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Oklahoma

Seit den 1990er-Jahren hat auch in Oklahoma eine Tertiärisierung der Gesellschaft stattgefunden, wobei der Staat nicht ganz mit der Entwicklung in den gesamten …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Geografie
  2. 2. Klima, Natur und Umwelt
  3. 3. Bevölkerung und Städte
  4. 4. Geschichte
  5. 5. Politik und Gesellschaft
  6. 6. Wirtschaft, Kultur und Infrastruktur

Überblick und Geografie

Oklahoma ist ein Bundesstaat im zentralen Süden der Vereinigten Staaten. Er trat am 16. November 1907 als 46. Bundesstaat der Union bei. Die Hauptstadt und größte Stadt ist Oklahoma City; weitere wichtige Städte sind Tulsa, Norman, Lawton, Enid und Ponca City. Oklahoma hat eine Fläche von 181.035 km² und hatte laut Census 2020 3.959.353 Einwohner. Der Staat grenzt an Texas, Kansas, Missouri, Arkansas, New Mexico und Colorado. Sein Motto lautet „Labor omnia vincit“ („Arbeit überwindet alles“). Der höchste Punkt ist die 1516 m hohe Black Mesa, der tiefste Punkt liegt am Little River auf 88 m.

Der größte Teil Oklahomas liegt in den Great Plains, den Cross Timbers und den U.S. Interior Highlands. Landschaftlich wechseln sich alte Gebirgszüge, Prärien, Tafelberge, Tiefländer und östliche Wälder ab. Im Nordosten liegen Ausläufer des Ozark-Plateaus, im Südosten die Ouachita-Berge und Anteile an der Golfküstenebene. Das Arkansas Valley ist eine fruchtbare Agrarregion.

Die Gewässer entwässern vor allem über den Red River und den Arkansas River in Richtung Golf von Mexiko. Wichtige Nebenflüsse sind Washita River, Cimarron, Canadian, North Canadian und Neosho. Viele Seen sind künstliche Stauseen; etwa 200 dienen Hochwasserschutz, Wasserversorgung, Energiegewinnung und Erholung. Der Lake Texoma ist nach Volumen der größte See, der Eufaula Lake nach Fläche.

Klima, Natur und Umwelt

Oklahoma hat mehrere Klimazonen. Von Osten nach Westen nehmen die Niederschläge ab, von Süden nach Norden die Temperaturen. Im Süden herrscht subtropisches Klima mit milden Wintern und feucht-heißen Sommern. Nach Norden geht es in ein kontinentales Klima der Great Plains über, mit heißen Sommern und deutlich kälteren Wintern. Der Nordwesten, besonders der Oklahoma Panhandle, hat ein semiarides Steppenklima. Die Rekordtemperaturen liegen bei −35 °C im Jahr 2011 und 49 °C in den Jahren 1936 und 1943.

Oklahoma gehört in weiten Teilen zur Tornado Alley. Tornados entstehen dort häufig, wenn warme Luft aus dem Süden auf kalte Luft aus Richtung Rocky Mountains trifft. Besonders häufig treten sie von März bis Juni auf. Eine schwere Tornadoserie richtete im Mai 1999 große Schäden an; bei Oklahoma City wurde eine Höchstgeschwindigkeit von 517 km/h gemessen. Auch Dürren und Erdbeben sind wichtige Naturgefahren.

Die Flora umfasst schätzungsweise 2500 Arten. Im feuchten Osten dominieren Wälder mit Eichen, Hickorys und Kiefern. In der Mitte liegt ein Übergang zur Prärie, im Westen nehmen Graslänge und Artenvielfalt ab; im Panhandle ist kurzes Büffelgras typisch. Die Tierwelt wurde stark durch den Menschen verändert: Bison, Wapiti und Gabelbock leben heute weitgehend nur noch in Schutzgebieten, während Schwarzfußiltis, Rotwolf, Wolf und Braunbär verschwunden sind. Im Westen leben typische Tiere der Great Plains und Rocky Mountains wie Präriehunde, Kojoten und Ziesel.

Bevölkerung und Städte

Oklahoma hatte 2020 knapp 4,0 Millionen Einwohner und eine Bevölkerungsdichte von etwa 21 Einwohnern pro Quadratkilometer. Die Bevölkerung konzentriert sich vor allem im östlichen Teil des Staates und in städtischen Räumen. Etwa zwei Drittel der Einwohner leben in Orten mit mindestens 2500 Personen; rund 34 % leben in ländlichen Gebieten, die 98 % der Fläche ausmachen.

Oklahoma hat einen besonders hohen Anteil indigener Bevölkerung. Laut US-Volkszählung 2020 identifizieren sich 14,2 % der Einwohner als Indianer; das ist prozentual der höchste Wert unter den US-Bundesstaaten. 2013 wurden die größten indianischen Gruppen als Cherokee, Chickasaw, Choctaw, Muskogee und Seminolen genannt. Der Anteil der Weißen lag nach Schätzungen 2013 bei 75,4 %, der Anteil der Afroamerikaner bei 7,7 %. Außerdem leben asiatische Gruppen wie Vietnamesen, Chinesen und Koreaner in Oklahoma.

Religiös ist Oklahoma stark protestantisch geprägt. Für das Jahr 2000 werden als große Gemeinschaften die Southern Baptist Convention mit 967.233 Mitgliedern, die United Methodist Church mit 322.794 Mitgliedern und die Katholische Kirche mit 168.625 Mitgliedern genannt. Wichtige Universitäten sind die Oklahoma State University – Stillwater und die University of Oklahoma. Die größten Städte nach Census 2020 sind Oklahoma City mit 681.054 Einwohnern, Tulsa mit 413.066, Norman mit 128.026 und Broken Arrow mit 113.540 Einwohnern.

Geschichte

Menschen leben mindestens seit der letzten Eiszeit im Gebiet des heutigen Oklahoma. Aus der paläoindianischen Zeit stammen etwa Funde an der Burnham Site und der zwischen 10.900 und 10.200 Jahre alte bemalte Cooper-Bison-Schädel. Später entstanden im Osten caddoische Mississippi-Kulturen mit rituellen Zentren, Plattformhügeln und reichen Grabbeigaben, besonders bei den Spiro Mounds. Im Westen lebten halbsesshafte Gemeinschaften, die Bison jagten, Mais anbauten und Wildpflanzen sammelten.

Europäische Expeditionen erreichten das Gebiet im 16. und 17. Jahrhundert, darunter Francisco Vázquez de Coronado 1541 und Juan de Oñate 1601. Im 18. Jahrhundert prägten unter anderem Comanchen, Kiowa, Plains-Apachen und Osage Teile des Gebietes. 1803 kam Oklahoma durch den Louisiana Purchase an die USA. Zwischen 1817 und 1830 wies die US-Regierung das Gebiet den aus dem Osten vertriebenen Muskogee, Seminolen, Cherokee, Choctaw und Chickasaw zu, den sogenannten „Fünf zivilisierten Nationen“. Etwa 50.000 Menschen wurden im „Trail of Tears“ nach Oklahoma getrieben. 1834 wurde das Gebiet zum Indianerterritorium erklärt.

Nach dem Bürgerkrieg mussten indianische Nationen neue Verträge akzeptieren, Land abtreten und die Sklaverei abschaffen. Ab 1889 wurden Teile des Landes in „Land Runs“ für weiße Siedler geöffnet. Dabei entstanden schnell neue Siedlungen, unter anderem Oklahoma City. Siedler, die vorher illegal Claims absteckten, wurden „Sooners“ genannt; daher stammt der Beiname „Sooner State“. 1890 entstand das Oklahoma-Territorium, 1907 der Bundesstaat Oklahoma.

Im 20. Jahrhundert prägten Ölboom, Dust Bowl und Verkehrsgeschichte den Staat. Tulsa wurde zeitweise als „Ölhauptstadt der Welt“ bezeichnet. Die Dürre- und Staubsturmperiode der 1930er-Jahre zwang viele Landbewohner zur Auswanderung, besonders nach Kalifornien; John Steinbecks Roman „Früchte des Zorns“ machte dieses Kapitel bekannt. Am 19. April 1995 zerstörte ein Bombenanschlag auf das Murrah Federal Building in Oklahoma City das Gebäude fast vollständig und tötete 168 Menschen. 2020 entschied der Oberste Gerichtshof im Fall McGirt v. Oklahoma, dass fast die gesamte östliche Hälfte Oklahomas als Indianerreservat zu betrachten ist; dadurch spielen die Justiz der fünf Nationen und die Bundesgerichtsbarkeit eine besondere Rolle.

Politik und Gesellschaft

Oklahoma gilt politisch als traditionell konservativer Staat. Seit 1952 wählten die Bürger bei Präsidentschaftswahlen fast immer republikanische Kandidaten; die Ausnahme war 1964 mit Lyndon B. Johnson. Seit 2000 erreichen Republikaner bei Präsidentschaftswahlen regelmäßig mindestens 60 % der Stimmen. Republikanische Hochburgen liegen vor allem in Oklahoma City, Tulsa, deren Vororten und im Panhandle. Demokratische Schwerpunkte befinden sich besonders im Osten und Südosten, einer Region, die auch „Little Dixie“ genannt wird.

Der Staat wird im US-Senat durch die Republikaner Markwayne Mullin und James Lankford vertreten. Gouverneur ist seit Januar 2019 der Republikaner Kevin Stitt; er ist der erste nordamerikanische Ureinwohner, der landesweit zum Gouverneur gewählt wurde. Oklahoma gliedert sich in 77 Countys.

Oklahoma vollstreckte nach Texas besonders viele Todesurteile. Zwischen 2010 und 2015 gehörte Oklahoma mit 21 Hinrichtungen zu den Bundesstaaten mit den meisten Vollstreckungen; relativ zur Bevölkerung lag Oklahoma mit 2,99 Hinrichtungen pro 100.000 Einwohnern vor Texas und Delaware. Seit Ende August 2022 sind Abtreibungen ab der 5. bis 6. Schwangerschaftswoche, im Gesetz bezogen auf den Herzschlag des Fötus, nur erlaubt, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist. Verstöße können für medizinisches Personal mit bis zu zehn Jahren Haft und bis zu 100.000 US-Dollar Geldbuße bestraft werden.

Wirtschaft, Kultur und Infrastruktur

Oklahoma war lange stark von Landwirtschaft und Energie geprägt, hat aber heute eine breitere Wirtschaftsstruktur. Wichtige Bereiche sind Erdgas, Erdöl, Landwirtschaft, Luftfahrt, Telekommunikation und Biotechnologie. Oklahoma City und Tulsa sind die wichtigsten wirtschaftlichen Zentren; in ihren Metropolregionen leben fast zwei Drittel der Einwohner. 2014 betrug das reale Wirtschaftswachstum 4,2 %, das reale Bruttoinlandsprodukt pro Kopf lag bei 42.670 US-Dollar. Im Januar 2015 lag die Arbeitslosenquote saisonbereinigt bei 4,2 %.

In der Landwirtschaft ist Viehzucht wichtiger als Ackerbau. 2012 wurden landwirtschaftliche Erzeugnisse im Wert von 7,1 Milliarden US-Dollar gehandelt, davon 5,3 Milliarden US-Dollar im Viehhandel. Oklahoma ist der sechstgrößte Rindfleischproduzent unter den US-Bundesstaaten. Im Ackerbau dominieren Weizen und Winterweizen.

Die Energiewirtschaft ist zentral: Oklahoma ist der drittgrößte Erdgas-Produzent und der fünftgrößte Rohölproduzent der USA. Die Ölindustrie trägt etwa 25 % zum Bruttoinlandsprodukt bei. 2019 wurden 53,5 % der elektrischen Energie durch Erdgas, 34,6 % durch Windkraft und 2,1 % durch Wasserkraft erzeugt. Seit 2009 nahmen Erdbeben zu, die im Artikel mit Fracking und Wasserverpressung verbunden werden; 2014 gab es 585 Beben mit einer Magnitude über 3,0.

Kulturell ist Oklahoma stark durch indigene, Siedler-, mexikanische und asiatische Einflüsse geprägt. Der Staat hat über 300 größere Museen und hohe Anteile indianischer Bevölkerung; neben Kalifornien werden dort die meisten Indianersprachen gesprochen. Bekannt sind Jazz-Zentren, das Oklahoma Mozart Festival und das Oklahoma City Festival of the Arts. Oklahoma hat außerdem eine bedeutende Balletttradition, verbunden mit den „Five Moons“, fünf international bekannten Ballerinen indianischer Herkunft. Im Sport sind Oklahoma City Thunder in der NBA sowie die College-Football-Teams Oklahoma Sooners und Oklahoma State Cowboys besonders bekannt. Verkehrlich verbinden die Interstate Highways 35, 40 und 44 den Staat mit den Nachbarstaaten; die größten Flughäfen sind Will Rogers World Airport in Oklahoma City und Tulsa International Airport.

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