkerungsdichte ist eine Durchschnittszahl für eine festgelegte Fläche. Deshalb kann ihre Aussagekraft gering sein, wenn ein Gebiet sehr unterschiedlich genutzt oder bewohnbar ist. Geographische Besonderheiten wie Wüsten, Gebirge, Wälder, Ackerflächen oder große unbewohnte Flächen werden durch den Durchschnittswert nicht sichtbar. Für Länder mit großen Wüsten- oder Gebirgsanteilen, etwa Ägypten, Saudi-Arabien, die Volksrepublik China oder die Mongolei, kann der Vergleich mit anderen Ländern deshalb irreführend sein. Genauer ist in solchen Fällen die Besiedlungsdichte, die sich auf theoretisch besiedelbare oder tatsächlich besiedelte Flächen bezieht.
Das gilt auch für Städte und Gemeinden. Eine große Gemarkung mit Wald- und Ackerflächen kann die durchschnittliche Bevölkerungsdichte stark senken, obwohl die Menschen in einzelnen Stadtteilen eng zusammenleben. Ein Extrembeispiel ist die schwedische Gemeinde Kiruna: Dort leben 23.129 Einwohner auf 19.371 Quadratkilometern, also 1,2 Einwohner je Quadratkilometer. Im Hauptort Kiruna leben aber 18.154 Einwohner auf nur 15,92 Quadratkilometern, also 1140 Einwohner je Quadratkilometer. Damit konzentrieren sich 78,5 Prozent der Einwohner auf nur 0,08 Prozent der Fläche. Außerhalb der Stadt liegt die durchschnittliche Bevölkerungsdichte nur bei 0,26 Einwohnern je Quadratkilometer.
Auch Weltkarten zur Bevölkerungsdichte können verzerren, weil sie auf statistischen Flächeneinheiten beruhen. In manchen Ländern sind diese Einheiten klein, etwa Kreise und Städte in Deutschland, in anderen sehr groß, etwa ganze Staaten. Je größer und unterschiedlicher diese Einheiten sind, desto stärker kann das Kartenbild verfälscht werden. Eine bessere Vergleichbarkeit ermöglicht die kleinräumige Betrachtung der Bevölkerungszahl in Gitterzellen eines standardisierten Rasters, zum Beispiel nach der INSPIRE-Spezifikation. Dabei spielen administrative Grenzen keine Rolle mehr.