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Euro
Er wird von der Europäischen Zentralbank emittiert und fungiert als gemeinsame offizielle Währung in 21 EU-Mitgliedstaaten, die zusammen die Eurozone bilden, …
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Grundlagen und Geltungsbereich
Der Euro ist die gemeinsame Währung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion. Sein ISO-Code lautet EUR, sein Symbol ist €, und ein Euro besteht aus 100 Cent. Die Europäische Zentralbank (EZB) emittiert die Währung. Nach dem US-Dollar ist der Euro die zweitwichtigste Reservewährung der Welt.
Die Eurozone umfasst im strengen Sinn die 21 EU-Staaten, die den Euro als offizielles Zahlungsmittel verwenden. Hinzu kommen Andorra, Monaco, San Marino und Vatikanstadt aufgrund von Verträgen sowie Montenegro und Kosovo, die ihn einseitig eingeführt haben. Insgesamt nutzen über vierzig Staaten den Euro oder eine fest beziehungsweise eng an ihn gebundene Währung. Alle EU-Mitglieder müssen den Euro grundsätzlich einführen, sobald sie die Konvergenzkriterien erfüllen; nur Dänemark besitzt eine vertragliche Ausnahmeregelung. Schweden vermeidet den Beitritt bisher, indem es nicht am Wechselkursmechanismus II teilnimmt.
Die EZB nahm am 1. Juni 1998 in Frankfurt am Main ihre Arbeit auf und übernahm am 1. Januar 1999 die währungspolitische Verantwortung. Ihre zentrale Aufgabe ist die Sicherung der Preisstabilität. Außerdem legt sie die Geldpolitik fest, verwaltet Währungsreserven, führt Devisengeschäfte durch, versorgt die Wirtschaft mit Geld und fördert einen reibungslosen Zahlungsverkehr. Sie und die nationalen Zentralbanken dürfen keine Weisungen von Regierungen annehmen. Zusammen bilden sie das Europäische System der Zentralbanken. Wichtigstes Beschlussorgan ist der EZB-Rat aus dem Direktorium und den Präsidenten der nationalen Zentralbanken.
Entstehung und Einführung
Die gemeinsame Währung sollte den europäischen Binnenmarkt stärken und den Handel erleichtern. Der Werner-Plan von 1970 sah eine Währungsunion bis 1980 vor. Nach dem Scheitern des Europäischen Wechselkursverbunds wurde 1979 das Europäische Währungssystem eingerichtet. Seine Verrechnungseinheit ECU war eine Korbwährung und ein Vorläufer des Euros, aber kein Bargeld.
Der Delors-Bericht von 1988 bereitete die Wirtschafts- und Währungsunion in drei Stufen vor: Am 1. Juli 1990 begann der freie Kapitalverkehr; am 1. Januar 1994 folgten das Europäische Währungsinstitut und die Überprüfung der Staatshaushalte; am 1. Juni 1998 wurde die EZB gegründet. Am 1. Januar 1999 wurden die Wechselkurse der teilnehmenden Währungen endgültig und unveränderlich festgelegt. Der Euro ersetzte den ECU im Verhältnis 1:1 und wurde als Buchgeld für Konten, Überweisungen und Wertpapierhandel eingeführt. Als Bargeld folgte er am 1. Januar 2002.
Die Konvergenzkriterien des Vertrags von Maastricht von 1992 betreffen stabile öffentliche Haushalte, Preise, Wechselkurse und langfristige Nominalzinsen. Der Stabilitäts- und Wachstumspakt erlaubt grundsätzlich eine jährliche Neuverschuldung von höchstens 3 % und einen Gesamtschuldenstand von höchstens 60 % des Bruttoinlandsprodukts. Mehrere Staaten, darunter Deutschland und Frankreich, verstießen wiederholt dagegen; Griechenland konnte nach Darstellung des Artikels nur mithilfe geschönter Statistiken beitreten. Die vorgesehenen Sanktionen wurden bislang nie angewandt.
Die Teilnehmerzahl wuchs schrittweise: Griechenland kam 2001 hinzu, Slowenien 2007, Malta und Zypern 2008, die Slowakei 2009, Estland 2011, Lettland 2014, Litauen 2015, Kroatien 2023 und Bulgarien 2026. In Deutschland und Österreich konnten alte und neue Währung bis zum 28. Februar 2002 parallel verwendet werden. Der feste Umrechnungskurs betrug 1 Euro = 1,95583 Deutsche Mark beziehungsweise 13,7603 österreichische Schilling. D-Mark sowie österreichische Schillingbanknoten und -münzen können grundsätzlich unbefristet und kostenlos bei den jeweiligen Zentralbanken umgetauscht werden; in anderen Euroländern gelten unterschiedliche oder bereits abgelaufene Fristen.
Bargeld, Bezeichnungen und Sicherheit
Es gibt Münzen zu 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Cent sowie zu 1 und 2 Euro. Ihre gemeinsame Vorderseite gilt für den gesamten Währungsraum, während die Rückseite nationale Motive zeigt. Seit 2004 erscheinen außerdem umlauffähige 2-Euro-Gedenkmünzen. Sammlermünzen können andere Nennwerte und Edelmetalle besitzen, sind aber nur im Ausgabestaat gesetzliches Zahlungsmittel. In Finnland, den Niederlanden und Belgien werden Barzahlungssummen auf fünf Cent gerundet; 1- und 2-Cent-Münzen bleiben dennoch grundsätzlich gültig. Ihre Abschaffung wird wegen hoher Herstellungskosten diskutiert.
Banknoten gibt es in den Werten 5, 10, 20, 50, 100, 200 und 500 Euro. Die erste Serie wurde von Robert Kalina gestaltet und zeigt erfundene Fenster, Tore und Brücken verschiedener europäischer Baustile. Die von Reinhold Gerstetter gestaltete Europa-Serie wurde von 2013 bis 2019 eingeführt und enthält keinen 500-Euro-Schein. Scheine der ersten Serie einschließlich der 500-Euro-Note bleiben gültig und können auch nach einem späteren Gültigkeitsende unbefristet bei nationalen Zentralbanken umgetauscht werden.
Zu den Sicherheitsmerkmalen der Banknoten gehören Wasserzeichen, Sicherheitsfaden, Hologramme, fluoreszierende Elemente, Mikrodruck, ertastbares Relief und maschinenlesbare Kennzeichen. Die Europa-Serie ergänzt unter anderem ein Europa-Porträt und eine Smaragdzahl, deren Farbe sich beim Kippen verändert. Ein- und Zwei-Euro-Münzen bestehen aus zwei Metallen und besitzen einen komplexen dreischichtigen Aufbau.
Der Name Euro wurde am 16. Dezember 1995 beschlossen. Im amtlichen Deutschen bleibt „Euro“ auch im Plural unverändert; bei Geldbeträgen heißt es beispielsweise „tausend Euro“. Die Untereinheit Cent kann in einzelnen Sprachen nationale Bezeichnungen tragen, etwa Lepto im Griechischen. Das Zeichen € ist an das griechische Epsilon und den Anfangsbuchstaben von Europa angelehnt; die beiden Querstriche sollen Stabilität ausdrücken. In amtlichen EU-Texten wird meist der Code EUR verwendet, zum Beispiel 0,20 EUR statt einer Cent-Abkürzung.
Umrechnung und Wechselkurse
Die endgültigen Umtauschkurse der Vorgängerwährungen werden mit sechs signifikanten Stellen festgelegt, um Rundungsfehler zu begrenzen. Zwei alte Teilnehmerwährungen dürfen nur über eine Triangulation umgerechnet werden: zuerst von der Ausgangswährung in Euro, danach vom Euro in die Zielwährung. Erst ab der dritten Euro-Nachkommastelle und anschließend in der Zielwährung darf gerundet werden. Bei alten vertraglichen Beträgen muss der Gesamtbetrag am Ende gerundet werden, nicht ein einzelner Berechnungsfaktor. Dadurch bleibt der Wert bestehender Verträge erhalten.
Der Euro-Dollar-Kurs schwankte deutlich. Am ersten Börsenhandelstag, dem 4. Januar 1999, lag er bei 1,1789 US-Dollar je Euro. Sein Allzeittief erreichte er am 26. Oktober 2000 mit 0,8252 US-Dollar. Der höchste EZB-Referenzkurs wurde am 15. Juli 2008 mit 1,5990 US-Dollar erreicht; am Markt lag der Höchstwert bei 1,6038 US-Dollar. Ein hoher Eurokurs verbilligt überwiegend in US-Dollar gehandelte Rohstoffe, verteuert aber europäische Exporte. Ein niedriger Kurs wirkt grundsätzlich umgekehrt.
Der Euro Currency Index vergleicht den Euro arithmetisch mit US-Dollar, Pfund Sterling, Yen und Schweizer Franken. Aussagekräftiger für die Wettbewerbsfähigkeit ist der handelsgewichtete Euro Effective Exchange Rate Index der EZB. Er vergleicht den Euro mit Währungskörben verschiedener Handelspartner und berücksichtigt deren Anteile an Importen und Exporten sowie den Wettbewerb auf Drittmärkten.
Wirtschaftliche Wirkungen und Inflation
Als Vorteile gelten geringere Transaktionskosten, einfachere Preisvergleiche und der Wegfall von Wechselkursrisiken innerhalb der Eurozone. Der Binnenhandel soll sich von der Einführung bis 2009 um schätzungsweise 5–15 % erhöht haben. Unternehmen können leichter grenzüberschreitend planen und investieren; Reisende sparen Umtauschgebühren. Politisch gilt der Euro als sichtbares Symbol europäischer Zusammenarbeit. Die EZB erreichte ihr damaliges Inflationsziel von „unter, aber nahe bei zwei Prozent“ meist beziehungsweise verhinderte längerfristige Abweichungen.
Nachteilig ist, dass eine einheitliche Geld- und Zinspolitik nicht immer zu unterschiedlich wachsenden Volkswirtschaften passt. Einzelne Länder können weder einen eigenen Leitzins festlegen noch ihre Währung abwerten. Tritt ein Staat mit überbewerteter Währung bei, können hohes Preisniveau, schwache Exporte und Arbeitslosigkeit folgen. Der Ausgleich ist dann nur durch eine „innere Abwertung“, also die Senkung relativer Preise und Kosten, möglich. Außerdem kann die gemeinsame Währung Haushaltsdisziplin schwächen, wenn hoch verschuldete Staaten lange von niedrigen Finanzierungskosten profitieren.
Die Bargeldeinführung führte nicht zu einem allgemeinen Inflationssprung: In Deutschland stieg der Verbraucherpreisindex in den fünf Jahren vor der Einführung um 7,4 % und in den fünf Jahren danach um 7,3 %. In Österreich sank die durchschnittliche Jahresinflation von 2,45 % in den Jahren 1987 bis 1998 auf 1,84 % von 1998 bis 2003. Allerdings verteuerten sich häufig gekaufte Waren und Dienstleistungen teilweise stärker; eine deutsche Untersuchung ermittelte im ersten Quartal 2002 für Güter des täglichen Bedarfs 4,8 %. Dadurch entstand eine deutlich höhere „gefühlte Inflation“. Psychologische Untersuchungen erklären die Abweichung zusätzlich mit dem Bestätigungsfehler: Erwartete Preiserhöhungen wurden stärker wahrgenommen, Preissenkungen dagegen kaum.
Internationale Bedeutung und Akzeptanz
Der Euro ist eine wichtige internationale Reserve- und Bargeldwährung. Sein Anteil an den weltweit ausgewiesenen Währungsreserven betrug im vierten Quartal 2025 20,2 %, gegenüber 56,8 % für den US-Dollar. Seit Oktober 2006 überstieg der Wert der umlaufenden Eurobanknoten den der US-Dollar-Banknoten; dabei spielen jedoch unterschiedliche Zahlungsgewohnheiten und Bevölkerungszahlen eine Rolle. Vorschläge, mehr Rohstoffe und insbesondere Erdöl in Euro abzurechnen, wurden wiederholt diskutiert, änderten aber die führende Rolle des US-Dollars als „Ölwährung“ nicht grundlegend.
Die Zustimmung zum Euro entwickelte sich je nach Land unterschiedlich. In Deutschland standen ihm 2004 fast 60 % positiv gegenüber, obwohl viele weiterhin in D-Mark umrechneten und Preissteigerungen mit der Einführung verbanden. 2014 unterstützten laut Eurobarometer 74 % den Euro, 22 % lehnten ihn ab. In Österreich hielten ihn 2006 62 % für gut und 24 % für eine Schwächung des Landes. In Lettland stimmten bei der Einführung nur 22 % zu und 53 % dagegen; 2018 befürworteten ihn 83 %.
Für Deutschland werden gemischte Folgen beschrieben. Der möglicherweise zu hohe Eintrittskurs schwächte zunächst die Wettbewerbsfähigkeit; langjährige Lohnzurückhaltung führte später zu einer inneren Abwertung. Zugleich lenkte die Angleichung der Kreditzinsen Kapital aus Ländern mit niedriger Inflation in stärker wachsende Euroländer und trug in Deutschland zu einer Investitionsschwäche bei. Der für Deutschland relativ moderate Eurokurs erleichtert Exporte, verteuert aber Importe. Eine neue Deutsche Mark würde laut einem Sondergutachten des Sachverständigenrats vom 5. Juli 2012 erheblich aufwerten: Importe würden billiger, die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen jedoch dauerhaft beeinträchtigt.
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