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Akkord

Im musikterminologischen Sinn wird als Akkord das simultane Zusammentreffen von unterschiedlichen Tönen bezeichnet. Der Begriff Akkord hat im Laufe der …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Begriff und musikalische Deutung
  2. 2. Erklärungen für Akkorde und Harmonien
  3. 3. Umkehrungen und Stellung des Basstons
  4. 4. Lagen eines Akkords

Begriff und musikalische Deutung

Ein Akkord ist im musikterminologischen Sinn das gleichzeitige Erklingen unterschiedlicher Töne. Seit dem 17. Jahrhundert werden dafür mindestens drei Töne vorausgesetzt. Nach Carl Dahlhaus sind Akkorde drei- oder mehrtönige Zusammenklänge, die als unmittelbar gegebene Einheiten mit einem Grundton aufgefasst werden. Der Grundton ist der Bezugston, von dem aus ein Akkord verstanden wird; die Abstände zwischen den Grund- oder Bezugstönen helfen dabei, Klangverbindungen zu bestimmen.

Wichtig ist: Ein Akkord ist nicht einfach etwas, das eindeutig in den Noten steht, sondern Ausdruck einer musikalischen Hörweise. Deshalb kann derselbe Klang verschieden gedeutet werden. Der Klang a-c-e-g kann beispielsweise als a-c-e, also Mollakkord mit kleiner Septime g, als c-e-g, also Durakkord mit Sixte ajoutée a, oder als Stimmenbewegung beziehungsweise kontrapunktischer Zusammenklang ohne Grundtonbezug gehört werden.

Erklärungen für Akkorde und Harmonien

Ältere Musiktheorie erklärte Intervalle und Akkorde oft mit der Obertonreihe: Ganzzahlige Vielfache der Frequenz eines Tons. Diese mitschwingenden Obertöne prägen die Klangfarbe. Als konsonant, also besonders zusammenklingend, galten Intervalle mit einfachen Zahlenverhältnissen, etwa die Oktave 2:1 und die Quinte 3:2. Der Durakkord wurde häufig aus dem 4., 5. und 6. Oberton abgeleitet. Daraus entstand die Vorstellung, Dur sei naturgegeben, Moll dagegen unnatürlich.

Eine Grundlage der Harmonielehre ist das Umkehrungsprinzip. Die Tonfolgen e-g-c' und g-c'-e' können Varianten des Grundakkords c-e-g sein, obwohl jeweils ein anderer Akkordton unten liegt. Jean-Philippe Rameau beschrieb Akkorde als aus Terzen zusammengesetzte Klanggebilde und begründete dies mit Grundtonprinzip und Obertonreihe. Terzenschichtung bedeutet, Töne im Abstand von Terzen übereinander zu setzen: Drei Töne bilden einen Dreiklang, vier einen Septimenakkord, fünf einen Nonenakkord, sechs einen Undezimenakkord und sieben einen Terzdezimenakkord.

Die Stufentheorie ordnet Klänge den Stufen einer diatonischen Skala zu. Dafür müssen auch Zusammenklänge wie durchgehende Septimen oder große Sexten auf Akkorde zurückgeführt werden. Gottfried Weber entwickelte dafür Chiffrierungen weiter, etwa Groß- und Kleinbuchstaben sowie große und kleine römische Ziffern für Dur- und Mollakkorde, ° für verminderte Akkorde und Zeichen für Septimen. Solche Zeichen werden weiterhin zur Beschreibung von Harmonieverläufen verwendet.

Spätere Theorien machten deutlich, dass eine rein naturwissenschaftliche Begründung kultureller Musik problematisch ist. Hugo Riemann erklärte Dur mit der Obertonreihe, Moll mit einer hypothetischen Untertonreihe und entwickelte die Funktionstheorie. Dabei stehen Akkorde und ihre Fortschreitungen in funktionalen Beziehungen, doch die Verbindung von funktionalem und naturgegebenem, dualistischem Denken blieb widersprüchlich.

Umkehrungen und Stellung des Basstons

Bei Akkordumkehrungen bleibt der Akkord als Wahrnehmungseinheit erhalten, aber ein anderer seiner Töne liegt in der tiefsten Stimme. Sogar zwei Töne oder ein Ton können als Fragmente eines Akkords verstanden werden.

  • Grundstellung: Der Grundton liegt in der tiefsten Stimme.
  • Sextakkord: Bei Dur-, Moll-, verminderten oder übermäßigen Akkorden liegt die Terz unten.
  • Quintsextakkord: Bei Septakkorden liegt die Terz unten.
  • Quartsextakkord: Bei Dur-, Moll-, verminderten oder übermäßigen Akkorden liegt die Quinte unten.
  • Terzquartakkord: Bei Septakkorden liegt die Quinte unten.
  • Sekundakkord: Die Septime liegt in der tiefsten Stimme.

Ein Quartsextakkord auf relativ schwerer Taktzeit wurde in der Kompositionsgeschichte oft wie eine Dissonanz behandelt; daher gibt es den Begriff Vorhaltsquartsextakkord. Nach Dahlhaus ist diese Bezeichnung problematisch, wenn die betreffenden Töne Vorhalte sind: Vorhalte zählen nicht zur Akkordsubstanz, sondern verzögern als akkordfremde Töne das Eintreten der akkordeigenen Töne. So bilden e und c über dem Basston g in der Regel keinen konsonanten C-Dur-Quartsextakkord, sondern Vorhalte zu d und h beziehungsweise zu einem Durakkord mit dem Grundton g.

Lagen eines Akkords

Die Akkordlage beschreibt die tonhöhenmäßige Verteilung der Töne eines Akkords. Entscheidend sind insbesondere die Abstände zwischen den Tönen und der Akkordton in der höchsten Stimme.

  • Weite Lage: Zwischen den drei Oberstimmen ist Platz für weitere Akkordtöne.
  • Enge Lage: Die drei Oberstimmen liegen unmittelbar beieinander.
  • Gemischte Lage: Zwischen Sopran und Alt besteht eine enge Lage, zwischen Alt und Tenor eine weite Lage – oder umgekehrt.
  • Grenzlage: Sonderfall der gemischten Lage; der Abstand zwischen Sopran und Tenor beträgt genau eine Oktave.

Beim C-Dur-Dreiklang werden Oktavlage als weit, Terzlage als eng und Quintlage als gemischt bezeichnet.

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