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Stephen King
Die meisten auf Deutsch übersetzten Kurzgeschichten sind in Sammelbänden wie Nachtschicht, Im Morgengrauen, Der Gesang der Toten, Der Fornit, Albträume …
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Bedeutung und Lebensweg
Stephen Edwin King (* 21. September 1947 in Portland, Maine) ist ein US-amerikanischer Schriftsteller. Er ist vor allem durch Horrorromane bekannt und zählt zu den meistgelesenen sowie kommerziell erfolgreichsten Autoren der Gegenwart. Bis 2025 erschienen von ihm mehr als 60 Romane sowie zahlreiche Kurzgeschichten- und Novellensammlungen.
King wuchs nach dem Weggang seines Vaters 1949 mit seinem Bruder bei seiner alleinerziehenden Mutter auf. Schon als Kind schrieb er Geschichten. Von 1966 bis 1970 studierte er Englisch an der Universität von Maine. Dort lernte er Tabitha Spruce kennen, die er am 2. Januar 1971 heiratete. Das Paar hat drei Kinder: Naomi, Joseph und Owen.
Zunächst arbeitete King unter anderem in einer Wäscherei und als Englischlehrer an der Hampden Academy in Maine. Parallel veröffentlichte er Kurzgeschichten in Zeitschriften. Sein erster verkaufter Text war 1967 The Glass Floor. Der Roman Carrie wurde 1973 von Doubleday angenommen und erschien 1974. Als die Taschenbuchrechte für 400.000 Dollar verkauft wurden, gab King den Lehrerberuf auf. Brennen muss Salem (1975), The Shining (1977) und The Stand – Das letzte Gefecht (1978) festigten seinen Erfolg als Bestsellerautor.
Schreiben unter anderem Namen und persönliche Einschnitte
King veröffentlichte 1972 einmal unter dem Namen John Swithen und von 1977 bis 1985 unter dem Pseudonym Richard Bachman. Ein Pseudonym ist ein angenommener Autorenname. King wollte damit den Markt nicht mit zu vielen Büchern unter seinem eigenen Namen überfluten und prüfen, ob seine Werke wegen seines Namens oder ihrer Qualität gekauft wurden.
Als Bachman erschienen sieben Romane: Amok (1977), Todesmarsch (1979), Sprengstoff (1981), Menschenjagd (1982), Der Fluch (1984), Regulator (1996) und Qual (2007). 1985 wurde öffentlich bekannt, dass King Bachman war. Danach stiegen die Verkaufszahlen stark; bei Der Fluch erhöhte sich die Auflage von 28.000 auf 280.000 Exemplare. King beschrieb die Bachman-Bücher als deprimierter und sprach von einer eigenen „Bachman-Atmosphäre“.
King war alkohol- und zeitweise kokainabhängig; ab 1985 war er nach eigener Darstellung von beiden abhängig. Auf Drängen seiner Frau ging er 1987 in eine Entzugsklinik und blieb seitdem nüchtern. Seine Erfahrungen mit Alkoholismus verarbeitete er später unter anderem in Doctor Sleep (2013). Am 19. Juni 1999 wurde er in Lovell, Maine, als Fußgänger von einem Kleinbus angefahren und schwer verletzt. Er lag drei Wochen im Krankenhaus. Während der Genesung schrieb er Duddits (Dreamcatcher) vollständig mit der Hand; der Unfall wurde auch ein zentraler Bestandteil des siebten Bandes von Der Dunkle Turm.
Werke, Motive und gemeinsame Welt
King schrieb Horror, Fantasy, Science-Fiction, Kriminal- und Gegenwartsliteratur sowie Sachbücher, Essays, Drehbücher und Gedichte. Zu seinen Sachbüchern gehören Danse Macabre (1981), eine Darstellung von Horror in Literatur und Film, und Das Leben und das Schreiben (2000), in dem er über Stilmittel, Schreibpraxis und die Entstehung einiger Romane berichtet.
Ein Grundmuster seiner Horrorgeschichten ist das Grauen im Alltäglichen: Autos, Clowns, Polizisten, Hunde oder Ladenbesitzer können bedrohlich werden. Das Unheimliche kommt dabei nicht nur von außen, sondern liegt auch in der Psyche der Figuren. Häufig behandelt King etwa Alkoholismus, Gewalt in Familien, Eheprobleme, soziale Abstiegsangst und Selbstzerstörung. Shining verbindet beispielsweise die unheilvolle Atmosphäre des Overlook Hotels mit den Konflikten der Familie Torrance. Daneben schrieb King auch weitgehend realistische Texte ohne oder mit wenigen übernatürlichen Elementen, etwa die Novellen Pin-up und Die Leiche.
Im Mittelpunkt stehen oft Durchschnittsmenschen, besonders Kinder, Teenager, ältere Menschen, Frauen oder Einwohner kleiner Städte. Die Hauptfiguren sind häufig widersprüchlich und geraten durch äußere und innere Probleme in eine Opferrolle. Viele Geschichten spielen in Maine. Kings Bücher sind zudem durch innere Bezüge verbunden: Die erfundene Stadt Derry erscheint etwa in Es, Schlaflos, Die Leiche, Das Monstrum, Sara, Duddits und Der Anschlag.
Das wichtigste verbindende Werk ist die Fantasy-Saga Der Dunkle Turm. Sie handelt vom Revolvermann Roland, der durch verschiedene Welten reist. Die acht Bände sind Schwarz (1982), Drei (1987), Tot (1991), Glas (1997), Wolfsmond (2003), Susannah (2003), Der Turm (2004) und Wind (2012). Wind spielt chronologisch zwischen dem vierten und fünften Roman. Wie viele andere King-Werke Teilhandlungen dieser Reihe enthalten, ist umstritten; Bezüge gibt es unter anderem zu Brennen muss Salem und The Stand – Das letzte Gefecht.
Veröffentlichungen, Zusammenarbeit und Öffentlichkeit
King erprobte früh digitale Veröffentlichungen: 2000 erschien die Kurzgeschichte Riding the Bullet (Achterbahn) zum Herunterladen im Internet und wurde mehr als 700.000-mal genutzt. Es folgten der unvollendete Fortsetzungsroman The Plant, die zunächst nur als Amazon-E-Book erhältliche Kurzgeschichte Ur (2009) und Finn, die im Mai 2022 exklusiv bei Scribd veröffentlicht wurde.
Er arbeitete auch mit anderen Autoren zusammen. Mit Peter Straub schrieb er Der Talisman (1984) und Das schwarze Haus (2001). Mit Richard Chizmar entstanden Gwendys Wunschkasten (2017) und Gwendys letzte Aufgabe (2022); Gwendys Zauberfeder (2019) schrieb Chizmar allein. Mit Stewart O’Nan verfasste King unter anderem Ein Gesicht in der Menge (2012) sowie das Buch Faithful über die Baseballsaison 2004 der Boston Red Sox.
Politisch unterstützte King wiederholt Kandidaten der Demokratischen Partei und kritisierte republikanische Politiker, besonders Donald Trump. Er sprach sich unter anderem für höhere Steuern für Wohlhabende, strengere Waffenkontrolle, stärkere Klimapolitik und Unterstützung der Ukraine nach dem russischen Überfall 2022 aus. Im November 2024 verließ er X wegen der nach seiner Aussage zu toxischen Atmosphäre und verwies auf Threads. King lebt mit Tabitha King in Bangor, Maine.
Verfilmungen und Wirkung
Kings Werk wurde besonders häufig für Film und Fernsehen adaptiert. Bis 2026 gab es nach offizieller Zählung mindestens 85 veröffentlichte Film- und Fernsehproduktionen nach seinen Werken, Drehbüchern oder Stoffen. Hinzu kamen mehr als 300 bekannte Kurzfilme des bis Ende 2023 bestehenden Dollar-Baby-Programms; insgesamt sind mindestens knapp 400 audiovisuelle Bearbeitungen bekannt.
Die erste Verfilmung war Carrie – Des Satans jüngste Tochter (1976) nach Carrie. Weitere bekannte Beispiele sind Shining von Stanley Kubrick (1980), die TV-Miniserie Stephen Kings Es (1990), Es: Chapter One (2017) und Chapter Two (2019). Die Verurteilten und Stand by Me – Das Geheimnis eines Sommers erhielten mehrere Oscar-Nominierungen. King führte 1986 bei Rhea M – Es begann ohne Warnung selbst Regie und hatte in zahlreichen Produktionen kurze Cameoauftritte.
Zu Serien und Miniserien zählen Dead Zone, Haven, Under the Dome, 11.22.63 – Der Anschlag, Mr. Mercedes, The Outsider, The Stand – Das letzte Gefecht, Lisey’s Story und Das Institut. Die Serien können erheblich von den Romanvorlagen abweichen, etwa Under the Dome bei Figuren, Hintergründen und Schluss.
King gilt als wichtiger und erfolgreicher Autor der Horrorliteratur. Sein Erzähltalent prägte das Genre und die Popkultur. Die Kritik ist jedoch geteilt: Sunand T. Joshi bemängelte einen langatmigen Stil und fehlende Originalität beim Erschrecken. Laut PEN America war King 2025 der meistzensierte Autor an US-Schulen: 206 Zensuren betrafen 87 seiner Werke, darunter Carrie und The Stand. Als Grund nennt der Bericht vor allem Einschränkungen von Werken mit „sexuellen Inhalten“ oder „Erwachsenenthemen“.