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Standardnormalverteilungstabelle

Flächeninhalte unter dem Graphen der Standardnormalverteilung ; 1,0, 0,84134, 0,84375 ; 1,1, 0,86433, 0,86650 ; 1,2, 0,88493, 0,88686 ; 1,3, 0,90320, 0,90490 ; 1,4 …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Zweck und Definition
  2. 2. Tabellenwerte richtig ablesen
  3. 3. Berechnung eines Intervalls
  4. 4. Quantile bestimmen

Zweck und Definition

Die Standardnormalverteilungstabelle dient dazu, Wahrscheinlichkeiten einer Normalverteilung zu bestimmen. Sie wird benötigt, weil sich das Integral der allgemeinen Normalverteilung

F(x) = 1/(σ√(2π)) · ∫ von −∞ bis x e^(−1/2·((t−μ)/σ)²) dt

nicht auf eine elementare Stammfunktion zurückführen lässt. Dabei bezeichnet μ den Erwartungswert und σ die Standardabweichung.

Die Tabelle gilt unmittelbar für die Standardnormalverteilung mit μ = 0 und σ = 1, die auch 0-1-Normalverteilung oder normierte Normalverteilung heißt. Ihre Verteilungsfunktion lautet für z ∈ ℝ:

Φ₀;₁(z) = 1/√(2π) · ∫ von −∞ bis z e^(−t²/2) dt.

Φ(z) ist die Fläche unter der gaußschen Glockenkurve von −∞ bis z und damit die Wahrscheinlichkeit P(Z ≤ z). Obwohl die Tabelle nur die standardisierte Verteilung enthält, kann sie auch für jede Normalverteilung mit beliebigem μ und σ verwendet werden: Ein Wert x wird durch z = (x−μ)/σ standardisiert; entsprechend wird die Zufallsvariable X durch Z = (X−μ)/σ transformiert. Diese Transformation ist flächengleich, sodass die aus der Tabelle abgelesene Wahrscheinlichkeit nicht zurücktransformiert werden muss.

Tabellenwerte richtig ablesen

Die Tabelle enthält Φ(z) für nichtnegative z-Werte von 0 bis 4,09. Der Wert von z bis einschließlich der Zehntelstelle steht am linken Tabellenrand; die Hundertstelstelle wird in der Kopfzeile gewählt. Am Schnittpunkt der passenden Zeile und Spalte steht Φ(z). Beispielsweise findet man z = 1,32 in der Zeile 1,3 und der Spalte 0,02; dort steht Φ(1,32) = 0,90658.

Negative z-Werte fehlen wegen der Symmetrie der Normalverteilung. Für sie gilt exakt:

Φ(−z) = 1 − Φ(z).

Insbesondere ist Φ(0) = 0,50000. Mit zunehmendem positivem z nähert sich Φ(z) der Gesamtwahrscheinlichkeit 1. Für z > 4,09 wird Φ(z) ≈ 1 gesetzt.

Ist umgekehrt eine Wahrscheinlichkeit gegeben und z gesucht, wählt man zunächst den Tabellenwert mit dem geringsten Abstand. Für Φ(z) = 0,90670 liegt 0,90658 näher als 0,90824; daraus folgt zunächst z ≈ 1,32 statt 1,33. Ein genauerer Näherungswert lässt sich durch lineare Interpolation bestimmen:

(0,90670 − 0,90658)/(0,90824 − 0,90658) = 12/166,

was im Artikel mit rund 0,1 angegeben wird. Man nimmt daher 0,1 der Differenz zwischen 1,32 und 1,33, also 0,001, und erhält z ≈ 1,321.

Wurde z aus einer Tabellenwahrscheinlichkeit ermittelt und stammt die Aufgabe aus einer allgemeinen Normalverteilung, muss die ursprüngliche Grenze zurückgerechnet werden:

x = zσ + μ.

Berechnung eines Intervalls

Gegeben ist eine normalverteilte Zufallsvariable X mit Erwartungswert μ = 5 und Standardabweichung σ = 2. Gesucht wird die Wahrscheinlichkeit, dass X zwischen x₁ = 3 und x₂ = 7 liegt. Diese Wahrscheinlichkeit entspricht der Fläche unter der Dichtefunktion

f(x) = 1/(σ√(2π)) · e^(−1/2·((x−μ)/σ)²)

zwischen den beiden Grenzen.

Die Grenzen werden mit z = (x−μ)/σ standardisiert:

z₁ = (3−5)/2 = −1, z₂ = (7−5)/2 = 1.

Damit gilt:

P(3 ≤ X ≤ 7) = P(−1 ≤ Z ≤ 1) = P(Z ≤ 1) − P(Z ≤ −1) = Φ(1) − Φ(−1).

Aus der Symmetrie folgt Φ(−1) = 1 − Φ(1). Der Tabelle wird Φ(1) = 0,84134 entnommen. Somit ergibt sich:

Φ(1) − Φ(−1) = Φ(1) − (1 − Φ(1)) = 2Φ(1) − 1 = 2 · 0,84134 − 1 = 0,68268.

Die Wahrscheinlichkeit, dass X zwischen 3 und 7 liegt, beträgt also 0,68268 und damit fast 70 Prozent.

Quantile bestimmen

Ein q-Quantil z_q ist derjenige Wert, für den

Φ(z_q) = q

gilt. Quantile werden beispielsweise bei Hypothesentests benötigt, um kritische Werte zu finden. Zur Bestimmung sucht man die Wahrscheinlichkeit q in der Tabelle und liest den zugehörigen z-Wert ab; falls nötig, wird interpoliert.

Für das 97,5-%-Quantil gilt Φ(z₀,₉₇₅) = 0,975. Daraus folgt:

z₀,₉₇₅ ≈ 1,959960 ≈ 1,96,

wobei zuerst auf sechs und anschließend auf zwei Nachkommastellen gerundet wurde.

Weitere angegebene Quantile sind:

• z₀,₇₅₀ = 0,674490 • z₀,₈₀₀ = 0,841621 • z₀,₉₀₀ = 1,281550 • z₀,₉₅₀ = 1,644850 • z₀,₉₇₅ = 1,959960 • z₀,₉₉₀ = 2,326350 • z₀,₉₉₅ = 2,575830

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