Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Telekolleg

Mathematik (insgesamt 39). Algebra/Vektorenrechnung (13, mit Heinz Gascha, BR ... Extremwertaufgaben 1; 11. Extremwertaufgaben 2: Integralrechnung: 1 …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Gegenstand und Lernweg
  2. 2. Entwicklung und Abschlüsse
  3. 3. Teilnahme und Organisation
  4. 4. Fachgebiete und Lehrgänge
  5. 5. Grundkurse

Gegenstand und Lernweg

Das Telekolleg ist ein berufsbegleitendes Angebot der Erwachsenenbildung. Es ermöglicht in mehreren deutschen Ländern seit 1967 den Erwerb der mittleren Reife oder der Fachhochschulreife. Federführend sind der Bayerische Rundfunk (BR) sowie die Bildungs- und Kultusministerien von Bayern und Brandenburg.

Das Bildungssystem verbindet drei Lernformen: Fernsehsendungen, schriftliches Studienmaterial und regelmäßige Unterrichtsveranstaltungen. Die Teilnehmenden eignen sich Inhalte im Selbststudium an und vertiefen sie im Präsenzunterricht. Das Angebot richtet sich vor allem an junge Erwachsene, die sich neben Beruf oder Familienarbeit weiterqualifizieren möchten.

Die Lerninhalte werden über Lehrbücher, begleitende Fernsehsendungen, Webseiten und Kollegtage vermittelt. Je nach beruflicher Tätigkeit gibt es die Fachrichtungen Technik, Wirtschaft und Sozialwesen. Es ist auch möglich, einzelne Fächer zur Weiterbildung zu belegen.

Entwicklung und Abschlüsse

Das Telekolleg I startete am 2. Januar 1967 zunächst nur in Bayern im BR-Studienprogramm. Es führte zur mittleren Reife und umfasste anfangs 455 Fernsehsendungen. Grundfächer waren Deutsch, Englisch, Geschichte, Mathematik und Physik. Als Zusatzfächer wurden unter anderem Biologie, Technisches Zeichnen, Wirtschaftsgeographie, Volks- und Betriebswirtschaft, Elektrotechnik, Sozialkunde, Chemie, Technische Chemie und Betriebliches Rechnungswesen angeboten.

Ab 1969 beteiligten sich Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und das Saarland, ab 1976 auch Nordrhein-Westfalen. Wegen nachlassender Nachfrage wurde das Telekolleg I 1984 eingestellt. Bis dahin hatten rund 22.000 Personen auf diesem Weg die mittlere Reife erworben.

Das Telekolleg II begann 1972. Es führte in Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland innerhalb von zwei Jahren zur Fachhochschulreife. In Bayern gab es anfangs zusätzlich ein Telekolleg für Erzieher mit dem Abschluss des staatlich anerkannten Erziehers. Die erste Phase umfasste 325 Fernsehsendungen: 169 produzierte der BR, 104 der SWF und 52 der WDR. Zunächst fanden nur die Lehrgänge 1972/74 und 1974/76 statt. Der erste Lehrgang hatte insgesamt über 2.000 Absolventen, darunter etwa 1.500 im Telekolleg II Südwest, 443 im bayerischen Telekolleg II und 556 Erzieher.

Bei der Neuaufnahme 1980 kam Nordrhein-Westfalen hinzu; ab 1992 beteiligte sich Brandenburg. Um die Jahrtausendwende verließen Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und das Saarland den Verbund, 2014 auch Rheinland-Pfalz. Am 18. September 1981 beschloss die Kultusministerkonferenz die bundesweite Anerkennung der Telekolleg-Abschlüsse.

2002 wurde das Telekolleg II durch das Telekolleg MultiMedial ersetzt. Nach dem Ausscheiden von Rheinland-Pfalz wird es von Bayern und Brandenburg gemeinsam mit dem BR veranstaltet. Der Lehrgang führt in etwas mehr als 16 Monaten zur Fachhochschulreife; in Bayern kann die mittlere Reife zusätzlich in 6 Monaten erworben werden. Bis Anfang 2007 hatte das Telekolleg etwa 150.000 Teilnehmende, von denen ungefähr 60.000 die mittlere oder Fachhochschulreife erwarben. Zehn Jahre später waren es mehr als 65.000 Absolventen.

Teilnahme und Organisation

Ein regulärer Lehrgang umfasst vier Trimester und dauert einschließlich der Abschlussprüfungen 20 Monate. Mit dem empfohlenen Vorkurs dauert er 24 Monate. Beim sogenannten Splitting wird die Fachhochschulreife nach zwei Lehrgängen erworben.

Voraussetzung ist unter anderem eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine mindestens vierjährige einschlägige Berufstätigkeit. Ebenfalls anerkannt wird das selbstständige Führen eines Familienhaushalts. Dieses Kriterium gilt als Alternative zur abgeschlossenen Berufsausbildung; bereits seit den Anfängen gehörten auch Hausfrauen zur Zielgruppe. Ursprünglich sollte das Telekolleg besonders der ländlichen Bevölkerung mehr Bildung ermöglichen.

Die Kollegtage finden üblicherweise an 56 Samstagvormittagen innerhalb von zwei Jahren einschließlich Vorkurs statt. Der Vorkurs besteht aus Deutsch, Mathematik und Englisch. Interessierte am Lehrgang zur mittleren Reife in Bayern müssen ihn absolvieren. Eine ausschließliche Einzelbelegung des Vorkurses ist nicht möglich; er wird nur in Verbindung mit der Fachhochschulreife oder mittleren Reife angeboten.

Die Kosten lagen 1967 bei 25 DM, was heute ungefähr 59 Euro entspricht. 2024 kosteten die Lehrwerke etwa 170 Euro für die mittlere Reife und etwa 350 Euro für die Fachhochschulreife. Anmelde- oder Lehrgangsgebühren werden nicht erhoben.

Die Fernsehsendungen laufen auf ARD alpha, dem Bildungskanal des Bayerischen Rundfunks. Im November 2024 begann der 23. Lehrgang; die Lehrgänge werden zusätzlich online begleitet. Kollegtagsschulen gibt es in Bayern in Altötting, Bad Tölz, Freilassing, Freising, Ingolstadt, München, Rosenheim, Landshut, Passau, Amberg, Regensburg, Weiden, Bamberg, Bayreuth, Hof, Ansbach, Nürnberg, Aschaffenburg, Schweinfurt, Würzburg, Augsburg, Donauwörth und Neu-Ulm. In Brandenburg gehören Oranienburg und Königs Wusterhausen dazu.

Fachgebiete und Lehrgänge

Der im Artikel für den Zeitraum 2022–2024 aufgeführte Lehrgang deckt geistes- und gesellschaftswissenschaftliche, wirtschaftliche, mathematische, naturwissenschaftliche und technische Inhalte ab.

Im Bereich Deutsch gibt es insgesamt 39 Folgen. Die drei 13-teiligen Reihen Sprachkompetenz, Literatur und Medienkompetenz behandeln unter anderem Rhetorik, Referate, Diskussionen, Textanalyse, Erörterung, Literaturformen, Drama, Lyrikanalyse, kreatives Schreiben, Mediengeschichte, journalistische Darstellungsformen, Manipulation, Propaganda, Mediendesign und die gesellschaftlichen Wirkungen der Mediennutzung. Der Geschichtslehrgang mit 13 Folgen reicht vom Versailler Frieden und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts über deutsche Teilung und Wiedervereinigung bis zu Europäischer Einigung, Kaltem Krieg, Nahostkonflikt, Terrorismus, Globalisierung und Umweltproblemen. Sozialkunde behandelt unter anderem Gewaltenteilung, Demokratie, Bürgergesellschaft, Familie, Bildung, Arbeit, soziale Sicherung, Europa, Globalisierung, UNO sowie Krieg und Frieden. Psychologie umfasst Einführung, Wahrnehmung, Lernen und Gedächtnis, Denken, Motivation und Emotion, Persönlichkeit, Gruppen und Konflikte, Kommunikation, Entwicklung, Pädagogik, klinische Psychologie sowie Markt-, Werbe- und Konsumentenpsychologie.

Wirtschaft besteht aus insgesamt 20 Folgen: 13 zur Volkswirtschaftslehre und 7 zur Betriebswirtschaftslehre. Die Volkswirtschaftslehre behandelt unter anderem Markt, Angebot und Nachfrage, Wirtschaftskreislauf, Volkseinkommen, Staat, Soziale Marktwirtschaft, Konjunktur, wirtschaftspolitische Ziele, Ökologie, Wettbewerb, Arbeitsmarkt, Geldwert und Außenwirtschaft. Die Betriebswirtschaftslehre behandelt Unternehmensführung, Ziele und Strategien, Unternehmensentscheidungen, betriebliche Funktionen, Rechnungswesen und Controlling.

Mathematik umfasst 39 Folgen. Algebra und Vektorenrechnung behandeln lineare Gleichungssysteme, quadratische Gleichungen und Funktionen, Geraden und Ebenen im Raum, das Kreuzprodukt sowie Flächen- und Volumenberechnungen. Differential- und Integralrechnung führen vom Tangentenproblem über Grenzwerte, Ableitungsregeln, Kurvendiskussion und Extremwertaufgaben zur Integralfunktion, zu Wachstums- und Flächenberechnungen sowie zum Hauptsatz der Differential- und Integralrechnung. Statistik und Stochastik behandeln Datenerhebung, graphische Darstellung, Mittelwerte, Abweichung, Normalverteilung, Zufallsexperimente, Häufigkeit, Wahrscheinlichkeit und Hypothesentests.

Biologie, Chemie und Physik umfassen jeweils größere Reihen mit insgesamt 13 bzw. 39 Folgen. Biologie behandelt Ökologie, Nervensystem, Gehirn, Hormone, Ernährung, Immunsystem, Genetik, Humangenetik, Gentechnik, Evolution, Sexualität und den Wandel von Ökosystemen. Chemie behandelt Atommodelle, Atombau, Periodensystem, Bindungen, Moleküle, Ionen, Reaktionsgeschwindigkeit, Gleichgewicht, Säuren und Basen, Redoxreaktionen sowie elektrochemische und elektrolytische Reaktionen; eine sieben Folgen umfassende Reihe ist speziell auf Chemie für Biologie ausgerichtet. Physik gliedert sich vor allem in Mechanik und Elektrizität. Themen sind Bewegung, Kräfte, Arbeit, Energie, Drehung, Planetenbewegung, Gravitation, elektrische Ladung, Felder, Spannung, Strom, Leistung, Elektromagnetismus, Induktion, Wechselstrom und Schwingungen. Früher gab es außerdem Atomphysik.

Der technische Bereich umfasst 6 Folgen Informatik und 7 Folgen Technologie. Informatik behandelt Tabellenkalkulation, Funktionen, Grafiken, Datenbanken, Abfragen, Formulare und Berichte. Technologie behandelt Energieumwandlungen, thermodynamische Systeme, Kraftwerke, optimierten Energieeinsatz, Digitaltechnik, Mikrocomputertechnik und Regelungstechnik.

Bei den Fremdsprachen werden Englisch und Französisch angeboten. Zu Englisch gehören Fast Track English mit Reihen zu 39, 26 und 13 Folgen, darunter Fast Track English – The Business World, sowie America – People and Places mit 13 Folgen. Französisch umfasst insgesamt 52 Folgen, darunter Bon Courage mit 39 Folgen und 13 Folgen der ersten Staffel von C’est ça, la vie.

Grundkurse

Für Deutsch, Mathematik und Englisch gibt es jeweils einen 15-teiligen Grundkurs. Zusammen ergeben die 45 Sendungen den Telekolleg-Vorkurs. Jede Sendung dauert etwa 30 Minuten.

Der Grundkurs Deutsch behandelt zwischenmenschliche Kommunikation, Recherche, Mediennutzung, mündliches und schriftliches Formulieren, Textbeurteilung, Lesen, Zusammenfassen, Textanalyse, Erörterung, Grammatik und Rechtschreibung sowie die Untersuchung von Prosatexten und Literatur.

Der Grundkurs Mathematik führt von Mengen, Schnittmengen, Zahlengerade, Termen und Termumformungen über Gleichungen, Ungleichungen, lineare Gleichungssysteme, Proportionalitäten, Relationen und lineare Funktionen zu reellen Zahlen und quadratischen Funktionen. Außerdem behandelt er Schnittpunkte linearer und quadratischer Funktionen, Sätze am rechtwinkligen Dreieck, Sinus-, Kosinus- und Tangensfunktion sowie Sinus- und Kosinussatz.

Der Grundkurs Englisch vermittelt die Sprache anhand von Alltagssituationen wie Grillen, Umzug, Installation, Wochenende, Stadtführung, Museum, Reise, Autovermietung, Einkaufen, Spaziergang, Rundfahrt, Träumen, Sport, Begrüßung und Rückkehr.

Weiterlesen

Land (Deutschland) Land (Deutschland) · Niedersachsen · Bremen · Hamburg · Mecklenburg- Vorpommern · Sachsen-Anhalt · Sachsen · Brandenburg · Berlin … Bayern Geographie ... Bayern ist mit rund 1300 Museen das museumsreichste Bundesland Deutschlands und eine der museumsreichsten Regionen des Kontinents. Brandenburg Zu den wesentlichen Wirtschaftszweigen in Brandenburg gehören die Automobilfertigung, die Stahlindustrie, die Landwirtschaft, die Energiewirtschaft, der … Saarland Das Saarland ([ˈzaːɐ̯lantʰ]; französisch la Sarre) ist ein Land im Südwesten der Bundesrepublik Deutschland. Das kleinste der Flächenländer und hinsichtlich … Nordrhein-Westfalen ... Blauen Banane“. Den nördlichen Teil des Ballungsraums Rhein-Ruhr bildet das stark verstädterte Ruhrgebiet (vgl. Ruhrstadt) mit den Zentren Dortmund, Essen … Euro Er wird von der Europäischen Zentralbank emittiert und fungiert als gemeinsame offizielle Währung in 21 EU-Mitgliedstaaten, die zusammen die Eurozone bilden, … Deutsche Sprache Die heutige deutsche Standardsprache entwickelte sich überwiegend aus den hochdeutschen Dialekten und fungiert als überregionale Dachsprache für sowohl hoch- … Geschichte Unter Geschichte versteht man im Allgemeinen diejenigen Aspekte der Vergangenheit, derer Menschen gedenken und die sie deuten, um sich über den Charakter … Gemeinschaftskunde Gemeinschaftskunde, Sozialkunde, Politik und Wirtschaft oder Politik sind in den deutschen Bundesländern unterschiedliche Bezeichnungen für ein … Psychologie Analyseebenen der Psychologie · Biologische Einflüsse · Psychologische Einflüsse · Soziokulturelle Einflüsse. Wirtschaft Wirtschaft oder Ökonomie ist die Gesamtheit aller Einrichtungen und Handlungen, die der planvollen Befriedigung der Bedürfnisse dienen. Volkswirtschaftslehre Ökonomische Modelle ... Besonders kritisiert wurden vor allem die vorherrschenden DSGE-Modelle, die als umfassende Makro-Modelle der Wirtschaft entwickelt wurden.