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San Diego

San Diego (Aussprache englisch [ˌsæn diːˈeɪgoʊ], spanisch [sanˈdjeɣo]) ist die zweitgrößte Stadt im US-Bundesstaat Kalifornien und die achtgrößte der …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Bedeutung
  2. 2. Lage und Klima
  3. 3. Historische Entwicklung
  4. 4. Bevölkerung und Religion
  5. 5. Wirtschaft, Bildung und Militär
  6. 6. Verkehr, Politik und Kultur

Überblick und Bedeutung

San Diego ist mit 1.406.106 Einwohnern nach einer Schätzung für 2025 die zweitgrößte Stadt Kaliforniens und die achtgrößte der Vereinigten Staaten. Sie liegt im Südwesten Kaliforniens nahe der Grenze zu Mexiko, ist Verwaltungssitz des San Diego County und eine principal city der Metropolitan Statistical Area San Diego–Chula Vista–Carlsbad, die mit dem County deckungsgleich ist.

Die Stadt ist durch ihre Lage am Pazifik, ihr mildes Klima, ihre Strände und gute Möglichkeiten zum Wellenreiten geprägt. Wirtschaftlich sind vor allem die Streitkräfte, die Telekommunikationsindustrie und die Biotechnologie wichtig. In den vergangenen Jahren entwickelten sich außerdem erneuerbare Energien zu einem wachsenden Beschäftigungsbereich.

Lage und Klima

San Diego liegt an einem künstlichen Hafenbecken an der Südspitze Kaliforniens, etwa zweieinhalb Autostunden südlich von Los Angeles und etwa eine halbe Stunde nördlich von Tijuana. Im Westen grenzt die Stadt an den Pazifischen Ozean. Im Osten bilden Berge und der Anza-Borrego-Wüstenpark eine natürliche Grenze; im Süden reicht das Stadtgebiet bis zur mexikanischen Grenze. Durch San Diego fließt der San Diego River. Die Stadt wird durch Chula Vista in zwei Teile geteilt und dehnt sich zunehmend ins Landesinnere aus.

Der höchste Punkt des Stadtgebiets ist der 486 m hohe Cowles Mountain im Mission Trails Regional Park. Weitere Erhebungen sind der Black Mountain mit 475 m und Mount Soledad mit 251 m. Die Stadtfläche beträgt 963,6 km², davon sind 840,0 km² Land; die Höhe beträgt 22 m. Die Zeitzone ist Pacific (UTC−8/−7).

Das Klima ist ganzjährig mild. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 17,3 °C, die durchschnittliche monatliche Niederschlagsmenge bei 24 mm. Die Winter haben eine Durchschnittstemperatur von 14 °C. In der Klimatabelle werden als mittlere Tageshöchst- und -tiefsttemperatur im Jahresmittel 21,6 °C beziehungsweise 14,3 °C angegeben. Die jährliche Niederschlagssumme beträgt dort 251,5 mm; im Durchschnitt gibt es 29,4 Regentage. San Diego hat durchschnittlich 8,4 Sonnenstunden pro Tag, eine mittlere Wassertemperatur von 17,8 °C und eine Luftfeuchtigkeit von 69,1 %.

Historische Entwicklung

Das Gebiet des heutigen San Diego wurde lange von den Kumeyaay bewohnt. Am 28. September 1542 landete Juan Rodríguez Cabrillo als erster Europäer dort. Er erklärte das Gebiet zum Besitz der Spanischen Krone und nannte es San Miguel. Im November 1602 gab Sebastián Vizcaíno dem Ort den heutigen Namen San Diego.

1769 errichtete Gaspar de Portolá einen Militärposten, während Junípero Serra die Mission San Diego de Alcalá gründete. Wegen Problemen mit der Wasserversorgung und schlechtem Ackerboden wurde die Mission 1774 durch Luis Jayme um rund zehn Kilometer verlegt. 1775 setzten sich die Spanier gegen eine indigene Revolte durch; dabei wurden Luis Jayme und zwei weitere Personen getötet. Junípero Serra organisierte 1776 den Wiederaufbau. 1797 war San Diego de Alcalá mit über 1400 frisch Bekehrten, den sogenannten Neophyten, die größte Mission Kaliforniens.

Nach der Unabhängigkeit Mexikos von Spanien im Jahr 1821 gehörte San Diego zu Mexiko. 1834 erhielt der Ort den Stadtstatus; Juan Maria Osuna wurde erster Bürgermeister. Wegen eines starken Bevölkerungsrückgangs verlor San Diego diesen Status 1838 wieder. Nach dem Mexikanisch-Amerikanischen Krieg fiel die Stadt 1850 an die Vereinigten Staaten und wurde Stadt sowie Verwaltungssitz des San Diego County.

Lokale Goldfunde lösten 1869 einen Boom aus. 1885 wurde San Diego an das nationale Eisenbahnnetz angeschlossen. Nach dem Ende des Goldrauschs sank die Bevölkerung Ende der 1880er Jahre von 40.000 auf 16.000. Die Panama-California Exposition fand 1915/16 statt. Der Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg brachte 1917 zahlreiche Militäreinrichtungen in die Stadt.

Nach dem Angriff auf Pearl Harbor verlegte die US Navy 1941 das Hauptquartier ihrer Pazifikflotte nach San Diego. Seit dem Zweiten Weltkrieg prägte das Militär die Stadt und löste einen Wirtschaftsboom aus. Nach dem Ende des Kalten Krieges ging seine Präsenz deutlich zurück; gleichzeitig entwickelten sich Biotechnologie und Telekommunikation stärker.

Zu den späteren einschneidenden Ereignissen gehören der Absturz des Pacific-Southwest-Airlines-Fluges 182 am 25. September 1978 mit 144 Toten, der Amoklauf an der Grover Cleveland Elementary School am 29. Januar 1979, bei dem zwei Menschen getötet und neun verletzt wurden, sowie der Amoklauf in San Ysidro am 18. Juli 1984 mit 21 Toten und 19 Verletzten. 1981 nahm mit dem San Diego Trolley das erste moderne Stadtbahnsystem der Vereinigten Staaten den Betrieb auf.

Bevölkerung und Religion

San Diego wuchs besonders seit der Mitte des 20. Jahrhunderts stark. Die Einwohnerzahl stieg von 334.387 im Jahr 1950 auf 1.301.621 im Jahr 2010 und 1.386.932 im Jahr 2020. Damit hat sie sich von 1950 bis 2010 fast vervierfacht; von 1980 bis 2010 nahm sie um fast 50 Prozent zu. Für 2021 werden 1.381.611 Einwohner angegeben. Die Metropolregion hatte 2020 3.298.634 Einwohner, die Stadt 511.662 Haushalte. Die Bevölkerungsdichte beträgt 1.651 Einwohner je km².

Nach dem Zensus von 2010 waren 45,1 % der Bevölkerung Weiße, 6,7 % Afroamerikaner und 15,9 % asiatischer Herkunft. 28,8 % waren Hispanics. Der Median des Haushaltseinkommens lag 2015 bei 66.116 US-Dollar; 15,4 % der Bevölkerung lebten unterhalb der Armutsgrenze.

San Diego ist Sitz des römisch-katholischen Bistums San Diego; dessen Bischofskirche ist die St. Joseph Cathedral. Nach Zahlen des Pew Research Center für 2023/2024 bezeichneten sich in der Metropolregion 53 % der Erwachsenen als Christen. Davon waren 21 % Katholiken, 16 % Evangelikale und 8 % Mainline Protestanten. 3 % gehörten zu den Mormonen, 2 % waren jüdischen Glaubens, 6 % Atheisten und 9 % Agnostiker; 25 % machten keine Angabe.

Wirtschaft, Bildung und Militär

Neben dem Militär zählen Telekommunikation und Biotechnologie zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen. San Diego gehört zu den drei bedeutendsten Biotechnologiezentren der USA. Die Telekommunikationsentwicklung ist eng mit Qualcomm verbunden. Das Unternehmen wurde 1985 von Irwin Jacobs gegründet, hat seinen Hauptsitz in San Diego und trug wesentlich dazu bei, dass die Stadt als weltweite „CDMA-Hauptstadt“ bekannt wurde.

Weitere ansässige Unternehmen sind die WD-40 Company, Amylin Pharmaceuticals und die Quidel Corporation. Quidel erhielt im Mai 2020 von der Food and Drug Administration die erste Notfallgenehmigung für einen COVID-19-Antigentest. Die früheren Ryan-Flugzeugwerke gehören heute als Ryan Aeronautical Center zum Konzern Northrop Grumman. Dort wurde unter anderem das unbemannte Flugzeug Global Hawk entwickelt und gebaut. Außerdem gibt es mehrere Schiffswerften.

In der Region San Diego arbeiteten 2003 insgesamt 1.481.400 Menschen; die Arbeitslosenquote betrug 4,3 %, gegenüber 6,7 % in Kalifornien. 2004 beschäftigte der Dienstleistungssektor 509.500 Menschen, der Staat 206.600, der Einzelhandel 137.000 und die verarbeitende Industrie 103.900. Die Metropolregion erwirtschaftete 2016 eine Wirtschaftsleistung von 215,3 Milliarden US-Dollar und lag damit auf Platz 17 der US-amerikanischen Großräume.

Zu den wichtigsten Hochschulen gehören die University of California, San Diego (UCSD), die San Diego State University (SDSU) und die katholische University of San Diego (USD).

Das Militär bleibt trotz des Rückgangs nach dem Kalten Krieg ein wichtiger Arbeitgeber. Die Naval Base Coronado ist neben Norfolk, Virginia, die größte Marinebasis der USA. Sie ist unter anderem Heimathafen des Flugzeugträgers Ronald Reagan und mehrerer amphibischer Angriffsschiffe. Zur Basis gehören die Naval Air Station North Island und das United States Naval Special Warfare Command, das Führungszentrum der Navy Seals. Auf der Naval Submarine Base sind mehrere Atom-U-Boote stationiert. Das Marine Corps unterhält unter anderem den Stützpunkt Miramar, der bis Mitte der 1990er Jahre als Naval Air Station Miramar das Ausbildungsprogramm Top Gun beherbergte.

Das San Diego Police Department verfügt über 2781 Mitarbeiter und 840 freiwillige Helfer. Sein jährliches Budget beträgt 277 Mio. US-Dollar; es ist für einen Bereich mit etwa 1,4 Millionen Einwohnern zuständig.

Verkehr, Politik und Kultur

Für mehr als 80 % der Einwohner ist das Auto das wichtigste Verkehrsmittel. Deshalb besitzt San Diego ein umfangreiches Schnellstraßen- und Autobahnnetz. Die wichtigste Autobahn ist die Interstate 5, die von der mexikanischen Grenze durch San Diego, Los Angeles, Sacramento und Seattle bis zur kanadischen Grenze führt. Weitere wichtige Verkehrswege sind Interstate 8, Interstate 15, Interstate 805 sowie die State Routes 52, 54, 56, 67, 76, 78, 79, 94, 125, 163, 188 und 905. Die 1969 eröffnete San Diego Coronado Bay Bridge verbindet die Innenstadt mit Coronado.

Nur etwa 3 % der Einwohner nutzen den öffentlichen Verkehr. Dazu gehören der San Diego Trolley, die Coaster-Vorortzüge nach Oceanside, Amtrak-Fernzüge und Busse. Die wichtigsten Bahnhöfe sind das Santa Fe Depot und das Old Town Transit Center. Der San Diego International Airport liegt rund 4,5 km vom Stadtzentrum entfernt. Jährlich werden dort über 18 Millionen Passagiere abgefertigt; damit ist er der 30. größte Flughafen der Vereinigten Staaten.

Bürgermeister der Stadt ist der Demokrat Todd Gloria. San Diego unterhält 16 Städtepartnerschaften, unter anderem mit Edinburgh, Yokohama, Tijuana, León, Perth, Warschau, Wladiwostok, Quanzhou und Jeonju. Die Partnerschaften bestehen je nach Stadt seit 1957 bis 2014.

San Diego besitzt ein Musical Theater, ein Opernhaus, eine Philharmonie, Museen und Galerien. Bedeutende Kunstmuseen sind das Timken Museum und das San Diego Museum of Art. Seit 1970 findet jährlich die Comic-Con International statt. Zu den Musikfestivals gehören das Sun God Festival und das CRSSD Festival.

San Diego ist außerdem Drehort oder Schauplatz verschiedener Film- und Fernsehproduktionen, darunter Manche mögen’s heiß, Top Gun, Titanic, Veronica Mars und Anchorman – Die Legende von Ron Burgundy. Sportlich prägen unter anderem die San Diego Padres im Baseball, die San Diego Gulls im Eishockey, San Diego Wave FC im Frauenfußball und künftig San Diego FC die Stadt. Am 25. September 1974 fand in der Mission Bay der erste als solcher bezeichnete Triathlon statt; San Diego gilt deshalb als Wiege des modernen Triathlonsports.

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zählen der San Diego Zoo, Mission Bay, Old Town, das Gaslamp Quarter, Point Loma, der Balboa Park, SeaWorld, das Air & Space Museum, der als Museumsschiff genutzte Flugzeugträger Midway sowie die Strände Black’s Beach und La Jolla Shores. Das Gaslamp Quarter ist seit Mai 1980 als Historic District eingetragen, der Balboa Park seit Dezember 1977 National Historic Landmark und der Mission Beach Roller Coaster seit Februar 1987. Insgesamt waren am 19. Oktober 2020 82 Bauwerke, Stätten und Bezirke in San Diego und der näheren Umgebung im National Register of Historic Places verzeichnet; neun davon hatten den Status eines National Historic Landmarks.

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