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Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland
Der Verband bietet Vernetzung für Sozialunternehmen und möchte dem Sektor zu mehr Sichtbarkeit verhelfen sowie deren Interessen gegenüber der Politik vertreten.
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Aufgabe und Entstehung
Das Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland (SEND e. V.) ist ein gemeinnütziger eingetragener Verein mit Sitz in Berlin. Es wurde 2017 gegründet und vertritt als Interessenverband die deutsche Sozialunternehmer-Branche. SEND soll Sozialunternehmen vernetzen, ihre Sichtbarkeit erhöhen und ihre Interessen gegenüber der Politik vertreten.
Seinen Ursprung hatte SEND 2016 als Arbeitsgruppe zum Thema Social Entrepreneurship im Bundesverband Deutsche Startups. Vor der Bundestagswahl 2017 entstand daraus ein eigenständiger Verein, um mehr politische Aufmerksamkeit für Social Entrepreneurship zu erreichen. 2018 wurde Social Entrepreneurship erstmals im Koalitionsvertrag erwähnt.
Begriff und Mitgliedschaft
Für Social Entrepreneurship gibt es in Deutschland keine staatliche Definition. SEND entwickelte deshalb 2019 gemeinsam mit der Technischen Universität Berlin eine Definition: Primäres Ziel ist die Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen. Dies geschieht durch die kontinuierliche Nutzung unternehmerischer Mittel und führt zu neuen sowie innovativen Lösungen. Steuernde und kontrollierende Mechanismen sollen sicherstellen, dass die gesellschaftlichen Ziele intern und extern gelebt werden.
Diese Definition ist Grundlage der Verbandsarbeit und der Aufnahme neuer Mitglieder.
Organisation und Finanzierung
SEND ist bundesweit organisiert, hat seinen Hauptsitz in Berlin und Regionalgruppen in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen/Bremerhaven, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Thüringen und Sachsen. Mitglieder arbeiten außerdem selbstständig in Fachgruppen, etwa zu Genossenschaften, Innovativer Bildung und Globaler Gerechtigkeit.
Der Verein hat einen ehrenamtlichen Vorstand, der alle zwei Jahre neu gewählt wird. Er finanziert sich durch Mitgliedsbeiträge, Kooperationen, Förderprojekte und Förderpartner. Zu den genannten Kooperations- und Förderpartnern zählen die BMW Foundation Herbert Quandt, Samsung, die KfW Stiftung, der Bundesverband Deutsche Startups e. V. und die Schöpflin Stiftung.
Studien und Unterstützungsprojekte
Seit 2018 veröffentlicht SEND den Deutschen Social Entrepreneurship Monitor (DSEM), eine Studie zum Ökosystem von Social Entrepreneurship in Deutschland. Er ist die erste umfangreiche Datenerhebung zu Sozialunternehmen und Social Start-ups in Deutschland. Seit 2020 ist er Teil des von EUCLID Network geleiteten und von der Europäischen Kommission finanzierten European Social Enterprise Monitor.
Buy Social Deutschland unterstützt mit SAP Partnerschaften zwischen Sozialunternehmen und konventionellen Unternehmen in Lieferketten. Einkäufe bei Sozialunternehmen sollen sozialen Mehrwert sowie positive Wirkungen für Gesellschaft und Umwelt schaffen.
Das 2022 mit Förderung von Google.org gestartete Projekt emp:our now unterstützt Intermediäre, also Organisationen, die Sozialunternehmen fördern. Es soll Unterstützungsangebote ausbauen und Hürden für Menschen aus benachteiligten Gruppen beim Gründen und Skalieren verringern. Fit für Sozialunternehmen wird von der KfW Stiftung gefördert und stellt Gründungsberaterinnen und Gründungsberatern Arbeitsmittel, Workshops und Online-Seminare bereit.
Social Economy Berlin ist eine gemeinsame Plattform von SEND und Technologie-Netzwerk Berlin e. V., unterstützt von der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe. Sie fördert Gründung, Weiterentwicklung, Kontakte und Informationen sowie den Austausch mit Politik, Verwaltung und Wirtschaftsförderung. Der Sozialinnovator Hessen unterstützt seit Mai 2020 Gründungsinteressierte, bestehende Sozialunternehmen und Beratende unter anderem durch Beratung, Workshops, Co-Working-Plätze, Vernetzung und Weiterbildung.
Politische Arbeit und Auszeichnung
SEND fordert bessere Finanzierung und Förderung für Sozialunternehmen und Soziale Innovationen sowie angepasste rechtliche Rahmenbedingungen. Dazu veröffentlicht der Verband Positionspapiere und Wahlprüfsteine, auch zu Landtags-, Bundestagswahlen und zur Europawahl 2019. Regional- und Fachgruppen sind teilweise selbst politisch aktiv; die aus einer SEND-Arbeitsgruppe hervorgegangene Initiative #GenoDigital setzt sich für die Digitalisierung von Genossenschaften und modernere Rechtsrahmen ein.
Im Oktober 2019 schlug SEND vor, die insgesamt zwischen 2 und 9 Milliarden Euro auf nachrichtenlosen Bankkonten in Deutschland für einen Fonds zur Förderung nachhaltiger und sozialer Innovationen zu verwenden. FDP- und Grünen-Finanzpolitiker begrüßten die Idee. SEND ist Co-Initiator von Entrepreneurs for Future, unterstützt die Initiative Digitale Zivilgesellschaft 2021 und gehörte 2020 zu den Initiatoren des Hackathons WirVsVirus der Bundesregierung gegen Folgen der COVID-19-Pandemie.
Für die Kampagne #WegeBereiten zur Bundestagswahl 2021 erhielt SEND den dritten Preis im 12. Wettbewerb Sozialkampagne der Bank für Sozialwirtschaft. Die Kampagne thematisierte Hürden für Sozialunternehmen und Soziale Innovationen und forderte Änderungen der politischen Rahmenbedingungen.