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Skonto
Skonto, wird als Preisnachlass gewährt, wenn die Zahlungsfrist eingehalten wurde und bei Lieferung eine Zahlung erfolgt. Der Lieferant gewährt einen …
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Begriff und Funktionsweise
Skonto ist ein Preisnachlass auf den Kaufpreis, den der Verkäufer gewährt, wenn der Käufer sofort oder innerhalb einer vereinbarten Zahlungsfrist bezahlt. Grundsätzlich gibt der Lieferant dabei einen Zinsvorteil an den Kunden weiter.
Der Kaufgegenstand wird im Rahmen des Kaufvertrags sofort übergeben, der Kaufpreis muss jedoch nicht Zug um Zug bezahlt werden. Bis zum Zahlungseingang erhält der Käufer einen Lieferantenkredit. Die Bedingungen für den Skonto werden in den Zahlungsbedingungen festgelegt.
Berechnung und Zahlungsfristen
Die Skontobasis ist die Grundlage, auf die der Skontosatz angewendet wird. Sie muss in den Zahlungsbedingungen geregelt sein und entspricht nicht immer dem gesamten Rechnungsbetrag. Besonders im Handwerk wird häufig nur der Materialkostenanteil skontiert; Personalkosten, etwa für Fertigung oder Wartungsarbeiten, bleiben dann unberücksichtigt. Dies gilt als Handelsbrauch.
Die Bedingung „innerhalb von 14 Tagen abzüglich zwei Prozent Skonto, innerhalb von 30 Tagen netto“ bedeutet: Bei Zahlung innerhalb von 14 Tagen dürfen zwei Prozent von der Berechnungsgrundlage abgezogen werden. Nach Ablauf der Skontofrist ist der volle Rechnungsbetrag fällig. Bei einer Zahlung nach mehr als 30 Tagen können Verzugszinsen und Mahnkosten entstehen. Wird trotz abgelaufener Skontofrist ein Abzug vorgenommen, handelt es sich um einen erzwungenen Rabatt, den der Lieferant zurückfordern kann.
Der Skontosatz wird in Prozent angegeben und beträgt üblicherweise zwei bis drei Prozent. Er kann konstant sein oder zeitlich gestaffelt werden. Bei einer Skontostaffel ist der Satz umso höher, je kürzer die Skontofrist ist. Ein Beispiel aus der deutschen Textilindustrie lautet: Zahlung innerhalb von 10 Tagen mit vier Prozent Skonto, vom 11. bis zum 30. Tag mit 2,25 Prozent Skonto oder vom 31. bis zum 60. Tag netto.
Abgrenzung zu anderen Preisnachlässen
Bonus, Rabatt und Skonto unterscheiden sich nach Zeitpunkt und Voraussetzung:
- Ein Bonus ist ein nachträglicher Preisnachlass, der erst am Jahresultimo bei Erreichen oder Überschreiten eines bestimmten Absatzvolumens gewährt wird. Dazu gehören beispielsweise Bonussysteme und Cashback-Systeme.
- Ein Rabatt wird bei der Zahlung, etwa bei Bar- oder Kartenzahlung, sofort vom Listenpreis abgezogen. Beispiele sind Barzahlungs-, Funktions-, Mengen-, Natural-, Sonder- und Treuerabatte.
- Ein Skonto wird gewährt, wenn die vereinbarte Zahlungsfrist eingehalten wird und bei der Lieferung eine Zahlung erfolgt. Der Lieferant räumt hierfür einen Lieferantenkredit ein und trägt bis zum Zahlungseingang ein Zahlungsrisiko.
Wirtschaftliche Bedeutung und Kalkulation
Für das Skonto gewährende Unternehmen ist der Skonto eine Erlösschmälerung wie Boni und Rabatte. Er beeinflusst daher die Kostenrechnung und gehört zur Preiskalkulation:
Umsatzerlöse (brutto) − Erlösschmälerungen (Boni, Rabatte, Skonti) − Umsatzsteuer − Wareneinsatz (netto) = Rohertrag I
Wird der Skonto nicht genutzt, weil der Kunde die Skontofrist verstreichen lässt, fällt der Umsatzerlös um den Skontobetrag höher aus. Dieser Betrag gilt als Entgelt des Lieferanten für die Einräumung des Lieferantenkredits.
Der effektive Zinssatz eines nicht genutzten Skontos kann sehr hoch sein. Bei einem Kaufpreis von 1.500 Euro, zwei Prozent Skonto bei Zahlung innerhalb von 14 Tagen und einem Nett zahlungsziel von 30 Tagen gilt:
Effektivzins = (2 · 360) / (30 − 14) = 45 %.
Der Skontosatz wird dabei auf die Skontobezugsspanne, also die Differenz zwischen Zahlungsziel und Skontofrist, bezogen. Nach dem Artikel liegt dieser Effektivzins über den Kosten eines Bankkredits; deshalb kann es sich auch bei fehlender Liquidität lohnen, einen Bankkredit aufzunehmen und den Skonto zu nutzen.
In der Einstandspreiskalkulation ist der Preis vor dem Skontoabzug der Zielverkaufspreis, der Preis danach der Barverkaufspreis. Es gilt:
Barverkaufspreis = Zielverkaufspreis · (1 − Skontosatz)
Zielverkaufspreis = Barverkaufspreis / (1 − Skontosatz)
Bei einem Zielpreis von 100,00 Euro und einem Skontosatz von 3 % ergibt sich ein Barverkaufspreis von 100,00 Euro · (1 − 0,03) = 97,00 Euro; umgekehrt ergeben 97,00 Euro bei 3 % Skonto wieder 100,00 Euro Zielverkaufspreis.
Skonto kann außerdem als Erlass von Verzugszinsen verstanden werden. Für den jährlichen Verzugszinssatz gilt:
Verzugszinssatz p. a. = (Zielverkaufspreis / Barverkaufspreis − 1) · 360 / (Zahlungsziel − Skontofrist)
Bei „innerhalb von 8 Tagen abzüglich 2 Prozent Skonto, innerhalb von 30 Tagen netto“ ergibt sich: (100 / 98 − 1) · 360 / (30 − 8) = 33,4 %.
Im Debitorenmanagement muss das Unternehmen seine Skontoquote überprüfen. Sie bezeichnet den Anteil der gewährten Skonti am Umsatzerlös. Eine zu hohe Quote kann auf zu lange Zahlungsfristen, zu hohe Listenpreise oder eine Überschätzung der Kundenliquidität hindeuten. Eine sinkende Quote kann dagegen auf Bonitätsprobleme der Debitoren hinweisen, weil diese den teuren Lieferantenkredit nutzen müssen und nicht mehr skontieren.
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