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Subdominante

Subdominante, auch Unterdominante, bezeichnet den Akkord auf der vierten Stufe einer Dur- oder Molltonleiter. Die Bezeichnung Subdominante (sous-dominante) …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Grunddefinition
  2. 2. Klangwirkung und Kadenz
  3. 3. Plagalschluss und Sixte ajoutée
  4. 4. Weitere subdominantische Akkorde

Begriff und Grunddefinition

Die Subdominante, auch Unterdominante genannt, ist der Akkord auf der vierten Stufe einer Dur- oder Molltonleiter. Im heutigen Verständnis liegt sie eine Quinte unter der Tonika. Damit bildet sie einen Gegenpol zur Dominante, die eine Quinte über der Tonika liegt. Die Bezeichnung „Subdominante“ (sous-dominante) wurde von Jean-Philippe Rameau eingeführt.

In Dur und Moll entsteht die Subdominante als Dreiklang auf der vierten Tonleiterstufe. Beispiele:

  • In C-Dur lautet der Dreiklang f–a–c. Die Subdominante ist daher der F-Dur-Dreiklang.
  • In d-Moll lautet der Dreiklang g–b–d. Die Subdominante ist daher der g-Moll-Dreiklang.

Das Funktionssymbol der Subdominante ist S, in Moll s. Zum Vergleich werden die Tonika mit T beziehungsweise t und die Dominante mit D bezeichnet.

Klangwirkung und Kadenz

Klanglich stellt die Subdominante ein Gegengewicht zur Dominante dar und wird oft als Ruhepol empfunden. Ihre Zielrichtung ist jedoch offener als die der Dominante: Während die Dominante deutlich zur Tonika zurückstrebt, legt die Subdominante die weitere harmonische Entwicklung weniger eindeutig fest. Deshalb wird sie häufig als Ausgangspunkt für Modulationen, also für den Wechsel in eine andere Tonart, verwendet.

Gegenüber Tonika und Dominante besitzt die Subdominante, besonders in der Mollform, einen vergleichsweise farbigen Klangcharakter. Sie ist Bestandteil der gängigen Kadenz T–S–D–T. Eine Kadenz ist eine typische Folge von Akkordfunktionen, die häufig auf einen Abschluss hinführt.

Selten kommt auch die Folge T–D–S–T vor. Diese ungewöhnliche, fast mittelalterlich anmutende Harmoniefolge verwirklichte Beethoven nach dem Artikel nur ein einziges Mal, nämlich im zweiten Satz seiner Mondscheinsonate.

Plagalschluss und Sixte ajoutée

Der Plagalschluss ist die Akkordfortschreitung Subdominante–Tonika (S–T beziehungsweise s–t). Er wirkt weniger zwingend als der authentische Schluss Dominante–Tonika (D–T). Bei diesem Übergang fällt der Grundton der Subdominante in die Terz der Tonika. Die Terz der Subdominante sinkt einen Ganzton in die Quinte der Tonika, während die Quinte der Subdominante als Grundton der Tonika liegen bleibt.

Die Wirkung der Subdominante kann durch das Hinzufügen der großen Sexte verstärkt werden. In C-Dur wird dem F-Dur-Dreiklang f–a–c der Ton d hinzugefügt. In c-Moll lautet der entsprechende Akkord f–as–c–d. Der dadurch entstehende Subdominantquintsextakkord wurde bereits von Jean-Philippe Rameau als „l’accord de la sixte ajoutée“ beschrieben. Seine Funktionsbezeichnungen sind S⁶₅ beziehungsweise s⁶₅; gebräuchlich ist auch die Kurzbezeichnung „Rameau-Akkord“.

Im Barock, etwa im Bach-Choral, und in der Wiener Klassik war dieser Akkord ein charakteristisches Element einer abschließenden Kadenz. In der Romantik, beispielsweise bei Brahms und Tschaikowsky, wurde die Mollform gern plagalschlüssig eingesetzt. Sie diente als besonders reizvolle und emotionale Klangfarbe auch in Durtonarten, etwa in C-Dur mit den Tönen f–as–c–d.

Weitere subdominantische Akkorde

Neben dem Subdominantquintsextakkord gibt es den subdominantischen Sextakkord. Bei ihm wird die Quinte des Subdominantdreiklangs durch die Sexte ersetzt. Die Kurzbezeichnungen lauten S⁶ beziehungsweise s⁶. In C-Dur besteht er aus f–a–d, in c-Moll aus f–as–d. Damit enthält er dieselben Töne wie der leitereigene Dreiklang auf der zweiten Stufe.

Eine weitere Form ist der neapolitanische Sextakkord, kurz „Neapolitaner“ oder sⁿ. Er ist in Moll und Dur eine Variante der Moll-Subdominante. Dabei wird die Quinte durch die tonleiterfremde kleine Sexte ersetzt. In C-Dur und c-Moll besteht der Akkord aus f–as–des.

Das Tonmaterial des Neapolitaners ist mit dem des im Quintenzirkel weit entfernten Des-Dur-Akkords identisch. Daher eignet sich dieser Akkord besonders für Modulationen.

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