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Christian Hesse (Mathematiker)
Christian Hesse (* 2. August 1960 in Oberkirchen) ist ein deutscher Mathematiker. Er lehrt Mathematische Statistik an der Universität Stuttgart.
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Einordnung
Christian Hesse (* 2. August 1960 in Oberkirchen) ist ein deutscher Mathematiker. Er lehrt Mathematische Statistik an der Universität Stuttgart. Mathematische Statistik ist ein Teilgebiet der Mathematik, das Methoden entwickelt, um Daten, Zufall und Unsicherheit mit mathematischen Modellen zu untersuchen.
Hesse ist vor allem durch seine Arbeit in Stochastik, Wahrscheinlichkeitstheorie und Statistik sowie durch populärwissenschaftliche Bücher bekannt, in denen er mathematisches Denken und Alltagsmathematik verständlich darstellen will.
Ausbildung und akademische Laufbahn
Hesse studierte ab 1979 an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Ab 1983 setzte er sein Studium als Fulbright-Stipendiat an der Indiana University fort. Von 1984 bis 1987 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Harvard University. Dort wurde er im Juni 1987 bei Herman Chernoff promoviert.
Nach der Promotion lehrte Hesse bis 1991 am Department of Statistics der University of California, Berkeley. Seit Dezember 1991 ist er Professor für Mathematische Statistik am Institut für Stochastik und Anwendungen der Universität Stuttgart.
Themen und öffentliche Rolle
Hesse veröffentlichte Bücher zur angewandten Wahrscheinlichkeitstheorie. Wahrscheinlichkeitstheorie untersucht mathematisch den Zufall, etwa zufällige Ereignisse, Wahrscheinlichkeiten und statistische Modelle. 2009 erschien Das kleine Einmaleins des klaren Denkens: 22 Denkwerkzeuge für ein besseres Leben. Das Buch bietet laut Artikel auf unterhaltsame Weise vor allem eine Einführung in mathematisches Denken.
2012 wurde Hesse als Sachverständiger vor das Bundesverfassungsgericht geladen. Dort sagte er in einer mündlichen Verhandlung über wahlmathematische Aspekte des Bundeswahlgesetzes aus, etwa über das negative Stimmgewicht. Dieser Begriff bezeichnet im Wahlrecht eine problematische Situation, in der zusätzliche Stimmen für eine Partei ihr rechnerisch schaden können.
Schach und Kritik
Zu Hesses Hobbys gehört das Schachspiel. 2006 veröffentlichte er dazu das Buch Expeditionen in die Schachwelt, das auch in englischen und spanischen Auflagen vorliegt. 2015 erschien sein Buch Damenopfer.
Der Schachhistoriker Edward Winter warf Christian Hesse unter Nennung von Beispielen vor, als Schachautor Arbeiten anderer zu benutzen und dies entweder nicht oder nur unvollständig anzugeben. Der Artikel nennt diesen Vorwurf, trifft dazu aber keine abschließende Bewertung.
Ausgewählte Veröffentlichungen
Zu Hesses wissenschaftlichen Veröffentlichungen gehören mehrere Arbeiten aus dem Jahr 1997, darunter The stochastics of sedimentation, Stochastic dynamics for non-linear partial differential equations of high order, Stochastic modelling of multi-component systems with interaction und A general procedure for stochastic modelling of systems consisting of a large number of interacting components.
Wichtige Fach- und Einführungsbücher sind Angewandte Wahrscheinlichkeitstheorie. Eine fundierte Einführung mit über 500 realitätsnahen Beispielen und Aufgaben (2003), Wahrscheinlichkeitstheorie. Eine Einführung mit Beispielen und Anwendungen (2009) und Der SchnellerSchlauerMacher für Zufall und Statistik (2016).
Daneben veröffentlichte Hesse zahlreiche populärwissenschaftliche Bücher, darunter Achtung Denkfalle (2011), Warum Mathematik glücklich macht (2011), Christian Hesses mathematisches Sammelsurium: 1:0 = Unendlich (2012), Wer falsch rechnet, den bestraft das Leben (2014), Math up your life (2016), Mathe to go (2017), Leben² (2018), Von Glückszahl bis Geheimzahl (2020), Alles kein Zufall (2021) und Von Zahlen, Menschen und Maschinen (2024).
Privates
Christian Hesse ist mit der Kommunikations- und Politikwissenschaftlerin Andrea Römmele verheiratet. Er hat zwei Kinder.