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Sopran

Eine Sängerin oder ein Sänger dieser Stimmlage wird Sopranistin oder Sopranist oder einfach Sopran genannt. Der Tonumfang der Sopranstimme reicht normalerweise …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Definition und Tonumfang
  2. 2. Gesangsfächer des Soprans
  3. 3. Knaben- und Männersopran

Definition und Tonumfang

Der Sopran (S) ist die höchste menschliche Stimmlage. In der großen Mehrzahl der Fälle wird er von Frauen gesungen; möglich ist er außerdem bei Jungen vor dem Stimmbruch als Knabensopran und bei Männern durch Falsett- oder Kopfstimmtechnik. In früheren Jahrhunderten übernahmen auch Kastraten diese Stimmlage. Eine Sängerin oder ein Sänger wird Sopranistin, Sopranist oder einfach Sopran genannt.

Der normale Tonumfang reicht von c’ bis a’’. Berufssängerinnen können deutlich höhere Töne erreichen. In der Renaissance und im Barock wurde die Sopranlage auch als Cantus oder Diskant bezeichnet.

Gesangsfächer des Soprans

Seit dem 19. Jahrhundert entwickelten sich spezialisierte Gesangsfächer für den Sopran. Sie unterscheiden sich vor allem nach Ausdruck, stimmlicher Wirkung und den Anforderungen der gesungenen Partien:

  • Der lyrische Sopran ist für lyrisch-musikalische Partien bestimmt.
  • Der dramatische Sopran eignet sich für besonders ausdrucksstarke und dramatische Aufgaben.
  • Der lyrische Koloratursopran übernimmt Partien von hoher Virtuosität, also mit besonders anspruchsvollen Läufen und Verzierungen.
  • Der dramatische Koloratursopran verbindet hohe Virtuosität mit dramatischer Wirkung.
  • Die Soubrette singt Partien aus dem komischen Bereich.

Knaben- und Männersopran

Ein Knabensopran besitzt die dem Sopran entsprechende Stimmlage und wird von einem Knaben vor dem Stimmbruch gesungen. Die tiefere Knabenstimme heißt Knabenalt. Knabenstimmen übernehmen traditionell die hohen Stimmlagen in Knabenchören. Typische Rollen sind etwa der Erste und Zweite Knabe in Mozarts Zauberflöte, Yniold in Debussys Pelléas et Mélisande und Miles in Brittens The Turn of the Screw.

Beim Männersopran wurde jahrhundertelang versucht, die Knabenstimme durch Kastration zu erhalten. Kastraten konnten ihre Stimmen weiter trainieren und verfügten gegenüber Knaben über ein größeres Lungenvolumen; diese Methode wird heute nicht mehr praktiziert. Vereinzelt gibt es „natürliche Kastraten“, deren dauerhaft hohe Stimme hormonelle oder genetische Ursachen haben kann. Sie sind in tiefen Tonlagen eingeschränkt, können aber mit normaler Bruststimme auch leise Partien singen.

Männer, die nach dem Stimmbruch Sopran singen können, werden meist Countertenöre, manchmal auch Sopranisten oder männliche Soprane genannt. Sie verwenden überwiegend Kopfstimme oder Falsett-Technik, wodurch ein anderer Klang als bei einer Knabenstimme entsteht. Einzelne Sänger, etwa Angelo Manzotti, entwickelten Techniken ohne Falsett, die eine klarere Stimme ermöglichen. Der Stimmumfang kann sehr groß sein: Bei Arno Raunig beträgt er über dreieinhalb Oktaven, bei Edson Cordeiro vier Oktaven. Cordeiro erreicht sogar einen Ton eine Stufe über dem Ton der Königin der Nacht in Mozarts Zauberflöte.

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