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E-Book
E-Book (selten auch: E-Buch; englisch e-book, ebook) steht für ein elektronisches Buch (englisch electronic book) und bezeichnet Werke in elektronischer …
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Begriff und Grundformen
Ein E-Book ist ein elektronisches Buch: ein Werk in elektronischer Buchform, das auf E-Book-Readern oder mit geeigneter Software auf Computern, Tablets und Smartphones gelesen wird. Moderne E-Books besitzen häufig „reflowable content“, also eine Darstellung, bei der sich Text und Seitenaufbau automatisch an Bildschirmgröße und Auflösung anpassen.
Grundsätzlich lassen sich zwei wichtige Formen unterscheiden:
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E-Books mit anpassbarer Darstellung werden meist als EPUB oder in davon abgeleiteten herstellerspezifischen Formaten veröffentlicht. EPUB beruht auf XHTML beziehungsweise der XML-Variante von HTML5, CSS und SVG. Dadurch lassen sich dieselben Inhalte auf Smartphones, Tablets, Lesegeräten und Computern darstellen. Weitere Formate sind FictionBook sowie Amazons Formate Mobipocket, KF8 und Varianten davon. Amazon-Geräte und -Programme unterstützen EPUB nicht unmittelbar; umgekehrt können reine EPUB-Programme die Amazon-Formate nicht ohne Weiteres anzeigen.
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E-Books mit festem Seitenlayout bewahren die genaue Anordnung einer Seite. Sie eignen sich besonders für Kinder-, Sach- und Lehrbücher mit komplexem Layout, Animationen oder interaktiven Elementen. Dafür werden heute vor allem EPUB mit festem Layout und das darauf beruhende Apple-Multi-Touch-Format eingesetzt. Möglich sind unter anderem Vollformatdarstellung, Zoom, Audio- und Videodateien, Animationen, interaktive Funktionen und eingebaute Vorlesefunktionen.
PDF wurde anfangs häufig verwendet, weil sich damit das Layout einer Druckausgabe originalgetreu übernehmen lässt. Auf kleinen Bildschirmen werden beim Verkleinern jedoch auch Schrift und Inhalte kleiner und damit oft schlecht lesbar. Bei neu produzierten E-Books spielt PDF deshalb kaum noch eine Rolle; es wird hauptsächlich zur digitalen Archivierung nicht anderweitig verfügbarer Druckausgaben genutzt.
Entwicklung des elektronischen Buches
Als frühes Beispiel elektronischer Literatur gilt Michael Stern Harts 1971 im Project Gutenberg veröffentlichte digitale Fassung der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. Sie wird oft als „erstes E-Book“ bezeichnet, entsprach wegen der damaligen Technik und einfachen Textformatierung aber noch nicht einem heutigen E-Book. Erst später nahm Project Gutenberg Formate wie EPUB und Mobipocket auf.
Ab 1986 veröffentlichte Wilfried A. Hary Romane als „Diskromane“ auf Disketten. Anfang 1987 erschien Vilém Flussers Die Schrift – Hat Schreiben Zukunft? sowohl gedruckt als auch elektronisch auf zwei 5¼-Zoll-Disketten. Die elektronische Ausgabe enthielt einen Editor und eine Druckfunktion und wurde auf der Frankfurter Buchmesse 1987 auf einem Commodore PC präsentiert. 1988 erschien William Gibsons Mona Lisa Overdrive als erstes kommerzielles Werk, das sich vollständig am Computer als elektronisches Buch lesen ließ. Die Beleglage für Teile dieser frühen Geschichte wird im Artikel allerdings als unzureichend gekennzeichnet.
HTML, die Ende der 1980er Jahre von Tim Berners-Lee entwickelte Auszeichnungssprache des World Wide Web, machte Texte ebenfalls elektronisch verfügbar. Das dokumentenorientierte Hypertext-Konzept mit vernetzten Inhalten unterschied sich zunächst von der linearen Abfolge eines Buches. Frühe HTML-E-Books bestanden daher oft aus einer großen Datei mit begrenzter Navigation. HTML5 ermöglicht inzwischen eine hierarchische Gliederung durch Abschnitte und Überschriften sowie eine einfachere Navigation.
In den 1990er Jahren entstanden zahlreiche kommerzielle Versuche. PDF setzte sich besonders bei Fachpublikationen durch, weil Volltextsuche und elektronische Verfügbarkeit dort oft wichtiger waren als die materielle Gestaltung eines gedruckten Buches. 1993 befanden sich beispielsweise die Anleitungen zu Ultima Underworld und Ultima Underworld 2 als PDF samt DOS-Version des Acrobat Readers auf einer CD. Mitte der 1990er Jahre erschienen multimediale Nachschlagewerke wie Bertelsmanns BEE-Book; O’Reilly kombinierte später gedruckte Bücher mit mehreren HTML-E-Books auf CD-ROM. Parallel wurden Bücher ohne Zustimmung der Rechteinhaber gescannt, per OCR in durchsuchbare Texte umgewandelt und ausgetauscht. Auf der Frankfurter Buchmesse 2007 waren bereits 30 % aller Fachwerke als E-Books erhältlich.
Dateien, Software und Lesegeräte
PDF, entwickelt von Adobe auf Grundlage von PostScript, wurde durch die offene Spezifikation und kostenlos erhältliche Lesesoftware zu einem plattformübergreifenden Quasi-Standard für Dokumente mit festem, originalgetreuem Layout. Für anpassbare Texte ist es jedoch nicht vorgesehen. Vorübergehend wurde auch Microsofts eigentlich für Hilfetexte entwickeltes CHM-Format genutzt. Danach entstanden zahlreiche Formate wie BBeB, EPUB, FictionBook, LIT, Mobipocket/AZW, Plucker, PDB und TomeRaider. Mit der Verbreitung mobiler Lesegeräte setzte sich außerhalb des Amazon-Systems zunehmend der offene EPUB-Standard durch, während Amazon das proprietäre AZW-Format verwendet. Calibre kann E-Books zwischen unterschiedlichen Formaten umwandeln, anzeigen und verwalten. Weitere Anzeigeprogramme sind unter anderem Adobe Digital Editions für PDF, EPUB und XHTML, FBReader, Evince, Okular, Sumatra PDF und Mobipocket Reader.
E-Book-Reader sind speziell für das Lesen ausgelegt und besitzen meist ein stromsparendes E-Paper-Display. Dieses wird mit Umgebungslicht gelesen, wobei viele Geräte zusätzlich eine zuschaltbare Beleuchtung bieten. Die Anzeigen sind fast immer monochrom und daher für Comics, Zeitschriften oder stark bebilderte Sachbücher weniger geeignet; Geräte mit farbigem E-Paper sind selten. Computer, Tablets und Smartphones sind vielseitiger und besitzen Farbdisplays. Wegen der ständig benötigten Bildschirmbeleuchtung haben sie aber eine kürzere netzunabhängige Nutzungsdauer und sind in hellem Tageslicht schlechter lesbar.
Vertrieb, Nutzung und Schutz
E-Books werden über Händler, Verlage und Plattformen verkauft. Das Angebot umfasst Fachbücher und Belletristik; bei älteren Titeln kann die elektronische Veröffentlichung daran scheitern, dass frühere Lizenzverträge keine E-Book-Rechte enthalten. Gemeinfreie Werke, deren Urheberrecht abgelaufen ist, werden von verschiedenen Projekten kostenlos oder kostenpflichtig angeboten. Das amerikanische Project Gutenberg arbeitet nichtkommerziell, während Gutenberg-DE solche Werke auch verkauft. Mischplattformen verbinden kostenlose Veröffentlichungen mit kostenpflichtigen Angeboten.
Neben dem Kauf gibt es Leih-, Miet- und Abonnementmodelle. Dabei darf eine festgelegte Zahl von Titeln für einen bestimmten Zeitraum gelesen werden. Bibliotheken erwerben von Dienstleistern oder Aggregatoren Nutzungsrechte und geben sie an registrierte Nutzer weiter. Eine Digitale Rechteverwaltung (DRM) kontrolliert die Leihfrist; danach lässt sich die Datei nicht mehr verwenden. Beim E-Book-Streaming zahlt der Leser meist monatlich und liest die Bücher über eine aktive Internetverbindung, ohne sie zu erwerben. Seit 2012 entstanden solche Angebote nach dem Vorbild von Video- und Musikstreaming.
DRM soll unerlaubte Verbreitung verhindern, kann das Lesen aber auf bestimmte Geräte oder Programme beschränken. Auch Drucken, Kopieren, Einfügen oder Verleihen können gesperrt sein; Änderungen an Hard- oder Software können sogar zum Verlust des Zugangs führen. Als weniger einschränkende Alternative dienen digitale Wasserzeichen, die die Identität des Käufers dauerhaft in die Datei einbetten. So bleiben Privatkopien technisch möglich, während öffentlich verbreitete Dateien zurückverfolgt werden können. Mehrere deutsche Verlage schalteten ihr DRM im Jahr 2015 ab. Amazon erfasst außerdem, wie viel von einem Buch gelesen wurde, um Missbrauch der Rückgabefunktion zu erkennen.
E-Books erleichtern den Selbstverlag: Autoren können sie mit geringem technischen Wissen selbst erstellen und unmittelbar über große Verkaufsplattformen vertreiben; Verlag und Buchhandel als Zwischenstufen entfallen. Schätzungen zufolge entfielen 2014 etwa 15 % des deutschen E-Book-Umsatzes auf selbstverlegte Titel. Auch E-Books können eine ISBN erhalten.
Recht, Datenschutz und Digitalisierung
Beim Erwerb eines E-Books erhält der Leser nach den üblichen Vertragsbedingungen kein körperliches Gut, sondern ein persönliches, einfaches und nicht übertragbares Nutzungsrecht. Kopieren für Dritte, Weiterverkauf und kommerzielle Nutzung können ausgeschlossen sein. Verbraucherschützer halten insbesondere das Verbot des gebrauchten Weiterverkaufs für eine übermäßige Benachteiligung. Sie verwiesen auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofes vom 3. Juli 2012 zur Gebrauchtsoftware (C-128/11, ZUM 2012, 661). Strittig ist, ob ein Download als Kauf einer Kopie oder nur als Lizenzvertrag gilt. Das Landgericht Bielefeld verneinte 2013 ein Recht auf Weiterverkauf; das OLG Hamm bestätigte die Entscheidung im Mai 2014 rechtskräftig. Bibliotheken kritisieren, dass eingeschränkte Lizenzen auch die Ausleihe und damit den freien Zugang zu allgemein zugänglichen Informationsquellen erschweren.
Synchronisierungsfunktionen geben Anbietern Einblick in das Leseverhalten. Sie können erfassen, welche Stellen gelesen, übersprungen, kommentiert oder markiert werden, wie schnell jemand liest und zu welcher Tageszeit. Diese Daten können für Werbung ausgewertet werden und möglicherweise auch Entscheidungen von Verlagen und Autoren beeinflussen.
eBooks on Demand (EOD) ist ein kostenpflichtiger Dokumentenlieferdienst des EU-Projekts Digitisation-on-Demand für vollständige elektronische Kopien urheberrechtsfreier Bücher aus der Zeit von 1501 bis etwa 1930. Standard EOD eBooks bestehen aus hochauflösenden Scans, die zu einer PDF-Datei zusammengefügt werden. Bei Advanced EOD eBooks wird zusätzlich eine automatische Texterkennung durchgeführt. Dadurch kann der Nutzer den Volltext durchsuchen, Ausschnitte kopieren und den Text als Textdatei speichern. Auch gedruckte Reprints werden angeboten; laut Artikel beteiligen sich 35 Bibliotheken aus 12 europäischen Ländern.
EODOPEN ist ein von Creative Europe gefördertes Projekt von 15 Bibliotheken aus 11 Ländern. Es soll Werke des 20. und 21. Jahrhunderts digitalisieren, die bisher nicht elektronisch verfügbar sind, und dadurch die urheberrechtlich bedingte Digitalisierungslücke verkleinern. Neben gemeinfreien Werken können mit Lizenzen, Regelungen für vergriffene oder verwaiste Werke und der Zustimmung der Rechteinhaber auch geschützte Texte veröffentlicht werden. Bis zum Projektende 2024 sollten mindestens 15.000 Textdokumente als PDF, EPUB oder in anderen Formaten online zugänglich werden; diese Zielangabe ist im Artikel als veraltet markiert.
Marktentwicklung und Kennzahlen
E-Books blieben zunächst ein Nischenmarkt, gewannen aber besonders bei Fachliteratur an Bedeutung. In der ersten Jahreshälfte 2009 wurden laut GfK in Deutschland rund 65.000 E-Books heruntergeladen. Die Preise lagen zwischen 1,99 und 25 Euro, im Durchschnitt bei 10,26 Euro. 2011 stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 77 %; erstmals entfiel ungefähr ein Prozent des Gesamtumsatzes der Buchindustrie auf E-Books.
2014 wurden in Deutschland 24,8 Millionen E-Books verkauft, nach 21,5 Millionen im Jahr 2013. Ihr Umsatzanteil am deutschen Buchmarkt von insgesamt 9,3 Milliarden Euro betrug 4,3 %. Die Zahl der Käufer stieg von einer Million im Jahr 2011 auf 3,9 Millionen im Jahr 2014; 59 % davon waren Frauen. In den USA lag der E-Book-Anteil am Umsatz des 30 Milliarden US-Dollar großen Buchmarktes 2014 bereits über 30 %. In Deutschland stagnierte die Nutzung bis 2016: Im Oktober dieses Jahres lasen 24 % der Bundesbürger elektronische Werke, wie eine Befragung von 2171 Personen ab 14 Jahren ergab.
2020 wurden in Deutschland 35,8 Millionen E-Books verkauft. Ihr Umsatzanteil stieg von 5,0 % im Jahr 2019 auf 5,9 % im Jahr 2020. Im ersten Halbjahr 2024 wuchs der E-Book-Umsatz am Publikumsbuchmarkt gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,7 % und erreichte einen Anteil von 7,9 %. Der Absatz erhöhte sich um 5,4 % von 22,1 auf 23,3 Millionen Exemplare. Ältere Umfragen zu Verlagen zeigen zwar einen wachsenden Vertrieb, sind aber wegen unterschiedlicher Jahre und Bezugsgrößen nur eingeschränkt vergleichbar.