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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Sixte ajoutée

Nach Rameau ist der Akkord der Sixte ajoutée eine (satztechnische) Subdominante. Die charakteristische Dissonanz löst sich stufenweise aufwärts auf bei …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Grundidee
  2. 2. Auflösung bei Rameau
  3. 3. Gegenpol Dominante
  4. 4. Unterschied zur Funktionstheorie
  5. 5. Bedeutung des Kontextes

Begriff und Grundidee

Die Sixte ajoutée (französisch „hinzugefügte Sexte“), kurz für Accord de la sixte ajoutée, bezeichnet eine einem Dreiklang hinzugefügte große Sextstufe. Sie wird auch Subdominant-Quintsextakkord genannt und mit S_{5}^{6} beziffert. Der Begriff wurde von Jean-Philippe Rameau eingeführt.

Nach Rameau ist der Akkord der Sixte ajoutée eine satztechnische Subdominante. Subdominante bedeutet hier ein Akkord mit bestimmter Funktion im harmonischen Zusammenhang. Die charakteristische Dissonanz, also der spannungsreiche Ton des Akkords, löst sich bei Rameau stufenweise aufwärts auf. Gleichzeitig fällt das Fundament des Akkords um eine Quarte, also es findet ein Quartfall statt.

Auflösung bei Rameau

In Rameaus Deutung ist bei einem Sixte-ajoutée-Akkord die hinzugefügte große Sexte der entscheidende dissonante Ton. Im genannten Beispiel ist der Ton d die Sixte ajoutée zu einem Akkord mit Grundton f. Dieser Ton d löst sich stufenweise aufwärts zum e der C-Dur-Tonika auf.

Die Auflösung wird als Verbindung über einen Quintanstieg beziehungsweise Quartfall beschrieben: Der Akkord mit Grundton f führt zur C-Dur-Tonika. Wichtig ist dabei nicht nur der Klang selbst, sondern die Art, wie sich die einzelnen Stimmen und das Fundament weiterbewegen.

Gegenpol Dominante

Den Gegenpol zu Subdominanten bilden nach Rameau die Dominanten. Eine Dominante ist bei ihm ein Akkord, der durch die charakteristische Dissonanz der Septime bestimmt ist. Diese Septime löst sich stufenweise abwärts auf, während das Fundament gleichzeitig einen Quintfall vollzieht.

Rameau fordert sogar, dass Septimen in bestimmten Verbindungen hinzugedacht werden müssen, auch wenn sie nicht wirklich erklingen. In einer Kadenz kann er deshalb mehrere Akkorde als Folge von Dominanten deuten: Fundament a mit hinzugedachter Septime g, Fundament d mit Septime c, eine „tonische Dominante“ mit Fundament g und hinzugedachter Septime f sowie abschließend die Tonika c.

Unterschied zur Funktionstheorie

Die Funktionstheorie deutet denselben Klang teilweise anders als Rameau. Der Klang d-f-a-c, also der Moll-Septakkord der II. Stufe, wird dort als Subdominante mit hinzugefügter Sexte beziehungsweise als Sixte ajoutée beziffert: S_{5}^{6}.

Die Spannung zwischen beiden Deutungen zeigt sich daran, welcher Ton als eigentliche Dissonanz gilt. In Rameaus Interpretation ist im zweiten Beispiel das c des zweiten Akkords dissonant: Es muss vorbereitet sein, also im vorhergehenden Akkord in derselben Stimme schon vorhanden sein, und löst sich stufenweise abwärts in das h auf. Die Funktionsbezeichnung Sixte ajoutée legt dagegen nahe, dass das d die hinzugefügte Sexte zum F-Dur-Akkord sei, obwohl dieses d weder vorbereitet ist noch sich auflöst.

Bedeutung des Kontextes

In beiden genannten Notenbeispielen kommt der Klang f-d-a-c vor, von unten nach oben gelesen. Ob dieser Klang als Subdominante mit Sixte ajoutée in der Grundstellung f-a-c-d oder als Dominante mit Septime in der Grundstellung d-f-a-c verstanden wird, lässt sich nicht allein aus den Tönen bestimmen.

Entscheidend ist der musikalische Zusammenhang: Man muss betrachten, wie sich die Dissonanz auflöst und wohin das Fundament fortschreitet. Erst durch Auflösung und Kontext wird klar, ob der Akkord im Sinne Rameaus als Sixte-ajoutée-Akkord oder als Dominantseptakkord zu verstehen ist.

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