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Route 66
Die Route 66 war eine ursprünglich 2451 Meilen (3945 Kilometer) lange Fernstraße (US Highway) im Fernstraßensystem der USA von Chicago (Illinois) nach Santa …
Inhalt5 Abschnitte
Bedeutung und Grunddaten
Die Route 66 war ein US Highway von Chicago (Illinois) nach Santa Monica bei Los Angeles (Kalifornien). Sie wurde 1926 eröffnet, führte diagonal von Nordost nach Südwest durch acht Bundesstaaten und war ursprünglich 2451 Meilen (3945 Kilometer) lang. Sie gehörte – neben dem Lincoln Highway – zu den ersten durchgehend befestigten Verbindungen zur Westküste.
In ihrer Hochphase war sie eine wichtige Ost-West-Verbindung der USA, aber nicht die längste: Der Lincoln Highway maß 3389 Meilen (5454 km), der U.S. Highway 20 3365 Meilen (5414 km). Heute ist „Route 66“ meist keine offizielle Straßenbezeichnung mehr. Erhaltene Abschnitte heißen teils „Historic Route 66“ und sind touristische Ziele, bilden aber keine einheitliche und durchgehend befahrbare Straße.
Entstehung, Ausbau und Bekanntheit
Vorläufer waren einfache Wege durch die Prärie sowie die seit 1912 bestehende National Old Trails Road (Ocean-to-Ocean Highway). Cyrus Stevens Avery aus Tulsa gilt als Vater der Route 66: Am 30. April 1926 schlug er die Nummer 66 vor. Die Eröffnung erfolgte am 11. November 1926, die einheitliche Bezeichnung galt ab 26. November 1926. Damals waren erst 800 Meilen (1287 km) asphaltiert.
Die Route nutzte oft vorhandene Regionalstraßen. Mit der vollständigen Asphaltierung 1935 wurden Kurven begradigt und Teilstrecken neu geführt. Dadurch verkürzte sich die Strecke von 2451 mi (3945 km; 1926) auf 2238 mi (3601 km; 1937); die neue Strecke wurde 1937 eröffnet.
Ihre frühe Bekanntheit hängt auch mit der Dust Bowl zusammen: Verarmte Farmer und Landarbeiter aus Oklahoma und Texas zogen über sie nach Kalifornien. John Steinbecks Roman Früchte des Zorns von April 1939 nannte sie die „Mutter aller Straßen“; daher stammt der Beiname Mother Road. Der Song Get Your Kicks on Route Sixty Six von Bobby Troup wurde im Juni 1946 erstmals von Nat King Cole veröffentlicht und zählt mit über 100 Coverversionen zu den bekanntesten Roadsongs.
Wirkung auf Verkehr und Wirtschaft
Zwischen den 1930er und 1960er Jahren förderte die Route 66 Umzüge in entfernte Regionen und verbesserte Infrastruktur und Wirtschaft entlang der Strecke. Motels, Restaurants, Saloons und Tankstellen entstanden; Orte wuchsen oder wurden neu gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen viele Menschen an die Westküste, wo unter anderem die Rüstungs- und Flugzeugindustrie mehr als 200.000 Arbeitsplätze schuf.
An der Straße verbreiteten sich Angebote für Autofahrer: 1921 entstand das erste Drive-in-Restaurant, im Februar 1934 eröffnete in Normal (Illinois) das erste Steak’n Shake mit standardisierten Menüs und knappen Portionierungen. Das Motel Inn in San Luis Obispo, eröffnet am 12. Dezember 1925, war das erste Motel; diese Übernachtungsform verbreitete sich schnell an der Route. Das erste McDonald’s öffnete am 15. Mai 1940 in San Bernardino an der Route 66.
Als Interstates die Straße ersetzten, verloren viele Orte Durchgangsverkehr und wirtschaftliche Grundlage. Heute leben Geschäfte und Museen teils vom Route-66-Tourismus und Merchandising.
Ablösung und heutige Nutzung
Die meist kurvenreiche, oft einspurige Landstraße genügte dem wachsenden Verkehr nicht mehr. Nach dem Federal Aid Highway Act vom 29. Juni 1956 entstand das Interstate Highway System. Bis 1990 bildeten Interstate 55, 44, 40, 15 und 10 von Ost nach West eine vollständige Parallel- und teilweise Ersatzroute. Am 27. Juni 1985 hob die US-Regierung die Bezeichnung Route 66 offiziell auf.
1987 erreichte Angel Delgadillo, dass ein Abschnitt in Arizona als State Historic Route geschützt wurde. Route-66-Organisationen entstanden danach in allen betroffenen Bundesstaaten. Seit September 2005 sind Abschnitte in Illinois, New Mexico und Arizona als Historic Route 66 National Scenic Byway ausgewiesen. Insgesamt sind 85 Prozent noch befahrbar, in Texas 91 Prozent. Der größte Teil der etwa 3400 Kilometer befahrbaren Strecke ist jedoch einsam und wird überwiegend von Einheimischen genutzt.
Die Straße wurde zum Symbol für Freiheit, Abenteuer und Aufbruch, aber auch für nostalgische Vorstellungen einer vergangenen Zeit. Die Serie Route 66 lief vom 7. Oktober 1960 bis 13. März 1964 mit 116 Folgen, wurde aber überwiegend nicht an der echten Strecke gedreht. Der Animationsfilm Cars (2006) greift mehrere Gebäude an der Route auf.
Strecke durch acht Bundesstaaten
Die historische Strecke beginnt in Chicago und endet am Pier von Santa Monica. Sie führt durch Illinois, Missouri, Kansas, Oklahoma, Texas, New Mexico, Arizona und Kalifornien. Die echte historische Strecke ist 2449 mi (3940 km) lang; seit 1937 beträgt ihre Streckenlänge 2278 mi (3665 km). Die Tabelle mit touristischen Orten addiert ebenfalls 2278 mi (3665 km), ist aber nicht mit der offiziellen Länge identisch, weil die ursprüngliche Route nicht überall befahrbar ist.
Wichtige Orte sind unter anderem Springfield und St. Louis, Tulsa und Oklahoma City, Amarillo, Albuquerque, Gallup, Flagstaff, Kingman, Barstow, San Bernardino und Los Angeles. Adrian in Texas liegt nach 1139 mi (1833 km) am Mittelpunkt der Route. Der höchste Punkt liegt bei Santa Fé auf 2285 m, der tiefste bei 28 m. Ersatzstrecken sind vor allem die Interstate Highways 55, 44 und 40.
Typische historische Abschnitte liegen etwa zwischen Seligman und Kingman in Arizona sowie zwischen Needles und Barstow in Kalifornien. Zu bekannten Wahrzeichen zählen die 1632 m lange Chain of Rocks Bridge bei St. Louis, die Cadillac Ranch westlich von Amarillo, das Wigwam Motel in Holbrook, Roy’s Café in Amboy und der Santa Monica Pier.