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Sanktuarium der Barmherzigkeit Gottes
Etwa zwei Millionen Pilger aus aller Welt besuchen jährlich das Sanktuarium der Barmherzigkeit Gottes. Die St.-Josef-Kapelle erwies sich als zu klein für so …
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Überblick und Bedeutung
Das Sanktuarium der Barmherzigkeit Gottes in Krakau-Łagiewniki ist ein internationales römisch-katholisches Heiligtum. Es dient der Verehrung der Barmherzigkeit Gottes, besonders durch das Gnadenbild des Barmherzigen Jesus von Adolf Hyła, das nach den Beschreibungen der heiligen Faustyna geschaffen wurde. Das Zentrum des Heiligtums ist die 1891 geweihte St.-Josef-Kapelle des Klosters der Schwestern der Muttergottes von der Barmherzigkeit. Dort befinden sich das Gnadenbild und die Reliquien von Schwester Maria Faustyna in einem kleinen Sarkophag.
Das Heiligtum besuchen jährlich etwa zwei Millionen Pilger aus aller Welt. Weil die Kapelle dafür zu klein war, entstand zusätzlich die Basilika der Barmherzigkeit Gottes. Sie wurde nach Plänen von Prof. Witold Cęckiewicz gebaut, 1999 begonnen und am 17. August 2002 von Papst Johannes Paul II. geweiht. Sie ist eine postmoderne Basilica minor im Bistum Krakau. Die Neutralität des Artikels beziehungsweise eines Abschnitts ist umstritten.
Kloster und heilige Faustyna
Das Kloster in Krakau-Łagiewniki entstand auf Anregung und Kosten von Fürst Alexander Lubomirski. Auf gekauftem Ackerland wurden zunächst eine Anstalt für schutzbedürftige Mädchen, danach eine neugotische Klosterkapelle und ein Konventsgebäude errichtet. Das Anwesen hieß Józefów, weil die Schwestern die Stiftung dem heiligen Josef zuschrieben. Kardinal Albin Dunajewski weihte die St.-Josef-Kapelle am 20. August 1891.
Ein Gebäudeflügel, das Haus der Barmherzigkeit, war Zufluchtsort für Mädchen und Frauen, die Hilfe und moralische Erneuerung benötigten. Die Schwestern bereiteten die Zöglinge durch Werkstätten für Stickerei und Weberei, eine Wäscherei, eine Buchbinderei sowie Garten- und Landwirtschaftsarbeit auf das Leben in der Gesellschaft vor. Das Haus bestand bis 1962, als staatliche Behörden die Erziehungsanstalt und den größten Teil des Anwesens konfiszierten. 1989 erhielt die Kongregation die Erziehungsanstalt zurück; heute gehören dazu ein Internat, ein Gymnasium, eine Berufsschule für Gastronomie und Friseurhandwerk sowie eine Realschule für moralisch vernachlässigte Mädchen.
Schwester Faustyna Kowalska lebte dort während ihres Noviziats von 1925 bis 1930 und in den Wochen vor ihrem Tod am 5. Oktober 1938. Ihre mystischen Erfahrungen und das 1944 von Adolf Hyła gemalte Bild wurden rasch bekannt. 1966 wurden ihre sterblichen Überreste exhumiert und in der Kapelle beigesetzt. Papst Johannes Paul II. förderte ihre Verehrung: 1993 wurde sie seliggesprochen, am 30. April 2000, dem ersten offiziellen Barmherzigkeitssonntag, heiliggesprochen. Ihre Reliquien stehen unter dem Originalbild auf dem linken Seitenaltar der St.-Josef-Kirche.
Botschaft und Kultformen
Nach dem Bericht Schwester Faustynas erhielt sie von Jesus Christus den Auftrag, die Barmherzigkeit Gottes der ganzen Menschheit zu verkünden und für die Welt zu erbitten. Der Glaube an Gottes Barmherzigkeit soll mit einer Haltung des Vertrauens verbunden sein. Zugleich soll jeder Mensch seinen Mitmenschen Barmherzigkeit durch Taten erweisen; im Artikel wird dies als Dienst aus Liebe zu Jesus beschrieben.
Zu den neuen Kultformen gehören das Bild mit der Unterschrift „JEZU, UFAM TOBIE“ („Jesus, ich vertraue auf dich“), das Fest der Barmherzigkeit, der Rosenkranz zur Barmherzigkeit Gottes und die Stunde der Barmherzigkeit. Das Gnadenbild fasst diese Sendung bildlich zusammen. Faustyna führte es auf eine Vision am Abend des 22. Februar 1931 zurück: Jesus erschien ihr in weißem Gewand, mit erhobener Segenshand; von seiner Brust gingen ein roter und ein blasser Strahl aus. Sie berichtete, die Aufforderung erhalten zu haben, ein Bild nach dieser Erscheinung mit der Aufschrift „JEZU, UFAM TOBIE“ malen zu lassen.
Der Kult verbreitete sich zunächst an den Lebensorten Faustynas und später unter anderem durch nach Sibirien oder Kasachstan umgesiedelte Polen, polnische Soldaten im Zweiten Weltkrieg und andere Kongregationen. 1959 verbot der Heilige Stuhl die Verbreitung der Andacht in der von Faustyna überlieferten Form. Theologen bearbeiteten in dieser Zeit ihre Werke und die Andachtsformen theologisch. 1978 wurde das Verbot zurückgenommen. Ein wichtiger Befürworter war der Krakauer Erzbischof Karol Wojtyła, der spätere Papst Johannes Paul II.
Apostolische Bewegung und Faustinum
Aus Faustynas mystischer Erfahrung und ihrem Charisma entstand in der römisch-katholischen Kirche die Apostolische Bewegung der Barmherzigkeit Gottes. Sie verkündet das Geheimnis der Barmherzigkeit Gottes, bittet um Barmherzigkeit für die Welt und strebt durch Vertrauen auf Gott sowie Barmherzigkeit gegenüber Mitmenschen nach Vereinigung mit Gott. Nach dem Artikel verstand Faustyna ihre Aufgabe zunächst als Gründung eines kontemplativen Klosters; später bezog sie alle Kongregationen und Laien ein.
Eine Gemeinschaft dieser Bewegung ist der Verein der Apostel der Barmherzigkeit Gottes Faustinum. Kardinal Franciszek Macharski gründete ihn am 6. März 1996; sein Sitz ist im Sanktuarium. Für 2004 nennt der Artikel Volontäre und Mitglieder aus 61 Nationen. Mitglied werden kann, wer die Barmherzigkeit Gottes ergründen, Vertrauen erwerben, täglich mindestens einen Akt der Barmherzigkeit durch Tat, Wort oder Gebet leisten und den Rosenkranz zur Barmherzigkeit Gottes beten will. Die Ausbildung wird auf Polnisch, Englisch, Deutsch, Französisch, Slowakisch und Tschechisch angeboten, dauert vier Jahre und endet mit einem Test. Ihre vier Jahre heißen Fundamente, Schule des Vertrauens, Schule der Barmherzigkeit und Zusammenwirken des Menschen mit der Barmherzigkeit Gottes. Eine offizielle Gruppe in einer Pfarrei benötigt mindestens zehn Mitglieder sowie die Genehmigung des Diözesanbischofs.
Basilika und Besuche Johannes Pauls II.
Die Basilika besteht aus einer oberen und einer unteren Kirche und kann bis zu 5.000 Gläubige aufnehmen. In der oberen Kirche wird eine Kopie des Bildes des Barmherzigen Jesus verehrt. Die untere, der heiligen Faustyna geweihte Kirche hat eine Hauptkapelle und vier Seitenkapellen für ausländische Pilgergruppen. Seit 2015 wird dort die Soutane ausgestellt, die Johannes Paul II. 1981 bei dem Attentat trug. Zum Gelände gehören außerdem ein Freiluftaltar, eine Kapelle der Ewigen Anbetung, ein Aussichtsturm, Pilgerherberge, Konferenzraum, Beratungsstellen, Amphitheater und gastronomische Angebote; die Gebäude sind behindertenfreundlich eingerichtet.
Der Grundstein aus Golgatha wurde im Juni 1997 von Johannes Paul II. gesegnet. Der Baubeginn war am 8. September 1999, die Weihe des Bauplatzes durch Kardinal Macharski am 22. September 1999. Im Inneren steht unter der Bildkopie ein goldener kugelförmiger Tabernakel als Symbol der Erdkugel; ein bronzener Strauch darum soll den sündigen und schwachen Menschen darstellen.
Karol Wojtyła besuchte das Kloster schon während der nationalsozialistischen Besatzung, als er in der nahe gelegenen Solvay-Fabrik arbeitete. Nach dem Zweiten Weltkrieg feierte er dort Messen und hielt Predigten; in den 1960er Jahren führte er den Informationsprozess über Faustynas Leben und Tugenden. Als Papst besuchte er das Sanktuarium am 7. Juni 1997 und am 17. August 2002. Beim zweiten Besuch weihte er die Basilika und vertraute die Welt der Barmherzigkeit Gottes an. An der Einweihung der oberen Kirche nahmen laut Artikel über 22.000 Menschen teil.