Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Stimmlage

Die häufigsten Stimmlagen sind Sopran, Alt, Tenor und Bass, welche ursprünglich auf die Vokalmusik bezogen und später sinngemäß auch auf Instrumentalmusik …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Grundbegriff und Einteilung
  2. 2. Stimmlagen im Gesang
  3. 3. Tonumfang, Tessitur und Stimmfach
  4. 4. Stimmlagen bei Musikinstrumenten

Grundbegriff und Einteilung

Stimmlage bezeichnet in der Musik die Einordnung von Singstimmen oder Musikinstrumenten nach ihrem Tonumfang. Gemeint ist der Tonumfang, den ein Stimmorgan bei normaler Funktion physisch beziehungsweise ein Instrument physikalisch erzeugen kann. Die häufigsten Bezeichnungen sind Sopran, Alt, Tenor und Bass. Sie stammen ursprünglich aus der Vokalmusik und wurden später sinngemäß auf Instrumente übertragen. Ergänzend werden Mezzosopran und Bariton verwendet. Die mittlere Lage der menschlichen Sprechstimme heißt Indifferenzlage.

Bei menschlichen Stimmen unterscheidet man den Normalumfang sowie tiefe und hohe Grenzlagen. Der Bereich reicht ungefähr vom großen D des Basses bis zum dreifach gestrichenen f des Koloratursoprans und umfasst damit etwa 4 Oktaven. Eine unausgebildete Stimme erreicht ungefähr eine gute Oktave, eine ausgebildete etwa 2½ und selten 3 Oktaven. Die menschliche Stimme reicht in der Regel über zwei Oktaven, also über 24 Halbtöne. Mehr als drei Oktaven sind sehr selten; es gibt jedoch keine Literatur, die einen solchen Umfang verlangt.

Stimmlagen im Gesang

Singstimmen werden in Musikwerken nach ihrer Tonhöhe grob in vier Hauptlagen eingeteilt:

  • Sopran ist die höchste dieser Lagen und bezeichnet vor allem hohe Frauen- und Kinderstimmen. Früher wurde diese Lage auch Diskant genannt.
  • Alt umfasst Knaben- und tiefe Frauenstimmen. Ursprünglich bezeichnete der Begriff die hohe Stimme über dem melodieführenden Tenor.
  • Tenor fasst die hohen Männerstimmen zusammen.
  • Bass ist die Lage der tiefen Männerstimmen.

Die meiste Chorliteratur kommt mit Sopran, Alt, Tenor und Bass aus. Innerhalb dieser Lagen kann ein Chor weitere Stimmen aufteilen. Für mittlere Stimmlagen werden außerdem Mezzosopran für Frauen und Bariton für Männer verwendet. Diese Bezeichnungen erscheinen jedoch fast nur bei solistischen Stücken. Auch die Sänger selbst werden nach ihrer Lage bezeichnet, etwa in der Aussage: „Er ist ein Tenor“.

Sonderformen sind der Kontra-Alt für sehr tiefe, dunkel gefärbte Frauenstimmen, die sich in der Tonlage Tenor bewegen, und der Bassbariton, dessen Sänger sowohl Bass- als auch Baritonlagen abdeckt. Oktavisten sind besonders spezialisierte tiefe Bässe. Ihr Umfang reicht in der Tiefe bis zur Kontraoktave bei A₁, also eine Oktave unter der Bariton-Lage. Nach oben wechseln sie nie in die Kopfstimme. Für Oktavisten gibt es wenige Solostücke, die teilweise eigens für bestimmte Sänger komponiert wurden.

Tonumfang, Tessitur und Stimmfach

Bei Solopartien ist der geforderte Tonumfang oft deutlich größer als bei der groben Einteilung in Sopran, Alt, Tenor und Bass. Deshalb unterscheidet man zusätzlich das Stimmfach. Es beschreibt weitere technische und musikalische Anforderungen einer Partie, zum Beispiel Heldentenor, lyrischer Tenor, Koloratursopran oder dramatischer Sopran.

Der Begriff Countertenor bezeichnet keine exakt abgegrenzte Stimmlage, sondern ein Stimmfach für hohe Männerstimmen in Alt-, Mezzosopran- oder Sopranlage. Auch Kindersopran, Knabensopran, Knabenalt, Männeralt und Kastratensopran bezeichnen im eigentlichen Sinn Stimmfächer und keine reinen Tonlagen. Sie spezifizieren die jeweilige Sängerrolle.

Von der gesamten Reichweite einer Stimme ist die Tessitura oder Tessitur zu unterscheiden. Sie bezeichnet den typischen, leicht reproduzierbaren Bereich, in dem die Stimme über längere Zeit eingesetzt werden kann, ohne übermäßig anzustrengen. Einzelne Töne dürfen außerhalb dieser Tessitur liegen. Ein dauernder Einsatz außerhalb dieses Bereichs kann die Stimme jedoch schnell ermüden oder sogar die Stimmbänder schädigen.

Nach Peter-Michael Fischer umfasst die Tessitura eines professionellen Sängers etwa zwei Oktaven und beginnt in der Regel erst in der Mitte der unteren Oktave. Der gesamte Stimmumfang ab phonisch Null, dem tiefsten gerade noch erreichbaren Ton, umfasst beim Berufssänger nach Fischer 2½ bis über 3 Oktaven. Die meisten Singstimmen gehören zu den mittleren Stimmlagen. Echte Bässe, bei denen phonisch Null bis zum D hinabreicht, machen bei den Männern nur 5 % aus; profunde Bässe mit einem phonisch Null tiefer als D sind selten.

Stimmlagen bei Musikinstrumenten

Die Einteilung nach Stimmlagen wird auch bei vielen Instrumentenfamilien verwendet. Sopran, Alt, Tenor und Bass sind dort ebenfalls die häufigsten Begriffe. Zusätzlich gibt es Bezeichnungen für Lagen, die von Sängern nicht erreicht werden können. Besonders hohe Instrumente heißen beispielsweise Sopranino, Garklein, Soprillo oder Piccolo; besonders tiefe werden als Großbass, Kontrabass oder Subbass bezeichnet.

In der Renaissance entstanden die ersten Instrumentenfamilien. Damit alle Stimmen eines musikalischen Satzes auf gleichartigen Instrumenten ausgeführt werden konnten, baute man die meisten Instrumente zu Ensembles mit mindestens drei verschiedenen Tonlagen aus: Diskant, Alt/Tenor und Bass. Diese Lagen entsprachen jedoch nicht genau den Tonhöhen der menschlichen Stimmen. Ein Instrument mit Bassfunktion konnte deshalb deutlich höher oder tiefer klingen als eine menschliche Bassstimme. Die Bassblockflöte liegt beispielsweise eigentlich in der Altlage, während das Bassrankett als tiefsten Ton Kontra-F erreicht.

Auch bei später entwickelten Instrumenten weichen die Lagebezeichnungen häufig von den menschlichen Stimmlagen ab. Fast alle heutigen Orchesterinstrumente überschreiten den Tonumfang der menschlichen Stimme deutlich. So umfasst die Bassklarinette, auf menschliche Stimmen bezogen, auch die Tenor- und die Altlage.

Lernvideos zu Stimmlage

Weiterlesen

Musik Musik kann neben körperlichen Reaktionen auch seelische Empfindungen oder Assoziationen unterschiedlicher Art und Intensität hervorrufen. ... Da sich der … Gesang Gesang existiert in sehr unterschiedlichen Formen, vom spontanen, improvisierten Singen einzelner Töne oder Tonfolgen über Volkslieder bis zu Kunstliedern, … Musikinstrument Elektromechanische Musikinstrumente wie die Elektrogitarre mit elektromechanischer Tonabnahme und analoger Signalverarbeitung eines mechanischen … Sopran Eine Sängerin oder ein Sänger dieser Stimmlage wird Sopranistin oder Sopranist oder einfach Sopran genannt. Der Tonumfang der Sopranstimme reicht normalerweise … Alt (Stimmlage) Eine Sängerin dieser Stimmlage wird „Altistin“ oder einfach „Alt“ genannt. Entsprechende Männerstimmen werden mit „Altist“, „Altus“ oder (nicht ganz korrekt) „ … Tenor Die Notation der Tenorstimme erfolgt normalerweise im nach unten oktavierenden Violinschlüssel. Teilt sich die Tenorstimme ein Notensystem mit der Bassstimme, … Bass (Stimmlage) Als Bass (von lateinisch bassus ‚stark', ‚reichlich'; Pl. die Bässe) wird die tiefste Gesangsstimmlage bezeichnet. Ein Sänger dieser Stimmlage wird einfach … Chor (Musik) Unter einem Chor (von altgriechisch χορός chorós „Tanzplatz, Reigen, tanzende Schar“) versteht man in der Musik eine Gemeinschaft von Singenden, in der jede … Mezzosopran Im Allgemeinen ist der Umfang der Mezzosopranstimme vergleichsweise klein, wobei die Fülle der Töne in der Mittellage besonders charakteristisch ist. Bariton folgende Stimmfächer: Lyrischer Bariton. Bariton-Sänger ist auf der Liste berühmter Sängerinnen und Sänger klassischer Musik aufgeführt. Er verbindet tenorale … Stimmfach Gebräuchliche Stimmfächer · Sopran · Mezzosopran und Alt · Tenor · Bariton · Bass. Tonhöhe Die Tonhöhe wird in der Praxis mit der Frequenz (Schwingungsanzahl pro Zeitspanne) eines hörbaren Tones gleichgesetzt, genauer: mit der Grundfrequenz, …