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Volksversammlung
Der geschichtliche Ursprung der Volksversammlungen liegt in der Antike, vor allem im antiken Griechenland, wo zahlreiche Stadtstaaten (poleis) über diese mal …
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Definition und politische Funktion
Eine Volksversammlung ist die öffentliche Zusammenkunft der Bürger eines Staates oder einer anderen Gebietskörperschaft, etwa einer Gemeinde, zu politischen Zwecken. Sie kann politische Fragen öffentlich beraten und durch Abstimmungen entscheiden, politische Amtsträger wählen oder andere politische Handlungen vornehmen.
Sie ist der institutionelle Gegenentwurf zum modernen Parlament der repräsentativen Demokratie. In einem Parlament beraten und entscheiden eigens berufene, meist hauptamtliche Volksvertreter, die Abgeordneten. Normale Bürger sind von dieser unmittelbaren parlamentarischen Tätigkeit in der Regel ausgeschlossen.
Volksversammlungen in der Antike
Volksversammlungen haben ihren geschichtlichen Ursprung vor allem in der Antike. In zahlreichen Stadtstaaten des antiken Griechenlands, den Poleis, gab es die mehr oder weniger förmlich organisierte Ekklesia.
Besonders bekannt ist die athenische Volksversammlung der attischen Demokratie. An ihr durften alle athenischen Vollbürger teilnehmen. Sie trat mehrmals im Monat an einem festen Ort zusammen und entschied über die wichtigsten Angelegenheiten des Staates.
Auch in der Römischen Republik bestanden Volksversammlungen. Zu den bedeutendsten gehörte die Comitia Centuriata.
Thing und Landsgemeinde
Im alten germanischen Recht hieß die Volksversammlung Thing. Diese Form beziehungsweise Bezeichnung hat sich unter anderem im isländischen Althing erhalten.
In der Schweiz besteht die Tradition an einigen Orten als Landsgemeinde fort, beispielsweise im Kanton Glarus. Auf örtlicher Ebene gibt es außerdem in kleineren Gemeinden Gemeindeversammlungen. Ein Beispiel ist die Abstimmung der Glarner Landsgemeinde im Jahr 2006.
Bedeutung in der Gegenwart
In heutigen politischen Systemen sind Volksversammlungen im wörtlichen Sinn äußerst selten. In repräsentativen Demokratien wirkt das souveräne Wahlvolk vor allem durch Wahlen an der politischen Willensbildung mit. Anschließend wird es durch gewählte Abgeordnete vertreten. Weitere Einflussmöglichkeiten liegen in außerparlamentarischen Formen, etwa Demonstrationen.
Volksversammlungen gehören jedoch weiterhin zur politischen Ordnung einiger Schweizer Kantone und kleinerer Kommunen in Neuengland, beispielsweise Groveland im US-Bundesstaat Massachusetts. Dort können sie mitunter das politische Machtzentrum bilden.