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Quinte

Die Quinte besteht als „reine“ Quinte aus sieben, in ihren Varianten auch sechs oder acht Halbtonschritten. Die Quinte ist das Komplementärintervall zur Quarte.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundbegriff und Bedeutung
  2. 2. Arten der Quinte
  3. 3. Zwei Bedeutungen von „reine Quinte“
  4. 4. Quinten in verschiedenen Stimmungssystemen
  5. 5. Leere Quinte und Höreindruck

Grundbegriff und Bedeutung

Eine Quinte ist in der Musik ein Intervall, das fünf Tonstufen einer diatonischen, also siebentönigen, Tonleiter umspannt. Ein Beispiel ist der Abstand von f′ nach c″. Die beiden Töne können nacheinander oder gleichzeitig erklingen.

Eine reine Quinte umfasst sieben Halbtonschritte; ihre Varianten umfassen sechs oder acht Halbtonschritte. Die Quinte ist das Komplementärintervall zur Quarte: Beide ergänzen sich zur Oktave. Im engeren Sinn kann „Quinte“ auch die fünfte Stufe einer Tonleiter bezeichnen; dafür wird ebenfalls der genauere Ausdruck „Quintton“ verwendet.

Quinten sind für musikalische Klänge, Akkorde, Kadenzen und Stimmungssysteme besonders wichtig. In der Partialtonreihe, etwa bei Orgelregistern, werden der 3. und auch der 6. Partialton als Quinte bezeichnet. Der 6. Partialton heißt alternativ „Superquinte“. Der 3. Partialton besitzt im Verhältnis zur nächsttieferen Oktave das Frequenzverhältnis 3:2.

Arten der Quinte

Die Quinte tritt in drei Varianten auf:

  • Die reine Quinte umfasst 7 Halbtöne, genauer 3 Ganztöne und 1 Halbton. Beispiele sind C–G und D–A. Ihr Umkehrintervall ist die reine Quarte. In reiner Stimmung besitzt sie das Frequenzverhältnis 3:2 und gilt nach der Oktave als das konsonanteste, also am stärksten als zusammenpassend empfundene, Intervall. Sie wird häufig als Bordun- oder Mixturton und als Signalintervall verwendet. Außerdem ist sie für die musikalische Stimmung und den Quintenzirkel wichtig. Die fallende Quinte ist das wichtigste Element der Kadenz.

  • Die verminderte Quinte umfasst 6 Halbtöne, genauer 2 Ganztöne und 2 Halbtöne. Beispiele sind H–F und D–As. Sie ist wie ihr Umkehrintervall, die übermäßige Quarte beziehungsweise der Tritonus, dissonant. Als charakteristisches Intervall kommt sie im Dominantseptakkord vor.

  • Die übermäßige Quinte umfasst 8 Halbtöne beziehungsweise 4 Ganztöne. Beispiele sind F–Cis und C–Gis. Ihr Umkehrintervall ist die verminderte Quarte. Sie bildet vor allem das Rahmenintervall eines übermäßigen Dreiklangs, beispielsweise c–e–gis, und kann enharmonisch mit einer kleinen Sexte verwechselt werden.

Als Rahmenintervall, also als Abstand zwischen dem tiefsten und höchsten Ton, tritt die Quinte außerdem im Dur- und Molldreiklang auf.

Zwei Bedeutungen von „reine Quinte“

Der Ausdruck „reine Quinte“ hat zwei Bedeutungen. Einerseits bezeichnet er allgemein eine Quinte, die weder vermindert noch übermäßig ist. Andererseits meint er speziell eine Quinte mit dem exakten Frequenzverhältnis 3:2, wie sie in der reinen Stimmung vorkommt. In dieser zweiten Bedeutung steht sie im Gegensatz zu temperierten, also gegenüber dem Verhältnis 3:2 leicht verstimmten, Quinten.

Quinten in verschiedenen Stimmungssystemen

Das genaue Frequenzverhältnis einer Quinte, die weder vermindert noch übermäßig ist, hängt vom musikalischen Stimmungssystem ab. Der Centwert ist ein Maß für die Größe eines musikalischen Intervalls.

  • In der reinen Stimmung beträgt das Frequenzverhältnis 3:2; die Quinte ist 701,96 Cent groß.
  • In der gleichstufigen Stimmung lautet das Frequenzverhältnis (zwölfte Wurzel aus 2) hoch 7; die Quinte umfasst genau 700 Cent.
  • In der 1/4-Komma-mitteltönigen Stimmung beträgt das Frequenzverhältnis vierte Wurzel aus 80, geteilt durch 2; die Quinte ist 696,58 Cent groß.

Damit bezeichnet die Notenlehre diese Intervalle zwar jeweils als reine Quinten im Sinn von „weder vermindert noch übermäßig“, ihre tatsächliche Größe ist jedoch je nach Stimmung verschieden.

Leere Quinte und Höreindruck

Eine leere Quinte ist ein Zweiklang wie C–G. Sie heißt „leer“, weil die Terzstufe fehlt: Im Beispiel wäre dies E oder Es. Erst diese Terz würde den Klang zu einem Dur- beziehungsweise Moll-Dreiklang ergänzen und sein Tongeschlecht festlegen.

Leere Quinten sind beispielsweise beim Stimmen der Violinen eines Orchesters zu hören. In der Rockmusik wird ein solcher tongeschlechtsloser Klang als „Powerchord“ bezeichnet. Als Hörformen lassen sich eine aufwärts gerichtete und eine abwärts gerichtete Quinte unterscheiden.

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