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YouTube
YouTube bietet drei Formen der Zugänglichkeit an: Öffentlich, Ungelistet oder Privat. Standard sind öffentliche Videos. Diese sind von jedermann anzusehen und …
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Grundidee und Zugang
YouTube ist ein seit dem 14. Februar 2005 bestehendes Videoportal der YouTube, LLC mit Sitz in San Bruno, Kalifornien. Das Unternehmen gehört seit 2006 zu Google LLC; CEO ist Neal Mohan. Die Oberfläche ist auf Deutsch und in 75 weiteren Sprachen verfügbar. Nutzer können Videoclips kostenlos ansehen, bewerten, kommentieren und selbst hochladen. Für Hochladen, Abonnieren, Kommentieren und Bewerten ist ein Google-Konto nötig; zum bloßen Ansehen ist es optional.
Videos können öffentlich, ungelistet oder privat sein. Öffentliche Videos sind für alle sichtbar und über die Suche auffindbar. Private Videos sind nur für den Uploader abspielbar. Ungelistete Videos sind nur über ihren Aufruf-Link erreichbar und erscheinen weder in Kanälen noch in Suchergebnissen. Links zu vor 2017 hochgeladenen ungelisteten Videos wurden 2021 automatisch auf „Privat“ gestellt.
Die Einnahmen entstehen überwiegend durch Werbespots; 2025 betrug der Jahresumsatz 40 Milliarden Dollar. Über das YouTube-Partnerprogramm können Produzenten seit 2007 Videos monetarisieren, also mit ihnen Geld verdienen. Multi-Channel-Networks (MCN) bündeln Kanäle, verhandeln mit Werbekunden und bieten teils Vermarktung, Technik, Beratung oder Lizenzierung an; dafür erhalten sie einen Anteil der Werbeeinnahmen. YouTube Premium ist ein kostenpflichtiges Abonnement mit Werbefreiheit, Offline- und Hintergrundwiedergabe auf Android und iOS sowie YouTube Music. Es ist seit Mitte Juni 2018 auch in Deutschland verfügbar.
Entwicklung und Bedeutung
YouTube wurde von den früheren PayPal-Mitarbeitern Chad Hurley, Steve Chen und Jawed Karim gegründet. Das ursprünglich vorgesehene Konzept einer Datingplattform wurde wenige Tage nach dem Start zugunsten eines allgemeinen Videoportals verworfen, nachdem Nutzer vor allem Haustier- und Urlaubsvideos hochluden. Das erste Video, Me at the zoo, lud Karim am 23. April 2005 hoch. Am 9. Oktober 2006 kaufte Google YouTube für umgerechnet 1,31 Milliarden Euro in Aktien.
In der Folge kamen wichtige Funktionen hinzu, darunter automatische Untertitel zunächst auf Englisch (Ende 2009), Zeitstempel-URLs (seit Oktober 2008), HD-Wiedergabe mit 720p (seit Dezember 2008), 1080p (seit Mitte November 2009), 3D-Uploads (seit Juli 2009) und 4K-Uploads (seit Juli 2010). Die Sternebewertung wurde am 3. April 2010 durch „Gefällt mir“ und „Gefällt mir nicht“ ersetzt. Seit November 2021 ist die Zahl der Dislikes nicht mehr öffentlich sichtbar. Dies wurde stark kritisiert, weil Dislikes auch helfen könnten, betrügerische, gefährliche oder minderwertige Videos zu erkennen.
Susan Wojcicki war ab Februar 2014 CEO und trat am 16. Februar 2023 zurück; Neal Mohan wurde ihr Nachfolger. Ende Oktober 2023 begann YouTube gegen Werbeblocker vorzugehen. Im Dezember 2024 führte die Plattform Richtlinien gegen Clickbait-Titel ein; sie wurden zunächst schrittweise in Indien eingeführt. Am 14. Februar 2025 bestand YouTube 20 Jahre.
Die große Zahl an Nutzern, Uploads, Bewertungen und Kommentaren erzeugt einen Netzwerkeffekt: Je mehr Menschen die Plattform nutzen, desto attraktiver wird sie für weitere Nutzer. Im Jahr 2025 hatte YouTube 2,5 Milliarden monatliche Nutzer, in Deutschland 70,9 Millionen. Nach der ARD-ZDF-Onlinestudie nutzten 2021 34 % der Befragten mindestens wöchentlich andere Videos oder Livestreams auf YouTube, 21 % Fernsehsendungen und 32 % Musik. YouTube beeinflusst unter anderem politischen Diskurs und Popkultur; zugleich wird die Bedeutung dieses Abschnitts im Artikel als nicht hinreichend belegt gekennzeichnet.
Technik, Wiedergabe und Kanäle
Videos werden im Webbrowser als Stream wiedergegeben. YouTube bietet je nach Video Auflösungen von 144p bis 4320p; niedrige Auflösungen sollen bei langsamer Verbindung und begrenztem Mobilfunk-Datenvolumen eine flüssigere Wiedergabe ermöglichen. Die Plattform akzeptiert derzeit Videos bis 8192 × 4320 Pixeln (8K). Ein Video darf höchstens 12 Stunden lang und 256 GB groß sein, bei unbestätigten Kanälen 20 GB; entscheidend ist die zuerst erreichte Grenze. Seit Oktober 2014 werden bis zu 60 Bilder pro Sekunde unterstützt, HDR seit Herbst 2016.
Hochgeladen werden können etwa AVI-, MPEG-, WMV- oder QuickTime-Dateien. Empfohlen wird mindestens 480 × 360 Pixel. YouTube verarbeitet Uploads in Flash-Video sowie MP4/WebM mit H.264-Codec. Ein Konto kann nach SMS-Bestätigung das frühere 15-Minuten-Limit deaktivieren. 360°-Videos erlauben, die Blickrichtung rund um den Aufnahmeort zu verändern; am Computer über Cursortasten, auf Mobilgeräten über den Rotationssensor und auch mit VR-Brillen.
Seit Januar 2015 ist HTML5 das Standardformat der Wiedergabe, sodass kein Adobe-Flash-Plug-in benötigt wird. Die Benutzeroberfläche ist in Python realisiert, als Datenbankmanagementsystem dient MySQL. Ein YouTube-Kanal ist der persönliche Bereich eines Nutzers mit öffentlichen Videos, Playlists und Kanalinformationen. Er kann etwa durch Titelbild, Titel und Module angepasst werden. Videos lassen sich außerdem mittels eines von YouTube bereitgestellten Inlineframe-Codes auf andere Websites einbetten.
YouTube TV ist seit dem 28. Februar 2017 ein kostenpflichtiger Video-on-Demand- und Streamingdienst mit US-Sendern. Er war nach dem Artikelstand November 2019 nur über eine US-amerikanische IP-Adresse verfügbar und bot für monatlich 50 US-Dollar mehr als 70 Kanäle sowie Eigenproduktionen.
Rechte, Regeln und problematische Inhalte
Nach der im Artikel genannten US-Rechtsprechung muss YouTube urheberrechtlich geschützte Inhalte erst nach einer Abmahnung durch Rechteinhaber löschen; dies heißt Opt-out-Verfahren. In Deutschland ist das Ansehen von YouTube-Videos nach der Aussage des Rechtswissenschaftlers Thomas Hoeren nicht strafbar. Herunterladen sei nur dann problematisch, wenn die Quelle offensichtlich rechtswidrig ist; eine klare Definition hierfür gebe es nicht.
Mit Content ID können Rechteinhaber Referenzdateien hochladen. Jedes neu hochgeladene Video wird damit verglichen. Bei einer Übereinstimmung kann der Rechteinhaber das Video sperren, Werbung deaktivieren oder Werbung zu seinen Gunsten schalten lassen. Im November 2018 umfasste die Datenbank mehr als 80 Millionen Dateien von mehr als 9000 Organisationen und Personen. Kritisiert wird, dass Algorithmen auch legale Videos erfassen könnten und YouTube nicht prüfe, ob ein Einreicher tatsächlich Urheber der Referenzdatei sei.
Der Streit zwischen GEMA und YouTube führte dazu, dass in Deutschland ab 2009 zahlreiche Musikvideos nicht verfügbar waren. Eine Untersuchung von 2013 kam bei den 1000 beliebtesten YouTube-Videos auf 62 % nicht verfügbare Videos. Am 1. November 2016 verkündete YouTube eine Einigung mit der GEMA, einschließlich Abgeltungen rückwirkend bis 2009; die Musikvideo-Sperren für von der GEMA vertretene Musiker wurden aufgehoben. Die Beträge pro Abruf blieben geheim.
Die Gemeinschaftsrichtlinien richten sich gegen Pornografie und Nacktheit, schädliche oder gefährliche sowie gewalttätige Inhalte, Urheberrechtsverletzungen, Hass und Gewaltaufrufe sowie Belästigung, Stalking, Drohungen und die Offenlegung persönlicher Daten. Gemeldete Videos werden geprüft und gegebenenfalls gelöscht. Eine vollständige Vorprüfung aller Uploads sei technisch kaum möglich; YouTube ist daher auf Meldungen angewiesen. Kritik betrifft unter anderem unzureichenden Jugendmedienschutz, problematische extremistische oder verschwörungsideologische Empfehlungen und die schnelle Entfernung terroristischer Gewaltdarstellungen. Klickbetrug zur künstlichen Erhöhung von Aufrufen wird durch Entfernung der vermeintlich erzielten Aufrufe sanktioniert.
Sperren und Zensur
Der Artikel unterscheidet staatliche Zensur von der Strafverfolgung einzelner Uploader: Wenn YouTube ein Video nicht löscht, bedeutet das nicht, dass dessen Upload in einem Rechtsstaat erlaubt ist. Beispielsweise kann ein aus Deutschland hochgeladenes Video mit Hakenkreuzen strafbar sein, obwohl YouTube es nach US-Recht nicht generell löschen muss.
In der Türkei wurde YouTube am 6. März 2007 erstmals gesperrt, nachdem ein Video Mustafa Kemal Atatürk beleidigt hatte. Die längste durchgehende Sperre dauerte von Mai 2008 bis Ende Oktober 2010; im März 2014 wurde die Seite im Zusammenhang mit dem türkischen Korruptionsskandal erneut blockiert. In der Volksrepublik China ist YouTube seit dem 31. Januar 2008 mit Unterbrechungen gesperrt. Als Gründe wurden unter anderem Pornografie, Staatsgeheimnisse und gesellschaftliche Stabilität genannt; erlaubte Videoportale dürfen dort nur staatlich kontrollierte Unternehmen betreiben.
Pakistan blockierte YouTube erstmals am 22. Februar 2007 wegen „non-Islamic objectionable videos“, später wiederholt, unter anderem 2010 am Everybody Draw Mohammed Day und 2012 nach Protesten gegen Innocence of Muslims. Weitere im Artikel genannte zeitweilige oder fortdauernde Sperren betrafen Marokko, Thailand, Iran und Libyen. Russland drohte 2021 mit einer Sperre, nachdem YouTube deutsche Kanäle des russischen Propagandasenders RT gesperrt hatte.
Reichweite und Kennzahlen
Die Plattform wuchs schnell: 2006 wurden täglich etwa 65.000 Videos hochgeladen und 100 Millionen Clips angesehen. Im Oktober 2009 meldete YouTube mehr als eine Milliarde Videoabrufe täglich, am 17. Mai 2010 mehr als zwei Milliarden. Im Mai 2013 wurden pro Minute mehr als 100 Stunden Videomaterial hochgeladen. Nach Berechnungen eines US-Unternehmens entfallen 10 % des gesamten Internetdatenverkehrs und 20 % des HTTP-Aufkommens auf YouTube.
Seit dem 4. November 2020 ist Baby Shark von Pinkfong Songs mit über 9,21 Milliarden Aufrufen (Stand August 2021) das meistaufgerufene YouTube-Video. Despacito von Luis Fonsi hatte über 7 Milliarden Aufrufe und mit über 42 Millionen „Gefällt mir“-Angaben die meisten Likes. YouTube Analytics ermöglicht Kanalinhabern die Analyse des Datenverkehrs ihrer eigenen Videos.
Nach der im Artikel enthaltenen Tabelle mit Stand 9. Mai 2026 sind die weltweit meistgesehenen Kanäle T-Series mit 340,5 Mrd. Views, Cocomelon – Nursery Rhymes mit 221,2 Mrd. und SET India mit 188,2 Mrd. Views. In Deutschland führt Tsuriki Show mit 48,8 Mrd. Views vor Younes Zarou mit 23,8 Mrd. Views. Der Stromverbrauch pro Gigabyte liegt heute laut Artikel bei 0,2 Kilowattstunden; früher seien für ein Gigabyte Internetdaten 20 Kilowattstunden nötig gewesen.
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