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Schulmusik (Studienfach)
An einigen Hochschulen ist auch die Wahl eines Schwerpunktes möglich, wie etwa „Klassenmusizieren“, Musikwissenschaft oder Musiktheater. In Baden …
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Gegenstand und Ausbildungsweg
Schulmusik bezeichnet den Studiengang Künstlerisches Lehramt an allen Schularten mit der Fachrichtung Musik. Er bereitet auf den Musikunterricht an Schulen vor und verbindet künstlerische, musiktheoretische, musikwissenschaftliche und pädagogische Ausbildung. Der Studiengang wird an den meisten deutschen Musikhochschulen angeboten.
Schulmusik ist grundsätzlich ein grundständiger Studiengang und setzt die allgemeine Hochschulreife voraus. Traditionell wird er mit dem 1. Staatsexamen abgeschlossen. Danach folgt ein anderthalb- bis zweijähriges Referendariat, das mit dem 2. Staatsexamen endet. Im Zuge der Bologna-Reform wurden die Abschlüsse an vielen Hochschulen auf Bachelor und Master umstrukturiert. Die genaue Studien- und Abschlussstruktur kann daher vom jeweiligen Hochschulmodell abhängen.
Aufnahmeprüfung und Studienplätze
Vor Beginn des Studiums verlangen die Musikhochschulen eine Aufnahmeprüfung. Die einzelnen Bestandteile unterscheiden sich von Hochschule zu Hochschule. Möglich sind kurze Prüfungen vor Sachverständigen in den Bereichen Erstinstrument, Gesang, Klavier, Musiktheorie und Ensembleleitung. Außerdem kann ein kurzes Motivationsgespräch dazugehören.
Bewertet werden grundlegende instrumentale und vokale Fähigkeiten. Zusätzlich wird geprüft, ob die Sprech- und Singstimme gesund ist, ob die deutsche Sprache klar und richtig ausgesprochen werden kann, ob eine ausreichende Motivation für den Lehrerberuf erkennbar ist und ob eine Melodie klar, deutlich und richtig gesungen werden kann.
Die Studienplätze sind begrenzt. Häufig beginnen in einem Studiengang nicht mehr als zwölf, höchstens 30 Studienanfänger. Ihre Zahl nimmt mit steigender Semesterzahl etwa durch eine andere Studienorientierung weiter ab. Deshalb ist die Zahl der ausgebildeten Musiklehrer entsprechend gering; Absolventen sind an Schulen begehrt.
Inhalte und Aufbau des Studiums
Das Studium umfasst mehrere miteinander verbundene Bereiche:
- Der künstlerisch-musikpraktische Bereich enthält das Hauptfachinstrument sowie Klavier und Gesang als Pflichtnebenfächer. Hinzu kommen Dirigieren und je nach Hochschule weitere Fächer, zum Beispiel Improvisation, Partiturspiel, Generalbassspiel und Rhythmik. Improvisation und Partiturspiel werden auch als schulpraktisches Klavierspiel, kurz SchuPra, zusammengefasst.
- Der musiktheoretische Bereich umfasst Tonsatz, Gehörbildung, Komposition, Formenlehre, Werkanalyse und Instrumentation.
- Der musikwissenschaftliche Bereich besteht aus Musikwissenschaft, Musikpädagogik und Erziehungswissenschaften.
- Je nach Hochschule kann es einen Wahlbereich geben, etwa mit Kammermusik, Alter Musik, Kinderstimmbildung oder Korrepetition.
Das Studium dauert in der Regel etwa acht bis zehn Semester. Es wird durch ein Zweitfach ergänzt, das wissenschaftliches Beifach genannt wird. Dieses Fach wird üblicherweise anschließend oder parallel an einer weiteren Universität studiert. Einige Musikhochschulen bieten stattdessen Verbreiterungsfächer an, die an der Musikhochschule selbst belegt werden können. Beispiele sind Jazz/Pop, Kirchenmusik und Musikwissenschaft.
An einigen Hochschulen kann außerdem ein Schwerpunkt gewählt werden, beispielsweise Klassenmusizieren, Musikwissenschaft oder Musiktheater. In Baden-Württemberg gehören neben einem mehrmonatigen Praxissemester an einer Schule ein mehrwöchiges zusätzliches Sozial- oder Betriebspraktikum zur Ausbildung. Außerdem soll ein ethisch-philosophisches Grundlagenstudium, abgekürzt EPG, die Argumentationskompetenz künftiger Lehrer erweitern.