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Dur
Der Höreindruck von Dur wird oft als „hell, klar“ beschrieben, wogegen Moll oft als „dunkel, weich“ bezeichnet wird. Dur: Dauer …
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Grundbegriff und Bedeutung
Dur ist ein Tongeschlecht, dessen wichtigstes Merkmal eine große Terz über der Finalis beziehungsweise dem Grundton ist. Der Begriff kann eine Tonart, eine Tonleiter oder einen Akkord bezeichnen.
Zusammen mit Moll bildet Dur das Dur-Moll-System, das im 17. und 18. Jahrhundert das System der Kirchentonarten ablöste. Der Höreindruck von Dur wird häufig als „hell, klar“ beschrieben, der von Moll dagegen als „dunkel, weich“. Diese Beschreibungen geben einen verbreiteten Höreindruck wieder.
Aufbau der Durtonleiter
Die Durtonleiter oder Durskala besteht aus Ganz- und Halbtonschritten in der festen Reihenfolge 1–1–½–1–1–1–½. Sie kann auch als Verbindung zweier Tetrachorde mit der Struktur 1–1–½ aufgefasst werden. Ihre Intervallfolge entspricht dem ionischen Modus im System von Glarean.
Die Halbtonschritte liegen zwischen dem dritten und vierten sowie zwischen dem siebten und achten Ton; alle anderen Schritte sind Ganztonschritte. Der siebte Ton wirkt als Leitton, der zum achten Ton beziehungsweise zum Grundton der nächsten Oktave hinführt.
Die zwölf Durtonleitern werden nach ihrem Anfangston benannt. Die C-Dur-Tonleiter besteht beispielsweise aus den Stammtönen C, D, E, F, G, A, H und c. Auf dem Klavier erhält man sie, wenn man bei C beginnt und nur die weißen Tasten spielt.
Im weiteren Sinne können auch andere Tonleitern mit einer großen Terz über dem Grundton zu den Durtonleitern gerechnet werden. Dazu gehören Lydisch, Mixolydisch, die phrygisch-dominante Tonleiter, Zigeuner-Dur und das aus systematischen Gründen eingeführte Harmonisch Dur.
Beziehungen zwischen Dur und Moll
Zu jeder Durtonart gehört eine parallele Molltonart, die Mollparallele. Beide enthalten dieselben Töne und werden deshalb mit denselben Vorzeichen notiert. Der Grundton der Mollparallele liegt eine kleine Terz unter dem Grundton der Durtonart. Ein Beispiel ist C-Dur mit der Mollparallele a-Moll. Entsprechend besitzt auch die Dur-Pentatonik eine parallele Moll-Pentatonik, deren Grundton eine kleine Terz tiefer liegt.
Davon zu unterscheiden ist die Mollvariante. Sie beginnt auf demselben Grundton wie die Durtonart, hat wegen der anderen Stufenfolge von Moll aber andere Vorzeichen. Im Quintenzirkel liegt die Mollvariante stets drei Schritte abwärts gegenüber der zugehörigen Durtonart. So hat E-Dur vier Kreuze, e-Moll dagegen nur ein Kreuz.
Dur- und Molltonarten sind im Quintenzirkel nach ihren Vorzeichen geordnet. Zu den Durtonarten Ces, Ges, Des, As, Es, B, F, C, G, D, A, E, H, Fis und Cis gehören der Reihe nach die parallelen Molltonarten as, es, b, f, c, g, d, a, e, h, fis, cis, gis, dis und ais. C-Dur und a-Moll haben keine Vorzeichen; in Richtung der Kreuztonarten kommt jeweils ein Kreuz hinzu, in Richtung der Be-Tonarten jeweils ein ♭.
Durdreiklang und Obertonreihe
Ein Durdreiklang ist ein Akkord aus Grundton, großer Terz und Quinte. Beim A-Dur-Dreiklang sind dies beispielsweise A, C♯ und E.
Eine verbreitete musiktheoretische Erklärung für den harmonischen Eindruck des Durdreiklangs bezieht sich auf die Obertonreihe, also die Töne, die beim Erklingen eines Grundtons zusätzlich mitschwingen. Bei einem tiefen A enthält eine vereinfachte Obertonreihe die Töne A (110 Hz), A (220 Hz), E (330 Hz), A (440 Hz), C♯ (550 Hz), E (660 Hz), G (770 Hz) und A (880 Hz). Der 4., 5. und 6. Ton, also A, C♯ und E, bilden in reiner Stimmung einen A-Dur-Dreiklang. Die heute übliche gleichschwebende Stimmung nähert diesen idealen Dreiklang nur an.
Auch Umkehrungen des Durdreiklangs erscheinen in dieser Reihe: Der 3., 4. und 5. Ton ergeben E–A–C♯, der 5., 6. und 8. Ton C♯–E–A. Bei einer Umkehrung bleiben die Töne des Akkords erhalten, aber ein anderer Akkordton liegt unten.
Nach diesem Erklärungsmodell ist der Durdreiklang einschließlich seiner Umkehrungen bereits in der Obertonreihe enthalten und damit ein naturgegebenes Klangphänomen. Die Erklärung ist jedoch begrenzt: Sie erklärt weder, warum sich eine eigenständige akkordbasierte Tonsprache nur in westlichen Musikkulturen herausbildete, noch warum sich die Erkenntnis der Umkehrbarkeit von Dreiklängen erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts durchsetzte.
Dreiklänge auf den Stufen der Durtonleiter
Aus den Tönen einer Durtonleiter lassen sich auf jeder ihrer sieben Stufen Dreiklänge bilden. Auf der ersten, vierten und fünften Stufe entstehen Durdreiklänge. Sie heißen Tonika, Subdominante und Dominante und bilden die Hauptstufendreiklänge. Auf den Nebenstufen entstehen drei Molldreiklänge und ein verminderter Dreiklang.
In C-Dur ergibt sich folgende Ordnung:
• 1. Stufe: C–E–G, C-Dur, Tonika • 2. Stufe: D–F–A, d-Moll • 3. Stufe: E–G–H, e-Moll • 4. Stufe: F–A–C, F-Dur, Subdominante • 5. Stufe: G–H–D, G-Dur, Dominante • 6. Stufe: A–C–E, a-Moll • 7. Stufe: H–D–F, h vermindert
Damit enthält eine Durtonleiter insgesamt drei Durdreiklänge, drei Molldreiklänge und einen verminderten Dreiklang.
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