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Theologische Anthropologie
Die theologische Anthropologie geht davon aus, dass die Bücher der Bibel eine Tradition des Nachdenkens über Gott und den Menschen widerspiegeln, und versucht …
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Gegenstand und Bedeutung
Die theologische oder christliche Anthropologie ist ein Teilbereich der systematischen Theologie. Sie deutet den Menschen aus christlich-theologischer Sicht und fragt vor allem nach seinem Wesen und seiner Bestimmung vor Gott. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass die Bücher der Bibel eine Tradition des Nachdenkens über Gott und den Menschen widerspiegeln. Daraus versucht die theologische Anthropologie allgemein gültige Aussagen und Folgerungen abzuleiten.
Das Menschenbild des Alten Testaments
Für die Deutung des alttestamentlichen Menschenbildes sind Begriffe wie basar, nefesch, leb und ruach wichtig. Anders als die griechisch-hellenistische Anthropologie setzt das hebräische Denken keinen Leib-Seele-Dualismus, also keine strikte Zweiteilung des Menschen in Körper und Seele, und keine Leib-Seele-Geist-Trichotomie, also keine Dreiteilung, voraus.
Die körperlichen und anthropologischen Grundbegriffe beziehen sich vielmehr auf den Menschen als Ganzheit und auf seine Einbindung in soziale Beziehungen. Deshalb können basar, nefesch und leb jeweils stellvertretend für den ganzen Menschen stehen.
Die Frage nach dem Menschen
Im Alten Testament erscheint wiederholt die Frage „was ist der Mensch“ (Ps 8,5; Ps 144,3; Ijob 7,17; 15,14; Sir 18,8). Der Mensch ist dabei zugleich Subjekt und Objekt seiner Frage: Er fragt nach sich selbst, kann sich aus eigener Kraft aber nur schwer vollständig bestimmen. Die Frage bildet daher den Ausgangspunkt weiterer theologischer Überlegungen. Diese verstehen den Menschen als ein Wesen, das nur von Gott her angemessen verstanden werden kann.
Zentrale Themen
Die theologische Anthropologie untersucht biblische und theologiegeschichtliche Deutungen der Geschöpflichkeit und Gottebenbildlichkeit des Menschen. Geschöpflichkeit bezeichnet den Menschen als von Gott geschaffen; Gottebenbildlichkeit beschreibt seine besondere Beziehung und Entsprechung zu Gott.
Weitere Themen sind Heiligkeit und Gerechtigkeit sowie die Ursünde („Erbsünde“), die „universale Sündenverfallenheit“ („Konkupiszenz“) und die einzelnen Sünden des Menschen. Schließlich fragt die theologische Anthropologie nach der Neugestaltung beziehungsweise theologischen Rechtfertigung des Menschen durch Gott oder Jesus Christus und seine Gnade sowie nach dem erlösten und befreiten Menschsein.
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