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Gnadenbild vom Barmherzigen Jesus

Das Gnadenbild vom Barmherzigen Jesus oder kurz Der barmherzige Jesus (poln. Obraz Jezusa Miłosiernego) ist ein Gemälde, das Jesus Christus nach der …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Grundmotiv
  2. 2. Faustynas Vision und Auftrag
  3. 3. Das erste ausgeführte Bild
  4. 4. Batowskis nicht durchgesetzte Fassung
  5. 5. Die weltweit verbreitete Version
  6. 6. Skemps Darstellung

Bedeutung und Grundmotiv

Das Gnadenbild vom Barmherzigen Jesus, kurz „Der barmherzige Jesus“ (polnisch: „Obraz Jezusa Miłosiernego“), stellt Jesus Christus nach einer Vision der heiligen Faustyna Kowalska (1905–1938) dar. Die Vision wurde insgesamt dreimal künstlerisch umgesetzt. Die Darstellung von Adolf Hyła erlangte die größte Popularität und ist weltweit in ungezählten Kopien und Reproduktionen verbreitet.

Kennzeichnend sind Jesus im weißen Gewand, seine zum Segen erhobene Hand und zwei Strahlen, die von seiner Brust ausgehen. Mit dem Bild ist die Aufschrift „Jesus, ich vertraue auf Dich“ verbunden. Inhaltlich steht es für die in Jesus verkörperte göttliche Barmherzigkeit.

Faustynas Vision und Auftrag

Faustyna Kowalska berichtete in ihrem Tagebuch von einer Vision, die sie am 22. Februar 1931 in ihrer Klosterzelle in Płock hatte. Sie sah Jesus in einem weißen Gewand. Eine Hand war zum Segnen erhoben, während die andere das Gewand an der Brust berührte. Aus einer Öffnung des Gewandes gingen zwei große Strahlen hervor: ein roter und ein blasser.

Nach ihrem Bericht forderte Jesus sie auf, das Gesehene als Bild mit der Unterschrift „Jesus, ich vertraue auf Dich“ festzuhalten. Zugleich verband er damit das Versprechen, dass die Seele, die dieses Bild verehre, nicht verlorengehe und bereits auf Erden den Sieg über Feinde erlange, besonders in der Stunde des Todes.

Vision und Bildauftrag gehören zum Thema der göttlichen Barmherzigkeit, der nach der Vision auch ein eigenes kirchliches Fest gewidmet werden sollte. Das Motiv ist eng mit der Herz-Jesu-Verehrung verwandt. Dort stehen ebenfalls die aus dem geöffneten Herzen Jesu fließenden Gnadenströme von Blut und Wasser im Mittelpunkt; Bezugspunkt ist Joh 19,34.

Das erste ausgeführte Bild

Faustyna versuchte zunächst selbst, das Bild zu malen, verfügte dafür jedoch nicht über die nötigen Voraussetzungen. Sowohl in Płock als auch nach ihrer Versetzung nach Warschau fand ihr Anliegen wenig Verständnis. Erst im Konvent von Vilnius nahm ihr Beichtvater Michał Sopoćko ihre Vision und den damit verbundenen Auftrag ernst.

Sopoćko beauftragte 1934 den Kunstmaler Eugeniusz Kazimirowski, das Bild nach Faustynas Beschreibung anzufertigen. Faustyna meinte zunächst, dass das fertige Werk die Schönheit ihrer Vision nur unvollkommen wiedergebe, akzeptierte es aber später.

Sopoćko erreichte, dass das Gemälde während der Abschlussfeier des Heiligen Jahres 1933/34 drei Tage lang am Tor der Morgenröte in Vilnius gezeigt wurde. Bald darauf wurden kleine Kopien hergestellt und verkauft. Nach mehreren Zwischenstationen befindet sich Kazimirowskis Original seit 2005 im Heiligtum der Göttlichen Barmherzigkeit in Vilnius.

Batowskis nicht durchgesetzte Fassung

Der Orden Faustynas, die Schwestern der Muttergottes von der Barmherzigkeit, beauftragte Ende der 1930er Jahre Stanisław Batowski mit einem weiteren Bild. Sein erstes Gemälde wurde bei einem Brand zerstört. Eine zweite Fassung traf gleichzeitig mit der Version Adolf Hyłas im Konvent ein. Der gerade anwesende Kardinal Sapieha entschied sich für Hyłas Darstellung.

Die weltweit verbreitete Version

Adolf Hyła bot den Schwestern in Krakau-Łagiewniki 1943 ein Altarbild für ihre Kapelle an. Es sollte eine Votivgabe sein, also eine aus Dankbarkeit gestiftete Gabe, weil seine Familie die zurückliegenden Kriegsjahre überstanden hatte. In diesem Konvent war Faustyna 1938 gestorben.

Als Vorlagen erhielt Hyła eine Reproduktion von Kazimirowskis Gemälde und die Beschreibung aus Faustynas Tagebuch. Auf dieser Grundlage entwickelte er eine eigenständige Darstellung. Seine erste Fassung war für die Kapelle zu groß. Deshalb malte er 1944 ein zweites Bild, das heute im Heiligtum der Göttlichen Barmherzigkeit in Krakau-Łagiewniki hängt. Der ursprünglich florale Hintergrund wurde 1954 übermalt.

Hyłas Version setzte sich in Kirchen und Wohnungen als bekanntestes Jesusbild der Göttlichen Barmherzigkeit durch. Als möglicher Grund wird ihre im Vergleich zu Kazimirowskis Bild weniger „diskrete“ Gestaltung genannt, die von vielen als „weichlich“ oder „weiblich“ empfunden wurde.

Skemps Darstellung

Ein weiteres populäres Bild stammt vom amerikanischen Künstler Robert Skemp. Er schuf es 1982 im Auftrag der Marienväter. Auf seiner Darstellung steht Jesus vor einem Torbogen und trägt einen Heiligenschein auf dem Kopf. Auf den Philippinen gehört Skemps Version neben der Darstellung Adolf Hyłas zu den am häufigsten gesehenen Bildern der Barmherzigkeit Gottes.

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