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Brandenburg

Zu den wesentlichen Wirtschaftszweigen in Brandenburg gehören die Automobilfertigung, die Stahlindustrie, die Landwirtschaft, die Energiewirtschaft, der …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick
  2. 2. Landschaft, Gewässer und Klima
  3. 3. Natur und Schutzgebiete
  4. 4. Geschichtliche Entwicklung
  5. 5. Bevölkerung, Staat, Wirtschaft und Leben

Überblick

Brandenburg (amtlich Land Brandenburg, Abkürzung BB; niedersorbisch Bramborska, niederdeutsch Brannenborg) ist ein Land im Nordosten Deutschlands. Es ist eine parlamentarische Republik und ein teilsouveräner Gliedstaat des Bundesstaates. Hauptstadt und bevölkerungsreichste Stadt ist Potsdam; weitere wichtige Zentren sind Cottbus, Brandenburg an der Havel und Frankfurt (Oder).

Das Land hat 29.654,16 km² Fläche und 2.551.889 Einwohner (31. Dezember 2025), also 86 Einwohner je km². Damit ist es flächenmäßig das fünftgrößte deutsche Land, aber nach Mecklenburg-Vorpommern das am dünnsten besiedelte. Berlin liegt in seinem Zentrum; beide Länder bilden die Metropolregion Berlin/Brandenburg. In ihr lebten 2023 etwa 6,4 Millionen Menschen. Mehr als ein Drittel der brandenburgischen Fläche besteht aus Naturparks, Wäldern, Seen und Wassergebieten.

Wichtige Wirtschaftszweige sind Automobilfertigung, Stahlindustrie, Landwirtschaft, Energiewirtschaft, Tourismus, Luftfahrtindustrie und Filmwirtschaft.

Landschaft, Gewässer und Klima

Brandenburg grenzt an Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Polen. Die maximale diagonale Ausdehnung beträgt 291 km. Die Infrastruktur, etwa Autobahnen und Hauptbahnstrecken, ist stark auf Berlin ausgerichtet. Außerhalb der größeren Städte ist das Land relativ dünn besiedelt.

Das Land liegt im Norddeutschen Tiefland. Seine Oberfläche wurde vor allem durch die Vorstöße skandinavischen Inlandeises während des Eiszeitalters geformt. Häufige Ablagerungen sind Geschiebemergel und Schmelzwassersande. Typisch sind Urstromtäler, also breite Täler, die durch Schmelzwasser der Gletscher entstanden. In Brandenburg häufen sich Netze-Randow-, Thorn-Eberswalder, Warschau-Berliner, Glogau-Baruther und Breslau-Bremer Urstromtal weltweit einmalig. Viele Böden sind nährstoffarme Sandböden; daneben gibt es sehr fruchtbare Böden.

Die wichtigsten Großlandschaften sind von Norden nach Süden der Baltische beziehungsweise Nördliche Landrücken, die Zone der Platten und Urstromtäler sowie der Südliche Landrücken. Auf den Landrücken werden Höhen über 100 m erreicht. Zwischen ihnen liegen Niederungen wie Rhinluch und Havelländisches Luch sowie Platten wie Barnim und Nauener Platte. Das Jungmoränenland, das zuletzt vergletschert wurde, ist meist seenreicher als das Altmoränenland im Süden und in der Prignitz.

Brandenburg gilt als gewässerreichstes Bundesland: Es gibt über 3.000 natürlich entstandene Seen und über 33.000 km Fließgewässer; viele davon sind künstliche Entwässerungsgräben oder Kanäle. Wegen geringer Niederschläge erneuert sich Grundwasser nur langsam. Bedeutende Grenzflüsse sind Elbe, Oder und Neiße. Die wichtigsten Binnenflüsse sind die 334 km lange Havel und die 400 km lange Spree, ihr größter Nebenfluss. Spree und Unterhavel bilden zusammen einen überwiegend in Brandenburg verlaufenden, 560 km langen Flusslauf; 350 km davon sind schiffbar.

Mehr als 800 Seen sind größer als ein Hektar. Der größte natürliche See ist der Schwielochsee mit 13,3 km²; der Große Stechlinsee ist mit fast 70 m der tiefste und hat die beste Wasserqualität. Das Lausitzer Seenland entsteht durch die Flutung ehemaliger Tagebaurestlöcher. Es ist Europas größte künstliche Wasserlandschaft; der Cottbusser Ostsee hat 19 km².

Brandenburg liegt im Übergangsbereich zwischen ozeanischem und kontinentalem Klima. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei etwa 9 °C, im Januar bei −1 °C und im Juli bei 18 °C. Meist fallen jährlich etwa 550 mm Niederschlag; damit gehört das Land zu den trockensten deutschen Ländern. Von 1881 bis 2018 stieg die Jahresdurchschnittstemperatur um 1,3 Grad Celsius. Bei gleichbleibendem Entwicklungspfad könnte sie bis zum Ende des Jahrhunderts um 3,8 Grad steigen. Erwartet werden häufiger Trockenperioden, örtliche Starkniederschläge und eine längere Vegetationszeit.

Natur und Schutzgebiete

In Brandenburg leben unter anderem Wildschweine, Fischotter, Biber, Wölfe, Waschbären, Rehe, Rotwild und Seeadler dauerhaft. Elche wandern zunehmend aus Polen ein; seit 2015 wurden knapp 150 Sichtungen gemeldet. Im Nationalpark Unteres Odertal finden seltene Arten wie Seggenrohrsänger, Schwarzstorch, Schreiadler, Wachtelkönig, Kampfläufer und Uferschnepfe Rückzugsräume.

2015 waren etwa 11.000 km² beziehungsweise 37 % der Landesfläche bewaldet. Kiefern prägen rund 70 % der Waldfläche, während Buchenwälder rund 346 km² umfassen. Der Buchenwald im Grumsiner Forst des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin gehört seit 2011 zum Weltnaturerbe. Trockene Sandböden und Nadelbaum-Monokulturen erhöhen die Waldbrandgefahr. Im bislang stärksten Waldbrandjahr 2018 brannten bei 491 Waldbränden 1.663 Hektar Wald. Das Waldumbauprogramm soll mit jährlich 8,5 Millionen Euro, Stand 2018, Wälder mit mehreren Baumarten und Altersklassen stabilisieren.

15 Großschutzgebiete bedecken rund ein Drittel der Landesfläche: der Nationalpark Unteres Odertal mit 106 km², drei UNESCO-Biosphärenreservate und elf Naturparks. Zu den größten Naturparks zählen Westhavelland mit 1.315 km², Stechlin-Ruppiner Land mit 1.080 km² und Uckermärkische Seen mit 895 km².

Geschichtliche Entwicklung

Als Geburtstag der Mark Brandenburg gilt der 11. Juni 1157. Albrecht der Bär aus dem Haus Askanien eroberte an diesem Tag die Brandenburg zurück und begründete die Mark als Bestandteil des Heiligen Römischen Reiches. Zuvor hatten Germanen das Gebiet während der Völkerwanderung im 4. bis 6. Jahrhundert größtenteils verlassen; im 7. und 8. Jahrhundert wanderten Slawen ein. 928/929 eroberte ein ostfränkisches Heer unter Heinrich I. die Brandenburg, den Mittelpunkt des Landes der Heveller. Nach dem Slawenaufstand von 983 endeten deutsche Ostsiedlung und Christianisierung in der Nordmark für mehr als 150 Jahre.

Die Askanier bauten ihre Herrschaft aus; die Markgrafen erhielten gegen Ende des 12. Jahrhunderts die Kurwürde. Nach dem Aussterben der brandenburgischen Askanier 1320 herrschten Wittelsbacher (1323–1373) und Luxemburger (1373–1415), meist eher schwache Landesherren. Ab 1415 regierten die Hohenzollern. Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst, baute die nach dem Dreißigjährigen Krieg zerstörte und verarmte Mark seit 1640 wieder auf. Seine Truppen siegten 1674/1675 unter anderem bei Rathenow, Nauen und Fehrbellin.

1701 krönte sich Kurfürst Friedrich III. zum König in Preußen. Brandenburg wurde mit Berlin und Potsdam zum Kernland Preußens. Nach dem Wiener Kongress entstand 1815 die Provinz Brandenburg; Berlin schied 1920 durch das Groß-Berlin-Gesetz aus ihr aus. 1945 besetzte die Rote Armee das Gebiet. Die Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie fielen an Polen, die deutsche Bevölkerung wurde vertrieben.

Am 6. Februar 1947 entstand das neue Land Brandenburg. In der DDR verlor es 1949 weitgehend seine Funktionen und wurde 1952 auf die Bezirke Cottbus, Frankfurt (Oder) und Potsdam aufgeteilt. Die DDR-Zeit brachte starke Industrialisierung, etwa durch Braunkohleförderung und -kraftwerke in der Lausitz, LKW-Produktion in Ludwigsfelde, Stahlindustrie sowie Erdöl- und Papierindustrie in Schwedt/Oder.

Am 3. Oktober 1990 wurde Brandenburg neu gegründet. Eine 1996 abgehaltene Volksabstimmung lehnte die Vereinigung mit Berlin mit 62,72 % ab. Seit 2013 ist Dietmar Woidke (SPD) Ministerpräsident. Nach der Wahl im September 2024 bestand zunächst eine Koalition mit dem BSW; seit dem 18. März 2026 regiert eine Koalition aus SPD und CDU.

Bevölkerung, Staat, Wirtschaft und Leben

Etwa eine Million Einwohner leben in der Agglomeration Berlin, während abgelegene Landesteile teils weniger als 25 Einwohner je km² haben. Potsdam ist die einzige Großstadt. Bei Cottbus nennt der Artikel unterschiedliche Werte: Auf Basis des Zensus 2022 hatte die Stadt Ende 2023 94.778 Einwohner, das Einwohnermeldeamt meldete zum 31. Dezember 2024 jedoch 100.275 Einwohner. 2023 hatten 7,5 % der Bevölkerung eine ausländische Staatsangehörigkeit und rund 10 % einen Migrationshintergrund. In den südöstlichen Landkreisen und in Cottbus leben etwa 20.000 Sorben.

Amtssprache ist Deutsch. Sorbisch und Niederdeutsch sind nach der Europäischen Sprachencharta anerkannt und geschützt. Niedersorbisch ist im sorbischen Siedlungsgebiet der Niederlausitz zweite Amtssprache und wird noch von höchstens 5.000 Menschen gesprochen. Ende 2023 waren 12,5 % evangelisch und 3,4 % katholisch; 84,0 % gehörten einer anderen oder keiner Religion an.

Die Verfassung wurde am 14. Juni 1992 per Volksentscheid angenommen und trat am 20. August 1992 in Kraft. Verfassungsorgane sind Landtag, Landesregierung und Verfassungsgericht. Der Landtag hat 88 Abgeordnete, die für fünf Jahre gewählt werden. Die Angaben des Artikels zur Sitzverteilung des achten Landtags weichen voneinander ab: Im Abschnitt zum Landtag werden SPD 32, AfD 30, BSW 14 und CDU 12 Sitze genannt; in den Basisdaten stehen nach Austritten SPD 34, CDU 12, AfD 30, BSW 8, WfB 3 und ein fraktionsloses Mitglied. Landtagspräsidentin ist Ulrike Liedtke (SPD). Brandenburg hat 14 Landkreise, vier kreisfreie Städte und insgesamt 413 Gemeinden, darunter 113 Städte.

Brandenburg und Berlin sind wirtschaftlich eng verflochten. 2024 betrug das nominale Bruttoinlandsprodukt 101,37 Milliarden Euro. Im Juni 2023 bestanden 883.289 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse. Etwa 1.200 Industriebetriebe erzielten 2024 rund 40 Milliarden Euro Umsatz. Zu wichtigen Standorten gehören die Tesla Gigafactory in Grünheide, Stahlwerke in Eisenhüttenstadt, Hennigsdorf und Brandenburg an der Havel, die PCK-Raffinerie in Schwedt/Oder, BASF Schwarzheide und die Braunkohlewirtschaft der LEAG.

Die Landwirtschaft umfasst 1.319.600 Hektar Nutzfläche. 2023 arbeiteten etwa 31.800 Personen in 5.370 Betrieben; die durchschnittliche Betriebsfläche beträgt 238 Hektar. Brandenburg erzeugt viel Strom und exportiert mehr als die Hälfte davon, vor allem nach Berlin. 2019 stammten etwa 50 % der Bruttostromerzeugung aus Braunkohle und rund 38 % aus erneuerbaren Energien. 2021 waren 3.928 Windkraftanlagen mit 7.864 MW Leistung installiert. Das Land strebt bis 2030 einen Anteil erneuerbarer Energien von 32 % am Primärenergieverbrauch an.

Verkehrswege laufen sternförmig auf Berlin zu. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg sorgt für gemeinsame Tarife und Strukturen. Der Flughafen Berlin Brandenburg in Schönefeld fertigte 2023 rund 23 Millionen Passagiere ab. Bildung beginnt mit einer sechsjährigen Grundschule; danach folgen Oberschule, Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe oder Gymnasium. Im Schuljahr 2025/2026 gab es rund 900 Schulen mit etwa 284.000 Schülern. Die Hochschulen hatten im Wintersemester 2023/2024 insgesamt 51.468 Studierende; größte Universität ist die Universität Potsdam mit über 20.000 Studierenden.

Kulturell prägen Schlösser, Parks, historische Stadtkerne und die enge Verbindung zu Berlin das Land. Die Potsdamer Kulturlandschaft mit Sanssouci gehört seit 1990 zum UNESCO-Welterbe. Tourismus erzielte 2023 mit etwa 14,2 Millionen Übernachtungen bei 5,2 Millionen Gästen einen Rekord. Typische regionale Lebensmittel sind Beelitzer Spargel, Spreewälder Gurken sowie Quark mit Leinöl und Pellkartoffeln.

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