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Plagalschluss
Der Plagalschluss ist vor allem in der Barockmusik anzutreffen und findet sich vereinzelt auch im 19. Jahrhundert, z. B. bei Robert Schumann und Johannes Brahms …
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Definition und Aufbau
Der Plagalschluss oder plagale Schluss ist in der Harmonielehre die Akkordverbindung Subdominante – Tonika, die als Ganzschluss dient. Die Tonika ist der auf dem Grundton aufgebaute Akkord; die Subdominante entspricht in der Stufentheorie der vierten Stufe.
Ein Plagalschluss entsteht, wenn ein Musikstück auf der Tonika endet und der unmittelbar vorhergehende Akkord die Subdominante ist. Der Schlussakkord wird dabei nicht durch einen Quintfall, sondern durch einen Quintstieg oder Quartfall erreicht.
Abgrenzung und Wirkung
Beim authentischen Schluss geht der Tonika dagegen die Dominante voraus. Diese Schlussbildung ist gebräuchlicher und häufiger als der Plagalschluss.
Der Plagalschluss wird als weniger spannungsgeladen empfunden, weil der Leitton der Grundtonart im Subdominantakkord nicht vorkommt. Die Subdominante kann gelegentlich durch eine Doppelsubdominante verstärkt werden.
Kirchenschluss und typische Verwendung
Da der Plagalschluss häufig in sakraler Musik verwendet wird, besonders für die Akklamation „Amen“, heißt er in der musikalischen Umgangssprache auch Kirchenschluss.
Oft wird er nach dem eigentlichen Schluss eines Stückes als feierliche Ergänzung angefügt. In Molltonarten führt ein solcher nachträglicher Plagalschluss häufig nach Dur. Bei einer Moll-Subdominante wirkt die kleine Terz „dominantischer“, weil sie sich bei der Auflösung um einen Halbton abwärts in die Quinte der Tonika bewegt.
Variante mit Orgelpunkt
Ein Plagalschluss kann auch über einem Orgelpunkt stehen. Dabei bleibt der Grundton im Bass liegen, während die Subdominante als Quartsextakkord erklingt. Wegen ihrer relativ schwachen Schlusswirkung kommt diese Variante vor allem bei Binnenschlüssen, also bei Abschlüssen innerhalb eines Werkes, vor.
Musikalisches Vorkommen
Der Plagalschluss ist besonders in der Barockmusik anzutreffen. Vereinzelt erscheint er auch im 19. Jahrhundert, beispielsweise bei Robert Schumann und Johannes Brahms.