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Romance Scam
Mit dem englischsprachigen Begriff Romance Scam (oder auch: Love Scam) Typischerweise wird auf Englisch kommuniziert, Englischkenntnisse aufzufallen. Scammer …
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Bedeutung und Ausmaß
Romance Scam oder Love Scam ist Internetbetrug mit gefälschten Profilen in sozialen Medien oder Singlebörsen. Die Täter täuschen gezielt Interesse an einer persönlichen, meist romantischen Beziehung vor. Ihr Ziel ist in der Regel, Geldüberweisungen oder Bareinzahlungen zu erhalten. Teilweise missbrauchen sie außerdem die Kontoverbindungen der Geschädigten zur Geldwäsche.
Betroffen sein können Menschen jedes Geschlechts, jeder sexuellen Orientierung und auch Verheiratete. Die meisten Geschädigten leben in Europa oder Nordamerika. Ein hoher Anteil der Verurteilten lebt in Afrika, besonders in Nigeria und Ghana, oder hat Verbindungen dorthin; aktiv sind Scammer aber auch in weiteren Ländern, etwa der Türkei. Häufig handelt es sich um organisierte Kriminalität. Die Dunkelziffer gilt als hoch, weil nur ein Teil der Fälle angezeigt wird.
Der Weiße Ring beschreibt drei Phasen: Kontaktaufnahme, Aufbau einer emotionalen oder romantischen Beziehung und anschließend die Bitte um finanzielle Unterstützung oder Hilfe bei internationalen Transaktionen. Wann ein Opfer den Betrug erkennt, ist unterschiedlich; ebenso unterscheiden sich emotionale und finanzielle Folgen stark.
Finanzielle Schäden und typische Kontaktorte
Die Federal Trade Commission bezifferte den Schaden durch gemeldete Romance-Scam-Fälle in den USA für 2023 auf 1,14 Milliarden US-Dollar, etwa 973 Millionen Euro. Für Deutschland wird für den Zeitraum 2021 bis 2024 ein Schaden von rund 110 Millionen Euro angenommen.
Im Vereinigten Königreich stieg Romance Scam im ersten Quartal 2025 gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent. Der durchschnittliche Verlust pro Person lag dort bei 8.000 Pfund, etwa 9.200 Euro. Betroffene über 61 Jahre verloren im Durchschnitt 19.000 £, knapp 22.000 Euro.
Scammer suchen Opfer nicht nur auf Facebook, sondern auch auf kostenlosen und kostenpflichtigen Singlebörsen sowie Online-Partnervermittlungen. Auch Instagram, Pinterest und Etsy werden genutzt; geteilte Bilder können als Gesprächseinstieg dienen. Partnervermittlungen wie ElitePartner und Parship informieren ihre Mitglieder, prüfen Profile und nutzen technische Mittel, um mögliche Scammer zu erkennen.
Warnzeichen bei Profilen
Hinweise auf ein gefälschtes Profil können außergewöhnliche Lebensgeschichten in Verbindung mit interessanten Berufen sein. Häufig behaupten die Personen, beruflich viel unterwegs und deshalb schlecht erreichbar zu sein. Fotos wirken oft besonders seriös und elegant. Teilweise wird früh betont, Entfernung, andere Muttersprache oder soziale Herkunft seien kein Hindernis.
Männliche Scammer geben sich oft als Ingenieur, Architekt, Soziologe, Konstrukteur in der Ölindustrie, Computerspezialist, Soldat der U.S. Army oder Tierarzt aus. Häufig zeigen die Profile attraktive, weiße Personen, die nicht mit den tatsächlich Schreibenden identisch sind. Typisch sind englische Nachrichten und die Behauptung, in Amerika oder im europäischen Ausland zu leben; tatsächlich kann der Kommunikationspartner in Westafrika sitzen und Übersetzungstools nutzen. Häufig genannte Angaben sind: 30 bis 55 Jahre alt, verwitwet oder geschieden, teils mit Kind(ern), und auf der Suche nach einer Frau zwischen 35 und 70.
Weibliche Scammerinnen geben sich oft als Ärztin, Krankenschwester, Lehrerin, Schauspielerin, Geschäftsfrau oder Mitarbeiterin eines Waisenhauses aus. Sie verwenden gestohlene oder eigens angefertigte Bilder sehr attraktiver Frauen und behaupten etwa, aus Russland, Südamerika, Thailand, Afrika oder Europa zu stammen. Sie kommunizieren meist gut auf Englisch oder Deutsch. Häufig sind sie 27 bis 40 Jahre alt, ledig, religiös und suchen Männer zwischen 35 und 70. Sie scheinen seltener zu sein, möglicherweise wegen einer höheren Dunkelziffer; bekannt gewordene Fälle können sehr hohe Schäden verursachen. In einem 2025 bekannt gewordenen Einzelfall verlor ein Mann aus dem Rems-Murr-Kreis 2,3 Millionen Euro an eine angebliche Ärztin.
Auch vermeintliche Prominente können Fake-Profile sein. Scammer sprechen gezielt öffentlich erkennbare Fans oder Follower an und bitten später um Gutscheine, Geld oder Bitcoins. Dass bekannte Personen wie Brad Pitt, George Clooney oder Lady Gaga angeblich privat Kontakt aufnehmen, ist kein Grund zur Freude, sondern ein Warnzeichen.
Ablauf des Betrugs
Zu Beginn zeigen Scammer hohes Interesse, stellen viele Fragen, machen zahlreiche Komplimente und verwenden früh Kosenamen; dies wird auch Love Bombing genannt. Sie melden sich sehr häufig über E-Mail, Instant-Messaging-Dienste, Facebook oder Instagram und stellen einen Besuch, eine Verlobung oder eine Eheschließung in Aussicht. Damit soll Vertrauen entstehen.
Erst nach dem Aufbau eines vermeintlichen Vertrauensverhältnisses folgen finanzielle Probleme. Genannt werden etwa Unfall, Krankheit und teure Behandlung, Anwaltskosten oder Kaution nach einer angeblichen unverschuldeten Anklage, Überfall oder Diebstahl im Ausland, Erpressung oder Kosten für Flugticket, Visum und Zoll. Angebliche Ärzte, Polizisten oder Angehörige können die Geschichte bestätigen. Bei einer Ablehnung wird der Druck bis zu Suiziddrohungen gesteigert. Manchmal soll das Opfer angeblich selbst Geld erhalten und dafür seine Bankverbindung mitteilen.
Nach einer ersten Zahlung setzen sich die Forderungen gewöhnlich fort. Täter behaupten beispielsweise neue Engpässe, einen eigenen Betrug oder Diebstahl oder verlangen vorab Gebühren für eine angeblich viel höhere Auszahlung oder Sachleistung. Sie geben auch die Übermittlungsart vor, etwa Überweisung, Geldtransfer, Kryptowährung oder Gutscheine, und schlagen Wege vor, wie das Opfer weiteres Geld beschaffen kann. Emotionaler Druck soll Zweifel als mangelnde Zuneigung darstellen. Sind Zielpersonen zahlungsunfähig oder verweigern sie weitere Zahlungen, wird der Kontakt abgebrochen.
Schutz und Hilfe nach einem Betrug
Das Bundeskriminalamt empfiehlt, persönliche Daten in sozialen Netzwerken und auf Dating-Webseiten sparsam preiszugeben. Auch auf renommierten Bezahl-Foren ist Vorsicht nötig. Profile und Fotos sollten auf mehrfache Verwendung geprüft werden. Weitere Warnzeichen sind Rechtschreib- und Grammatikfehler, widersprüchliche Angaben sowie schlechte Erreichbarkeit mit Ausreden zu Verbindung, Kamera oder Mikrofon. Unbekannten sollten keine Bilder oder Informationen geschickt werden, die zur Erpressung dienen können. Vor persönlichen Treffen sollten Familie oder Freunde informiert werden. Kopien persönlicher Dokumente, Geldgeschenke, Vorauszahlungen und Überweisungen für andere sollten vermieden werden.
Nach einem erkannten Betrug sollten sämtliche E-Mails, Chat-Texte und Kontoauszüge als Beweismittel gesichert werden. Der Header von E-Mails kann ausgelesen werden, um die IP-Adresse des Absenders zu ermitteln. Bereits veröffentlichte Profile bekannter Scammer können beispielsweise auf „Scamdigger“ gesucht werden. Bei E-Mailkontakt kann ein Computervirus unbemerkt Kontaktdaten aus sozialen Netzwerken oder dem Adressbuch erfassen; eine Warnung an das eigene Netzwerk kann weiteren Schaden begrenzen.
Der Weiße Ring Österreich rät, umgehend Hilfe zu suchen. Neben einer Anzeige bei der Polizei können Schuldnerberatung, therapeutische Begleitung und Austausch mit anderen Betroffenen sinnvoll sein. In Österreich hilft der Opfer-Notruf unter 0800 112 112; außerdem wird geraten, mit engen Freunden zu sprechen. In Deutschland und der Schweiz gibt es Selbsthilfeangebote und Selbsthilfegruppen.