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Arrangieren und Harmonielehre - Folge 1: Tonika, Subdominante, Dominante
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 44 Zeilen
- Hallo und willkommen bei cappella academy. Mit diesem Video starten wir in eine neue Serie. Und zwar zum Thema Arrangieren und Harmonielehre.
- Wenn man eine sehr schöne Melodie hat und möchte die mit einem Ensemble musizieren, dann wäre es sehr schade wenn man diese Melodie nur einstimmig musizieren kann.
- Mit ein paar Grundkenntnissen in Harmonielehre und Stimmführung kann man daraus ein sehr schönes mehrstimmiges Arrangement machen. Und darum geht es hier. Für den Einstieg wählen wir uns als Beispiel den vierstimmigen Chorsatz.
- Denn der hat den große Vorteil, dass man sich nicht mit den Spezialitäten verschiedener Instrumente herumschlagen muss. Und es geht natürlich ganz einfach los.
- Um von einer einfachen Melodie wie zum Beispiel dieser [Musik] zu einem mehrstimmigen Chorarrangement zu kommen, braucht es mindestens zwei Schritte:
- Zum einen muss man die Melodie harmonisieren. Beim Hausbau wäre das der Schritt von der Idee zu einem Bauplan.
- Im zweiten Schritt muss man das Haus natürlich noch bauen. Beim Arrangieren heißt dieser Schritt „Tonsatz“.
- Bei ihm komponiert man die weiteren Chorstimmen so, dass sie sich gerade zu den Harmonien zusammenfügen, die man vorher geplant hat.
- Wir widmen uns in diesem Video dem ersten Schritt, dem Harmonisieren. Vielleicht kennst du aus Liederbüchern oder von
- Lead Sheets aus dem Internet solche Akkordbezeichnungen über den Noten. Für jemanden, der ein Begleitinstrument, wie etwa Gitarre oder Klavier spielt,
- geben sie Anhaltspunkte dafür, was zu spielen ist. Das ist gemeint, wenn von einer Harmonisierung die Rede ist.
- Akkordbezeichnungen sind zum Mitspielen praktisch, richten sich aber nach der Tonart, in der das Stück steht.
- Wir wählen uns aus den vielen Varianten, Harmonien zu bezeichnen, daher eine Bezeichnungsweise aus, die unabhängig von der Tonart ist.
- Dann können wir das Konzept der Harmonielehre leichter auf alle Tonarten übertragen – funktionelle Harmonielehre wie man es musikwissenschaftlich nennt.
- Im einfachsten Fall ist eine Harmonie durch einen Dreiklang gekennzeichnet. In jeder Tonleiter bilden z.B. der Grundton,
- der dritte und der fünfte Ton der Tonleiter den Grunddreiklang der Tonart. Bei unserem Beispiel in F-Dur ist das also der F-Dur-Dreiklang.
- Jeder Ton, der selbst zu diesem Dreiklang gehört, also hier f, a und c, lässt sich durch diesen Dreiklang harmonisch begleiten.
- Bei anderen Tönen ist der Zusammenklang eher dissonant. Wir können also nicht die gesamte Melodie mit diesem Grunddreiklang harmonisieren,
- sondern brauchen für jeden Melodieton einen Dreiklang, zu dem dieser Ton dazugehört. Das könnten bei längeren Liedern ganz schön viele werden.
- Wenn man es geschickt anstellt, genügen drei Dreiklänge bzw. Harmonien. Tragen wir aber zunächst zu den Melodietönen, die zu dem Grunddreiklang passen,
- die entsprechende Harmoniebezeichnung „Tonika“ oder abgekürzt T ein. Sie ist der harmonische Mittelpunkt des Musikstücks. Zur Tonika kehrt eine
- Harmoniefolge gern und häufig zurück, vor allem am Ende eines Musikstücks. Alle Töne, die zur Tonika passen, begleiten wir auch mit der Tonika.
- In der Melodie ist das dieses f, das a und am Ende wieder das f. Welche Harmonien brauchen wir noch, um die verbleibenden Melodietöne zu begleiten?
- Hier kommt ein kleiner Trick ins Spiel: Verlängern wir die Tonleiter einmal ein wenig und betrachten die Dreiklänge, die sich direkt an unseren Grunddreiklang anschließen.
- Ihre Grundtöne liegen jeweils im Abstand einer Quinte zu unserem Grundton. Quinte? Da war doch was – ja richtig der Quintenzirkel.
- Diese Dreiklänge sind die Grunddreiklänge zu den Nachbartonarten unserer Grundtonart F-Dur im Quintenzirkel.
- Betrachtet man ihn nicht als ein Verzeichnis aller Tonarten, sondern eine Landkarte aller Harmonien, stellt man fest, dass die benachbarten Harmonien unserer Tonika harmonisch sehr nahestehen.
- Deshalb haben sie – wie die Tonika – einen eigenen Namen bekommen. Die Harmonie des Dreiklangs eine Quinte oberhalb des Grundtons heißt Dominante (abgekürzt D),
- die Harmonie des Dreiklangs eine Quinte unterhalb des Grundtons heißt Subdominante (abgekürzt mit einem S).
- Die Bezeichnungen für diese Grundlegenden Harmonien – man nennt sie auch Hauptfunktionen – gehen übrigens
- zurück auf den französischen Komponisten und Musiktheoretiker Jean Philppe Rameau. Und sie haben einen großen Vorteil: Alle ihre Dreiklangstöne gehören zu unserer Tonleiter.
- Umgekehrt heißt das, dass wir sie gut dazu nutzen können, allen Tonleitertönen eine passende Harmonie zuzuordnen,
- denn die Harmonie passt ja auch zu Tönen die eine Oktave höher oder tiefer liegen. Die Subdominante klingt also zu allen Tönen der vierten, sechsten und ersten Stufe der Tonleiter-
- Die Dominante passt zu allen Tönen der fünften, siebenten und zweiten Stufe. Und natürlich passt auch die Tonika in den Oktaven darüber und darunter.
- Damit können wir jetzt jeden Tonleiterton, also auch jeden Melodieton mit einer passenden Harmonie versehen.
- Der zweite Melodieton, ein g ist gerade der zweite Ton der F-Dur-Tonleiter – und gehört zum C-Dur-Dreiklang, also der Dominante.
- Der vierte Ton, ein B, passt zum B-Dur-Dreiklang, also der Subdominante. Und zu dem noch fehlenden Melodieton passt noch einmal die Dominante.
- Fertig ist unsere Harmonisierung gemäß der funktionellen Harmonielehre – übertragbar auf alle Tonarten.
- Ein kleiner Hinweis noch: Zu manchen Tönen passen auch mehrere dieser „Hauptfunktionen“. In einem solchen Fall ist es eine Stilfrage,
- was besser klingt. Dazu dann in einer der kommenden Folge mehr. Wenn ihr euch selbst einmal ausprobieren wollt, dann schaut mal unter diesem Video.
- Dort findet Ihr einen Link zu einer Capella-Datei, die ihr euch mit dem kostenlosen capella reader anschauen, anhören und auch ausdrucken könnt.
- Und dann versucht einmal, die passenden Harmonien zu den Melodietönen zu finden. Die Auflösung gibt’s im nächsten Video. Und dann schauen wir uns an,
- wie man die Harmonien passend auf die Stimmen verteilt, damit es gut klingt. Wenn ihr nichts verpassen wollt, abonniert euch gleich den Kanal. Über Likes und Kommentare freu
- ich mich natürlich auch. Musiktheorie ist nämlich spannender als man denkt.
Zum Nachlesen
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