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Bayern

Geographie ... Bayern ist mit rund 1300 Museen das museumsreichste Bundesland Deutschlands und eine der museumsreichsten Regionen des Kontinents.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Lage
  2. 2. Naturraum, Klima und Schutzgebiete
  3. 3. Geschichte vom Stammesherzogtum zum Freistaat
  4. 4. Bevölkerung, Sprache und Religion
  5. 5. Politik, Verwaltung und öffentliche Ordnung
  6. 6. Wirtschaft, Verkehr, Bildung und Kultur

Überblick und Lage

Bayern, amtlich Freistaat Bayern, ist eines der 16 Länder der Bundesrepublik Deutschland und liegt im Südosten Deutschlands. Es ist mit 70.541,57 km² das flächengrößte deutsche Bundesland und mit 13.245.503 Einwohnern am 31. Dezember 2025 nach Nordrhein-Westfalen das zweitbevölkerungsreichste. Die Landeshauptstadt und größte Stadt ist München mit über 1,5 Millionen Einwohnern. Bayern ist eine parlamentarische Republik und ein teilsouveräner Gliedstaat eines Bundesstaates. Seine heutige Verfassung trat am 8. Dezember 1946 in Kraft; seit 1949 ist Bayern Land der Bundesrepublik Deutschland.

Geografisch reicht Bayern von den Bayerischen Alpen im Süden über das Alpenvorland bis zur Donau und weiter zu Mittelgebirgen wie Bayerischem Wald, Fichtelgebirge, Frankenwald, Spessart, Rhön sowie Schwäbischer und Fränkischer Alb. Die höchste Stelle ist die Zugspitze mit 2962 m ü. NHN, zugleich Deutschlands höchster Berg; die niedrigste Stelle liegt mit etwa 100 m ü. NHN am Main bei Kahl am Main. Der wichtigste Fluss ist die Donau, deren große Nebenflüsse in Bayern Iller, Lech, Isar, Inn, Wörnitz, Altmühl, Naab und Regen sind. Franken wird vor allem durch den Main zum Rhein entwässert. Bedeutende Seen sind unter anderem Chiemsee, Starnberger See, Tegernsee, Schliersee, Bodenseeanteil sowie die Stauseen des Fränkischen Seenlands.

Bayern grenzt an Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen, Sachsen, Tschechien, Österreich und über den Bodensee an die Schweiz. Die Landesgrenze ist insgesamt 2705 Kilometer lang. Als Binnenland besitzt Bayern keine Meeresküste, aber Anteil an wichtigen europäischen Verkehrs- und Naturräumen wie Alpen, Donaugebiet und Main-Donau-Kanal.

Naturraum, Klima und Schutzgebiete

Die Landschaft Bayerns ist sehr unterschiedlich. Südlich der Donau ist das Gelände flach bis hügelig und vom Alpenvorland geprägt; in den Alpen entstanden durch eiszeitliche Gletscher Kare, Seen und typische U-Täler. Nördlich der Donau liegen Mittelgebirge, darunter der Bayerische Wald mit dem Großen Arber als höchstem Berg Bayerns außerhalb der Alpen (1455,5 m ü. NHN), das Fichtelgebirge mit dem Schneeberg als höchstem Berg Frankens, die Rhön, der Spessart und der Frankenwald. Mainfranken gehört zu den wichtigen Weinregionen Deutschlands. Etwa 86,1 Prozent der Fläche Bayerns werden land- und forstwirtschaftlich genutzt, 12,0 Prozent sind Siedlungs- und Verkehrsflächen.

Das Klima geht vom Nordwesten nach Osten vom Seeklima ins Kontinentalklima über. An etwa 100 Tagen liegen die Temperaturen unter null Grad Celsius. Die durchschnittlichen Niederschläge betragen etwa 700 mm jährlich, im Nordstau der Alpen lokal bis 1800 mm. Die Sonnenscheindauer liegt im Mittel bei 1600 bis 1900 Stunden pro Jahr. Der wärmste Monat ist meist Juli, der kälteste Januar. Die globale Erwärmung zeigt sich auch in Bayern: Sommer werden tendenziell heißer und trockener, Winter niederschlagsreicher und häufiger regnerisch statt schneereich. Extremwetter wie Hochwasser oder Starkschneeereignisse nehmen zu. Von den vier bayerischen Alpengletschern wird mittelfristig voraussichtlich nur der Höllentalferner bestehen bleiben.

Von Natur aus wäre Bayern überwiegend bewaldet. Heute sind 2,6 Millionen Hektar beziehungsweise 36,9 Prozent der Landesfläche Wald. Die häufigsten Baumarten sind Gemeine Fichte mit 41,8 Prozent, Waldkiefer mit 17,9 Prozent, Rotbuche mit 13,9 Prozent und Eichen mit 6,8 Prozent. In Bayern leben unter anderem Rehe, Rothirsche, Wildschweine, Füchse, verschiedene Marderarten, Biber, Fischotter, Luchse, Auerhähne, Alpenmurmeltiere, Alpensteinböcke, Gämsen und Steinadler; vereinzelt werden wieder Wölfe gesichtet. Schutzgebiete sind unter anderem der Nationalpark Bayerischer Wald, der Nationalpark Berchtesgaden, die UNESCO-Biosphärenreservate Berchtesgadener Land und Rhön sowie 18 Naturparks. Im März 2017 waren außerdem 603 Naturschutzgebiete, 702 Landschaftsschutzgebiete, 674 Fauna-Flora-Habitat-Gebiete, 84 Europäische Vogelschutzgebiete, 160 Naturwaldreservate und über 3.400 Geotope ausgewiesen.

Geschichte vom Stammesherzogtum zum Freistaat

Bayerns Geschichte reicht weit zurück. Ab dem 3. Jahrhundert v. Chr. gründeten keltische Stämme im Alpenvorland befestigte, stadtähnliche Siedlungen; im Oppidum von Manching lebten etwa 5.000 bis 10.000 Kelten. Zur Zeit des Kaisers Augustus wurde das Gebiet Altbayerns südlich der Donau Teil des Römischen Reiches. Nach dem Ende der römischen Herrschaft bildete sich das Volk der Bajuwaren. Für 555 n. Chr. ist ein bairisches Stammesherzogtum mit Sitz in Freising und Regensburg belegt. Es gehörte unter den Merowingern zum fränkischen Herrschaftsbereich. Mit der Lex Baiuvariorum entstand um 741/743 das erste kodifizierte bairische Stammesrecht.

1180 begann mit den Wittelsbachern die lange Herrschaft einer Dynastie, die bis 1918 andauerte. Bayern wurde vom Stammesherzogtum zum Territorialstaat. Zwischen 1255 und 1503 wurde Bayern mehrfach in Teilherzogtümer aufgeteilt; 1506 beendete das Primogeniturgesetz Herzog Albrechts IV. diese Landesteilungen. Im Dreißigjährigen Krieg stieg Bayern zum Kurfürstentum auf: Maximilian I. erhielt 1623 die Kurwürde und 1628 Teile der Oberpfalz. Ende 1777 entstand nach dem Aussterben der altbayerischen Wittelsbacher das Doppel-Kurfürstentum Kurpfalz-Bayern.

1806 wurde Bayern unter Napoleon zum Königreich. König Max I. Joseph und sein Minister Maximilian Graf von Montgelas prägten den modernen bayerischen Staat. Es wurden Relikte der Leibeigenschaft beseitigt, die drei christlichen Bekenntnisse durch das Religionsedikt von 1803 gleichberechtigt, ständische Steuerprivilegien 1807 abgeschafft und 1813 die Folter aufgehoben. Nach dem Wiener Kongress 1814 konnte Bayern viele Gebietsgewinne behalten; Teile Frankens und Schwabens sowie die linksrheinische Pfalz kamen zu Bayern. 1871 wurde Bayern Teil des Deutschen Reiches und behielt zunächst Reservatrechte, etwa im Post-, Eisenbahn- und Heereswesen.

Am 8. November 1918 wurde König Ludwig III. in der Novemberrevolution abgesetzt, und Kurt Eisner proklamierte den Freistaat Bayern. Die Bamberger Verfassung vom 14. August 1919 war die erste demokratische Verfassung Bayerns. In der NS-Zeit von 1933 bis 1945 blieb Bayern als Verwaltungseinheit bestehen, war politisch aber weitgehend bedeutungslos. München wurde propagandistisch zur „Hauptstadt der Bewegung“, Dachau wurde Standort des ersten durchgehend betriebenen Konzentrationslagers, Nürnberg Ort der Reichsparteitage und der Nürnberger Gesetze von 1935. Im Zweiten Weltkrieg wurden unter anderem Aschaffenburg, Augsburg, München, Nürnberg und Würzburg stark zerstört.

Am 28. September 1945 stellte General Eisenhower Bayern offiziell als Staat wieder her. Bayern gehörte zur amerikanischen Besatzungszone; die Rheinpfalz wurde 1946 dem neuen Land Rheinland-Pfalz angegliedert. 1946 nahm die Bevölkerung eine neue republikanische Verfassung an. 1949 wurde Bayern Teil der Bundesrepublik Deutschland, nachdem der Landtag das Grundgesetz zwar ablehnte, seine Verbindlichkeit aber anerkannte, falls zwei Drittel der Länder zustimmten. Nach dem Krieg nahm Bayern viele Vertriebene auf, wuchs wirtschaftlich stark und entwickelte sich von einem agrarisch geprägten Land zu einem wichtigen Industrie- und Technologiestandort.

Bevölkerung, Sprache und Religion

In Bayern leben rund 13,2 Millionen Menschen. Seit 1840 hat sich die Einwohnerzahl mehr als verdreifacht; 1970 wurden erstmals über zehn Millionen Einwohner gezählt. Am 31. Dezember 2024 lebten 13.248.928 Personen in Bayern, davon rund 50,4 Prozent weiblich. Obwohl mehr Menschen sterben als geboren werden, wächst die Bevölkerung seit 2012 durch Zuwanderung. 2017 lag die zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer bei 1,55 Kindern pro Frau und damit leicht unter dem Bundesdurchschnitt von 1,57. Zuwanderung kam seit den 1950er-Jahren unter anderem aus der Türkei, dem damaligen Jugoslawien und Italien sowie um 1990 verstärkt aus ostmittel- und osteuropäischen Ländern.

Traditionell werden in Bayern mehrere Landesteile und Bevölkerungsgruppen unterschieden. Historisch wurden Altbayern, Franken, Schwaben und bis 1946 die Pfälzer als vier Stämme verstanden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Sudetendeutschen, also Vertriebene aus Böhmen, Mähren und Sudetenschlesien, von Franz Josef Strauß als „vierter Stamm“ bezeichnet; Bayern übernahm 1954 die „Schirmherrschaft“ über sie. Die drei ursprünglich ansässigen Gruppen unterscheiden sich unter anderem durch Dialekte, Traditionen, Trachten, Küchen und teilweise Architekturstile.

Amtssprache ist Deutsch. In Bayern dominieren Dialekte der oberdeutschen Dialektfamilie: Ostfränkisch vor allem in Franken, Bairisch vor allem in Altbayern und Alemannisch beziehungsweise Schwäbisch vor allem in Schwaben. Daneben gibt es kleinräumig mitteldeutsche Mundarten, etwa Rheinfränkisch um Aschaffenburg und Südostthüringisch in Ludwigsstadt. Zwischen den Dialektgebieten bestehen Übergänge und Mischformen. Dialekte sind besonders außerhalb großer Städte verbreitet, in Ballungsräumen wie München aber rückläufig.

Religiös war Bayern lange stark christlich geprägt, besonders römisch-katholisch. Die Zahl der Katholiken und Protestanten ist seit 1970 deutlich gesunken. 2025 waren 40,7 Prozent der 13.245.503 Einwohner katholische Kirchenmitglieder; die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern meldete 2025 1.968.531 Mitglieder oder 14,9 Prozent. Jüdische Gemeinden gab es historisch besonders in Franken, Schwaben und Reichsstädten; von fast 200 Gemeinden vor dem Holocaust bestehen heute noch oder wieder 13. Von wachsender Bedeutung ist in Großstädten der Islam; eine Studie des Bundesinnenministeriums nannte 2008 ungefähr 4 Prozent Muslime an der bayerischen Gesamtbevölkerung. Außerdem gibt es konfessionslose Menschen und kleinere buddhistische, alevitische, hinduistische, Bahai-, assyrisch-aramäische und weitere religiöse Gemeinschaften.

Politik, Verwaltung und öffentliche Ordnung

Die politische Grundlage Bayerns ist die Verfassung des Freistaates Bayern, die am 1. Dezember 1946 durch Volksabstimmung angenommen wurde und am 8. Dezember 1946 in Kraft trat. Bayern ist Freistaat, also Republik, und Volksstaat, also Demokratie. Seit der Abschaffung des Senats zum 1. Januar 2000 hat Bayern ein parlamentarisches Einkammersystem. Die gesetzgebende Gewalt liegt beim Bayerischen Landtag, dessen Abgeordnete alle fünf Jahre gewählt werden. Der Landtag hat seinen Sitz im Maximilianeum in München. Nach der Landtagswahl vom 8. Oktober 2023 besitzt der 19. Landtag 203 Sitze: CSU 85, Freie Wähler 37, AfD 32, Grüne 32 und SPD 17. Ministerpräsident ist Markus Söder (CSU); regiert wird Bayern vom Kabinett Söder III aus CSU und Freien Wählern.

Die Staatsregierung ist die oberste Behörde des Freistaates. Der Ministerpräsident wird vom Landtag gewählt, bestimmt die Richtlinien der Politik, vertritt Bayern nach außen und beruft mit Zustimmung des Landtags Staatsminister und Staatssekretäre. Der Bayerische Verfassungsgerichtshof ist das oberste bayerische Gericht; außerdem bestehen unter anderem Oberlandesgerichte in München, Nürnberg und Bamberg, der Bayerische Verwaltungsgerichtshof, Landesarbeitsgerichte und das Bayerische Landessozialgericht. Im Bundesrat hat Bayern sechs Stimmen, die höchstmögliche Zahl.

Bayern besitzt ausgeprägte direkte Demokratie. Neben Volksbegehren und Volksentscheid auf Landesebene, die schon 1946 eingeführt wurden, gibt es seit einem Volksentscheid vom 1. Oktober 1995 auch direkte Demokratie auf Kommunalebene. Jährlich werden rund 100 Bürgerentscheide initiiert. Das Wahlrecht hat Besonderheiten: Bei Landtagswahlen zählen Erst- und Zweitstimmen gemeinsam für die Sitzverteilung, und Direktkandidaten ziehen nur ein, wenn ihre Partei die Fünf-Prozent-Hürde erreicht. Bei Kommunalwahlen sind Kumulieren, also bis zu drei Stimmen für eine Person, und Panaschieren, also Stimmen für Kandidaten verschiedener Listen, möglich.

Verwaltungsmäßig ist Bayern in sieben Regierungsbezirke gegliedert: Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz, Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken und Schwaben. Sie sind zugleich deckungsgleich mit den kommunalen Bezirken. Darunter stehen 71 Landkreise und 25 kreisfreie Städte. Bayern besteht aus 2.056 politisch selbständigen Gemeinden (Stand: 31. Januar 2025) und 161 gemeindefreien Gebieten (Stand: 1. Januar 2026). Die einzige grundlegende Kreisreform trat am 1. Juli 1972 in Kraft; dabei sank die Zahl der Landkreise von 143 auf 71 und die Zahl der kreisfreien Städte von 48 auf 25.

Die Staatsverschuldung betrug am 31. März 2024 16,9 Milliarden Euro; mittelfristig will die Staatsregierung bis 2030 alle Schulden tilgen. Die bayerische Polizei ist der größte Polizeiverband der Bundesrepublik. Bayern hat im bundesweiten Vergleich eine niedrige Kriminalitätsrate: 2017 wurden 4.868 Straftaten pro 100.000 Einwohner registriert, der niedrigste Wert aller Bundesländer.

Wirtschaft, Verkehr, Bildung und Kultur

Bayern gilt als wirtschaftsstarker und reicher Staat. Es entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten vom Agrar- zum Technologie- und Industriestandort. 2021 betrug Bayerns Anteil an der deutschen Wirtschaftsleistung 18,5 Prozent. Das nominale Bruttoinlandsprodukt lag 2023 bei 768,5 Milliarden Euro. Die Arbeitslosenquote betrug im Dezember 2025 4,0 Prozent. Bedeutende Branchen sind Automobilindustrie, Maschinenbau, IT, Medien, Luft- und Raumfahrt, Tourismus, Chemie, Dienstleistungen, Sportartikel, Spielwaren und Verlagswesen. Wichtige Wirtschaftsregionen sind der Großraum München, der Großraum Nürnberg, Augsburg, Ingolstadt, Regensburg, das Bayerische Chemiedreieck, Hochfranken sowie der Raum Aschaffenburg–Würzburg/Schweinfurt. Große Unternehmen in maßgeblichem Unternehmerbesitz sind BMW, Schaeffler und Knauf.

Der Tourismus ist eine wichtige „Leitökonomie“. 2016 betrug der Bruttoumsatz der Tourismuswirtschaft fast 24 Milliarden Euro. 2018 erreichte Bayern 39,1 Millionen Ankünfte und 98,7 Millionen Übernachtungen und war das beliebteste Reiseziel ausländischer Gäste in Deutschland. Besonders wichtig sind München, die Seen und Alpenregionen sowie Städte wie Nürnberg, Augsburg und Regensburg. Bei der Energie trugen erneuerbare Energien 2023 mit 70,0 Prozent zur Bruttostromerzeugung bei. Bedeutend waren Photovoltaik mit 37,8 Prozent der erneuerbaren Stromerzeugung, Wasserkraft mit 27,1 Prozent, Biomasse mit 20,0 Prozent und Windenergie mit 13,8 Prozent. Die Kernkraftwerke Isar, Grafenrheinfeld und Gundremmingen sind im Zuge des Atomausstiegs abgeschaltet; in Garching wird der Forschungsreaktor FRM II betrieben.

Im Verkehr ist Bayern über Autobahnen, Bahnstrecken, Flughäfen und Wasserstraßen stark verbunden. Wichtige Autobahnen sind unter anderem A 3, A 6, A 7, A 8, A 9, A 70, A 71 und A 73. International wichtig sind Verbindungen nach Österreich, Italien, Südosteuropa, in die Schweiz und nach Tschechien. Der Flughafen München „Franz Josef Strauß“ ist eines der größten europäischen Luftverkehrsdrehkreuze; weitere Flughäfen sind Nürnberg und Memmingen. Die Binnenschifffahrt nutzt vor allem Donau, Main und Main-Donau-Kanal; das Güterverkehrszentrum am Nürnberger Hafen ist mit rund 15 Millionen Tonnen jährlicher Umschlagleistung das größte und bedeutendste multifunktionale Güterverkehrs- und Logistikzentrum Süddeutschlands.

Das Bildungssystem umfasst etwa 5500 Schulen. Nach der vierjährigen Grundschule folgt das dreigliedrige Schulsystem mit Mittelschule, Realschule und Gymnasium; das Abitur wird nach der 13. Klasse erreicht. Daneben gibt es Wirtschaftsschulen, Fachoberschulen, Berufsoberschulen, Förderschulen, Schulen für Kranke, fünf Gesamtschulen, Internate, Privatschulen und Einrichtungen des zweiten Bildungswegs. Bayern liegt in Bildungsvergleichen häufig weit vorn; im gesamtdeutschen Bildungsvergleich 2019 lag es auf Platz zwei hinter Sachsen. Im Hochschulbereich gibt es staatliche Universitäten, darunter LMU München und Technische Universität München als Exzellenzuniversitäten, außerdem Fachhochschulen, Kunsthochschulen und kirchliche beziehungsweise private Hochschulen.

Kulturell besitzt Bayern eine große Vielfalt. Es gibt bedeutende Theater- und Opernhäuser wie die Bayerische Staatsoper, das Bayerische Staatsschauspiel, das Staatstheater Nürnberg und das Staatstheater Augsburg sowie Festivals wie die Bayreuther Festspiele. In der Musik sind Volksmusik, Jodler und Schuhplattler ebenso wichtig wie klassische Orchester und Chöre, darunter die Münchner Philharmoniker, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, die Bamberger Symphoniker und die Regensburger Domspatzen. Die Küche ist durch altbayerische, fränkische und schwäbische Traditionen geprägt, etwa Schweinsbraten, Schäufele, Knödel, Nürnberger Rostbratwürste, Weißwurst, Obazda und Kässpatzen. Zu den bekannten Veranstaltungen zählen das Münchner Oktoberfest, das Gäubodenvolksfest, die Erlanger Bergkirchweih, der Nürnberger Christkindlesmarkt und der Tag der Franken.

Bayern hat zahlreiche Sehenswürdigkeiten und UNESCO-Welterbestätten. Dazu gehören unter anderem die Würzburger Residenz, die Wieskirche, die Altstadt von Bamberg, der Obergermanisch-Raetische Limes, die Altstadt von Regensburg, prähistorische Pfahlbauten, das Markgräfliche Opernhaus Bayreuth, das Augsburger Wassermanagement-System und seit 2025 die Schlösser Ludwigs II. Mit rund 1300 Museen ist Bayern das museumsreichste Bundesland Deutschlands; bekannte Einrichtungen sind das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg, das Bayerische Nationalmuseum und das Deutsche Museum in München. Im Sport sind Fußball, Wintersport, Eishockey, Basketball, Handball, Volleyball, Motorsport, Schießen, Klettern und traditionelle Sportarten wichtig. Der FC Bayern München ist international bekannt und Rekordmeister der Fußball-Bundesliga.

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